Allgemeine Informationen zu Pocket Bikes

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Was sind eigentlich Pocket Bikes?

Auf Deutsch übersetzt kann man sich unter der Bezeichnung "Taschen (Motor)räder" sicherlich die Größe der ursprünglichen Pocket Bikes vorstellen. Noch vor wenigen Jahren konnte man diese kleinen Flitzer wirklich in Sporttaschen transportieren. Von ein paar Ausnahmen abgesehen, ist dies heutzutage nicht mehr so einfach. Die aktuellen Modelle werden mit 1,40 Metern Länge und einer Sitzhöhe von 60 Zentimetern der Bezeichnung Pocket Bike nicht mehr gerecht. Daher werden sie meist auch als Midi-Bike oder Super Pocket Bike bezeichnet. Auch wenn Puristen der Pocket Bike Szene auf die klassichen, zumeist spartanisch ausgestatteten Varianten schwö;ren, geht der Trend immer mehr in Richtung Komfort, Design, Ausstattung und nichtzuletzt Qualität. So ist es auch zu erklären, dass mittlerweile klassische, markterprobte 4Takt-Motoren mit bis zu 110 ccm verbaut werden. Selbst der Komfort eines Elektrostarters in Verbindung mit einer Batterie und kompletten Beleuchtungsanlage gehört nicht mehr auf die Liste mit unerfüllbaren Wünschen. Dass die Technik immer mehr von den großen Vorbildern übernommen wird, zeigt sich an Details wie z. B. hydraulischen Bremssystemen, Rennsport-Auspuffanlagen und robusten Antriebskomponenten. Am Design orientieren sich die Hersteller an namhaften Motorrad-Modellen, wobei insbesondere bei den Pocket Bike Choppern mit den ersten Chrom-Varianten erst der Anfang gemacht wurde. Wie bei den "großen" Vorbildern wird versucht fü;r jeden Geschmack das richtige Produkt anzubieten. Dies zeigt sich auch im Offroad-Bereich durch die wachsende Anzahl von sogenannten Dirt Bikes. Mit diesen Bikes ist man nicht mehr auf eine ebene Fahrbahn angewiesen, sondern kann nun auch mal einen Ausflug durch's Gelände machen und anschließend sein Vehikel wieder im PKW-Kofferraum verstauen. Versuchen Sie das mal mit einem "normalen" Cross-Motorrad!

Wie lange dieser Trend anhalten wird, kann derzeit keiner beantworten. Solange die Pocket Bike Besitzer ihre Lieblinge gut behandeln und andere Mitmenschen weder gefärden oder belästigen, wird ein Ende dieser Funsport-Nische in weiter Ferne liegen.

Was ist beim Umgang mit Pocket Bikes zu beachten?

Wir könnten jetzt lapidar sagen "Lesen Sie in Ihrer Betriebsanleitung die Sicherheitshinweise durch!". Leider werden diese "Beipackheftchen" überwiegend in der englischen Sprache ausgeliefert. Vor Freude über das neue Gefährt  überliest man die wichtigsten Regeln sehr schnell. Zu alledem werden die "netten", meist am Tank aufgeklebten Warnhinweise schnell entfernt, da sie ja die Optik des Bikes beeinträchtigen. Wir können Sie nur ermahnen, sich etwas Zeit zu nehmen und die Informationen zum sicheren Gebrauch zu studieren. Gute Lieferanten geben Ihnen auch vorab wichtige Informationen über Dinge, die bei Pocket Bikes für Mensch und Maschine (lebens)wichtig sind. Manch ein Leser wird uns nun sicherlich als "Spassbremsen" bezeichnen oder denken, die folgenden Hinweise sind überflüssig. Beides können wir getrost aus eigener Erfahrung verneinen. Auch wir wollen Spass an den kleinen Rennern haben und lediglich dazu beitragen, dass die frischen Pocket Bike Besitzer ebenso viel Spass haben und behalten! Wenn das frisch gekaufte Teil wegen Nichtbeachtung der technischen Hinweise nicht funktioniert oder nach kurzer Zeit den Geist aufgibt ist das an sich schon schlimm genug und mit Ärger und Kosten verbunden. Dies hat der eine oder andere schon unter dem Motto Erfahrung verbuchen müssen. Schlimmer jedoch ist, wenn die/der neue Besitzerin/Besitzer sich oder anderen Personen Schäden zufügt!

Sicherheitshinweise:

So einen kleinen Flitzer auch bei Geschwindigkeiten von mehr als 60 Stundenkilometern zu beherrschen (besonders in Kurven), ist mit viel Übung und Feingefühl verbunden. Passend dazu möchten wir alle nicht erfahrenen Pocket Bike-Interessierten darauf hinweisen, dass die von uns angebotenen Produkte keineswegs Spielzeuge sind! Wagemutige werden diese Warnung mit Sicherheit ignorieren, aber nach dem ersten Bodenkontakt vielleicht mehr Respekt vor diesen niedlichen, kleinen Gefährten haben. Leicht unterschätzt man die Power, die insbesondere bei Zweitakt-getriebenen Pocket Bikes recht spät, aber dann umso heftiger einsetzt kann. Natürlich soll man auch Spaß mit den "Mini-Boliden" haben, aber spätestens wenn man etwas zügiger unterwegs sein will oder muss (z.B. bei Wettrennen), sollte man entsprechende Schutzbekleidung und einen Helm tragen! Wie sagt doch so schön der Ansprechpartner bei unserem Lieferanten - man fällt zwar nicht tief, aber bei höheren Geschwindigkeiten rutscht man recht weit!

Hinweise zur Technik / erste Inbetriebnahme:

Bitte achten Sie auf alle, noch so klein gedruckten Texte, die mit der ersten Inbetriebnahme des Pocket Bikes in Verbindung stehen. Je nach Hersteller findet man wichtige Informationen erst am Ende der Betriebsanleitung. Modellabhängig gibt es unterschiedliche technische Schwerpunkte, die wir gar nicht alle aufführen können. Eine Überprüfung und ggfs. erforderliche Einstellung der Bremsen gehört zwar zum obligatorischen Check, wird aber meist versäumt. Ebenso sieht es mit dem richtigen Luftdruck aus. Auf Anhieb sieht man nicht immer ob zuviel oder zuwenig Luft in den Reifen steckt. Wenn nicht am Reifen oder in der Betriebsanleitung ersichtlich, benötigen die kleinen Pneus maximal 40 PSI (ca. 2,8 Bar). Hat man sich auch noch davon überzeugt, dass die wichtigsten Schrauben (Radbefestigungen, Lenker und wichtige Karosserieteile) fest sind und die Antriebskette relativ stramm sitzt, kann man sich den Betriebsstoffen widmen. Falls Ihr Modell einen wassergekühlten Motor besitzt, überprüfen Sie laut Betriebsanleitung den richtigen Füllstand. Sollte kein Kühlwasser im Kreislauf sein und sich auch nicht im Lieferumfang des Pocket Bikes befinden, so können Sie auch destilliertes Wasser mit einem kleinen Anteil Frostschutzmittel (wie beim PKW) mischen und diese Mischung einfüllen.

Bei 2Takt-Motoren sollte man tunlichst auf die Angabe des Mischungsverhältnisses für das Öl-Benzin Gemisch achten. Im Regelfall kann man bei einem Verhältnis von 1:25 (ein Teil synthetisches 2Takt Öl wird mit 25 Teilen Super-Benzin gemischt) nichts verkehrt machen. Ist der Öl-Anteil zu hoch, qualmt das Pocket Bike recht stark und die Leistung lässt zu wünschen übrig. Ist der Benzin-Anteil zu hoch, besteht die Gefahr, dass die Schmierung für den Kolben nicht ausreicht, was er irgendwann mit Protest ausdrückt indem er sich nicht mehr bewegt! Also, vorsichtshalber in der Betriebsanleitung nach Worten wie Mixing Ratio oder Volume Ratio suchen. Den meisten Pocket Bikes ist zu diesem Zweck eine kleine Plastikflasche beigefügt, die eine Skala für das richtige Mischungsverhältnis hat. Beim Hantieren mit Benzin sollte man recht vorsichtig sein und nicht in geschlossenen Räumen die richtige Mischung zusammenbrauen. Auch wenn es cool ist beim Basteln zu rauchen, sollte man sich das zu diesem Zeitpunkt verkneifen - die Folgen bei Nichtbeachtung enden meist nicht nur mit einer uncoolen Frisur!

Bei Pocket Bikes mit 4Takt Motoren entfällt das Mischen des Kraftstoffes. Entsprechend der Betriebsanleitung sollte man einen Kanister mit Super-Benzin (95 Oktan) oder Super Plus-Benzin (98 Oktan) bereithalten. Da 4Takt Motoren über eine separate Motorschmierung verfügen, sollte man vor der Inbetriebnahme des Motors den Ölstand kontrollieren. Hierzu befindet sich im Normalfall an einer Seite des Motors ein Messstab an dem man den Ölstand ablesen kann. Ist zu wenig Öl im Motor kann man im Regelfall gutes PKW-Motorenöl (z.B. SAE 5W40) nachfüllen.

Damit sind die wesentlichen Startvorbereitungen getroffen und man kann die kleinen Flitzer betanken. Je nach Modell kann man nun der Betriebsanleitung entnehmen, ob noch ein Benzinhahn zu öffnen ist damit der Kraftstoff zum Vergaser gelangt. Ebenso Modellabhängig ist das Vorhandensein eines Chokes (Kaltstarthilfe). Solange der Motor noch nicht seine Betriebstemperatur erreicht hat, muss dieser evtl. in eine bestimmte Position gebracht werden. Dies und auch die Einstellung der Vergaserklappe bei 2Takt Modellen sollten Sie der Betriebsanleitung entnehmen. Falls die Abbildungen (soweit vorhanden) in der Betriebsanleitung bei Ihrem Modell nicht zu finden sind, suchen Sie im Bereich des Vergasers nach einem kleinen Hebel. Zumeist ist der Vergaser entgegengesetzt zur Fahrtrichtung am Motor montiert, also dem Hinterrad zugewendet. Finden Sie dort einen kleinen Hebel, den man (ohne Gewalt anzuwenden!) bewegen kann, so schieben Sie ihn testweise in eine Richtung und versuchen den Startvorgang nach ein paar Versuchen mal mit dem Hebel in der anderen Position. Bevor Sie jetzt aber den Seilzug- oder Elektrostarter betätigen, stellen Sie sicher, dass der Motor auch wirklich Kraftstoff bekommt. Bei vielen 2Takt Modellen befindet sich eine Art Schauglas aus durchsichtigem, weichem Kunststoff unter dem Vergaser, welches mit Kraftstoff gefüllt sein sollte. Ist dies nicht der Fall drücken Sie ein paar Mal vorsichtig auf das Schauglas und "pumpen" solange, bis sich das Schauglas gefüllt hat. Nun sollte dem ersten Startversuch nichts mehr im Wege stehen. Vergewissern Sie sich bei einem Modell mit Zündschlüssel nun, ob dieser steckt und in Startposition ist. Falls an Ihrem Modell vorhanden, schauen Sie auch nach einem Sicherungshalter und überprüfen, ob sich darin auch eine Sicherung befindet. Wenn Sie nun soweit sind, starten Sie Ihr Pocket Bike modellabhängig mit dem Seilzugstarter oder dem Elektrostarter (Knopf am rechten Lenkergriff). Sollte sich beim Modell mit Elektrostarter nichts rühren, hat Ihr Bike entweder eine Sicherheitsfunktion (betätigen Sie während dem Starten den Bremshebel am linken Lenkergriff) oder die Batterie ist leer. Bevor Sie nun ewig nach der Ursache suchen, fragen Sie evtl. jemanden, der Ihnen helfen kann. Natürlich kann auch ein technischer Defekt an Ihrem Pocket Bike das Starten verhindern, aber erfahrungsgemäß liegt der Fehler in der Bedienung begründet.

Bei Modellen mit Seilzug- oder Kickstarter hat man weniger mit der Elektrik zu kämpfen (ausgenommen sei hier die elektronische Zündung). Manche 2Takt Modelle reagieren auf die Einstellung der Vergaserklappe recht sensibel. Hier kann man nur experimentieren um die optimalste Einstellung für den Start herauszufinden. Sobald die Motoren gestartet sind und eine Weile laufen (je nach Umgebungsbedingung, sprich Temperatur, 3-5 Minuten), kann man langsam den Hebel für die Vergaserklappe in die entgegengesetzte Richtung bewegen bzw. bei Modellen mit Choke den Choke-Knopf eindrücken. Nun sollten die Motoren ohne Aussetzer relativ "rund" laufen und auch auf den Gasgriff gut ansprechen. Bevor man nun die erste Probefahrt antritt, sollte man sich einfach schon mal mit dem Abschalten des Motors beschäftigen. Je nach Modell gibt es an einem der Lenkergriffe wie bei großen Motorrädern einen Not-Aus Taster. Dieser hat normalerweise eine rote Farbe und unterbricht bei Betätigung den Zündstrom. Bei Modellen mit Zündschlüssel stellt man den Motor ab, indem man den Schlüssel in die Off-Position dreht. Bevor man nach der ersten Fahrt lange sucht, wie denn der kleine Bolide wieder ruhig zu stellen ist, sollte man dies vorher einfach mal ausprobieren. Nachdem nun alle Voraussetzungen für die erste Testfahrt gegeben sind, nimmt man einfach bequem (Scherz) auf dem Pocket Bike Platz und dreht langsam am rechten Lenkergriff. Mit wenigen Ausnahmen haben Pocket Bikes Fliehkraftkupplungen, die erst ab einer gewissen Motordrehzahl das Hinterrad antreiben. Drehen Sie bitte behutsam am Gasgriff, bis Sie merken, dass Sie mit Ihrem Bike von der Stelle kommen. Solange Sie sich nicht für ein superschnelles 2Takt Pocket Bike entschieden haben, sollte die Kupplung recht sachte einsetzen. Bei den etwas heißeren Geräten setzt sich das Bike erst ab einer Motordrehzahl zwischen 4.000 bis 6.000 U/Min in Bewegung. Dies kann dann recht schnell gehen - also seien Sie bitte besonders vorsichtig, wenn Sie das Motor- bzw. Kupplungsverhalten noch nicht kennen!
Sollten Sie alle Schritte bis hierhin mit Erfolg durchgeführt haben, kann Sie bei humaner Fahrweise außer der eigenen Selbstüberschätzung nichts so schnell aus dem Sattel heben.

Zur rechtlichen Lage (also für die von uns vertriebenen Waren):

Die von uns vertriebenen Produkte sind für den öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen! Der Einsatzbereich beschränkt sich dementsprechend auf Wettbewerbe und Veranstaltungen auf privaten, nichtöffentlichen Geländen. Bikes to rent distanziert sich ausdrücklich von jeglichen Schäden, die auf eine unsachgemäße Benutzung der Produkte zurückführen. Die Benutzung der Produkte erfolgt auf eigene Verantwortung!

...und noch ein Hinweis in eigener Sache:

Es gibt nicht nur bei ebay schwarze Schafe! Denken Sie immer daran: wer billig kauft, kauft teuer!

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