Allnet-Flat: Großer Leistungsvergleich der größten Anbieter

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Allnet-Flat: Großer Leistungsvergleich der größten Anbieter

Allnet-Flats erfreuen sich im Angebots-Mix der Mobilfunk-Provider einer stetig wachsenden Beliebtheit, weil sie die Kalkulation der monatlichen Kosten wesentlich vereinfachen. Allnet bedeutet dabei schlicht und einfach, dass ausgehende Telefonate in alle inländische Netze inbegriffen sind - inklusive dem Festnetz. Das Praktische bei Flatrates: Es erfolgt eine pauschale Abrechnung aller Leistungen, die vertraglich vereinbart worden sind, was in Bezug auf die Telefonie sehr praktisch ist.

Um einen tatsächlichen und effektiven Vergleich der Allnet-Flats großer Anbieter zu machen, sollten jedoch viele weitere Aspekte mit einfließen, da Smartphones nicht nur zum Telefonieren da sind, sondern deutlich mehr können: Neben dem Versenden und Empfangen von Kurznachrichten gehören natürlich auch das Surfen im Internet dazu sowie viele multimediale Anwendungen, die die mobilen Endgeräte fast schon zu Alleskönnern machen. Im nachfolgenden Ratgeber finden Sie Tipps und Hinweise, die Ihnen die Suche nach dem passenden Tarif erleichtern sollen - inklusive einiger grundlegender Informationen zu den Mobilfunk-Netzwerken und den Netzbetreibern.

Welche Mobilfunk-Netzwerke es in Deutschland gab

Ein historischer Rückblick ist sehr hilfreich, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen: Das allererste Funknetz ging im Jahr 1958 unter der Schirmherrschaft der Deutschen Bundespost in Betrieb - das sogenannte A-Netz. Gespräche wurden zu seiner Zeit noch via Amt von Hand vermittelt, was sich erst mit dem sogenannten B-Netz änderte, das im Jahr 1972 freigeschaltet wurde - es bestand die Möglichkeit, eine Verbindung von Festnetz zu Mobilfunknetz und umgekehrt eigenständig herzustellen. Gegenüber heute gab es allerdings noch viele Einschränkungen: So musste man zum Beispiel wissen, wo sich der Gesprächspartner aufhält, um diesen mit der entsprechenden Vorwahl anrufen zu können, die dann identisch war mit den Vorwahlen ins Festnetz. Die nächste Stufe kam mit dem C-Netz im Jahr 1984, das schon eher heutigen Mobilfunk-Netzen ähnelte und erstmals eine eigene Vorwahl bekam. Alle drei genannten Netze funktionierten analog - zuletzt wurde das C-Netz im Jahr 2000 abgeschaltet.

Vier Mobilfunknetze heute: Das digitale Zeitalter

Das digitale Zeitalter wurde eingeläutet mit dem D-Netz und dem E-Netz, die jeweils 1992 und 1994 an den Start gingen und bis heute die ältesten in Deutschland noch betriebenen Netze sind. Beide basieren auf dem sogenannten GSM-Standard (Global System for Mobile Communications), der im Laufe der Jahre mehrfach modifiziert wurde, um die Geschwindigkeit der Datenübertragung zu erhöhen, was bei der Wahl eines Handyvertrages nach wie vor eine Rolle spielt - vor allem für Kunden, deren hauptsächlicher Standort sich außerhalb von Ballungsgebieten in eher ländlichen Regionen befindet. Die nächsten beiden Ausbaustufen sind UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) sowie seit kurzer Zeit der jüngste Standard LTE (Long Term Evolution). Die genannten Netzwerke werden in Generationen unterteilt, wie in der nachfolgenden Liste veranschaulicht:

  • D-Netz - Generation 2 (2G)
  • E-Netz - Generation 2 (2G)
  • UMTS - Generation 3 (3G)
  • LTE - Generation 4 (4G).

Mehr Informationen zu den einzelnen Mobilfunknetzwerken mit den jeweiligen Entwicklungsstufen erhalten Sie in den nachfolgenden Abschnitten als Grundlage für die Auswahl geeigneter Allnet-Flats.

Die aktuellen Netzwerkbetreiber in Deutschland

Aktuell gibt es in Deutschland vier große Unternehmen, die jeweils ein eigenes Netzwerk betreiben, was auf die historische Entwicklung zurückzuführen ist:

Die Ursprünge der heutigen Konstellation liegen im Jahr 2000, als die Bundesnetzagentur für umgerechnet etwa 50 Milliarden Euro die Lizenzen für UMTS-Sendefrequenzen versteigerte. Die genannten Unternehmen sind dabei nicht nur Netzbetreiber, sie sind gleichzeitig die größten Anbieter, was Handytarife anbetrifft - von Prepaid-Verträgen bis hin zu den bereits erwähnten Allnet-Flats.

Gerade in den letzten Jahren etablierten sich viele weitere Mobilfunk-Provider auf dem Markt, die jedoch alle eines gemeinsam haben: Sie müssen sich bei den Netzwerkbetreibern mit Kontingenten versorgen, um diese letztendlich an Endkunden weiter veräußern zu können - für Verbraucher mit dem Vorteil eines größeren Wettbewerbs verbunden.

Erreichbarkeit der einzelnen Mobilfunk-Netzwerke

Ein Thema, über das viel geschrieben und berichtet wird - zu recht, da die Tarifauswahl in direktem Zusammenhang dazu steht. Die Netzwerkbetreiber bieten hier inzwischen gute Möglichkeiten, auch online herauszufinden, welches Netzwerk an Ihrem persönlichen Hauptstandort zur Verfügung steht - die Tools lassen sich in der Regel sehr leicht bedienen und geben direkt Auskunft anhand der eingegebenen Adresse, nahezu auf die Hausnummer genau.

Dabei begegnen Ihnen Begriffe und Akronyme, die einer zusätzlichen Erläuterung bedürfen: Was den bereits erwähnten GMS-Standard anbetrifft, ist dieser praktisch flächendeckend vorhanden und wird durch folgende Optionen ergänzt, die eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit ermöglichen:

GMS in Verbindung mit GPRS und EDGE: GPRS steht für General Packet Radio Service und EDGE für Enhanced Data Rates for GSM Evolution. Die Übertragungsraten können am Beispiel eines durchschnittlichen Video-Downloads (etwa 10 MB) gut verglichen werden:

  • GMS circa 1,5 Stunden
  • GMS mit GPRS circa 20 Minuten
  • GMS mit EDGE circa 5 Minuten.

Diese Zahlen dienen als Anhaltspunkte, nicht als endgültige Werte. Im nächsten Schritt ein Zahlenvergleich in Bezug auf UMTS mit und ohne HSPA (High Speed Packet Access) sowie LTE, ebenfalls am Beispiel des identischen Video-Downloads:

  • UMTS circa 3 Minuten
  • UMTS mit HSPA circa 10 Sekunden
  • UMTS mit HSPA circa 5 Sekunden
  • LTE circa 1 Sekunde
  • LTE Advanced circa eine halbe Sekunde.

Geht es um die flächendeckende Erreichbarkeit, haben laut verschiedener Berichte und Tests aktuell T-Mobile sowie Vodafone deutlich die Nase vorne, gefolgt von O2 und dann E-Plus. E-Plus wird dabei nachgesagt, dass es in ländlichen Gegenden zu Engpässen kommen kann, bei O2 kann es dagegen teilweise zu Funkproblemen in Ballungsgebieten kommen.

Allnet-Flats der größten Anbieter direkt vergleichen

Sind alle zuvor genannten Anhaltspunkte berücksichtigt, lassen sich die Allnet-Flats sehr gut direkt vergleichen, dabei sollten noch weitere Kriterien neben der Telefonie berücksichtigt werden:

  • Wie häufig tätigen Sie selbst Anrufe?
  • Wie groß ist Ihr Bedarf an Kurzmitteilungen (SMS)?
  • Wie intensiv möchten Sie surfen?
  • Vertrag mit oder ohne mobiles Endgerät?
  • Grundsätzlich gilt dabei: Eine Allnet-Flat lohnt sich hauptsächlich für Viel- oder Dauertelefonierer.

Allnet-Flats und die monatlichen Grundgebühren

Berücksichtigt werden hier nur echte Allnet-Flats, die unbegrenztes Telefonieren in alle Mobilfunk-Netze sowie in das Festnetz bieten. Bereits bei den Grundgebühren gibt es Unterschiede, wie ein aktueller Preisvergleiche zeigt:

  • E-Plus/Base ab circa 20 Euro
  • O2 ab circa 20 Euro
  • Vodafone ab circa 30 Euro
  • T-Mobile ab circa 35 Euro.

Hier sollten die zusätzlichen Leistungen mit betrachtet werden, was die Suche leider ein wenig verkompliziert: Welche Kosten fallen für SMS an und welche für das Surfen im Internet und wie gestaltet sich der persönliche Bedarf in diesem Zusammenhang? Gerade die Übertragungsgeschwindigkeit für Daten beim Surfen macht sich deutlich bemerkbar bei den Grundgebühren, nachfolgend Beispiele für zusätzliche Internet-Flatrates im jeweiligen Tarif, die Preisangaben pro Monat:

  • E-Plus/Base: All In Plus 2 GB bei 21,6 MBits pro Sekunde circa 40 Euro
  • O2: Blue All in XFlex: 50 GB bei 50 MBits pro Sekunde circa 55 Euro
  • Telekom Komfort XXL: 50 GB bei 100 MBits pro Sekunde circa 80 Euro
  • Vodafone Red Premium: 100 GB bei 100 MBits pro Sekunde circa 100 Euro.

Wie man sieht, kann es hier zu erheblichen Kosten pro Monat kommen, die unter Umständen gar nicht notwendig sind. Wem eine Allnet-Flat für das Telefonieren ohne weiteren Schnickschnack genügt, muss die Suche etwas ausweiten. Der Provider Tele2 etwa bietet derzeit einen Tarif, der für das erste Jahr aktuell 9,95 Euro kostet, ab dem zweiten Jahr bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten dann 14,95 Euro.

Allnet Flats, SMS und Internet

Wie bereits erwähnt, bestehen alle Tarife aus den Komponenten Telefonie, SMS und Internet. Die Berechnung der zusätzlichen Kosten für Kurzmitteilungen (SMS) ist noch recht einfach: Ist keine Flat inbegriffen, fallen diese pro Versand an - aus Ihrer eigenen Erfahrung werden Sie wissen, wie viele SMS Sie in der Regel versenden und können so abschätzen ob eine zusätzliche SMS-Flat Sinn macht. Beim Surfen verhält sich die Sache leider nicht ganz so einfach: Daten-Flats orientieren sich nicht nur am eigentlichen Volumen, sondern auch an der Übertragungsgeschwindigkeit - unabhängig vom jeweiligen Anbieter. Die große Schwierigkeit: Das jeweils aktuell erreichte Datenvolumen lässt sich so gut wie gar nicht einschätzen - Sie können höchsten auf die Erfahrungen der letzten Monate zurückgreifen und Ihre eigenen Schlüsse daraus ziehen. Wer es genauer wissen möchte, um bei einer Internet-Flat eine Reduzierung der Geschwindigkeit zu vermeiden, sollte sich einmal auf dem App-Markt für sein jeweiliges Betriebssystem nach einem Traffic-Monitor umschauen, der je nach Programmierung sehr hilfreich sein kann. Die gängigen Betriebssysteme sind iOS von Apple für iPhones, Android von Google sowie Windows Mobile von Microsoft.

Die Allnet-Flats der großen Anbieter mit Handy

Sehr oft spielt ein ganz bestimmtes Smartphone mit eine Rolle, wenn es darum geht, einen neuen Vertrag mit einem der Provider abzuschließen - zu den Topmodellen gehören aktuell Geräte wie das bereits erwähnte iPhone, das Samsung Galaxy, das HTC One oder auch das Lumia von Nokia, um vier Beispiele zu benennen. Tarife können bei dieser Vertragsvariante im ersten Schritt folgendermaßen verglichen werden:

Rechnen Sie den Preis für das Gesamtpaket aus, indem Sie 24 x den monatlicher Grundpreis aufaddieren mit der Einmalzahlung für die Hardware. Für das iPhone 5 etwa kommen Sie bei einem Vergleich auf eine Preisspanne von knapp unter 1.000 Euro bis hin zu fast 2.000 Euro für das Gesamtpaket - natürlich in Abhängigkeit der in den Abschnitten zuvor beschriebenen Leistungsmerkmale.

Wie man sieht, müssen bei einem Vergleich von Allnet-Flats viele Faktoren berücksichtigt werden - mit ein wenig Ausdauer findet allerdings jeder den besten Tarif für sich selbst.

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