Als ich das erste Mal Star Wars sah …

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Star Wars ist Teil unser aller Leben. Doch wie fühlte es sich an, als Luke, Leia und Han das erste Mal auf der Mattscheibe erschienen? Unser britischer Autor erzählt von seinen ganz persönlichen Erlebnissen.
Die Star Wars Premiere in London fand 1977 im Dominion Theatre statt
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Die Star Wars Premiere in London fand 1977 im Dominion Theatre statt

Als ich das erste Mal Star Wars sah, war ich sieben Jahre alt. Es war 1977, kurz nach dem Jahrhundertsommer, unter dem die britische Bevölkerung geschwitzt und gestöhnt hatte - wo wir doch sonst nur nass werden und stöhnen.

Star Wars kam Ende Dezember in die britischen Kinos, genauer gesagt, zwei Tage nach Weihnachten, und die Vorfreude war fast greifbar.

Damals gab es noch keine ausgefeilten Marketingstrategien, wie wir sie heute von Blockbustern kennen, allerdings lief Star Wars bereits seit sieben Monaten in den Staaten und wir kannten seine Bedeutung und seinen Erfolg.

Dennoch hatten wir wenig über den Film selbst erfahren, denn es gab weder Zusammenfassungen noch Inhaltsangaben, Charakterbeschreibung etc. - also genau das Gegenteil von heute. Ich wusste im Vorfeld nur, dass Star Wars ein Sci-Fi-Film ist. Aber mehr brauchte ich auch eigentlich nicht zu wissen.

Meine Mutter war ein absoluter Sci-Fi-Fan, und ich wuchs mit Filmen wie Der Tag, an dem die Erde stillstand, Metaluna IV antwortet nicht und Alarm im Weltall auf. Schon allein der Gedanke daran, einen neuen Sci-Fi-Streifen auf der großen Leinwand zu sehen, versetzte mich in Aufregung.

Damals kamen Filme versetzt in die britischen Kinos, und neue Streifen liefen zuerst im Londoner West End. Es dauerte eine Weile, bis ein Film seinen Weg in andere große Städte fand - ganz zu schweigen von den Provinzkinos.

Es half, dass sich meine Mum ebenso auf Star Wars freute wie ich. Wohl deshalb hatte sich mein Vater dazu entschlossen, die weite Reise ins Londoner West End auf sich zu nehmen und Tickets gleich für die erste Vorstellungswoche zu kaufen. Damals gab es natürlich noch kein Onlinebuchsystem, und ganz wenige Kinos boten eine telefonische Reservierung an. Man musste also zum Kino fahren, wenn man Karten wollte - danke, Dad!

Ich weiß noch, wie wir vor dem Dominion Theatre in der Tottenham Court Road in der Schlange standen. Über dem Kinoeingang hing ein riesiges Promo-Poster und das trug nur noch mehr zu meiner Aufregung (und Verwunderung) bei. Ihr dürft nicht vergessen, dass ich zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht genau wusste, wer der Typ in der schwarzen Maske eigentlich war oder was der Junge in Weiß da über seinen Kopf hält!

Genauso gut erinnere ich mich an die Ansage vor dem Film - es würde keine Pause geben. Damals gab es bei so ziemlich allen Filmen, vor allem den längeren, eine Pause, damit die Zuschauer zur Toilette gehen und die Kinobesitzer mehr Getränke, Eis und Snacks verkaufen konnten. Erinnert Ihr Euch noch an diese netten Damen, die durch die Reihen gingen und einen Bauchladen mit Eis um den Hals gelegt hatten? Wenn ja, seid Ihr so alt wie ich.

Star Wars brach mit dieser Tradition. Der Film würde nicht unterbrochen werden und man würde das Abenteuer von Anfang bis Ende in einem Rutsch gucken. Alle mit schwacher Blase und Snacklaune würden still vor sich hin leiden müssen - mir war es sowieso egal.
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Zu sagen, ich hätte Star Wars großartig gefunden, ist eine Untertreibung. Es wurde für eine ganze Zeit nach dem ersten Schauen zum Mittelpunkt meines Lebens. Ich trug das Begleitheft zum Film täglich mit mir herum und freute mich besonders darüber, dass Prinzessin Leia (oder wenigstens Carrie Fisher) am gleichen Tag wie ich Geburtstag hat.

In der Mittagspause drehte sich in der Schulcafeteria alles um Star Wars-Sammelkarten. Die Präsentation der eigenen Sammlung und das Einfädeln von Tauschaktionen wurden sehr ernst genommen. Die gefragteste Karte in meiner Schule trug den Titel "The Millennium Falcon speeds through space!", und wer sie doppelt besaß, hatte die beste Verhandlungsposition überhaupt.

Und dann gab es da noch all die Spielsachen. Niemals zuvor hatte es eine derartige Menge an Lizenzprodukten zu einem Film gegeben und jedes Kind der Welt wollte ein Modell des Millennium Falken. Leider bekam ich nie eins, schließlich kostete es 30 Pfund, 1977 ein echtes Vermögen.

Als sich George Lucas dazu entschloss, seine Star Wars Trilogie zu erweitern, war ich erwachsen. Und das bedeutete, dass ich meine Obsession jetzt selbst finanzieren konnte. Der Inbegriff dieser Obsession war der Trip nach New York, den ich mit ein paar Freunden unternahm. Wie schon Star Wars zuvor, kam auch Episode 1 weitaus früher in den USA in die Kinos als in UK. Ich wollte nicht warten, auch wenn sich das Ganze letztendlich als Enttäuschung entpuppte.

Als Episode 1 dann endlich in Großbritannien ankam, war ich bei der Gala-Premiere und der Party in London, dank meiner wunderbaren Frau, die zu der Zeit für Lucafilm arbeitete. Ich schaffte es sogar, einen Traum wahr werden zu lassen und über den heiligen Boden der Skywalker Ranch zu schreiten - und ja, es ist genauso magisch, wie man es sich vorstellen würde!

Aber trotz dieser Star Wars-Meilensteine, die ich als Erwachsener erleben durfte, kommt doch nichts an die Nacht mit meinen Eltern im Dominion Theatre 1977 heran.
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