Alles Wissenswerte zum Kauf von Reisemobil-Wohneinrichtungen

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Alles Wissenswerte zum Kauf von Reisemobil-Wohneinrichtungen

Unterwegs mit dem Reisemobil

Das Verreisen mit dem Reisemobil ist eine Urlaubsform, die sich längst etabliert hat. Vor allem die Freiheit und die unmittelbare Nähe zur Natur sind es, die Camper begeistern. Man fährt einen Campingplatz an und entscheidet selbst, wann die Reise weitergeht und welche Ziele und Regionen man neu entdecken möchte. Bei einem konventionellen Urlaub ist dies kaum möglich, da Hotelzimmer, Appartements oder Ferienbungalows vorab fest gebucht werden müssen. Campingplatz-Betreiber haben sich dazu auf die Ansprüche der unterschiedlichen Zielgruppen eingestellt: Es gibt Anlagen, die sich speziell an Familien mit Nachwuchs richten und Plätze, die für Individualisten gedacht sind, die sich lieber fernhalten vom großen Trubel. Auskünfte darüber, welcher Platz für wen geeignet ist, geben zum Beispiel umfangreiche Campingführer.

Dass ein Campingurlaub natürlich auch mit gewissen Einschränkungen verbunden ist, wissen erfahrene Camper längst. Vor allem sind es die engen Platzverhältnisse, die eine Herausforderung in Bezug auf die Wohneinrichtungen für das Reisemobil selbst sowie den vorhandenen Stauraum darstellen, der sich jedoch durch verschiedene An- und Aufbauten erweitern lässt. Dazu zählen DachboxenFahrradträger oder sogar Motorradträger, um nur drei Beispiele zu benennen.

Nachfolgend soll Ihnen das grundlegend Wissenswerte zum Kauf von Reisemobil-Wohneinrichtungen vermittelt werden, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, denn: Natürlich gibt es zahlreiche weitere Informationsquellen, wie einschlägige Internet-Foren, das Beratungsgespräch mit dem Fachhändler und vor allem den Austausch mit anderen Campern vor Ort.

Die Art des Reisemobils und Wohneinrichtungen

Die Art des Reisemobils oder Wohnmobils wird in verschiedene Kategorien unterteilt, an denen sich die Möglichkeiten beim Kauf von Wohneinrichtungen orientieren. Eine weitverbreitete Variante stellt sich im Kastenwagen dar, der sich als relativ einfach gehaltenes Modell etwa für Gelegenheitscamper präsentiert. Etwas mehr Komfort bieten die Alkoven: Diese verfügen über eine Schlafnische oberhalb des separaten Fahrerhauses, was gleichbedeutend mit mehr Platz ist. Die nächste Stufe bilden integrierte und teilintegrierte Reisemobile. Bei beiden Versionen sind Fahrerhaus und Wohnbereich miteinander verbunden; bei komplett integrierten Reisemobilen besteht der Aufbau jedoch aus einem Guss, mit dem Vorteil, dass alles komplett isoliert und das Reisemobil somit auch wintertauglich ist.

Nun stellt sich die Frage, ob man ein neues oder ein gebrauchtes Reisemobil erwerben möchte oder bereits eines besitzt: Bei einem Neuerwerb kann man bei der Einrichtung zumeist noch Wünsche äußern, leider oft verbunden mit einem Aufpreis. Bei einem gebrauchten Reisemobil kann man Wohneinrichtungen entweder ergänzen und anpassen oder komplett neu zusammenstellen. Die Möglichkeiten sind in beiden Fällen sehr vielfältig, jedoch auch immer mit der Preisfrage verbunden.

Ansprüche an die Wohneinrichtungen im Reisemobil

Es gibt sehr viele Aspekte, die bei beim Kauf von Wohneinrichtungen für das Reisemobil berücksichtigt werden müssen. Zunächst einmal stellt sich die Frage nach der Reisedauer, nach den Reisezielen und der bevorzugten Reisezeit, denn abhängig von dieser verschieben sich die Ansprüche doch erheblich.

Während Kurzurlauber vermutlich mit dem einen oder anderen Kompromiss leben können, sieht das bei einer längeren Reisedauer schnell anders aus. Der Kurzurlauber möchte möglichst direkt zum ausgewählten Ziel gelangen und wird die auf dem Campingplatz vorhandene Infrastruktur nutzen. Bei Campern und Globetrottern, die für einen längeren Zeitraum unterwegs sind, geht die Tendenz klar zu mehr Unabhängigkeit, da man häufiger auch „on the road” ist oder zum Beispiel gerne städtische Stellplätze nutzt, die jedoch keine Infrastruktur bieten. Das gilt für Kochmöglichkeiten ebenso wie für die Sanitäreinrichtungen und unter Umständen auch die notwendige Strom- Gas- und Wasserversorgung. Dazu später mehr.

Viel Stauraum auf engstem Raum

Die ergonomischen Anforderungen an Wohneinrichtungen im Reisemobil sind sehr anspruchsvoll: Es soll möglichst viel Staufläche auf engstem Raum geschaffen werden, um die Dinge des täglichen Reisebedarfs unterbringen zu können. Wichtig ist dies vor allem für Familien mit Kindern, die deutlich mehr Reisegepäck mitnehmen müssen. Zudem muss berücksichtigt werden, dass durch die vorhandenen Stauflächen eine optimale Gewichtsverteilung möglich ist, da sonst das Fahrverhalten negativ beeinflusst werden kann. Dabei bitte immer beachten, dass die maximale Zuladungsgrenze nicht überschritten wird. Informationen dazu finden Sie in den Fahrzeugpapieren. Wer auf Nummer sicher gehen möchte und die Möglichkeit hat, fährt mit allen Mitreisenden und dem gesamten Gepäck vor der Abreise auf eine Waage und ermittelt so den aktuellen Wert.

Neben dem zuvor genannten Punkt ist die Funktionalität der Inneneinrichtung wichtig: Möbel und Zubehör sollten auch ein Mindestmaß an Sicherheit während der Fahrt bieten. Das fängt bei Verriegelungsmöglichkeiten für Schränke und Schubladen an und setzt sich mit den Fächern und Einlegeböden im Inneren fort. Zudem sollten die Materialien resistent gegen Feuchtigkeit sein, insbesondere dann, wenn im Reisemobil Sanitäreinrichtungen und eine Kochgelegenheit vorhanden sind.

Bausätze und Fertigmöbel für die Wohneinrichtungen

Wer über das handwerkliche Geschick, umfangreiches Werkzeug, eine Garage oder Werkstatt und jede Menge Zeit verfügt, kann seine Wohneinrichtung für das Reisemobil selbst planen und realisieren. Hier steht der Wunsch nach Individualität sicher im Vordergrund. Zudem ist es ein tolles Erfolgserlebnis, wenn man nach Fertigstellung die erste Reise plant. Alternativ bieten fast alle Fahrzeughersteller sowie zahlreiche externe Lieferanten Bausätze und Fertigmöbel für den nachträglichen Anbau oder den kompletten Umbau der Wohneinrichtungen an.

Bei Bausätzen handelt es sich um Möbel, bei denen alle Bauteile vorgefertigt sind und Einzelteile wie Dübel, Scharniere und Schrauben mitgeliefert werden. In der Regel lassen sich diese Möbel sehr einfach zusammenbauen. Wichtig dabei ist, im Vorfeld die Passgenauigkeit für den vorgesehenen Platz und das vorhandene Fahrzeug zu prüfen, damit das Möbelstück sicher angebracht werden kann.

Fertigmöbel

Eine weitere Möglichkeit für den Aus- und Umbau bieten Fertigmöbel. Wie auch bei den Bausätzen muss man zunächst die Kompatibilität zwischen Hersteller und dem vorhandenen Reisemobil prüfen. Sollten Zweifel bestehen, kann ein Anruf beim jeweiligen Anbieter Abhilfe schaffen. Auf diesem Weg lassen sich komplette Wohneinrichtungen wie auch einzelne Module und Möbelzeilen austauschen und erneuern, um die Raumnutzung zu optimieren. Etwa könnten sich unter einer Sitzgruppe notwendige Wassertanks befinden, um Platz zu sparen. Eine moderne Küchenzeile bietet Fläche für Spüle, Kochfeld und Kühlschrank. Bei der zusätzlichen Unterbringung von Gasflaschen in der Küchenzeile muss eine Dreh- und Kippsicherheit sowie eine ausreichende Entlüftung gewährleistet sein.

Auf das maximale Gesamtgewicht achten

Ähnlich wie bei der Zuladung von Gepäck muss vor allem beim Umbau oder Ausbau der Wohneinrichtungen auf das maximale Gesamtgewicht geachtet werden, um böse Überraschungen und unnötigen Ärger zu vermeiden. Gepäck lässt sich leicht reduzieren, ein Umbau dagegen nicht. Die Differenz von Leergewicht und maximalem Gesamtgewicht sollte unbedingt als Planungshilfe einbezogen werden. Lassen es diese Differenz und die Platzverhältnisse zu, kann etwa über den nachträglichen Einbau einer Nasszelle nachgedacht werden, da diese – vor allem durch die notwendigen Frischwassertanks – sehr viel zusätzliches Gewicht mit sich bringt. Dazu wird der entsprechende Platz für die Abwasseranlage benötigt. Die Entleerung der Tanks hängt vom verwendeten System ab. Herstellerseitig eingebaute Wassertanks verfügen zumeist über eine Ablassvorrichtung im Außenbereich. Durch Öffnen der Vorrichtung wird das Wasser an geeigneten Entsorgungsstellen einfach abgelassen.

Gesetzliche Vorschriften

Wie bereits erwähnt, ist das maximale Gesamtgewicht gesetzlich geregelt. Während der Hauptreisezeiten kann es durchaus zu verstärkten Polizeikontrollen kommen. Zudem ist auch der Aufenthalt im Wohnbereich des Fahrzeugs während der Fahrt sehr streng reguliert: Ausgewiesene Sitzplätze im hinteren Bereich müssen – je nach Baujahr – über entsprechende Sicherheitsvorkehrungen wie Gurte verfügen. Für Kinder bis zu einem gewissen Alter und einer bestimmten Größe bedarf es zusätzlicher Maßnahmen. Detaillierte und zuverlässige Informationen erhält man zum Beispiel beim ADAC, dem zuständigen TÜV oder direkt bei der Polizei, die Ihnen sicherlich gerne weiterhilft.

Ersatz- und Ausbauteile für Wohneinrichtungen

Häufig genügt es auch, die Einrichtung durch Ersatzteile oder Ausbauteile zu modifizieren, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Nachfolgend einige Beispiele, um die Vielfalt an Möglichkeiten zu demonstrieren:

Mit Drehkonsolen lassen sich Fahrersitz und Beifahrersitz bequem Richtung Wohnraum ausrichten. Wer vorrangig in den wärmeren Süden reist, wird die Vorteile einer Klimaanlage sehr schnell schätzen. Auf Grund der Leistungsfähigkeit setzen sich Dachklimaanlagen mit Kompressor gegenüber der Variante mit Verdunstertechnik mehr und mehr durch. Kompressoranlagen können theoretisch auch im Innenraum des Reisemobils montiert werden. Ein Augenmerk sollte dabei auf die Energieversorgung gelegt werden. Einige Modelle lassen sich nur per Stromanschluss am Campingplatz betreiben. Eine Alternative stellen Dachluken mit Ventilator dar, um die Durchlüftung im Innenraum auch während der Fahrt zu verbessern.

Unterwegs zu jeder Jahreszeit - Heizanlagen

Für Wintercamper und bevorzugt in den Norden reisende Urlauber empfiehlt sich das Nachrüsten mit einer Heizanlage, sofern noch nicht vorhanden oder eine Modernisierung ansteht. Die Energieversorgung kann durch Benzin, Diesel, Gas oder durch Strom erfolgen. Benzin- und Dieselheizungen sollten generell unterflur montiert werden. Beim Einbau von Gas- und Stromheizungen im Innenbereich gilt es, einige wichtige Punkte zu berücksichtigen: Achten Sie darauf, dass am Standort eine ausreichende Belüftung gewährleistet ist und sich keine brennbaren Materialien in der Nähe befinden. Da das Gehäuse sehr heiß werden kann, sollten Plätze vermieden werden, an denen es zu versehentlichen Berührungen kommen kann.

Weiteres Sonderzubehör

Zusätzlich ergänzen lässt sich die Wohneinrichtung durch Sonderzubehör: Dazu zählen SAT-Anlagen, um Fernsehprogramme zu empfangen und/oder einen Zugang zum Internet zu ermöglichen. Solaranlagen unterstützen bei der Energieversorgung und sorgen so für mehr Unabhängigkeit. In Zusammenhang mit der Sicherheit können neben dem eigenen Verhalten verschiedene Alarmanlagen für ein ruhigeres Reisegefühl sorgen.

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