Alles über den Quarz, seine Herkunft und seine Wirkung

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Quarze - Die häufigste Form der Edel- bzw. Halbedelsteine :

Eine Unterscheidung innerhalb der Quarz-Familie erfolgt nach dem kristallinen Aufbau und der Farbe. Die Varietäten, deren Kristalle mit bloßem Auge zu erkennen sind, heißen makrokristalline Quarze, jene mit mikroskopisch kleinen Kristallen mikrokristalline Quarze. Zur ersten Gruppe gehören Bergkristall, Citrin, Rosenquarz, Rauchquarz, Amethyst, Falkenauge und Tigerauge sowie Aventurin. Zur zweiten Gruppe zählen wir die Chalcedone mit Karneol, Chrysopras, Moosachat, Holzstein, Heliotrop, Jaspis sowie die Achate

Der Bergkristall

Weil die Griechen den Bergkristall für Gefrorenes hielten, nannten sie ihn kristallos, d. h. Eis. Während des ganzen Mittelalters hieß der Bergkristall einfach Kristall. Den Bergkristall haben seine schönen Kristallformen in ihrer Reinheit und Klarheit so beliebt gemacht. Seit Jahrtausenden wurden diese durchsichtigen, wasserhellen Quarze bewundert. In Sagen und Mythen der Bergbevölkerung wird von Palästen aus Bergkristallen und von glitzernden Kristallhöhlen erzählt, in denen Feen und Berggeister ihre Spiele treiben! Aus den ältesten Gräbern Agyptens barg man Bergkristalle, die zu Schmuck, Schalen und Schminktöpfchen verarbeitet sind. In Asien fertigte man aus Bergkristall magische Kugeln an, mit deren Hilfe man die Zukunft voraussehen wollte. Uralt ist auch in den Alpen das Gewerbe der Strahler. Strahler sind Kristallsucher, die die besondere Gabe haben, in den Felsen und Klüften der Hochalpen Bergkristallhöhlen und Drusen aufzuspüren. Im Gebiet zwischen Grimsel und Göschenertal fanden sie sogenannte Kristallkeller, in denen Unmengen von Bergkristallen in Ausmaßen bis über einen Meter Länge gewachsen waren. Noch heute gibt es die Zunft der Strahler in der Schweiz und in Osterreich.

Brasilien ist zur Zeit der Hauptlieferant dieser Steine. Die Fundstellen liegen im Staate Goyaz, in Minas Geraes und Bahia. Die Kristalle werden aus Verwitterungsschutt und Geröllen gewonnen oder aus den Drusen der Quarzadern herausgesprengt. Andere Vorkommen liegen in Madagaskar, in den Vereinigten Staaten, in Ungarn, in Japan, in Alaska und vielen anderen Ländern. Aus Bergkristallen, die im Rhein gefunden wurden und angeblich aus dem St. Gotthard stammen sollen, fertigte man früher die sogenannten Rheinkiesel. Die heutigen Steine dieses Namens sind nur farbenschillernde Imitationen aus Glas.

Der wasserklare Bergkristall besteht aus reiner kristallisierter Kieselsäure. Bergkristalle stehen meistens in Gruppen zusammen und sind auf dem Untergestein aufgewachsen. Die einzelnen Kristalle können Millimeter klein sein, aber auch Durchmesser von 5o Zentimetern und mehr erreichen. Die Durchschnittsgrößen sind etwa daumen- bis armdick. In der Schmuckverarbeitung werden die klaren Bergkristalle nur noch wenig verwendet. Interessanter sind die Steine, die gelbe oder braune Einschlüsse von Rutilnadeln enthalten. Haarfeine Rutileinlagerungen bezeichnet man als Venushaar. Auch Kristalle mit nadelartigen schwarzen Turmalineinschlüssen kommen vor. Als Cabochon geschliffen sind alle diese Steine mit Einschlüssen für Ringe und Anhänger beliebt.


Der Citrin

Die Zitronengelbe Farbe gab dem Citrin den Namen. Bis zum Ende des Mittelalters allerdings wurden mehrere gelbe Edelsteine so benannt. Erst nach und nach bezog man den Namen Citrin auf die gelbe Quarz-Varietät. Um einen höheren Wert beim Käufer vorzutäuschen, wurde er bei Juwelieren als Goldtopas bezeichnet.

Citrin ist in der Natur viel seltener als Bergkristall. Die im Handel angebotenen Citrine sind gewöhnlich durch Hitze künstlich umgefärbte Amethyste oder Rauchquarze. Brasilianische Amethyste minderer Qualität z. B. werden bei etwa 470-560 Grad C in citrinfarbene Quarze verwandelt, meist allerdings mit mehr bräunlichen als gelben Farbtönen und mit einem Stich ins Rötliche. Citrin galt im Mittelalter als Geburtsstein für das Sternbild der Zwillinge, gelber Citrin für das der Jungfrau und orangefarbener Citrin als Glückstein für Waage-Kinder.


Der Rosenquarz

Der rosafarbene Rosenquarz ist meist etwas trüb und oft rissig, gewöhnlich nur für Cabochonschliff geeignet. Der Name existiert seit etwa 1800. Hauptlieferanten sind Brasilien und Madagaskar. Vorkommen meist als Bestandteil von Pegmatiten. In der Wandvertäfelung der wettberühmten Wenzelskapelle im Veitsdom auf dem Prager Hradschin ist Rosenquarz neben Amethystquarz und Chrysopras reichlich vertreten.


Der Rauchquarz

Die rauchig-braunen Quarz-Varietäten heißen Rauchquarz (im Handel irreführend Rauchtopas genannt), sehr dunkle bis schwarze Abarten Morion. Nadelförmig eingelagerter goldgelber Rutil ist eine interessante Bereicherung dieses Edelsteins. Bei gesetzmäßiger Anordnung der Rutilnadeln entstehen im inneren des Rauchquarzes gebündelte Rutilsterne. Der Rauchquarz hat seine Tönungen im Gegensatz zu den meisten Mineralien nicht farbgebenden Substanzen zu verdanken, sondern natürlichen radioaktiven Strahlen. Zu dieser Erkenntnis ist man gekommen, da es gelungen ist, Bergkristalle künstlich durch Bestrahlung mit Radium zu Rauchquarzen umzuwandeln. Andererseits können Rauchquarze durch Erhitzen entfärbt werden.

Der Rauchquarz ist wie der Bergkristall ein Mineral der hydrothermalen sowie der pegmatitischen Phase. Die Vorkommen liegen ebenfalls in Brasilien, in den Alpen, auf Madagaskar und Ceylon, in Spanien und vielen anderen Ländern. Im Berner Heimat-Museum kann man Riesenkristalle bis zu 3o Kilogramm bewundern. Was sind sie jedoch im Verhältnis zu dem größten aller bisher gefundenen Rauchquarzkristalle, der im Museum von Belo Horizonte im Staate Minas Gertaes von Brasilien steht? Es ist ein Koloß von über 3 Tonnen Gewicht, mit einer Höhe von fast 2 Metern und einem Durchmesser, daß ihn kaum zwei Männer umfassen können. Seine Kristallform ist prächtig ausgebildet, doch seine Farbe zeigt ein trübes, schmutziges Braun. Als Schmuckstein ist der Rauchquarz wegen seiner warmen, unaufdringlichen Farbtöne beliebt. Er wird mit allen üblichen Schliffarten versehen und zu Anhängern, Ringen, Steinketten und kunstgewerblichen Gegenständen verarbeitet.






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