Als PRIVATER Verkäufer kein GEWÄHRLEISTUNGSAUSSCHLUß !!

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VORSICHT bei Gewährleistungsausschluß als privater Verkäufer !!!

Bei privaten Verkäufern liest man oft den Satz : ..." als privater Verkäufer schließe ich Garantie, Gewährleistung und Umtausch oder Rückgabe aus". So oder so ähnlich sollte man aber nicht formulieren. Das kann teuer werden....

Unterschied Gewährleistung und Garantie

Unter Gewährleistung versteht man die Sachmangel- und die Rechtsmangelhaftung für Verkäufer. Die gilt für private genauso wie für gewerbliche Verkäufer.  Die Garantie ist eine freiwillige Leistung, die meistens vom Hersteller erbracht wird. Die Garantie kann bei verschiedenen Produkten verschiedene Fristen haben. So gibt es z.B. für Autos eine Durchrostungsgarantie von 10 Jahren, bei technischen Gebrauchsgütern sind es 2 Jahre und bei manchen anderen Artikeln nur 1 Jahr. Die Garantie umfasst also meist die Beschaffenheit oder die Haltbarkeit eines Artikels. Die gesetzliche Gewährleistung ist in Deutschland allerdings auf 2 Jahre fest angelegt (Stand 01-06-2008). Auf alle Artikel. Die Garantie ist also eine zusätzliche Leistung zur gesetzlichen Gewährleistung und hat den Vorteil daß diese immer gilt, auch wenn der Mangel beim Kauf nicht bestand. Bei der Gewährleistung ist immer der Zustand bei Lieferung maßgebend. Das nur als sehr kurze Zusammenfassung zu den beiden Begriffen.

Was bedeutet das nun für einen PRIVATEN VERKÄUFER???

Der Käufer kann, egal bei welchem Kauf, immer verlangen daß:

1.) eine Nacherfüllung erfolgt (bis zu zwei Mal)

2.) oder wenn obiges gescheitert ist auch einen Rücktritt geltend machen

3.) evt. kann der Käufer dann auch eine Minderung des Kaufpreises verlangen (Verhandlungssache)

4.) ist eine Schuld des Verkäufers gegeben kann Schadensersatz oder Ersatz für Aufwendungen verlangt werden! (Dies kann gegeben sein wenn eine Ware anders beschrieben wurde, als sie tatsächlich ist oder andere offensichtliche Fehler)

Bis auf den Punkt 4 sind alle Ansprüche eines Käufers VERSCHULDENSUNABHÄNGIG!!!! Als Beispiel nenne ich einen Verkauf eines Videorekorders, den ein Verkäufer selbst gebraucht gekauft hatte und nicht getestet hatte. Wird der Videorekorder als funktionierend verkauft, muß er das auch sein. Tritt nach dem Kauf ein Defekt ein, der sich angedeutet hat, muß der Verkäufer dafür geradestehen, auch wenn er den Defekt vorher nicht kannte! Sicher ist dann immer der Nachweis ein Streitpunkt und vielleicht nicht immer zweifelsfrei zu klären.

Problem: Nach mehreren Verkäufen, 5 oder mehr, kann von Gerichten die Klausel "... als privater Verkäufer ... (s.o.)" sogar als geltende AGB betrachtet werden! Dann wird es schnell teuer, speziell bei hochwertigen Verkaufsgegenständen.

Fazit

Als privater Verkäufer sollte man die Waren die man verkaufen will so genau wie möglich beschreiben und bebildern, sowie die Waren auch zu testen, ob sie wirklich dem entsprechen was man im Angebot beschreibt! Der Gewährleistungsausschluss sollte bei mehreren hintereinander folgenden Verkäufen unterlassen werden. Bei vereinzelten Verkäufen scheint dies bislang unproblematisch (Stand 01-06-2008). Man kann aber die Gewährleistungspflicht als privater auf 1 Jahr verkürzen. Dabei immer bedenken, es geht bei den gesetzlichen Gewährleistungsansprüchen immer um den Zustand der Ware BEI LIEFERUNG.

Diese Angaben mache ich ohne Gewähr und sie sind keine rechtliche Beratung, sondern basieren lediglich auf persönlichen Erfahrungen und Informationen. Wenn Sie rechtlichen Rat brauchen, bitte wenden Sie sich an einen Anwalt, da der Sachverhalt wesentlich komplexer ist als hier dargestellt.

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