Alarmanlagen mit Funktechnik: Zuverlässiger Schutz für Haus und Grundstück

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Alarmanlagen mit Funktechnik: So schützen Sie Haus und Grundstück zuverlässig mit einer Alarmzentrale

Jedes Jahr im Sommer machen sich viele Hausbesitzer und auch Mieter dieselben Sorgen. Ist mein Hab und Gut sicher, während ich im Urlaub bin? Die Angst vor einem Einbruch und Diebstahl ist nicht unbegründet, gerade wenn Sie in einer Gegend wohnen, in der Einbrüche schon öfter vorgekommen sind. Zumeist kommen die Diebe nicht einmal in der Nacht, sondern am hellen Tag und räumen Haus oder Wohnung aus. Bemerkt werden Sie trotzdem nicht - fast immer gelingt der Einbruch, ohne jemanden zu alarmieren. Nachbarn schauen in ihrer eigenen Wohnung Fernsehen oder arbeiten sogar im Garten, ohne zu bemerken, dass in der Nachbarwohnung oder im Nachbarhaus etwas nicht stimmt. Im Urlaub nagt also die Ungewissheit an Ihnen? Schützen Sie sich durch die Installation einer Alarmanlage und fahren Sie dann beruhigt in den Urlaub.

Wir möchten Ihnen in diesem Ratgeber einen umfassenden Überblick zu Alarmanlagen und insbesondere Alarmanlagen mit Funktechnik geben. Wir erklären, wie Alarmanlagen funktionieren, wie mit einer Alarmanlage zuverlässig ein Heim geschützt werden kann, welche Arten von Alarmanlagen es gibt und wie Sie sicher eine Alarmanlage kaufen können.

Zur Geschichte der Alarmanlage

Angst vor Einbrechern ist kein Phänomen der Neuzeit. Schon im alten Rom gab es Bemühungen, das Haus vor Einbrechern zu schützen. Auf so manchem römischen Mosaikboden am Eingang eines Haus konnte man „Cave Canem“ - „hüte dich vor dem Hund“ lesen. Was beinahe zweitausend Jahre lang der Wachhund erledigen musste, kann heute zum Glück allerdings elektronisch geregelt werden. Es mag überraschen, aber die erste elektronische Gefahrenmeldeanlage wurde bereits im Jahr 1853 zum Patent angemeldet. Diese war aus heutiger Sicht natürlich noch primitiv und arbeitete schlicht mit einem parallel geschalteten Stromkreislauf. Jedoch wurde in New York damit schon in den späten 1870er Jahren die ganze Stadt mit einer zentralen Notrufanlage für Polizei und Feuerwehr verbunden. Für Privatleute war die Technik jedoch noch zu teuer und fast 100 Jahre lang, bis in die 1970er, wurde sie nur geringfügig weiterentwickelt und blieb auf dem privaten Sektor größtenteils ungenutzt. Erst in den 1970ern wurde dann der erste Bewegungsmelder erfunden, der Alarmanlagen auch für Privatleute zunehmend attraktiver machte.

Die ersten Funk-Alarmanlagen

In Deutschland kamen flächendeckende private Alarmanlagen erst in den 1980er Jahren auf. Ab diesem Zeitpunkt machte die Technik endlich beständige Fortschritte. Ein großer Durchbruch waren die ersten Alarmanlagen, die auch drahtlos funktionierten – mit Funk benötigte man nun auch keine Verkabelung mehr. Diese Funk-Alarmanlagen kamen im Jahr 2000 auf den Markt. Zunehmend nutzten Alarmanlagen nun auch moderne Netzwerktechniken, um sich zu vernetzen und so zum Beispiel Bewegungsmelder, Videoüberwachung und Alarme an Eingängen zentral zu verbinden. Die Möglichkeiten sind für Privatanwender enorm gestiegen und die Auswahl unter den vielfältigen Optionen kann mittlerweile schon schwierig sein.

GMAs und Alarmanlagen zum Einbruchschutz

Alarmanlage – das ist der landläufige Begriff, den man verwendet, um eine solche Anlage zu bezeichnen. In der Fachsprache ist allerdings von „Gefahrenmeldeanlage“ die Rede, abgekürzt „GMA“. Auf diese Abkürzung werden Sie beim Kauf einer Alarmanlage öfter stoßen. Der Begriff Gefahrenmeldeanlagen wird für alle Anlagen verwendet, die zuverlässig Gefahren für menschliches Leben oder Sachwerte erkennen und diese melden kann. Das umfasst nicht nur den Einbruchschutz, sondern auch Gefahren wie Feuer oder Überfälle. Wird eine Gefahrenmeldeanlage speziell darauf ausgelegt die Gefahr durch Einbruch zu erkennen und zu melden, so spricht man korrekterweise von einer Einbruchmeldeanlage, oder „EMA“ - andere Anlagen sind Brandmeldeanlagen („BMA“) oder Überfallmeldeanlagen („ÜMA“). EMAs dienen ausschließlich dem Schutz von Gebäuden und der darin befindlichen Menschen und sollen Diebstahl und Einbruch im Idealfall verhindern oder zumindest verzögern oder darüber schnell informieren. Alarmsysteme haben daher folgende Funktionen:

  • Einbruch oder Diebstahl an Polizei oder ähnliche Organe melden
  • Diebe und Einbrecher abschrecken oder ihren zeitlichen Spielraum verringern
  • Bewohner und Anwohner eines Hauses alarmieren
  • Helfen, den Tathergang nachzuvollziehen

Eine EMA kann Diebstähle oder Einbrüche also nicht nur verhindern, verzögern oder darauf aufmerksam machen, sondern später auch dabei helfen, solch eine Straftat aufzuklären.

Verschiedene Techniken zum Schutz von Haus und Personen

Alarmanlagen verwenden eine von drei Techniken, um Sie vor Einbrechern zu schützen. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen Funk-Technik, Gleichstromtechnik und sogenannter Bus-Technik. Die Gleichstromtechnik arbeitet mit einem konstanten elektrischen Strom zwischen zwei Meldern der Alarmanlage. Unterschreitet oder überschreitet die Spannung dort einen bestimmten Sollwert, löst dies einen Alarm aus. Bei der Bus-Technik wird mit einem „Bus“ aus der Datenübertragungstechnik gearbeitet. „Bus“ steht für „Binary Unit System“ und diese Systeme arbeiten dementsprechend mit zwei Drähten über die alle Melder an die Anlage angeschlossen sind. Dadurch können viele Melder an nur einer Leitung angeschlossen sein und sind über eine Schnittstelle mit einem Computer verbunden. Der Computer kann in regelmäßigen Abständen den Status jedes einzelnen Melders abfragen.
Die Alarmanlagen mit Funk-Technik, die wir in diesem Ratgeber näher betrachten wollen, verfahren ähnlich wie die Anlagen mit Bus-Technik. Nur besteht hier der Vorteil, dass keine Verkabelung nötig ist, die also auch nicht von Einbrechern gekappt werden kann. Melder und PC sind per Funk miteinander in Kontakt und es müssen keine Kabel verlegt werden. Die Melder verfügen über ihre eigene Stromversorgung, meist eine Batterie. Alarmanlagen mit Funktechnik arbeiten zumeist zwischen 450 und 850 MHz, wenn sie nach der VdS-Norm angelegt werden.

Was gehört alles zu einer Alarmanlage?

Eine EMA setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Dazu gehören mindestens ein Melder, zwei separate Möglichkeiten der Energieversorgung, ein akustischer oder optischer Signalgeber, entsprechende Bedienelemente für die Anlage und ein Computer. Für EMAs gelten gewissen Vorschriften, die auf nationaler und internationaler Ebene festgelegt wurden. Dazu gehören die Normen DIN EN 50131-1 und die Norm VDE 0830-2-1 sowie VdS 2311. Diese Richtlinien befassen sich damit, an welchen Stellen wie viele Melder angebracht werden, welche Art der Signalübertragung verwendet werden soll, wie Sabotage am besten verhindert werden kann und wie und wie oft die Anlage gewartet werden muss.

Kommt es zu einem Einbruch, wird dies von den Sensoren an Türen oder Fenstern oder dem Bewegungsmelder wahrgenommen und sofort an eine Alarmzentrale weitergeleitet, die sich im Inneren des Hauses befindet. Diese Alarmzentrale leitet die Information dann weiter. Entweder durch ein lautes Alarmgeräusch (Sirene) oder durch Anruf bei Polizei, Nachbarn etc. - je nach vorprogrammierter Einstellung.

Die beste Anlage nützt nichts, wenn sie sabotiert werden kann

Das hat sicher jeder schon einmal in einem Film gesehen. Die Diebe gehen vor dem Einbruch an einen entsprechenden Sicherheitskasten und kappen dort einfach die Verkabelung der Alarmanlage. Dann brechen Sie in aller Ruhe ein. Bei Alarmanlagen mit Funk-Technik können zwar keine Kabel gekappt werden, aber Sabotage kann auch auf anderen Wegen vonstattengehen. Wenn eine Alarmanlage scharf geschaltet ist, besteht allerdings fast keine Gefahr. Dann ist eine Sabotage praktisch ausgeschlossen. Alle denkbaren Möglichkeiten der Sabotage sind zumeist sehr gut abgesichert. Wird z. B. ein Melder an einem Fenster von der Anlage abgetrennt, löst dies einen Alarm aus. Dasselbe, geschieht bei Versuchen solch einen Melder zu überbrücken, oder sein „Sichtfeld“ einzuschränken. Die meisten Melder erkennen sofort solche Manipulationen und lösen dann Alarm aus. Werden Leitungen gekappt, bemerkt die Anlage dies ebenso, da regelmäßig Testsignale ausgetauscht werden, um zu prüfen, ob die Anlage verbunden ist. Dasselbe gilt für ein Kappen der Telefonleitung. Denkbare Sabotagemöglichkeiten bestehen nur bei der Einrichtung einer Alarmanlage, sodass schnell nachvollziehbar ist, wer diese Manipulationen vorgenommen haben muss. Bei Anlagen mit eher schlechter Qualität kann es allerdings passieren, dass sie durch Anwendung grober Gewalt einfach zerstört werden können. Beim Kauf empfiehlt es sich deshalb auf Anlagen zu achten, die den Sicherheitsnormen entsprechen.

Scharfschaltung, interner Alarm und externen Alarm

Ist es einmal soweit und eine Alarmanlage stellt einen Einbruchsversuch fest, dann gilt es zu entscheiden, auf welche Art sie Alarm schlägt. Es kann entweder stiller Alarm ausgelöst werden, um den Einbrecher nicht davon in Kenntnis zu setzen, dass der Alarm ausgelöst wurde oder ein akustisches oder optisches Signal zur Abschreckung ausgelöst werden. Stiller Alarm wird zumeist in Banken verwendet, aber auch im privaten Alarmbereich könnte dieser genutzt werden. Dabei wird der Alarm direkt an die Polizei oder per Anruf an den Besitzer weitergegeben, ohne aber im Inneren des Hauses einen sichtbaren oder hörbaren Alarm auszulösen. Zumeist wird aber ein akustischer oder optischer Alarm gewählt, bei dem durch einen lauten Signalton oder durch blitzende oder blinkende Lichter die Aufmerksamkeit der Hausbesitzer oder der Nachbarn ausgelöst wird. Zudem werden Einbrecher davon abgeschreckt und in die Flucht geschlagen.

Man unterscheidet außerdem zwischen internem Alarm, externem Alarm und Fernalarm. Beim internen Alarm wird der Alarm nicht an externe Signalgeber weitergegeben und die Technik dient hauptsächlich dem Test der Anlage. Beim externen Alarm werden dagegen die Signalgeber ausgelöst und ein lauter Signalton oder blinkende Lichter aktiv. Fernalarm bedeutet dagegen, dass z .B. direkt die Polizei von der Anlage in Kenntnis gesetzt wird.

Damit überhaupt ein Alarm ausgelöst wird, muss die Anlage scharf gestellt sein. Dies kann durch Eingabe eines Codes, durch Aktivierungskarten, Fingerabdrücke oder Schlüssel geschehen. Scharfschaltungseinrichtungen müssen sich immer außerhalb des zu schützenden Bereichs befinden. Sonst kann es passieren, dass der Besitzer selbst beim Betreten seines Grundstücks einen Alarm auslöst. Ein Haus mit scharf gestellter Alarmanlage kann also nur betreten werden, wenn eine berechtigte Person zuvor die Anlage unscharf stellt.

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