Alles für den Volleyballsport: Ratgeber für den Kauf von Bällen, Netzen, Bekleidung und Schuhen

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Alles für den Volleyballsport: Ratgeber für den Kauf von Bällen, Netzen, Bekleidung und Schuhen

Volleyball gehört zu den beständigsten und beliebtesten Mannschaftssportarten der Welt. Zwei Mannschaften, ein Ball, ein Netz und das unbändige Verlangen beim Gegner einen Punkt zu erzielen. Geschicklichkeit und Leistungsstärke spielen dabei in vielerlei Hinsicht eine entscheidende Rolle. Aber auch das richtige Equipment ist entscheidend, um ein Maximum an Spielspaß zu gewährleisten. Falsches Zubehör kann das Vergnügen da schon merklich bremsen.

Der folgende Ratgeber gibt daher eine Übersicht über den Sport und die wichtigsten Utensilien, welche Sie zur fehlerfreien Ausübung benötigen.

Volleyball – ein junger, aber bereits traditionsreicher Sport

Die Geschichte des Volleyball beginnt im späten 19. Jahrhundert mit dem Amerikaner William G. Morgan. Dieser war damals Sportlehrer beim YMCA und hatte es sich zur Aufgabe gemacht, einen speziellen Sport für ältere Vereinsmitglieder zu konzipieren. Gedacht war von ihm eine weniger raue und intensive Form des damals ebenfalls noch recht jungen Basketball-Sports, die er „Mintonette" nannte. Morgan entwickelte auch die ersten Regeln dieses jungen Sports, der ein wenig wie eine Kombination aus Tennis und Handball wirkte. Das erste von Morgan konzipierte Spielfeld war dabei 7,62 m x 15,24 m groß und besaß ein ca. 2 m hohes Netz. Allerdings gab es in dieser Variante noch keine Spielerbegrenzung und auch bei der Zahl der Ballkontakte gab es keine Vorgaben. Allerdings wurde damals, wie schon beim Tennis, ein zweiter Versuch bei einem Aufschlagfehler gestattet.

Morgan entwickelte das Spiel im Jahr 1895 und stellte es ein Jahr später der Öffentlichkeit vor. In diesem Zuge wurde der Name auch zu „Volleyball" geändert. Volley bezeichnet dabei eine Technik aus dem Ballsport, bei welchem der Ball kurz vor Erreichen des Bodens gespielt wird. Auch bei anderen Sportarten wie Tennis oder Fußball ist diese Technik bekannt. Nach der Jahrhundertwende verbreitete sich die neue Sportart langsam aber kontinuierlich und optimierte sich dabei kontinuierlich weiter. Zu den ersten Ländern zählten Kanada, Kuba und Japan. Bereits 1900 wurde die Netzhöhe auf 2,29m festgelegt und die Dauer eines Satzes auf 21 Punkte beschränkt. Im Jahr 1912 wurde die Spielfeldgröße angehoben und auch das Ballgewicht festgelegt. Auch wurde die Mannschaftsgröße erstmals auf sechs Personen festgelegt und das Rotationsprinzip vor jedem Aufschlag entwickelt.

Beachvolleyball kommt ins Spiel

Mit den amerikanischen Soldaten im Ersten Weltkrieg kommt der Sport auch unfreiwilligerweise nach Europa und verbreitet sich hier sehr schnell. In Deutschland sind die frühesten Spielversuche auf 1920 datiert. Weitere Spielregelverfeinerungen werden in den darauffolgenden Jahren kontinuierlich eingeführt. Es dauert bis zum Jahr 1947, ehe der internationale Volleyballverband (FIVB) gegründet wird, der deutsche Verband DVV folgt im Jahr 1955. Die ersten Weltmeisterschaften werden 1947 (Männer) und 1952 (Frauen) ausgetragen. Wenig später wird die Sportart vom IOC in die Liste der offiziellen Olympiasportarten aufgenommen, seine Premiere feierte Volleyball 1964 bei den Spielen in Rom. Kontinuierlich gewinnt der Sport von da an Professionalität hinzu. 1986 wird die beliebte Variante des Beachvolleyballs offiziell als Sport anerkannt, zehn Jahre später wird sie erstmals Teil der Olympischen Sommerspiele.

Die Spielregeln des Volleyballs

Das Grundprinzip beim Volleyball besteht darin, dass sich zwei Teams mit jeweils sechs Personen auf einem Spielfeld gegenüberstehen. Dieses wird durch ein Netz getrennt. Ziel ist es, den Ball mit allen Körperteilen auf den Boden des gegnerischen Spielfeldes zu bekommen. Die andere Mannschaft versucht das natürlich zu verhindern. Die Höhe des Netzes ist international festgelegt. Bei Männern beträgt sie 2,43 m, bei Frauen sind es 2,24 m. Die Spielfelder der Mannschaften sind jeweils 9 x 9 m. Das Spiel wird dabei über drei Gewinnsätze gespielt, welche jeweils bis 25 Punkte gehen. Ein entscheidender fünfter Satz wird bis 15 Punkte gespielt. Gewonnen wird immer mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung, eine Begrenzung der Punkte gibt es dabei nicht.

Der Ball wird über einen Aufschlagspieler ins Spiel gebracht, welcher den Ball von der hinteren Feldhälfte mittels Arm in das gegnerische Feld spielt. Jedes Team hat dabei drei Schläge, um den Ball wieder hinüber ins andere Feld zu spielen. Ein Spielzug dauert so lange, bis der Ball den Boden berührt, ins „Aus" geht oder die Mannschaften ihn jeweils mehr als dreimal spielt. Pro Ballwechsel ist damit ein Punkt möglich.

Die Spieler stehen auf speziellen Positionen, welche sie nach einem Rotationsprinzip nach jedem Punktgewinn ändern. Die Regeln verbieten das Übertreten der Mittellinie, Fehler bei der Rotation werden bestraft. Auch gibt es im Hallen-Volleyball eine spezielle, mittlere Libero-Position. Er darf nur auf den hinteren drei Positionen spielen und nicht aufschlagen, blockieren oder angreifen.

Der Ball ist genormt, die Auswahl entscheidend

Gespielt wird mit einem luftgefüllten Leder- bzw. Kunstlederball, welcher einen Umfang von 66 cm besitzt und rund 260 Gramm wiegt. Er besteht aus aufgepolstertem Leder mit einer luftgefüllten Gummiblase im Inneren. Das macht ihn wesentlich leichter, als bspw. einen Basket- oder Fußball. Der Innendruck muss dabei zwischen 0,300 und 0,325 kp/cm² betragen. Diese Angaben sind international genormt und müssen im Wettkampffall auch stets eingehalten werden. Es gibt auch Trainingsbälle, die leichter und schwerer sind, abhängig von dem Bereich, der trainiert werden soll. Allerdings bilden diese eher die Ausnahme.

Waren die Bälle früher jahrzehntelang ausschließlich weiß, sind seit den späten 1990er-Jahren auch verschiedene mehrfarbige Varianten erlaubt. Dennoch müssen international von den Verbänden vorgegebene Richtlinien eingehalten werden. Die Verbände sind es auch, welche die Marken für den jeweiligen nationalen Sektor festlegen. Wenngleich es auf dem Markt eine Vielzahl an Spielbällen gibt, unterscheiden diese sich nur in kleinen Details, sind sich aber im Grundprinzip gleich. Zu den bekanntesten Marken zählen:

  • Mikasa
  • Molten
  • Wilson
  • Erima
  • Best Sporting

Beachtenswertes beim Kauf von Volleyball-Netzen 

Das Netz ist als Trennung zwischen den beiden Spielfeldern unverzichtbar und ein Herzstück des Volleyballspiels. Es ist der hart umkämpfte Bereich an der Vorderseite, bei dem geblockt und verteidigt wird. Wichtig bei der Anschaffung des Netzes ist die Einhaltung der Normen. Natürlich muss das Netz der Breite des Spielfeldes entsprechen, es kann sogar darüber hinaus gehen. Wichtig ist die ordnungsgemäße und genormte Höhe beim Installieren des Netzes auf dem Feld.

Die häufig aus Polyäthylen bestehenden Netze werden mittels zwei oder drei Spannschnüren an die Pfosten des Feldes gespannt. Sollten keine Pfosten im Feld vorinstalliert sein, ist es auch möglich, mobile Netzvarianten zu erwerben, welche aber in der Anschaffung und Investition deutlich teurer ausfallen. Vergewissern Sie sich im Vorfeld darüber, dass die Stangen zum Anbringen des Netzes vorhanden sind und integrativer Bestandteil des Spielfeldes sind.

Atmungsaktiv und flexibel - die richtige Bekleidung für oben und unten

Ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Volleyballspiel ist die richtige Bekleidung beim Sport. Atmungsaktive Trikots sind von Vorteil, da diese einer übermäßigen Menge an Schweiß vorbeugen. Diese Trikots bestehen meist aus 100 % Baumwolle. Aber auch Polyester stellt eine gängige Variante dar. Hohe Elastizität und Funktionalität stehen bei der Oberbekleidung im Vordergrund. Eine Trainingsjacke ist ebenfalls nicht verkehrt, besonders bei Spielpausen. So soll das schnelle Auskühlen verhindert werden.

Bei den Hosen gibt es zwei Varianten. Die eng anliegenden radlerhosenartigen Volleyballhosen werden vor allem von Frauen gern getragen. Sie sind etwas kürzer geschnitten und bestechen durch große Bewegungsfreiheit. Die zweite Variante ist etwas weiter und lockerer geschnitten. Testen Sie hier vor dem Kauf vielleicht am besten die typischen Bewegungsabläufe, um festzustellen, ob die Hose den Ansprüchen genügt. Bei Volleyballhosen ist Polyester das bessere Material. Seine funktionellen Eigenschaften leiten die entstehende Nässe weiter und sorgen für trockene Oberschenkel. Baumwolle ist hierbei weniger gut geeignet, da sie die Nässe speichert. Außerdem sind Hosen aus Polyester besser an Bewegungsabläufe angepasst. Achten Sie auch auf die richtige Größe Ihrer Hose. „Eng" heißt in diesem Fall auch möglichst eng und knapp anliegend. Allerdings sollten Sie es dabei auch nicht übertreiben, damit die Blutzufuhr noch gewährleistet ist.

Die richtigen Schuhe sorgen für den entsprechenden Halt

Fast noch entscheidender für den sportlichen Erfolg beim Volleyball sind die richtigen Turnschuhe. Diese müssen auf die schnellen und flexiblen Bewegungen des Sportes angepasst sein. Schuhe müssen den Absprung genauso unterstützen und eine sanfte Landung garantieren. Durch das schnelle Beschleunigen und Abbremsen müssen die Schuhe jederzeit Halt garantieren. Am entscheidendsten ist es dabei, auf die Sohle des Schuhs zu achten. Der Schuh muss griffig und antriebsfest sein. Hier empfehlen sich Sohlen aus Gummi oder Naturkautschuck.

Gleichzeitig sollte das Dämpfungssystem möglichst flach sein. Hier empfehlen sich Elemente aus Gel oder Neopren. Eine leichte abgerundete Außensohle ist ebenfalls nicht verkehrt. Wählen Sie die Schuhgröße außerdem nicht zu knapp. Zwischen einer halben und einer ganzen Daumenbreite sollte noch Platz sein. Spezielle Sportsocken mit einem atmungsaktiven Stoff sollten ebenfalls in Erwägung gezogen werden. Sie verhindern neben der Schweißbildung auch Blasen oder Druckstellen. Flache Schnürsenkel stellen ebenfalls einen unschlagbaren Vorteil dar. Zu den bekanntesten Marken zählen Nike, Adidas, Asics oder Mitzuno. 

Vergessen Sie nicht die entsprechende Schutzkleidung

Nicht zu vergessen ist die passende Schutzkleidung. Gerade bei riskanten Sprüngen und Manövern kann es zu Verletzung an Gelenken kommen. Spezielle Knie- und Ellenbogenschützer kombinieren dabei flexible Bewegungsfreiheit mit optimalem Schutz. Die Polsterung sollte nicht zu weich sein, auch hier ist auf atmungsaktives Material zu achten. Die Schutzkleidung sollte außerdem nicht zu fest an Ihnen angebracht werden, gleichzeitig aber auch nicht zu locker sitzen. 

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