Algen - woher kommen Sie- wie bekomme ich diese weg?

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Viele Aquarianer bereiten Algen größere Probleme.
Woher kommen Sie und wie kann man Algen verhindern?
 
 
Man muss wissen, dass Algen dieselben Grundvoraussetzungen haben wie Wasserpflanzen.
Sie benötigen Licht, Nährstoffe und Co².
Wir sollten daher unser Aquarium so einrichten, dass diese drei Grundvoraussetzungen erst einmal erfüllt sind, damit unsere Wasserpflanzen wachsen können.
 
   
 
Kommen wir also zu den drei Punkten einmal zu sprechen.
 
Licht:
 
Das Aquarium sollte auf keinesfalls in der Sonne stehen.
Ein Schattenplatz wäre hier die bessere Wahl.
Wir sollten beim Kauf darauf achten, dass mindestens zwei Röhren das Aquarium ausleuchtet.
So ersparen wir uns im Aquarium Dunkelzonen, wo nur begrenzt Wasserpflanzen wachsen können.
Eine Zeitschaltuhr sollte die Beleuchtung auf 10-12 Stunden regeln.
Wenn Sonne ins Aquarium einfällt, sollten wir auch hier über eine Zeitschaltuhr die Beleuchtung ausschalten.
Hier gilt die 4-4-6 Regel bzw. 4-4-8.
 
4 Stunden an, 4 Stunden aus (wenn die Sonne ins Aquarium einfällt) 6 Stunden an.
So haben wir eine Beleuchtungsdauer von 10 Stunden.
 
Die Röhren sollten alle 12-18 Monate ausgetauscht werden, da die Lampen erheblich an Leistung verlieren.
Gerade wenn nur eine Röhre im Aquarium ist.
 
Nährstoffe:
 
Meiner Meinung nach sind Nährstoffe der Hauptgrund von Algen.
Die Natur geht sehr sparsam mit Nährstoffen um.
So herrscht oft in einem Aquarium die 50-100 Fache Konzentration als wie in der Natur.
 
Als erstes sollten wir daher mit Tropftest eine Wasseranalyse im Trinkwasser sowie im Aquarium durchführen.
Das Leitungswasser sollte auf Nitrat, Phosphat und KH getestet werden, das Aquarium zusätzlich noch auf PH.
 
Oft hat man sehr hohe Nitratwerte im Leitungswasser.
Der Nitratwert sollte so gering wie möglich sein.
Ein Richtwert kann man zwischen 10-15 mg pro Liter angeben eher sogar weniger.
 
INFO zu NITRAT
 
„Nitrat entsteht beim Stickstoffabbau unter aeroben (mit Sauerstoff) Bedingungen durch Nitrobacter Bakterien aus Nitrit und wird unter sauerstofflosen (anaeroben) Bedingungen zu Stickstoffgas (N2), Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) abgebaut. Nitrat selbst ist zwar im Gegensatz zu Nitrit ungiftig, hemmt jedoch das Fischwachstum (besonders bei Jungfischen) und auch viele Pflanzenarten werden im Wachstum durch hohe Nitratwerte eingeschränkt. Das Hauptproblem mit Nitrat ist dessen Algenfördernde Eigenschaft. Daher sollten Nitratwerte nie die empfohlenen Werte überschreiten.“ ( Quelle: JBL) “
 
   
 

Dasselbe gilt für Phosphat, nur das hier der Richtwert < 0,5mg ist.
 
INFO zu PHOSPHAT
 
„Phosphate wirken ebenso wie Nitrate (NO3) als starke Algendünger. Sie dienen zwar Pflanzen als Nährstoff, sind aber oft in so hoher Konzentration vorhanden, dass sie im Übermaß vorliegen und dann das Algenwachstum fördern. Praktisch jedes Fischfutter enthält Phosphat, welches für den Knochenbau der Fische auch notwendig ist. Viele Fischfutter enthalten jedoch zuviel Phosphat, weil sie unter Verwendung von Fischmehl hergestellt werden. Wichtig ist, die Futtermenge richtig zu wählen um Überfütterung und die daraus resultierende Phosphatbelastung zu vermeiden. Vorsicht bei Frostfutter! Die meisten Frostfutter sind regelrechte Phosphatbomben!!! Abgestorbene Pflanzenteile und Algen setzen die, während ihres Wachstums gebundene Phosphatmenge nach ihrem Tod wieder frei und sollten deshalb entfernt werden. Wasserpflanzendünger, Filtermaterialien und Wasserzusätze wie Torfextrakte dürfen auf keinen Fall Phosphat enthalten. Bitte prüfen Sie die von Ihnen verwendeten Produkte. Ein regelmäßiger Wasserwechsel ist sicherlich eine der besten Maßnahmen gegen hohe Phosphatwerte, wenn das Leitungswasser phosphatfrei ist. Bitte prüfen Sie Ihr Leitungswasser vor der Verwendung.“ (Quelle: JBL)
 
Zu dem KH Wert komme ich später!!!
 
Hier kommen wir auch schon gleich zum Thema Nährstoffreduzierung.
 
Oft ist die größte Ursache von Algen ein falscher oder unzureichender Wasserwechsel.
Wasser ist der Transporteur von Nährstoffen.
Durch einen guten Wasserwechsel mit Nährstoffarmen Wasser werden diese Schadstoffe aus dem Aquarium entfernt.
Deshalb sollte ein Wasserwechsel so oft erfolgen wie nur möglich.
Auch ist die Menge an Wasser sehr entscheidend.
Es reicht nicht aus bei einem Wasserwechsel nur 15-20 % aus einem Aquarium zu entfernen, wie es in vielen Sachbüchern empfohlen wird.
Auch müssen Sie bedenken, dass Sie evtl. schon mit vorbelastetem Leitungswasser Ihren Wasserwechsel durchführen.
Ich habe mir angewöhnt einmal die Woche 50-60 % des Wassers meiner Aquarien auszutauschen.
Ich möchte Ihnen ein Beispiel geben.
Ich fülle ein 100 Liter Aquarium mit Leitungswasser auf.
Das Leitungswasser das ich benutze hat laut meinem Wassertest und Wasseranalyse der Wasserwerke 8 mg Nitrat.
Demnach hat mein Aquarienwasser schon von vornhinein 8mg Nitrat.
Ich besetze das Aquarium mit Pflanzen und Fischen und warte 3 Wochen ab und teste erneut.
Jetzt habe ich schon 15mg Nitrat im Becken.
Wenn ich nun 30 Liter (30% von einem 100Liter Aquarium) mit meinem 8mg vorbelastetem Wasser wechsle, komme ich auf einem Nitratwert von ca. 13mg.
Sie sehen der Nitratwert hat sich schon um 5mg erhöht.
Rechnen wir aber weiter.
Das Aquarium bleibt weiterhin 3 Wochen stehen.
Ich messe nach dieser Zeit einen Nitratwert von 27mg.
Ich wechsle wieder 30 Liter (30% von einem 100 Liter Aquarium) und komme dann auf einen Nitratwert von 21mg.
Das ist wiederum 8mg mehr Nitrat als beim letzten Wasserwechsel.
Obwohl ich die vorgeschriebene Menge an Wasser austausche, muss ich oft feststellen, das die Wasserwerte, wie Nitrat trotzdem sich anhäufen.
Um auf einen Nitratwert von 15mg zu bleiben müsste ich 63 Liter austauschen.
Das wären bei einem 100 Liter Becken 2/3 des Wassers.
 
Sollte das Leitungswasser aber schon so hohe Nitrat - oder Phosphatwerte haben, sollte es vorher mit einem Ionenaustauscher oder einer Umkehr-Osmoseanlage entsalzt werden, um nicht über die Richtwerte zu kommen.
 
Nun zum Punkt CO² und PH
 
Wir müssen unsere Aquarienpflanzen mit CO²  versorgen, damit diese die Nährstoffe im Aquarium verbrauchen können. Weniger Nährstoffe – weniger Algen.
 
Ein guter eingefahrener Außenfilter und Mulm im Boden produzieren durch die darin lebenden Bakterien CO², so dass bei einem geringen KH Wert der PH Wert automatisch unter 7 fällt.
Ist der KH Wert zu hoch oder sind sehr viele Pflanzen im Aquarium benötigen Sie eine CO² Anlage.
 
INFO zu KH
 
Die Karbonathärte hält den pH-Wert des Wassers stabil und verhindert sowohl schnelle und drastische Anstiege als auch ein starkes Sinken des pH-Wertes (pH-Sturz).
Bei einer zu hohen Karbonathärte, ist der pH-Wert so sehr stabilisiert, dass er nur sehr schwer zu beeinflussen ist. Wenn bei zu hoher KH der pH-Wert gesenkt oder mit CO2 gearbeitet werden soll, ist sehr viel Säure bzw. CO2 nötig, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Beim Einsatz von CO2 kann dies gefährlich werden. Daher sollte die Karbonathärte zuvor gesenkt werden. Mit einer Osmose Anlage  können Sie entmineralisiertes Wasser herstellen. Wenn Sie dieses „Osmosewasser“ mit dem Leitungswasser vermischen, kann jeder gewünschte Härtegrad hergestellt werden. (Quelle: JBL)
 
Der Richtwert sollte hier bei 5-10 KH (je nach Fischbesatz) sein.
 
Ist der Wert zu tief, kann er mit bestimmten Salzen aufgehärtet werden (z.B. KH/PH + von Tetra ).
 
Der PH wird sich dann automatisch mit anpassen.
 
   

Ziel sollte es sein - die Bedingungen der Wasserpflanzen zu verbessern.
Diese Pflanzen benötigen nicht viel, aber dafür alles.
Fehlt nur ein Teil dieser Kette (z.B. CO²) - so wachsen diese Pflanzen nicht mehr und schaffen Platz für Algen.
Deshalb müssen die Nährstoffe immer konstant tief gehalten werden.
Dieses muss über Tropftest kontrolliert werden.
Auch benötigen alle Wasserpflanzen Dünger und Mineralstoffe, die in dem Leitungswasser nicht vorhanden sind.
Eisen z.B. gehört dazu.
Einen Eisendünger erhöht den Fe Spiegel im Wasser und sorgt z.B. für sattgrüne Pflanzenblätter.
 
Ich denke hiermit ist schon einigen geholfen.
Es nutzt nicht Algenmittel anzuwenden, wenn nicht die Ursachen beseitigt worden sind.
 
Holger Scheben
H-S-AQUARISTIKBERATUNG
 
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