Alfa Romeo 156 – das sollten Sie beim Gebrauchtwagenkauf beachten

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Alfa Romeo 156 – das sollten Sie beim Gebrauchtwagenkauf beachten

Was Sie über den Alfa Romeo 156 wissen sollten

Der 156 ist ein Mittelklasse-Modell des italienischen Automobilherstellers Alfa Romeo. Er wurde zwischen 1997 und 2007 produziert. In Ägypten finden Produktion und Vertrieb weiterhin statt. Den 156 gibt es in drei verschiedenen Karosserieversionen, als viertürige Stufenhecklimousine, fünftürigen Kombi und Crosswagon. Angeboten wird der 4,43 m lange Alfa mit zehn Benzinern von 120 bis 250 PS und neun Dieseln mit 105 bis 175 PS. Der 156 gilt als Schlüsselmodell von Alfa Romeo, da er eine Trendwende einleitete und den Hersteller aus den roten Zahlen führte, nachdem der Konzern nach der Übernahme durch Fiat 1986 mit seinen angebotenen Modellen stagnierte. Der 156 wurde zum Verkaufsschlager und machte 50 Prozent der gesamten Produktion aus. Das Design bildet einen Kompromiss aus Nostalgie und Moderne. Der mittlere Kühlergrill samt Alfa Romeo-Emblem wurde tief nach unten gezogen und erinnert stark an das Design aus den 1950er Jahren. Die in der Dachsäule angebrachten Griffe für die hinteren Türen versprühen dagegen Futurismus. Sie erwecken den Anschein, als handele es sich beim 156 um einen Zweitürer.

Die Produktion des 156 begann 1997, ein Jahr vor den offiziellen Plänen. Schwache Verkaufszahlen der Marke Alfa Romeo forderten einen raschen Handlungsbedarf, sodass sämtliche verfügbaren Kapazitäten und Ressourcen eingesetzt wurden, um mit der Fertigung des 156 zu beginnen. Das Modell löste damit seinen Vorgänger, den 155 ab. Zu Beginn der Auslieferungen war nur ein begrenztes Modellangebot verfügbar. Somit mussten Kunden längere Wartezeiten in Kauf nehmen, um bestimmte Ausstattungsvarianten und Motoren zu erhalten. Der von Kritikern anfänglich gelobte 156 erreichte starke Verkaufszahlen und belegte Platz 50 der meistverkauften Autos in Deutschland. Zudem gewann das Modell zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Preis für das „Auto des Jahres 1998". Der 156 trug damit wesentlich zum neuen Markenerfolg von Alfa Romeo bei. Im Jahr 2000 brachte Alfa Romeo eine Kombi-Version des 156 heraus, welche „Sportwagon" genannt wurde. Ein Jahr später folgte eine Sport-Version mit der Bezeichnung „GTA", angetrieben mit einem Sechszylindermotor. In den Folgejahren erfolgten immer wieder Facelifts mit Verbesserungen in Bereichen Sicherheit, Innenraum und Motoren. Zudem stellte Alfa Romeo 2004 einen 156 mit höher gelegte Karosserie und Allradantrieb vor. Dieser trug die Bezeichnung „Crosswagon" oder kurz „Q4". 2005 wurde der 156 durch den 159 abgelöst.

Der Alfa Romeo 156 als günstiger Gebrauchtwagen

Die Modelle von Alfa Romeo stehen für auffälliges Design, gepaart mit sportlichen Ambitionen. Unter dem schicken Blechkleid schlummern die Gene aus vergangenen Rennsporttagen. Der Automobilhersteller richtet sich an Kunden mit gehobenen Ansprüchen. All diese Tugenden finden sich auch im 156 wieder. Die Kraftentfaltung der Motoren und das sportlich ausgelegte Fahrwerk überzeugten schon bei seiner Einführung. Hinzu kommt eine reichhaltige Ausstattung, teils aus dem Oberklasse-Segment.

Aufgrund der hohen Produktionszahlen steht Ihnen auf dem Gebrauchtwagenmarkt eine Fülle an Modellen zur Verfügung. Deshalb ist sorgfältiges Auswählen ratsam. Bei eBay finden Sie garantiert Ihre Wunschkonfiguration. Als Ausstattungsvarianten stehen Ihnen drei zur Verfügung: Impression, Progression, Distinctive. Auch bei der Anzahl der Motoren hat der Hersteller nicht gespart. Jedes der zehn Benziner und neun Dieselaggregate hat genug Leistung, um den gut 1,5 Tonnen schweren 156 zu bewegen. Rußpartikelfilter bietet der Hersteller jedoch nicht an.

Die hastige Produktion im Anfangsjahr führte zu qualitativen Nachlässigkeiten, wodurch die ersten Modelle erhebliche Mängel aufwiesen. Daher lohnt sich ein gesonderter Blick auf einen Gebrauchten aus dem ersten Produktionsjahr. Nach Möglichkeit sollte aber ein Modell ab 1998 für den Kauf in Betracht gezogen werden, da Alfa Romeo auf die Mängel rasch reagierte und Abhilfe schaffte. Die Einstiegspreise auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind für den 156 günstig. Kostspielig wird der Italiener allerdings im Unterhalt und in der Reparatur. Ersatzeilpreise sind im oberen Bereich anzusiedeln und die Wartungsintervalle sind relativ kurz gehalten.

Stärken des Alfa Romeo 156 als Gebrauchtwagen

Über Alfa Romeo streiten sich bekanntermaßen die Geister. Eingefleischte Fans, auch Alfisti genannt, sehen in ihrem Auto eine „elegante Dame", die viel Aufmerksamkeit benötigt. Andere, meist neutrale Beobachter und Außenstehende würden die Autos eher als „zickige Diven" bezeichnen. Pannenstatistiken attestieren dem 156 jedoch ein überwiegend gutes Zeugnis. Vor allem junge Gebrauchtwagen liegen im TÜV-Report im oberen Durchschnitt. Probleme treten meist nur bei älteren, insbesondere bei Modellen vor 2003 auf. Diese gelten als unzuverlässig und reparaturanfällig in Verbindung mit Qualitätsschwächen. Zweifelsohne lügt eine Statistik nicht, allerdings sollten auch die Stärken des 156 hervorgehoben werden.

Wenn es um die Stärken eines Alfa geht, kommt man an der Erwähnung seines Designs nicht vorbei. Elegante, ausgefallene und dennoch stimmige Formen gehören zu den auffälligen Merkmalen. Trotz dieser optischen Ablenkung sollte man auch die inneren Werte nicht außer Acht lassen. Zu den Stärken des 156 ab 2003 gehört auch die solide Qualität. Die Modelle räumen mit den alten Vorurteilen auf und zeigen, dass man auch mit einem gebrauchten Alfa viel Freude haben kann. Gepflegte Gebrauchtwagen machen im Alter kaum Ärger und sind dazu enorm wertstabil. Es lohnt sich die Suche nach einem Modell mit wenig Laufleistung. Diese sind zwar im Vergleich etwas teurer in der Anschaffung, jedoch ist man mit ihnen auf der sicheren Seite. Klappergeräusche und Kratzen in den Gängen deuten auf eine rasante Fahrweise hin und sollten daher genau beobachtet werden. Das sportlich ausgelegte Fahrwerk gehört zu den Highlights des Romeos. In Verbindung mit einem durchzugsstarken Benziner oder Diesel wird der 156 zum Dauergast auf der linken Spur. Empfehlenswert sind die Motoren ab 1.8 Liter und 144 PS.

Die rostresistente Karosserie gehört ebenfalls zu den Stärken des 156. Hier hat Alfa im Vergleich zu den Vorgängern seine Hausaufgaben gemacht. Auch die Verarbeitung im Innenraum wurde deutlich verbessert. Zudem verfügt der 156 über eine reichhaltige Ausstattung. Eine längere Suche bei eBay ist daher lohnenswert. Besonders hochwertig ist die Luxus-Ausstattung mit Holzarmaturen und -lenkrad.

„Sport- und Crosswagon" gehören zu den technisch ausgereiften Modellen und interpretieren gleichzeitig die Rolle des meist biederen Kombis neu. Obwohl die Kombi-Versionen nicht zum Transportieren großer Lasten konzipiert wurden, finden sie bei vielen Käufern Anklang. Zudem sind bei ihnen die anfänglichen Kinderkrankheiten gänzlich nicht mehr vorhanden. Der „Crosswagon" mit seinem Allradantrieb und der 6,4 cm höher gelegten Karosserie bietet ein noch feineres Fahrwerk, wodurch das Fahrverhalten im Grenzbereich gutmütiger wird.

Einige Fakten über die Schwächen des Alfa Romeo 156

Es sind vor allem die Modelle bis 2003, bei denen man immer wieder mit Ausfallerscheinungen rechnen muss. Deshalb sollten Sie beim Kauf eines solchen Gebrauchtwagens genau hinschauen. Eine regelmäßige Wartung und der pflegliche Umgang reduzieren zwar das Risiko, dennoch ist es ratsam, besonders auf die Schwachstellen zu achten.

Zu ihnen zählen in erster Linie allgemeine Qualitätsmängel vor allem bei Modellen im ersten Baujahr. Wassereinbrüche an Türen und im Unterboden, ausgefallene Servolenkung, sowie Aussetzer des ABS-Systems zählen zu den Schwachpunkten. Speziell das ABS-System bereitet auch in den weiteren Produktionsjahren große Probleme. Verantwortlich dafür sind fehlerhafte Steuergeräte, aber auch Sensoren an den Rädern, welche nicht spritzwasserfest sind. Ein weiterer Schwachpunkt des 156 ist der Zahnriemen. Dieser reißt verhältnismäßig schnell und sorgt für kapitale Motorschäden. Eine regelmäßige Kontrolle der Spannung ist daher unumgänglich. Das Getriebe ist ein weiterer Brandherd. Undichtigkeiten sowie blockierende Schaltungen sind meist die Regel. Hinzu kommen kleinere, wenn auch ärgerliche Elektronikaussetzer. Bei Dieselaggregaten sorgt der defekte Turbolader oft für unplanmäßige Reparaturen. Außerdem ist im Alter hoher Ölverlust keine Seltenheit.

Ein weiterer Schwachpunkt des 156 ist sein Lack. Dieser blättert ebenfalls bei Modellen der ersten Baujahre gerne ab und muss nachlackiert werden. Ein wesentlicher Punkt ist zudem die mangelnde Sicherheit. Der 156 schnitt im Jahr 2000 veröffentlichen Crashtest schlecht ab. Grund dafür war die ungenügende Karosseriefestigkeit. Alfa Romeo versuchte das Problem mit zusätzlichen Airbags zu lösen, jedoch ohne Erfolg. Die Karosserie blieb weiterhin unberührt, sodass aufgrund dieser Tatsache der Verkauf deutlich zurückging. Zudem tragen die schnell verschleißenden Bremsen, mit ihrer teils ungleichmäßigen Wirkung nicht sonderlich mehr zur Sicherheit bei.

Wartung und Reparaturkosten sind hoch, auch Ersatzeilpreise sind horrend. Zudem verbraucht der 156 viel Sprit und auch die Unterhaltskosten sind hoch anzusiedeln. Einen zusätzlichen Kritikpunkt verdient der „Sportwagon". Dieser kann nicht als vollwertiger Kombi gesehen werden. Sein geringes Ladevolumen, sowie die geringe Zuladung fallen negativ auf, wodurch sich der „Sportwagon" für Kunden, die viel Wert auf Transport legen, nicht rechnet. Er ist vielmehr ein „Lifestyle-Kombi" als ein „Lastesel".

Worauf Sie beim Kauf eines Alfa 156 unbedingt achten sollten

Alfa-Fahrer wissen, worauf sie sich einlassen. Man weiß zwar nicht, was man am Ende bekommt, jedoch sollte man nicht alles dem Zufall überlassen und beim Kauf auf gewisse Punkte achten. Zunächst sollte festgehalten werden, dass bei regelmäßiger Pflege und Wartung der 156 ein grundsolides Auto ist. Trotzdem sollte vor allem das erste Baujahr umgangen werden. Günstige Einstiegspreise gehören zu den Stärken des Alfa und deshalb lohnt sich eine längere, intensivere Suche bei eBay, damit Sie Ihre Wunschausstattung finden. Eine genaue Begutachtung und Probefahrt vor dem Kauf sollten in Erwägung gezogen werden, um das Risiko eines Fehlkaufs zu minimieren. Besonders empfehlenswert sind die Facelift-Modelle ab 2003, sowie der „Sportwagon" und „Q4". Mit Ihnen haben Sie ein zuverlässiges, schickes Auto, ohne größere Mängel. Diese sind zwar in der Anschaffung teurer, jedoch ist das Geld gut angelegt. Aber auch mit älteren Modellen machen Sie nicht unbedingt etwas falsch, jedoch sollten Ihnen die Schwachstellen bekannt sein. Vor allem scheckheftgepflegte Fahrzeuge sind vorzuziehen. Ob Sie sich nun für die Limousine oder den Kombi entscheiden, ist letztendlich Geschmackssache. Beide Varianten versprechen große Fahrfreude und ein sportliches Auftreten. Zudem verfügt der 156 über einen hohen „Lifestyle-Faktor".

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