Alles Wissenswerte zum Kauf von Elektro- & Sat-Technik für Reisemobil- & Caravan

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Die richtige Batterie: Mehr Komfort für unterwegs

Wer viel mit Reisemobil oder Caravan bzw. Wohnwagen unterwegs ist, möchte auf einige Annehmlichkeiten nicht verzichten. Andere Dinge wiederum sind schlicht notwendig. Egal ob nun Licht, Musik, Kühlschrank, eine Elektroheizung oder eine SAT-Anlage: Alle Geräte wollen mit Strom versorgt werden.

Was die Versorgung generell anbetrifft, gibt es zwei Quellen: Zum einen ist das die normale Fahrzeugbatterie, wie sie in jedem PKW zu finden ist. Zum anderen werden Reisemobile und Caravans zusätzlich durch sogenannte Wohnraumbatterien mit Strom versorgt. Die Fahrzeugbatterie, auch als Starterbatterie bezeichnet, wird durch die Lichtmaschine während der Fahrt wieder neu aufgeladen. Die Wohnraumbatterie muss durch externe Quellen gespeist und geladen werden. Beide Systeme sind voneinander getrennt, um ein versehentliches Entladen der Starterbatterie zu vermeiden.

Auf vielen Camping-Plätzen sind direkt an den Stellplätzen Stromanschlüsse vorhanden. Manchmal sind auch Ladekabel mit einer entsprechenden Länge notwendig, um Wohnmobil oder Caravan an eine Stromquelle anzuschließen, die etwas weiter entfernt vom eigenen Stellplatz ist. Dabei sollte beachtet werden, dass die passenden Stecker und Kupplungen vorhanden sind, um einen Anschluss zu ermöglichen. Schwieriger wird dies, wenn man zum Beispiel städtische oder andere offiziell genehmigte Stellplätze anfährt, die nicht über die entsprechende Infrastruktur verfügen. Hier können zusätzliche Elektro-Anbauten Abhilfe schaffen, um eine autarke Stromversorgung zu gewährleisten.

Insgesamt ist die Stromversorgung ein wichtiges Dauerthema für Camper. Für die Einspeisung gelten verschiedene DIN-Normen und VDE-Bestimmungen.

Eine Frage der Leistung

Aktuell gibt es drei Varianten für Blei-Säure-Akkus: AGM-, Gel- und Nassbatterien. Da diese zyklisch be- und entladen werden, unterliegen sie Verschleißerscheinungen. Je mehr eine Batterie entladen wird, desto schneller gestaltet sich der Alterungsprozess, der auch als Verschlammung bezeichnet wird.

Welche Batterie die bessere ist, hängt von der Anzahl der Elektrogeräte ab, die verwendet werden. Gel-Akkus eignen sich bei erhöhtem Verbrauch und liefern eine sehr konstante Spannung auch bei einem niedrigen Ladezustand. Allerdings lässt die Leistungsfähigkeit nach, wenn die Außentemperatur sinkt, daher taugen Gel-Akkus nur bedingt für den ganzjährigen Einsatz. AGM-Akkus können mit einem geeigneten Ladegerät sehr schnell aufgeladen werden. Insgesamt auf dem Vormarsch sind Lithium-Akkus, wie sie in mobilen Geräten wie Laptop oder Handy verwendet werden.

Steht der Kauf einer neuen Batterie an oder möchte man eine Zweitbatterie installieren, ist es zunächst wichtig, den geplanten Energieverbrauch so genau wie möglich zu bilanzieren. Ähnlich wie im normalen Haushalt ist es dazu empfehlenswert, mögliche Einsparpotenziale zu prüfen. Der Umstieg auf LED-Technik etwa (Light Emitting Diode) kann zu einer spürbaren Entlastung beitragen. Die Berechnung des Stromverbrauchs erfolgt – vereinfacht gesagt – auf der Basis von Watt, um den Kapazitätsbedarf zu ermitteln. Diese Größe wird eigentlich bei jedem Elektrogerät mit angegeben. Man addiert die Wattzahlen der einzelnen Geräte und teilt diese durch die im Reisemobil oder Caravan gegebene Spannung (12V). Das Ergebnis wird in Ampere angegeben und um den Faktor Zeit erweitert, sprich, wie lange die jeweiligen Elektrogeräte verwendet werden. So erhält man die Angaben in Ampere Stunden (Ah). Nachfolgendes Beispiel dient dem besseren Verständnis:

Elektrogeräte 24 Watt / Spannung 12 = 2 Ampere. Laufzeit der Geräte: 3 Stunden x 2 Ampere = 6 Ampere Stunden

Die Kapazität auf den jeweiligen Batterien ist in Ampere Stunden (Ah) angegeben. Somit erhält man einen Wert, an dem man sich beim Kauf orientieren kann.

Welche Ladegeräte verwenden

Abhängig vom Baujahr sind Ladegeräte im Reisemobil oder Caravan häufig fest installiert. Dennoch bestehen Situationen, in denen ein Wechsel notwendig werden kann. Zum Beispiel, wenn mit Elektrogeräten aufgerüstet wird und sich der Stromverbrauch erhöht. Moderne Ladegeräte reduzieren die Ladedauer und bieten mehr Sicherheit. Zudem gibt es Ladegeräte, die sich speziell eignen für die Überwinterungszeit des Fahrzeugs. Diese bleiben während der längeren Standzeit dauerhaft an die Batterie angeschlossen. Dies ist wichtig für den Betrieb von Blei-Säure-Akkus, denn diese sollen nicht in einem entladenen Zustand gelagert werden, da sonst die Lebensdauer deutlich beeinträchtigt wird.

Insgesamt gesehen ist ein kluges Energie-Management für Camper praktisch unabdingbar, um eine solide und möglichst lange Stromversorgung für unterwegs zu gewährleisten.

Autark mit einer Solaranlage

Eine sehr gute Alternative zur autarken Gewinnung zusätzlicher Energie sind Solaranlagen. Diese gibt es als komplette Anlagen für die feste Installation auf dem Dach ebenso wie als mobile Solar-Ladegeräte. Natürlich müssen hier die Reisezeit, die bevorzugten Reiseziele und die entsprechenden Wetterverhältnisse mitberücksichtigt werden. Wenig Sonnenschein bedeutet weniger Sonnenenergie. Zudem macht es einen Unterschied, ob die Module flach liegend angebracht sind oder sich Richtung Energiequelle ausrichten lassen. Gute Solaranlagen sind mit einem Messgerät und einer Anzeige ausgestattet, über das die tatsächliche Ladeleistung umgerechnet und in Ampere Stunden angegeben wird.

Die maximale Leistung wird mit Watt-Peak angegeben und setzt absolut optimale Bedingungen voraus, die allerdings in der Realität so gut wie nie vorhanden sind. Bei der Kapazitätsberechnung für eine Solaranlage muss auf die vom Hersteller oder Anbieter angegebene Spannung geachtet werden, die immer über 12 Volt liegt.

Die Sat-Anlage für bewegte Bilder

Für sogenannte Dauercamper mit einem festen Stellplatz für den Caravan ist die Sat-Anlage schon fast obligatorisch, sofern man nicht auf lieb gewonnene Fernsehgewohnheiten verzichten möchte und sich der Standplatz nicht in einem DVB-T Empfangsbereich befindet. Ähnliches gilt natürlich für Camper, die es selten an nur einem Platz hält und die viel unterwegs sind. Zudem bieten Sat-Anlagen weitere Vorteile gegenüber DVB-T-Geräten: Sie sind fast überall einsetzbar und empfangen deutlich mehr Programme. Bei Sat-Anlagen gibt es ein umfangreiches Angebot an Modellen für die unterschiedlichsten Ansprüche:

Wer es besonders bequem mag und eben viel unterwegs ist, entscheidet sich sicher für eine vollautomatische Anlage, bei der die Empfangsschüssel auf dem Dach montiert wird. Diese richtet sich nach dem Einschalten automatisch am nächstverfügbaren Satelliten aus, über den mitgelieferten Receiver werden die Sender ebenso automatisch per Suchlauf synchronisiert. Der Vorgang dauert in der Regel nur wenige Minuten. Die luxuriöse Ausführung sind selbst nachführende Systeme, die sich auch während der Fahrt bei Bedarf immer wieder neu ausrichten. Mitfahrer können so nebenher fernsehen.

Eine weitere Frage betrifft die Entscheidung, ob ein digitales oder analoges System bevorzugt werden sollte. Wer auf eine manuelle Sat-Anlage setzt, liegt mit einem analogen System besser, da sich hier die Empfangsantenne bequemer ausrichten lässt und es nicht zu Bildverzögerungen kommt wie bei digitalen Systemen. Letztere eignen sich daher vor allem für vollautomatische Sat-Anlagen, bieten aber gleichzeitig ein besseres Empfangsbild.

Wenn man keinen zusätzlichen Aufwand für die Installation am Reisemobil oder Caravan betreiben möchte, stellen mobile Sat-Anlagen eine probate Alternative dar. Das komplette Set ist handlich in einem Koffer untergebracht und kann jederzeit auf- und abgebaut und bequem verstaut werden. Bei der Sat-Anlage wie auch bei einem für das Camping geeigneten Fernseher sollte man unbedingt auf die Verbrauchsangaben achten, um das Energiemanagement nicht komplett auf den Kopf zu stellen beziehungsweise entsprechend mit Batterien aufzurüsten.

Länger Licht mit der richtigen Beleuchtung

Beim Stromverbrauch ist es wichtig, möglichst alle Einsparmöglichkeiten zu beachten. Das Sparpotenzial bei der Auswahl der richtigen Leuchtmittel ist nicht zu unterschätzen. Der Fortschritt in der LED-Technik macht bereits vieles möglich. Neben dem geringeren Energieverbrauch spielen jedoch auch die Lichtverhältnisse eine wichtige Rolle. Dabei gibt es natürlich unterschiedliche Ansprüche: Während bei einem gemütlichen Glas Rotwein eine reduzierte Beleuchtung durchaus wünschenswert sein kann, ist das beim Lesen, Kochen oder Arbeiten wenig sinnvoll. Die Beleuchtungsstärke selbst wird in Lux angegeben. Lux-Empfehlungen betreffen Räumlichkeiten ebenso wie die Art der Betätigung, die unter künstlichen Licht durchgeführt werden soll. Für die Allgemeinbeleuchtung werden zum Beispiel 50 bis 300 Lux empfohlen. Bei Küchenarbeiten, bei der Körperpflege sowie beim Lesen oder Schreiben sind schon etwa 1.000 bis 2.000 Lux nötig, um optimale Voraussetzungen zu schaffen.

Neben dem niedrigeren Stromverbrauch bieten LED-Lampen zudem den Vorteil, dass sie sich durch die verschiedenen Bauarten sehr flexibel in Reisemobil und Caravan integrieren und vor allem kombinieren lassen – von einer indirekt dezenten Beleuchtung bis hin zur Leselampe mit Spot-Funktion.

Weitere Elektrogeräte und Zubehör

Ob man sich für weitere Elektrogeräte wie eine zusätzliche oder neue Heizung entscheidet, hängt ebenfalls von der Reisezeit ab: Beim Wintercamping ist der Bedarf deutlich größer, und es stellt sich die Frage, ob bei den Stromkosten auf den Stellplätzen nicht eine Gasheizung die bessere Alternative wäre. Ähnliche Überlegungen sollten berücksichtigt werden bei den verschiedenen Kühlschrankmodellen: Kompressor-Kühlschränke können ausschließlich mit Strom betrieben werden, deswegen erfreuen sich bei zahlreichen Campern Absorber-Kühlschränke großer Beliebtheit, da sie alternativ mit Strom, Gas oder Motorabwärme betrieben werden können. Wie so oft unterscheiden sich die Meinungen zu diesem Thema in einschlägigen Foren sehr stark und sind abhängig von persönlichen Erfahrungswerten. Ein weiteres Thema sind Klimaanlagen vor allem für Camper, die gerne Richtung Süden fahren und einer extremen Aufwärmung des Innenbereichs entgegen steuern möchten. Gängig sind Modelle, die auf dem Dach montiert werden. Eine Alternative bieten mobile Klimaanlagen, die nicht fest installiert werden müssen, sondern bei Bedarf außen am Fensterrahmen angebracht werden können.

Mit welcher Technik Sie Ihr Reisemobil und Ihren Caravan ausrüsten, hängt stark von Ihren persönlichen Vorlieben und Reisegewohnheiten ab. Lassen Sie sich von dem großen Angebot an technischer Ausrüstung bei eBay inspirieren, im die optimalen Bedingungen für Ihre Elektro- & Sat-Ausrüstung zu finden.

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