Alles über Reptilien in Sachbüchern und Ratgebern lesen

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Allgemeine Informationen zu Reptilien

Reptilien bilden mit über 9.000 Arten eine Klasse der Wirbeltiere. Oftmals werden sie auch als Kriechtiere („reptilis“: Latein für „kriechend“) bezeichnet. Charakteristisch für Reptilien ist der Schwanz, eine Hornschuppen-Haut, die regelmäßig gehäutet wird, und vier Beine. Die Beine sind bei Schlangen und einigen Echsen allerdings zurückgebildet. Außerdem sind Reptilien Lungenatmer.
Es gibt mehrere Fortpflanzungsformen in der Klasse der Reptilien. Zum einen gibt es die Eier legenden, also ovipare Reptilien. Hier werden befruchtete Eier abgelegt und der Embryo wächst im Ei heran, bis es letztendlich in einem bestimmten Entwicklungsstadium schlüpfen kann. Des Weiteren gibt es lebend gebärende Reptilien, vivipare Reptilien, wo der Embryo während der gesamten Entwicklung im Mutterleib bleibt. Eine weitere vorhandene Form sind die eierlebend gebärenden Reptilien, also ovovivipare Tiere. Hier werden die Eier nicht abgelegt, sondern vollständig im Mutterleib ausgebrütet und schlüpfen letztendlich auch dort bzw. sehr kurz nach der Eiablage. Reptilien weisen im Gegensatz zu den Amphibien auch kein Larvenstadium auf.
Alle Reptilien sind ektotherme Tiere, das heißt, die Körpertemperatur wird nicht über den Stoffwechsel gesteuert, sondern wird vollends durch die Umgebung gesteuert. Sie sind wechselwarm und weisen somit keine konstante Körpertemperatur auf. Die Tiere beeinflussen ihre Körpertemperatur durch ihr Verhalten, also zum Beispiel durch Sonnenbaden.
Das Wissen über die richtige Pflege und auch die Zucht von Reptilien ist sehr komplex und wird als Terraristik bezeichnet. Sollten Sie Interesse daran haben, solche Tiere zu halten, ist es sehr wichtig, sich gut in die Materie einzulesen und vorerst ein solides Grundwissen zu verschaffen. Es gibt eine große Zahl an Ratgebern und Sachbüchern, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Zudem finden Sie auf eBay zahlreiches Zubehör und Futter für die heimische Tierwelt.

Arten von Reptilien

Die Klasse der Reptilien wird in verschiedene Ordnungen unterteilt. Hierzu zählen die Schildkröten, Krokodile, Echsen und Schlangen. Die einzelnen Klassen werden noch mal in Arten unterteilt. Am häufigsten kommen die Echsen mit mehr als 4.800 Arten vor. Bei den Schlangen gibt es über 3.000 Arten und die Schildkröten sind mit etwa 280 Arten vertreten. Krokodile werden in etwa 23 Arten gegliedert. Diese Zahlen ändern sich allerdings ständig, da immer wieder neue Arten entdeckt werden.

Anschaffung von Reptilien

Bei der Anschaffung von Reptilien sollten Sie sich vorab unbedingt über die artgerechte Haltung dieser speziellen Tiere informieren. Sie müssen klären, ob Sie den nötigen Platz für eine artgerechte Haltung haben und ob Sie die Möglichkeit haben, die Tiere anständig zu füttern.

Schlange oder Schildkröte?

Schlangen zum Beispiel benötigen Lebendfutter. Wer es nicht übers Herz bringt, dieses zu reichen, sollte dann lieber eine Schildkröte wählen, da diese doch, was das Futter angeht, pflegeleichter ist. Schlangenliebhaber erhalten im „GU Tier-Ratgeber über Schlangen“ viele hilfreiche Tipps zu Anschaffung, Pflege und Haltung. Und wer dann doch lieber auf eine Wasserschildkröte ausweichen will, kann sich im „GU Tier-Ratgeber über Wasserschildkröten“ ausführlich informieren, wie eine Schildkröte glücklich und gesund bleibt. Beachten Sie auch, dass Sie später mit dem ausgewachsenen Tier zurechtkommen müssen, gerade auch auf die körperlichen Voraussetzungen bezogen.
Schlangen oder Krokodile können im ausgewachsenen Zustand doch ein echtes Problem werden, wenn man sie allein nicht mehr beherrschen kann.

Artenschutz von Reptilien

Außerdem sollten Sie wissen, dass es das sogenannte Washingtoner Artenschutzabkommen gibt, kurz CITES (für „Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora“, zu Deutsch „Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen“). Die meisten Reptilien sind durch dieses Abkommen artgeschützt.
Es gibt zwei Kategorien: CITES 1 und CITES 2. Tiere in Kategorie 1 sind vom Aussterben bedrohte Arten. Diese dürfen nur mit einer besonderen Genehmigung gehandelt werden. Der Kategorie 2 sind Tiere zugeordnet, die vom Aussterben bedroht sind, wenn der Handel mit ihnen nicht kontrolliert und reguliert werden würde.
Lassen Sie sich unter gar keinen Umständen dazu verleiten, Tiere zum Beispiel aus dem Urlaub mit nach Hause zu nehmen. Der Händler beteuert vielleicht, dass es keinerlei Probleme beim Transport geben wird, aber der Ärger, den man sich einhandeln kann, ist immens. Vor dem Kauf sollten Sie sich also darüber informieren, in welcher CITES-Kategorie Ihr Wunschtier geführt wird. Auch sollten Sie sich beim Kauf, egal ob Züchter oder Privatperson, die sogenannten CITES-Papieren geben lassen, wo im Wesentlichen die Herkunft der Tiere aufgeführt ist. In Deutschland sind alle CITES-Tiere außerdem anmeldepflichtig. Bei den meisten Tieren kann diese Anmeldung mit einem einfachen Brief an die für Ihre Region zuständige Behörde erfolgen. Beilegen sollten Sie Kopien von Kaufbeleg und CITES-Papieren.
Komplizierter kann es bei giftigen oder gefährlichen Tieren wie etwa Krokodilen werden. Da von diesen Tieren unter Umständen eine Gefahr für andere Menschen in Ihrer Umgebung ausgeht, muss die Haltung dieser Tiere meist genehmigt werden und geht manchmal mit bestimmten Haltungsauflagen oder sogar mehrfachen Kontrollen einher.

Haltergenehmigungen und Tierschutz für Reptilien

Falls Sie zur Miete wohnen, müssen Sie sich vor dem Kauf auch mit Ihrem Vermieter absprechen, ob die Haltung dieser Tiere in Ihrer Wohnung gestattet ist. Bei sehr exotischen Tieren ist eine Erkundigung beim zuständigen Ordnungsamt auch nicht verkehrt. Unter Umständen sind Haltergenehmigungen erforderlich. So schön Sie die Tiere auch finden, lassen Sie niemals den Tierschutz außer Acht. Die Tiere können sich bei Ihnen nur wohlfühlen, wenn Sie optimal versorgt werden. Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Kann man diesem Tier ein angemessenes zu Hause bieten? Wenn vielleicht nicht genug Platz für Ihr eigentliches Wunschtier vorhanden ist, sehen Sie sich nach etwas kleineren Tieren um. Hilfreich hierbei kann fachkundiges Personal in Tierhandlungen sein, aber auch bei eBay finden sich gute Ratgeber und Sachbücher mit wichtigen Informationen.
Wenn Sie sich letztendlich entschieden haben, haben Sie viele Möglichkeiten, die Tiere zu kaufen. Sollten Sie nicht unbedingt einen Züchter in Ihrer Nähe haben, können Sie auch das nächstgelegene Zoogeschäft aufsuchen oder zu Privatpersonen gehen, die Reptilien zum Verkauf anbieten. Eine andere schöne Möglichkeit ist das örtliche Tierheim: Hier können Sie helfen, herrenlosen Tieren ein neues schönes Zuhause zu geben.

Kosten für Anschaffung und Haltung von Reptilien

Reptilien können in der Anschaffung etwas teurer sein. Je nach Art und Herkunft kann es bis hoch in den vierstelligen Bereich gehen. Das nötige Zubehör für die Haltung gibt es in allen Preisklassen. Je nachdem, welches Tier Sie halten möchten, benötigen Sie unterschiedliches Equipment. Im Vordergrund der Anschaffung sollte stehen, das natürliche Umfeld der Tiere bestmöglich nachzubilden. Umso wohler fühlen sich die Tiere später. Für die Haltung benötigen Sie natürlich erst einmal ein passendes Terrarium. Achten Sie hierbei auch darauf, dass Jungtiere noch wachsen und kaufen Sie vorausschauend. Je nach Tier muss auch das Klima im Terrarium passend geregelt werden. Hier müssen unter Umständen Beleuchtungen, Heizungen oder Luftbefeuchter angeschafft werden, um das Klima des natürlichen Lebensraums nachbilden zu können. Auch der passende Bodengrund muss vorhanden sein. Informieren Sie sich hier in Ratgebern, die speziell auf die Bedürfnisse Ihres Tieres eingehen.
Durch passende Dekorationen und Pflanzen im Terrarium können Sie ein wunderschönes Zuhause für Ihr Tier schaffen. Das Buch „Terrarien – Gestaltung, Pflege, Bepflanzung“ vom bellavista Verlag bietet beispielsweise viele hilfreiche Tipps, wie Sie ein Terrarium optimal gestalten und einrichten können. Die Kosten für den Unterhalt an sich sind bei den meisten Reptilien recht gering. Der benötigte Strom für das Terrarium ist nicht sonderlich hoch. Das Futter kostet bei kleinen Tieren auch nicht besonders viel. Sollten Sie sich allerdings für zum Beispiel eine Schlange entscheiden, müssen Sie unter Umständen schon mit zwei Futterkaninchen pro Monat rechnen, die dann nicht mehr so billig sind wie andere kleine Futtertiere für andere Reptilien. Bedenken Sie bitte auch, dass jedes Tier einmal krank werden kann. Hier müssen Tierarzt und Medikamente bezahlt werden.

Haltung und Pflege

Wie schon erwähnt, leben Reptilien meist in Terrarien. Dieses muss natürlich in regelmäßigen Abständen gesäubert werden. Aber Reptilien brauchen im Gegensatz zu beispielsweise Hunden keinen Auslauf - sie bewegen sich allgemein nicht viel. Demnach lassen Sie die Reptilien am besten in Ruhe. Zwar wird es sie ab und an nicht stören, mit Menschen in Kontakt zu kommen, aber Reptilien sind nach wie vor keine Kuscheltiere. Für diese Tiere ist es eher ein reiner Stressakt, wenn sie durch die Gegend getragen werden. Sollten Sie sich ein Tier wünschen, das aktiv an Ihrem Leben teilnimmt, sollten Sie sich vielleicht doch lieber für einen Hund entscheiden.
Am Terrarium müssen täglich Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrolliert werden. Auch sollten Sie jeden Tag das Wasser tauschen und immer einmal kontrollieren, ob noch genug da ist. Die Fütterung des Tiers kann je nach Art ganz unterschiedlich ausfallen. Manche Reptilien brauchen täglich Futter, andere nur einmal in der Woche. Schlangen beispielsweise können auch bis zu zwei Monate ohne Futter auskommen. Beachten Sie auch bei Tieren, die Lebendfutter brauchen, dass Sie hier eine artgerechte Unterbringung der Futtertiere gewährleisten müssen. Auch wenn sie zum Verzehr benötigt werden, müssen diese Tiere vernünftig untergebracht und versorgt werden.

Reptilien und Kinder

Reptilien sind generell eher nicht für Kinder geeignet. Soll es ein Haustier für Ihr Kind werden, sind Sie mit einem Kaninchen oder Ähnlichem sicher besser beraten. Viele Reptilien, gerade die kleinen, sind doch recht empfindlich und viele von ihnen gehören einfach nicht in Kinderhände. Von den größeren Tieren kann auch durchaus eine Gefahr für Kinder ausgehen, wenn man nicht aufmerksam auf sie aufpasst. Aber dennoch sollte Haushalten, in denen Kindern wohnen, ein Terrarium nicht ganz und gar verwehrt bleiben. Setzen Sie vielleicht auf Tiere, von denen keine unmittelbare Gefahr ausgeht, wie vielleicht ein Gecko.
Des Weiteren sollten die Tiere nur unter Aufsicht von Erwachsenen aus dem Terrarium geholt werden. Der Umgang mit diesen Tieren in jungen Jahren fördert sicher auch das Verantwortungsbewusstsein anderen Lebewesen gegenüber und kann so vorteilhaft für die Entwicklung Ihrer Kinder sein. Außerdem wird so die Angst vor Reptilien früh abgelegt. Aber bedenken Sie und seien Sie sich immer über darüber im Klaren: Reptilien sind keine Kuscheltiere und benötigen ihre Ruhe. Vereinbaren Sie also klare Regeln mit Ihren Kindern, was den Umgang mit den Tieren angeht und gehen vor allem sicher, dass Ihre Kinder niemals ohne Ihr Beisein die Tiere aus dem Terrarium holen.

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