Alles nach Maß: ein Ratgeber für Messgeräte

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Alles nach Maß: ein Ratgeber für Messgeräte

Ob Handwerker, Heimwerker oder Hobby-Bastler, bevor etwas gebohrt, geschraubt oder geklebt wird, sollte zunächst einmal vermessen werden. Natürlich ist dabei die anzuwendende Messmethode abhängig von der Größe, die gemessen werden soll. Der Abstand zweier Objekte, der Durchmesser einer Schraube, der Winkel, in dem zwei Objekte aufeinandertreffen – jede Größe hat ihre eigene Messmethode, manchmal stehen sogar verschiedene Methoden zur Wahl. Damit Sie stets die richtige Wahl treffen und für all Ihre Projekte das richtige Messgerät zur Hand haben, finden Sie im Folgenden einen Überblick über die üblichsten Messgeräte verschiedener Anwendungsbereiche und ihre Funktionsspektren.

Messen von Längen und Abständen

Das Ermitteln von Abständen und Längen gehört zu den grundlegendsten Arbeiten eines Heimwerkers. Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig und überschreiten längst das klassische Metermaß.

Messen mit Zollstock und Co

Die für kurze Strecken nach wie vor schnellste Variante der Längenmessung ist der Zollstock, Gliedermaßstab oder Meterstab. Dieser ist üblicherweise zwei Meter, maximal drei Meter, lang und mit Zentimeter und Millimeter skaliert; in manchen Ausführungen auch mit Zoll. Einige Modelle besitzen außerdem Auftragungen, mit denen einfache Winkelmessungen durchgeführt werden können.
Eine oftmals etwas handlichere Methode, Entfernungen zu messen, ist das Maßband, eigentlich Rollbandmaß. Einfache Maßbänder bestehen meist aus mit Kunststoff beschichtetem Leinen und sind weniger genau. Sie werden üblicherweise manuell aufgerollt und vor allem für Schneiderarbeiten genutzt, wobei die zu messenden Abstände oft kurvige Formen besitzen, an die sich das Maßband gut anpasst. Rollbandmaße sind aus dünnem Stahlband, das mit Lack, Kunststoff oder Glasfasern beschichtet und kaum flexibel ist, wodurch eine bessere Genauigkeit erreicht wird. Zum Transport lassen sie sich in einem Gehäuse aufrollen. Bei geringen Abständen besitzen Rollbandmaße, ebenso wie der Meterstab, eine Genauigkeit im Millimeterbereich und sind in Ausführungen von drei und fünf Metern erhältlich. Für größere Abstände gibt es bei eBay auch Versionen von bis zu 100 Metern, welche eine Zentimeter-Genauigkeit aufweisen.

Weitere Messgeräte: der Messschieber

Sollen nur sehr geringe Abstände gemessen oder Durchmesser von beispielsweise Drähten bestimmt werden, sind die bisher genannten Messmethoden zu ungenau. Abhilfe schafft hier der Messschieber, auch Schieblehre genannt. Mit diesem können kleine Distanzen bis auf den Zehntelmillimeter genau abgelesen werden: Ein Messschieber besitzt zwei Paare von Messschenkeln, eines für die Innenmessung, für die Bestimmung von Abständen und eines für die Außenmessung, beispielsweise für die Messung von Drahtdicken. Abhängig von der jeweiligen Messung werden die Messschenkel soweit auseinander bzw. zueinander geschoben, bis man auf Widerstand stößt. Dann wird die Millimeterzahl abgelesen und anschließend die Nachkommastelle.
Allerdings will der Umgang mit einem Messschieber nicht nur gelernt, sondern auch geübt sein, sonst schleichen sich schnell Fehler beim Ablesen der Messergebnisse ein. Für ein fehlerfreies und schnelles Ablesen des Messwertes sind mittlerweile auch Messschieber mit Digitalanzeige bei eBay erhältlich. Dabei ist die Qualität eines Messschiebers nicht von der Art seiner Anzeige abhängig, sondern von seinem Material. Hochwertige Modelle sind aus rostfreiem Edelstahl gefertigt. Legen Sie weniger Wert auf die Qualität des Produktes, bieten sich Messschieber aus Kunststoff oder Messing an.

Ultraschall- und Laser-Entfernungsmesser

Dank moderner Technik gibt es auch bei der Entfernungsmessung neue Methoden, die auf Knopfdruck messen und dadurch deutlich bequemer sind als die klassischen Verfahren. Zu diesen neuen Methoden zählt vor allem die Messung mittels Ultraschall und mittels Laser. Ultraschall-Entfernungsmesser sind davon die günstigere Methode. Bei dem zugrunde liegenden Messprinzip wird von dem Messgerät ein Ultraschallimpuls gesendet, dieser wird von dem Objekt, dessen Entfernung bestimmt werden soll, reflektiert und wieder von dem Messgerät aufgefangen. Anhand der zeitlichen Differenz zwischen Absenden und Empfangen des Ultraschallimpulses wird der Abstand zwischen Sender und Objekt bestimmt und auf dem Display des Gerätes angezeigt. Allerdings ist dieses Messprinzip mit einigen Nachteilen behaftet, die zu Ungenauigkeiten bis in den Zentimeterbereich führen können. Zum einen ist es häufig nicht möglich, den Punkt, an welchem der Ultraschallimpuls auftrifft, genau anzuvisieren. Außerdem ist die Reflexion des Ultraschallimpulses abhängig von der Beschaffenheit der Oberfläche, so verschlucken manche Beläge die Schallwellen. Zum anderen bewegt sich Schall in trockener Luft langsamer fort als in feuchter Luft, sodass das Messergebnis abhängig von der Luftfeuchtigkeit ist.

Wenn es auf den Zehntelmillimeter genau sein muss

Etwas teurer aber dafür auch genauer sind Laser-Entfernungsmesser. Anstelle eines Ultraschallimpulses wird hier mittels eines Lasers ein Lichtimpuls gesendet. Auch dieser wird von dem Objekt, dessen Entfernung gemessen werden soll, reflektiert und vom Messgerät aufgefangen. Wie bei der Ultraschall-Entfernungsmessung wird dann basierend auf der zeitlichen Differenz zwischen Aussenden und Auftreffen des Lichtimpulses die Entfernung berechnet und das Ergebnis angezeigt. Dabei ist die Messung bei kleinen Distanzen bis auf den Zehntelmillimeter und bei größeren Distanzen bis auf den Millimeter genau. Hochwertige Geräte können die gemessenen Längen speichern und aufaddieren, sodass auch Flächen und Volumen gemessen werden können. Aber wie auch bei der Ultraschallmessung gibt es bei der Laser-Entfernungsmessung nachteilige Aspekte. So muss auch hier die Messung davon abhängig gemacht werden, ob und wie die Objektoberfläche den Laserstrahl reflektiert, was bei unebenen sowie dunklen, lichtabsorbierenden Oberflächen zum Problem wird. Auch wird die Messung durch starke Sonneneinstrahlung oder Beleuchtung beeinträchtigt, da der Sensor den Lichtimpuls dann nicht mehr richtig wahrnehmen kann.

Messen von Winkeln

Für das Abmessen oder Anzeichnen von Winkeln oder Neigungen stehen mehrere mögliche Methoden zur Wahl. Im einfachsten Fall – dem rechten Winkel - können Sie diesen mit einem schlichten Anschlagwinkel abmessen oder einzeichnen. Da aber häufig Winkel vom rechten Winkel abweichen, kommt man ausgerüstet mit einem Anschlagwinkel oft nicht weiter. Haben Sie einen Zollstock mit Winkeleinteilung zur Hand, lassen sich damit einfache Winkel einzeichnen. Wenn es etwas genauer sein soll, finden Universalwinkel und Winkelmesser ihren Einsatz. Universalwinkel bestehen je nach Bauart aus zwei beweglichen, aber feststellbaren Schenkeln oder zwei rechtwinklig angeordneten und unbeweglichen Schenkeln mit eingebautem Winkelmesser und sind üblicherweise für Winkel bis zu 90 Grad geeignet. Auch Winkelmesser sind in verschiedenen Ausführungen bei eBay erhältlich; so gibt es runde, halb-runde und klappbare Winkelmesser, wobei alle Versionen auch für Winkel genutzt werden können, die den rechten Winkel übersteigen. Klappbare Winkelmesser sind auch mit digitaler Anzeige erhältlich.

Messen mit Lot und Wasserwaage

Sollen keine Winkel oder Neigungen bestimmt, sondern die horizontale oder vertikale Ausrichtung erreicht bzw. überprüft werden, kommen das Schnurlot oder - mittlerweile häufiger – die Wasserwaage zum Einsatz. Das traditionelle Lot besteht aus einem Bleistück, das an eine Schnur gebunden ist, und wird dazu genutzt, die Lotrechte zu ermitteln. Als Maurerschnur mit zwei Gewichten dient das Lot außerdem dazu, eine gerade, horizontale Linie zu erreichen. Im Heimwerkerbereich wird zumeist die Wasserwaage genutzt. Deren Herzstück ist die Libelle, eine mit Flüssigkeit und einer Glasblase gefüllte Röhre aus Kunststoff oder Glas, die meist mit Markierungsstrichen versehen und in eine Fassung eingebracht ist. Wird die Fassung an das auszurichtende Objekt an- oder darauf gelegt, sollte die Gasblase genau in der Mitte der aufgebrachten Markierungen liegen, andernfalls muss das Objekt neu ausgerichtet werden.

Materialdetektoren, Wandscanner und Leitungssucher als Messgeräte

Möchten Sie Arbeiten an Wänden oder Decken vornehmen, ist es besonders wichtig, den Untergrund zu kennen. Denn hiervon hängen zum einen die zu verwendenden Arbeitsmaterialien und zum anderen - und viel wichtiger - Ihre Sicherheit ab, schließlich kann der Kontakt mit einer verdeckten Stromleitung ziemlich unerfreulich enden. Sind Ihnen die Bahnen der verlegten Stromleitungen bekannt und Sie interessieren sich nur für die verbauten Materialien, eignet sich für Sie ein Materialdetektor. Diese werden in verschiedenen Ausführungen angeboten: So gibt es einfache Metalldetektoren, die lediglich verstecktes Metall aufspüren. Andere Modelle unterscheiden zwischen verschiedenen Metallen, wie Kupfer und Eisen. Da es aber häufig auch sinnvoll ist zu wissen, ob auch Holz verbaut wurde, werden auch Materialdetektoren angeboten, die sowohl Metall als auch Holz aufspüren können. Wird das gesuchte Material erkannt, wird dies meist mittels einer digitalen Anzeige und eines akustischen Signals zum Ausdruck gebracht.

Wissen wo Stromleitungen verlegt sind

Ist Ihnen nicht bekannt, wie die Stromleitungen verlegt sind, Sie sich aber hauptsächlich für die Beschaffenheit der verbauten Materialien interessieren, bieten sich Wandscanner an. Diese erkennen üblicherweise ebenfalls Metall- und Holzträger und unterscheiden zwischen diesen und können zusätzlich spannungsführende Leitungen orten und Spannungen detektieren. Auch hier erfolgt die Signalausgabe zumeist optisch und akustisch. Ist Ihr vorrangiges Ziel, herauszufinden wie die Stromleitungen in Wand und Decke verlegt sind, erhalten Sie höchste Genauigkeit mit Kabel- und Leitungssuchern - häufig auch als Kabel- bzw. Leitungsfinder und Leitungsmessgeräte bezeichnet – mit einpoliger Suchfunktion, welche das Auffinden versteckt liegender Leitungen und Kabel ermöglicht. Mittels Geräten mit zweipoliger Suchfunktion können Sie gezielt zu einem bestimmten Anschluss gehörende Kabel und Leitungen finden und dadurch auch Sicherungen und Schutzschalter aufspüren.
Solche Geräte besitzen einen Sender und einen Empfänger. Der Sender wird auf den Anschluss moduliert und der Empfänger dient zum Aufspüren des entsprechenden Kabels. Für die ein- und zweipolige Suche können getrennt Geräte erstanden werden, aber auch Geräte, die beide Suchfunktionen besitzen. Häufig sind auch Spannungssucher integriert, die Spannungen detektieren und vor diesen warnen. Je nach Modell erfolgt die Signalausgabe optisch, akustisch oder aus einer Kombination aus beidem.

Messung elektrischer Ströme und Spannungen

Wagen Sie sich schließlich auch an elektrische Leitungen heran, sind Strommessgeräte – auch Amperemeter - und Spannungsmessgeräte – oft Voltmeter genannt - von Nutzen. Diese werden meist kombiniert als Multimeter angeboten. Zwar sind sowohl Multimeter als auch Ampere- und Voltmeter als analoge Geräte möglich, doch wird üblicherweise die digitale Ausführung bevorzugt. Die Geräte werden an zwei Punkte, zwischen denen die Spannung gemessen werden soll, mit der Leitung verbunden und so die Spannung ermittelt und in Volt angezeigt. Dabei kann sowohl Gleich- als auch Wechselspannung gemessen werden. Die Stromstärke wird ermittelt, indem der Spannungsabfall über einen eingebauten Widerstand gemessen wird, und dann in Ampere angezeigt.
Soll lediglich eine Spannung überprüft werden, bieten sich Spannungsprüfer an. Diese sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Die sicherste dieser Bauarten stellt der zweipolige Spannungsprüfer dar, welcher aus zwei Prüfelektroden besteht. Mit diesen werden zwei Leitungen kontaktiert und über die Anzeigeeinheit des Spannungsprüfers die Stärke der gemessenen Spannung, mittels eines Zeigers, LEDs oder eines digitalen Displays angezeigt. Auch sind einpolige Spannungsprüfer erhältlich, bei denen, falls Spannung gemessen wird, ein integriertes Lämpchen zu leuchten beginnt. Da für das Leuchten jedoch auch eine gewisse Spannung erforderlich ist und das Leuchten je nach Umgebungslicht nicht richtig wahrgenommen werden kann, sollten diese Spannungsprüfer nicht zum Feststellen von Spannungsfreiheit genutzt werden. Gleiches gilt für berührungslose Spannungsprüfer, da diese lediglich Wechselspannung und keine Gleichspannung erkennen.

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