Als die Bilder noch analog waren: Belichtungsmesser für Film-Fotoapparate

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Als die Bilder noch analog waren: Belichtungsmesser für Film-Fotoapparate

Zu Beginn der Fotografie im 19. Jahrhundert konnte ein Fotograf die richtige Belichtungszeit nur anhand seiner Erfahrungswerte bestimmen. Bald jedoch wurden Hilfsmittel zur Lichtbestimmung entwickelt, deren Anwendung verhinderte, dass Fehlbelichtungen zu unnötigem Materialverbrauch führten. Auch wenn sich der Aufbau der Belichtungsmesser im Laufe der Zeit geändert hat, ist ihre Funktion doch die gleiche geblieben: einen Hilfswert für die Belichtung aufgrund des vorhandenen Lichts zu bestimmen.

 

Die Anfänge im 19. Jahrhundert – chemische Belichtungsmesser

Belichtungsmesser wurden schon im 19. Jahrhundert benutzt. Für die Messung beobachtete man die photochemische Veränderung eines mit einer lichtempfindlichen Substanz behandelten Papiers. Die Zeit der farblichen Veränderung des Materials bis zu einem Vergleichswert bestimmte die einzustellende Belichtungszeit. Die Geräte dafür ähnelten einer Taschenuhr und wurden Photometer genannt. Der Gebrauch war umständlich, denn sie mussten nach jeder Messung mit neuem Material bestückt werden. Bekannte Hersteller dieser Zeit waren die Franka-Camera-Werke Bayreuth, Dr. W. Schlichter GmbH, Adams & Co., Watkins und Wynne's. Die Geräte sind teilweise heute noch zu finden, jedoch nur noch für Sammler interessant.

 

Erste optische Belichtungsmesser zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten optischen Belichtungsmesser, auch Aktinometer genannt, angeboten. Die Funktion der Aktinometer beruhten auf der Fähigkeit des menschlichen Auges, Unterschiede der Helligkeit in heller oder dunkler Umgebung unterscheiden zu können. Das erforderte ein gut geschultes Auge des Fotografen, der sich an vergleichbare Aufnahmesituationen erinnern musste. Die optischen Belichtungsmesser gab es in verschiedener Form, beispielsweise als Werteskalen oder als Geräte mit einem Messfenster. Bekannte Aktinometer waren der Addiphot von H. C. Lange aus Elmshorn, die BEWI-Belichtungsmesser der Firma Bertram aus München, der Expositionsmesser der Busch AG, Rathenow, die Combimeter von FFW Berlin, der russische OPTEK-Belichtungsmesser und der Ica Diaphot (später Zeiss Ikon Diaphot). Ein spezielles Gerät war der Voigtländer Brillant-Belichtungsmesser, der eine Leuchtschicht als Vergleichslicht integriert hatte.

 

Photoelektrische Belichtungsmesser – echte Messwerte dank Selenzellen ab den 1930er-Jahren

Zu Beginn der 1930er-Jahre kamen die ersten Belichtungsgeräte auf den Markt, in die Selenzellen verbaut waren, die eine echte Lichtmessung ermöglichten. Licht wird beim Einfall auf die Selenzelle in Strom umgewandelt, der über ein Drehspulelement eine Anzeigenadel zum Ausschlag bringt. Der Messwert kann dann auf einer Skala abgelesen werden. Diese Geräte kamen ohne Batterie aus, jedoch ließ die Leistung der Selenzellen mit der Zeit nach, wodurch die Belichtungsmesser unbrauchbar wurden. Erstmalig jedoch wurde die Einheitsblendenskala eingeführt, die bis heute ihre Gültigkeit hat. Photoelektrische Belichtungsmesser wurden unter anderem von Zeiss, Gossen, Weston, General Electric, Bertram, AGFA und der AKG Akustische- und Kino-Geräte GmbH hergestellt. Zu den bekanntesten Geräten zählen der Lucimeter und der Lucimat von AGFA.

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