Alles für Kartsportler: Tipps zur Auswahl von Karts, Bekleidung, Schuhen und Zubehör

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Alles für Kartsportler: Tipps zur Auswahl von Karts, Bekleidung, Schuhen und Zubehör

Nicht jeder Freund von motorisierten PS-Boliden kann direkt auf den Nürburgring fahren und dort in einen großen Formel 1-Flitzer steigen. Es geht auch eine Spur kleiner. Go-Karts mögen vielleicht nicht so leistungsstark sein, wie ihre großen Geschwister, aber sie sind umso zugängiger und erfreuen sich großer Beliebtheit bei einer breiten Altersgruppe. Egal, ob Open Air oder in der großen Halle - Kartfahren macht Spaß und vermittelt einen perfekten ersten Eindruck dieser temporeichen Sportart. Kein Wunder, so gilt Kartfahren doch als idealer Einstieg für alle diejenigen, die sich später einmal professionell im Motorsport versuchen wollen.

Doch wie bei vielen Sportarten gibt es einiges zu beachten. Fast so wichtig wie ein gutes Fahrverhalten ist die richtige Ausrüstung. Also angeschnallt und aufgepasst, damit Ihr nächster Kartausflug auch zu einem vollen Erfolg wird.

PS-stark im Kleinformat - die Faszination Kartsport

Wie bei vielen Ideen in der Geschichte des Sports ist auch der Kartsport dem Erfindungsgeist eines Einzelnen geschuldet. In diesem Fall handelt es sich um Art Ingels, welcher im Jahr 1956 ein erstes Modell baute. Der US-amerikanische Ingenieur rüstete die Modelle damals noch mit einem simplen Rasenmähermotor aus. Relativ schnell fanden sich dann Nachahmer. Bereits ein paar Jahre später gab es erste professionell gefertigte Modelle. Im Jahr 1960 wurden dann auch erste professionelle Go-Kart-Rennen in Deutschland veranstaltet. Austragungsort war damals Wiesbaden, wo in diesem Zusammenhang auch der Wiesbadener Automobilclub Go-Kart-Club Deutschland gegründet wurde (GKCD).

Die Faszination des Sportes verbreitete sich in den darauf folgenden Jahren immer stärker. Die vielen unterschiedlichen Fahrweisen, verschiedene Kartbahnen und das spannende PS-Empfinden abseits des herkömmlichen Straßenverkehrs bedingten die gestiegene Popularität. Vereine und Trainingsmöglichkeiten entwickelten sich schnell und sorgten auf diese Weise für einen Ansturm auf den Bahnen. So hat selbst ein Michael Schumacher seine Karriere einst auf der Kartrennbahn begonnen.

Welche Komponenten gehören zum Kartsport dazu?

Kartfahren ist kein Sport, der über Nacht zum Erfolg führt. Sie benötigen stets die richtigen Ausrüstungsgegenstände. Sollten Sie nur Gelegenheitsfahrer sein, dann wird Ihnen das entsprechende Equipment dabei in der Regel von der jeweiligen Kartbahn zur Verfügung gestellt. Falls Sie planen, professioneller in den Sport einzusteigen, empfiehlt es sich, das Zubehör individuell nach eigenen Vorlieben zusammenzustellen. Dazu gehören:

  • Kart
  • Rennanzug
  • Gesichtsmaske
  • Motorradhelm

Das müssen Sie alles bei der Auswahl des Go-Karts wissen

Das Herzstück des Sportes ist dann natürlich das Gefährt an sich. Sicherheit ist das oberste Gut, wenn es um die Auswahl des Wagens geht. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie gedenken, Änderungen an selbigem vorzunehmen. Achten Sie bei der Auswahl dabei in erster Linie auf das optische Erscheinungsbild des Wagens. Ein tadelloser Zustand ist hier sehr wichtig, denn nur relativ neue Modelle bieten dabei auch die entsprechende Sicherheit. Erstes Augenmerk sollte dabei auf dem Rahmen liegen. Schleifspuren sollten sich in Grenzen halten, die Rohre sollten nicht kantig gefahren worden sein. Informieren Sie sich bei gebrauchten Modellen auch über den Vorbesitzer und lassen Sie sich gegebenenfalls Zertifikate und Nachweise geben.

Auch das Lenkspiel sollte möglichst gering ausfallen und die Lenkposition muss intakt ausfallen, das heißt, wenn das Lenkrad gerade steht, sollten auch die Räder gerade stehen. Auch die Bremse muss tadellos ausfallen, sich leicht kontrollieren lassen und die Hinterachse sollte beim Durchtreten des Bremspedals nicht mehr gedreht werden können. Die Vorderachse mitsamt den Vorderrädern sollte ebenfalls problemlos laufen, keinen so genannten "Schlag" besitzen. Der Motor lässt sich hingegen schwer im Vorfeld prüfen, ohne das Auge eines Experten drüber schauen zu lassen. Dies ist sicher der wichtigste Teil, den Sie beim Gebrauchtkauf beachten sollten. Ein Test vor dem Kauf ist also unverzichtbar. Prüfen Sie das Kart auf Herz und Nieren, schauen Sie, wie der Wagen in der Spur liegt, ob die Bremsen tadellos agieren und ob es generell unerfreuliche Nebenerscheinungen gibt.

Beachten Sie die Sicherheitstipps beim Kartsport

Verbreitet findet sich immer noch die Meinung, der Kartsport wäre sehr risikoreich. Doch bei entsprechenden Schutzmaßnahmen kann dem nur widersprochen werden. Helm, Rippenschutz und die vielfältig verteilten Reifenstapel an der Außenseite der Rennbahn sorgen für viel Komfort. Dadurch ist das Verletzungsrisiko deutlich geringer als bei vielen herkömmlichen Mannschaftssportarten. Sicherheitsrisiko kann maximal dann entstehen, wenn Streckenbetreiber und Kartbahnunternehmer nicht für entsprechende Vorkehrungen sorgen. Vergewissern Sie sich also stets über die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen.

Jünger als 8 Jahre sollten die Teilnehmer allerdings nicht sein. Doch bereits in dieser Altersgruppe gibt es organisierte Vereine und Wettbewerbe, an denen teilgenommen werden kann. Während es für Indoor-Kartrennen keine Extra Lizenz benötigt, ist diese für die Teilnahme an offiziellen Kartrennen dringend nötig. Die Lizenzen werden vom Deutscher Motor Sport Bund e.V., kurz DMSB, ausgestellt. Eingeteilt werden sie nach unterschiedlichen Kartklassen.

Immer im richtigen Outfit - nicht ohne Ihren Overall

Sobald es an die professionelle Ausübung von Kartsport geht, führt kein Weg an einem guten Overall vorbei. Funktionalität sollte hierbei über Form entscheiden. Dennoch sollten Sie darauf achten, dass ein guter Overall auch die passenden Tragefähigkeiten innehält. Wichtig ist eine hohe Abriebfestigkeit des Außengewebes, welche zusammen mit einem entsprechenden Unterbau bei Stürzen vor schlimmen Schürfwunden und ähnlichem schützt. Achten Sie darauf, dass der Anzug die entsprechende Dicke besitzt und dabei mindestens 2-lagig ist. Zusätzliche Polsterungen im Bereich von Schulter, Oberarm und Oberschenkel sind ebenfalls gut.

Einheitliche Aussagen darüber, welches Material nun das Beste sei, gibt es nicht. Dichtes synthetisches und dadurch reißfestes Material ist robuster während eine Variante aus Polyester und Baumwolle einen höheren Schmelzpunkt besitzt und damit feuerfester ist. Hier müssen Sie Ihren eigenen Favoriten finden. Guter Feuchtigkeitstransfer und Luftaustausch sind allerdings sehr wichtige Kriterien. Besonders mehrere Lagen bieten dabei eine gute Schweißaufnahme.

Letztendlich muss der Anzug aber auch gut sitzen. Achten Sie also auf entsprechende Bewegungsfreiheit und die richtige Länge. Er soll nicht im Schulterbereich spannen und generell empfiehlt es sich beim Probetragen ruhig einige Dehnübungen zu machen um zu schauen, dass Ärmel oder Hosenbeine nicht zu kurz sind. Informieren Sie sich auch im Vorfeld über die Reinigungsvorgaben. Ein schlecht gewaschener Overall kann an Isolationskraft und Schutzvermögen einbüßen.

Die Wahl der richtigen Schuhe

Große Vorgaben bei der Wahl der Schuhe gibt es im Kartsport nicht. Wichtig ist auch hier das gute Gefühl beim Tragen. Rennfahrer bevorzugen dabei sehr flache Schuhe, ähnlich den Boxer-Stiefeln. Spezielle Kartschuhe, die ungefähr knöchelhoch sind und eine sehr dünne Sohle besitzen, finden sich bei einigen ausgewählten Fachhändlern. Anfänger sind allerdings gut damit beraten, das Geld erst einmal zu sparen und zu Beginn noch mit klassischen Sportschuhen auf die große Fahrt zu gehen.
Der passende Helm muss fest sitzen

Wie bei allen Kleiderkomponenten lautet auch hier das oberste Kriterium: Der Helm muss passen. Seine Aufgabe ist ungemein wichtig, denn in brenzligen Situationen kann er im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten. Wenngleich es unterschiedliche Helmformen auf dem Markt gibt, ist es beim Kartfahren am sinnvollsten auf einen Vollhelm inklusive Visier zurückzugreifen. Offene Jet-Helme sind hier weniger geeignet. Der Helm sollte einen straffen Sitz vorweisen ohne dabei zu drücken. Auch wenn der Kinngurt geöffnet ist, darf der Helm beim Kopfschütteln nicht locker sitzen.

Es empfiehlt sich daher, zu versuchen, den Helm bei geschlossenem Kinnband über den Kopf zu ziehen. Dies dürfte dann nicht mehr gehen. Auch beim Drehen des Helmes sollte sich der Kopf mitbewegen, so dass er immer einen festen Sitz hat. Ruckartige Bewegungen eignen sich auch hervorragend zum Testen der Stabilität. Kaufen Sie im Zweifelsfall lieber eine Nummer kleiner ein. Insgesamt sollten Sie sich auf neuwertige Modelle fokussieren, da hier der Schutz garantiert ist. Vermeiden Sie gebrauchte Modelle, da diese bereits abgenutzt sein könnten.

Die richtige Sicht ist entscheidend - über Helmvisiere und Pflegetipps

Ebenfalls wichtig ist das entsprechende Visier Ihres Helmes. Zerkratzte Visiere sollten Sie vermeiden. Im Outdoor-Bereich kann es auf diese Weise zur Sichtbeeinflussung kommen, wenn Sie gegen die Sonne schauen. Fahren ohne Visier ist nicht dauerhaft zu empfehlen. Egal, ob in der Halle oder draußen - kleine Steine oder Reifenteile können jederzeit in Ihre Augen geraten und Sie so verletzten. Die richtige Sicht ist am Ende entscheidend, sie sollte Ihnen jederzeit volle Kontrolle über das Geschehen auf der Rennstrecke geben.

Achten Sie drauf, dass der Helm neben der guten Polsterung auch ausreichende Belüftung besitzt. So vermeiden Sie, dass das Visier bei der aktiven Fahrt beschlägt. Bewegungsmechanismen und Verschlüsse müssen funktionstüchtig sein, damit Sie sich auch im Notfall problemlos öffnen lassen. Dies gilt vor allem bei der Anwendung mit Handschuhen. Informieren Sie sich beim Kauf ebenfalls darüber, welche chemischen Mittel sich mit dem Helm kombinieren lassen und welche nicht. Richtige Helmpflege ist unabdingbar, wenn es um die Haltbarkeit der schützenden Kopfbedeckung geht.

Informieren Sie sich im Vorfeld, welche Reinigungsmittel zum Helm kompatibel sind. Lagern Sie den Helm außerdem kühl und abseits großer und direkter Sonneneinstrahlung. Auch sollten Sie ihn freiliegend aufbewahren und nicht zwischen anderen Gegenständen eingequetscht. Dies kann ebenfalls zu Schäden führen.

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