Alles für die Installation der Antennen- und Sat-Anlage

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Alles für die Installation der Antennen- und Sat-Anlage

Satellitenfernsehen bietet dem Anwender viele Vorteile. Sie erhalten eine große Auswahl an nationalen und internationalen Programmen und Radiosendern. Gleichzeitig greifen Sie auf hochwertige HDTV-Sender zu, die Ihnen Fernsehempfang in bester Auflösung versprechen.
Das analoge Satellitenfernsehen wurde abgeschaltet, sodass Sie komplett auf den digitalen Empfang umrüsten müssen. Hauseigentümer und Mieter in ländlichen Gegenden sind seltener mit Kabelempfang versorgt. Für Sie kommt nur das Anbringen einer Satelliten-Schüssel oder DVB-T-Antenne infrage. Derartige Veränderungen an der Hausfassade müssen Sie als Mieter mit dem Hauseigentümer klären.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, was Sie zum Empfang des digitalen Satelliten-Fernsehens alles benötigen. Sie erhalten eine Übersicht über alle notwendigen Geräte und eine genaue Anleitung zur Ausrichtung der Parabol-Schüssel sowie zum Anschluss des Sat-Receivers.

Voraussetzungen für den digitalen Sat-Empfang – darauf müssen Sie achten

Folgende Komponenten sind für den Fernsehempfang über Satellit unverzichtbar:

Die Sat-Schüssel und der davor angebrachte LNB sind für den Empfang des Signals zuständig. Dabei spielt die Ausrichtung der Schüssel eine wichtige Rolle. Sie muss genau auf den Satelliten zeigen, um dessen Signal in guter Qualität aufzunehmen.
Die meisten Haushalte in Deutschland entscheiden sich für den Astra-1-Satelliten, bei dem Sie eine freie Sicht nach Süden benötigen. Hier hat sich eine Faustregel etabliert: Das nächste Hindernis in Empfangsrichtung darf nur etwa halb so hoch sein, wie es entfernt ist.

Satellitenschüsseln für Mietwohnungen nutzen

Hauseigentümer sind flexibel, was das anbringen des Parabolspiegels betrifft. Mieter müssen sich grundsätzlich eine Zustimmung einholen. Viele Nutzer greifen daher auf eine kleine Zimmerantenne für DVB-T oder eine kleine Sat-Schüssel zum Anbringen vor Fenster oder auf dem Balkon zurück.
Oftmals verweigern Vermieter das Anbringen einer zusätzlichen Sat-Schüssel an der Fassade. Einzige Möglichkeit ist das Aufstellen auf ein Stativ ohne Bohrungen. Auf dem Balkon platziert, sind die kleinen Schüsseln von außen kaum zu erkennen. Besonders schwierig verhält es sich bei Mietwohnungen, die bereits einen Kabelanschluss besitzen.

Die komplette Sat-Antenne besteht aus einem Parabolspiegel und dem LNB als Empfangseinheit. Es handelt sich hierbei um einen Low-Noise Block Converter, weswegen die Geräte oft auch als LNC bezeichnet werden. Der Spiegel nimmt die Signale des Satelliten auf, bündelt sie und reicht sie an den LNB weiter. Dieser ist direkt vor den Brennpunkt der Schüssel montiert. Von hier aus leitet der LNB die Signale über Antennenkabel an den Sat-Receiver weiter.
Sie haben die Wahl zwischen externen Geräten oder in den Fernseher integrierte TV-Tuner. Externe Geräte sind oft mit Zusatzfunktionen ausgestattet, wie beispielsweise einer internen Festplatte. TV-Tuner im Fernseher haben wiederum den Vorteil, dass keine weiteren Geräte im Wohnzimmer stehen und alles über eine Fernbedienung steuerbar bleibt.

Für den HD-Empfang gibt es besondere Sat-Receiver

Öffentlich-rechtliche und private Sender bieten Ihnen hochauflösende Programme im HDTV. Während ARD, ZDF und weitere Spartenkanäle frei verfügbar sind, verschlüsseln RTL, ProSieben und Sat.1 ihre HD-Kanäle. Dieses Verfahren ist auch unter der Abkürzung HD+ bekannt. Für den Empfang dieser Sender benötigen Sie einen speziellen Sat-Receiver, der das hochauflösende Signal unterstützt. Die Modelle arbeiten mit dem DVB-S2-Verfahren und einer Komprimierung im MPEG-4-Standard. Durch diese Komprimierung lassen sich hochauflösende Inhalte mit dem gleichen Platzangebot übertragen. Normale DVB-2-Receiver greifen auf das MPEG-2-Verfahren zurück und können keine hochauflösenden Programme weiterleiten.
Bei den privaten Sendern handelt es sich um einen Bezahldienst. Gegen monatliche oder jährliche Gebühren erhalten Sie die Nutzungsrechte der Sender. Dafür kommt nur ein von den privaten Anbietern zertifizierter Empfänger infrage mit einem Einschub für die Abo-Karte. Für das Entschlüsselungsmodul und die Abokarte benötigen Sie ein Common Interface, auch als CI oder CI+ bekannt.
Für den Bezahlsender Sky ist ein anderes Modul wichtig. Beim Kauf eines freien Receivers ist demnach immer die Kompatibilität mit diesen Modulen zu prüfen. Viele Sat-Receiver sind mit einem Slot für die CI-Karte oder die CI+-Karte ausgestattet.

Optimaler Empfang – so stellen Sie Ihre Sat-Schüssel richtig ein

Satellitenschüssel gibt es in unterschiedlichen Größen. Der Durchmesser hängt dabei vom gewünschten Satelliten ab. Viele Haushalte haben ihren Spiegel auf Astra 19,2° Ost ausgerichtet. Je nach vorherrschenden Bedingungen und Standort in Deutschland genügt bereits eine Schüssel mit 45 Zentimetern Durchmessern. Für andere Satelliten benötigen Sie grundsätzlich eine größere Schüssel.
Je größer die Schüssel, umso stabiler läuft der Empfang. Für den Astra-Satelliten empfehlen Experten einen Durchmesser von 60 Zentimetern. Somit haben Sie auch bei schlechtem Wetter oder Schneefall Reserven und profitieren von einem verlässlichen Fernsehbild. Der Durchmesser richtet sich auch nach der Anzahl der Sat-Empfänger im Haushalt. Werden vier oder mehr Receiver mit einer Sat-Schüssel angesteuert, sind 80 bis 90 Zentimeter vorausgesetzt. Nur mit einer guten Verarbeitung und entsprechender Qualität verlassen Sie sich auf die Langlebigkeit der Schüssel. Bei günstigen Produkten rosten die Schrauben und Halterungen schnell fest, sodass Sie die Anlage nur schwer nachjustieren können.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur korrekten Montage der Sat-Antenne

Die Sat-Schüssel ist senkrecht auf die Halterung zu montieren. Viele Modelle sind so gefertigt, dass hier keine Fehler entstehen und bereits der korrekte Neigungswinkel erreicht ist. Im Sat-Receiver selbst prüfen Sie die Empfangsqualität während des Ausrichtens. Die Anzeige erfolgt im Bildschirmmenü, sodass der Receiver beim Ausrichten an einem Fernseher angeschlossen sein muss.

Was bedeutet Azimut und Elevation?

Azimut und Elevation sind die zwei wichtigen Einstellwerte bei der Ausrichtung. Dabei ist der Azimut die horizontale Drehrichtung an der Aufhängung. Die Elevation beschreibt den Neigungswinkel der Satellitenschüssel. Je nach baulichen Begebenheiten lässt sich nicht immer ein Sat-Receiver und ein Fernseher in der Nähe der Sat-Schüssel aufstellen.
Ein Sat-Finder schafft Abhilfe und ermöglicht die genaue Ausrichtung der Schüssel. Viele Haushalte montieren ihre Sat-Anlage auf dem Dach und nutzen zum Ausrichten den Sat-Finder. Das Gerät selbst misst den Durchgang im Kabel und ist für wenige Euro gekauft. Sie hängen den Finder zwischen den Receiver und die Antenne. Über einen Zeigerausschlag oder LEDs gibt das kleine Gerät die Stärke des Signals wieder.
Manche Modelle sind mit einem Piepton ausgestattet, um nicht ständig auf die Anzeige schauen zu müssen. Sie erleichtern die Einstellung der Sat-Schüssel, sodass Sie keine speziell geschulten Handwerker benötigen. Auch Laien richten hiermit ihre Anlage perfekt aus.

Ratgeber: korrekter Anschluss und Einstellung des digitalen Sat-Receivers

Der LNB bestimmt die Anzahl der möglichen Sat-Receiver im Haushalt. Er befindet sich direkt am Ausleger der Antenne, sodass er im Brennpunkt der Sat-Schüssel sitzt. Die einfachste Variante stellt der Single-LNB dar. Er führt eine Antennenleitung in den Haushalt und versorgt den angeschlossenen Receiver. Bei einem zweiten Receiver an derselben Leitung wäre das Programmangebot sehr eingeschränkt. Die nächsthöhere Variante bietet der Doppel-LNB, auch Twin LNB genannt. Hier lassen sich zwei Receiver für den digitalen Sat-Empfang anschließen bei gleich guter Signalstärke. Greifen Sie auf einen Sat-Receiver mit Twin-Tuner und eingebauter Festplatte zurück, benötigen Sie ein Doppel-LNB. Beide Antennenkabel gehen dann zu einem Receiver und ermöglichen das Aufnehmen eines Programms, während man sich ein anderes anschaut.
Immer häufiger kommen Vierer- und Achter-LNBs zum Einsatz. Der Vorteil hierbei: Bis zu acht Receiver lassen sich ansteuern, behalten Ihre Signalqualität und zeigen ihr eigenes Programm an. Der einzige Nachteil bei dieser Variante ist, dass Sie zu jedem Receiver ein eigenes Antennenkabel legen müssen.
Auch ein Quad-LNB bedient bis zu acht Receiver. Benötigt wird dafür ein Multischalter mit einer eigenen Stromversorgung. Sie führen dabei das Antennenkabel zum Multischalter und von hier aus zu den jeweiligen digitalen Receivern. In vielen Wohnungen ist bereits eine Antennenleitung für den Kabelempfang verlegt.
Mithilfe eines Unicable-Systems ersparen Sie sich die schwierige Verkabelung der einzelnen Receiver zur Antenne und nutzen die vorhandenen Leitungen. Das System verfügt über einen Umsetzer, der entweder im LNB integriert ist und als externes Gerät dient. Sie schalten ihn zwischen das vorhandene Antennenkabel und den LNB. Auch hier lassen sich bis zu acht weitere Sat-Empfänger ansteuern, wenn der Receiver einkabel-tauglich ist.

Flache Kabel bieten Vorteile

Kleiner Tipp: Flache Kabel vermeiden große Bohrungen und Löcher in der Hauswand oder im Fensterrahmen. Die speziellen Kabel drücken sich beim Schließen des Fensters oder der Balkontür direkt in die Dichtung. Sie besitzen eine Länge von ca. 20 Zentimetern und dienen als Verlängerung. Schließen Sie einfach ein normales Antennenkabel an und verlegen Sie es bis zum gewählten Sat-Receiver. Beim Kauf spielt die Dicke der Kabel eine wichtige Rolle. Besonders dünne Kabel unter einem Millimeter erzeugen ein schlechtes Satellitenbild. Bewährt haben sich Kabel mit einer Dicke von drei Millimetern.

Verlassen Sie sich auf den automatischen Sendersuchlauf im Receiver

Die meisten modernen Receiver verfügen über einen automatischen Sendersuchlauf. Betätigen Sie diesen und der Empfänger kümmert sich selbst bei der Sendersuche. Um sich im Menü leicht zurechtzufinden, spielt die intuitive Menüführung eine wichtige Rolle. Nicht alle Receiver sind logisch und gut verständlich aufgebaut. Jeder Hersteller stattet den Empfänger mit anderen Funktionen und Zusätzen im Menü aus.
Fehlen Kanäle nach dem automatischen Suchlauf, lassen sich sie über die manuelle Kanaleingabe hinzufügen. Hierbei gibt es eine Code-Tabelle, hinter der sich die Frequenz des jeweiligen Programms verbirgt. Bei manchen Modellen ist die korrekte Frequenz des Senders einzugeben. Angelegt als Datenbank und sortiert nach Sendergruppen erhalten Sie eine genaue Übersicht.
Von Vorteil ist die persönliche Favoritenliste. Sie speichern sich Ihre Lieblingssender in einer separaten Liste und legen die Reihenfolge selbst fest. Die Receiver sollten hierfür mehrere Sender gleichzeitig auf eine Liste verschieben können. Das Arbeiten mit mehreren Listen eignet sich bei einem Familien-Haushalt. Jedes Mitglied legt seine eigene Favoritenliste an und bekomm per Tastendruck Zugriff auf die gewünschten Sender.

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