Aktive und passive 3D-Brillen für ein spannendes 3D-Erlebnis zuhause

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Wer kennt sie nicht von früher aus dem Kino? Vielleicht haben Sie sogar noch eine zuhause liegen. Einwegbrillen aus Papier, mit zwei verschiedenfarbigen Gläsern aus Folie, eines grün, das andere rot. Man setzte sie auf und plötzlich war die Kinowelt ganz nah und zum Anfassen. Inzwischen hat die 3D-Technik natürlich große Fortschritte gemacht, die alten Brillen aus Papier und Folie sind moderneren Versionen gewichen. Heute sind 3D-Brillen stabiler geworden und nicht mehr zum Wegwerfen gedacht. Und am aller wichtigsten: Sie können mit 3D-Brillen nun auch im eigenen Heim großes 3D-Kino genießen, statt nur im Kino – man braucht nur die richtige Brille dafür und einen 3D-Film.

Aber welche Brille ist nun am besten geeignet für Ihr Heimkinoerlebnis? Es gibt Unterschiede zwischen den verschiedenen Techniken – Preis, Bildqualität, Auflösung und Tragekomfort sind nicht bei jeder Technik gleich und nicht alle Brillen können mit allen Fernsehern verwendet werden. Vor der Anschaffung sollten Sie sich gut informieren, welche Technik Sie sich ins Haus holen möchte, damit Sie später keine Enttäuschungen erleben. Wir stellen Ihnen hier verschiedene Modelle vor und informieren über Vor- und Nachteile.

Stand der Technik: Wozu eine 3D-Brille?

Es gibt zwar mittlerweile schon 3D-Fernseher, die ganz ohne Brille auskommen, doch diese sind noch sehr kostspielig in der Anschaffung ohne eine gute Auflösung und Qualität zu gewährleisten. Das 3D-Bild ist von einem Netz aus Mikrolinsen überzogen und der 3D-Effekt zudem stark abhängig vom Abstand zum Fernseher und schon bei geringen Änderungen der Kopfhaltung funktioniert das 3D-Erlebnis nicht mehr. Diese vielen Nachteile, kann der Vorteil ohne Brille Heimkino zu erleben nicht ausgleichen. Wer zuhause wie im Kino 3D-Spaß erleben möchte, muss also nach wie vor zur 3D-Brille greifen.

Kann mein Fernseher überhaupt 3D mit Brille darstellen?

Bevor man eine 3D-Brille kauft, muss man natürlich zunächst erst einmal sicherstellen, dass man einen 3D-fähigen Fernseher besitzt und wenn ja, welche Technik er unterstützt. Eventuell muss also auch noch über die Anschaffung eines neuen Fernsehers oder von Zubehör nachgedacht werden, wenn man sich für die entsprechende Technik entscheidet. Die gute Nachricht ist aber: Die meisten guten Fernseher können mit nur wenig Aufwand zum 3D-Kino mit aktiver Brille werden. Voraussetzung für 3D-Fähigkeit bei Fernsehern sind lediglich 120 Hz Bildwiederholfrequenz, also 120 Bildwechsel pro Sekunde – und das schaffen die meisten modernen Fernseher problemlos. Anschließend müssen Sie dann nur noch 3D-Software aufspielen und einen kleinen Sender einbauen, der die Kommunikation mit der aktiven 3D-Brille ermöglicht.

Bei passiven Techniken müssen Sie dagegen nichts einbauen, sondern nur Display und Bildsteuerung auf 3D auslegen und eine entsprechende Brille mit passiver Technik verwenden. Das kann allerdings nicht jeder Fernseher.

Aktive und passive 3D-Brille: Wo ist der Unterschied?

Zunächst sollte man den Unterschied zwischen aktiven und passiven 3D-Brillen kennen, denn davon hängt wie bereits erläutert ab, welchen Fernseher man benötigt um 3D zuhause sehen zu können. Hier sind besonders zwei Techniken wichtig: die aktive Shuttertechnik und die passive Polarisationsfilter-Technik. „Aktiv“ bedeutet bei der Shuttertechnik lediglich, dass die Brillen elektronisch in Verbindung mit dem Fernseher stehen, während Polarisationsbrillen dies nicht tun. Bei Verwendung der passiven Technik, benötigt man einen 3D-Fernseher, mit eingebauter Polarisationsfiltertechnik. Für das aktive Fernsehen benötigt man eine gewisse Bildwiederholfrequenz, entsprechende Software und einen zusätzlichen Sender.

Beide Techniken haben Vor- und Nachteile, die im Folgenden ausführlich aufgeführt werden, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.

Shutterbrille:  scharfes Sehen in bester Auflösung wie im Kino

Shutterbrillen waren die ersten 3D-Brillen für Zuhause, die auf den Markt kamen. Sie sind aktive Brillen, die mit dem Fernseher kommunizieren. Das funktioniert so: Der 3D-Fernseher strahlt abwechselnd Bilder für das linke und das rechte Auge aus und gleichzeitig wird bei der elektronisch mit dem Fernseher verbundenen Brille jeweils ein Glas verdunkelt. So entsteht der 3D-Effekt für den Betrachter. Je höher die Bildfrequenz desto besser sieht das Bild aus.

Die Shutterbrillen benötigen durch diese aufwendigere Technik Strom aus einer Knopfzelle und sind verglichen mit anderen Brillen eher schwer. Auch der Preis ist gegenüber den Polfilter-Brillen deutlich höher. Für eine Shutter-Brille bezahlt man zwischen 40 und 100 Euro. Auch sind die Brillen unterschiedlicher Hersteller oft nicht kompatibel. Sie sollten sich also informieren ob ihr Fernsehgerät und die Brille, die sie kaufen möchten, auch zusammen funktionieren.

Klarer Vorteil der Shutter-Brillen: Durch die aufwendige Technik mit abwechselndem Senden an jeweils nur ein Auge, sieht jedes Auge die volle Auflösung des Fernsehers. Das Bild wirkt dadurch detailreicher und Sie kommen in den vollen Bildgenuss. Selbst aus nur geringem Abstand sehen Sie 3D-Filme so in großem Detail und mit voller Auflösung – das können andere Brillen nicht.

Nachteil des Ganzen ist allerdings, dass manche Betrachter das Verdunkeln der Augengläser als Flimmern empfinden, ebenso kann es passieren, dass man durch Neigen des Kopfes beim Fernsehen das 3D-Bild verliert.

Polarisationstechnik: angenehmes Sehen zum günstigen Preis

Die Polarisationstechnik ist neuer als die Shutter-Technik, wird aber inzwischen von vielen 3D-fähigen Fernsehern verwendet. So funktioniert es: Der Fernseher strahlt sogenanntes polarisiertes Licht aus und die Gläser der Brille lassen jeweils nur das Bild für das richtige Auge hindurch. Linkes und rechtes Auge bekommen so zwei verschiedene Bilder zu sehen: Es entsteht der 3D-Effekt. Der Unterschied zur aktiven Technik liegt hier vor allem darin, dass beide Augen gleichzeitig ein Bild geliefert bekommen und nicht nacheinander. Die Technik kommt damit recht nah an das normale, alltägliche Sehen heran.

Nachteil dabei ist allerdings die Auflösung. Durch die gleichzeitige Ausstrahlung auf beide Augen muss der Fernseher die Auflösung halbieren – aus zwei Millionen Bildpunkten werden also z. B. eine Million Bildpunkte pro Auge. Das macht sich bemerkbar: Diese Bilder mit nur halber Auflösung sehen von Nahem nicht mehr so gut und detailreich aus.

Dadurch, dass beide Augen gleichzeitig sehen, entsteht allerdings auch kein Flimmereffekt, wie er bei der Shuttertechnik bisweilen beklagt wird. Viele Zuschauer empfinden die Polfilter-Technik daher als angenehmer und augenfreundlicher. Ein weiterer großer Vorteil der Polfiltertechnik ist, der Tragekomfort: Die Brillen sind nicht nur leicht und daher bequem, Sie können es sich auch auf dem Sofa gemütlich machen, wie Sie möchten. Das Bild verändert sich nicht mit der Kopfhaltung, es bleibt gleich, egal wie man sitzt.

Sicher für Computerspieler interessant ist eine Technik mit speziellen Polarisationsbrillen, die die eigene Perspektive darstellt, aber nicht die des Gegners.

Ebenfalls ein nützlicher Nebeneffekt: Inzwischen gibt es Fernseher mit Polarisationstechnik, die zwei verschiedene Filme gleichzeitig abspielen können.

Deutlicher Vorteil dieser Technik ist zudem der Preis, man bekommt Polfilterbrillen teils schon für einen Euro.

Fazit: Entscheidung zwischen leichtem Tragekomfort oder dem besten Bild

Täglich gibt es mehr Menschen, die auch zuhause 3D-Spaß erleben wollen, es gibt immer mehr 3D-fähige Fernseher und auch die Zahl der 3D-Filme und Blu-rays nimmt stetig zu, genauso wie die Zahl der Fernsehsender die 3D-Filme übertragen. Wenn Sie sich also entschieden haben 3D-Brillen zu kaufen, um sich das große 3D-Kino ebenfalls in das eigene Heim zu holen, stehen Sie noch vor der Entscheidung, welche Brille es sein soll.

Die Vor- und Nachteile der aktiven und passiven Brillen wurden bereits in diesem Ratgeber dargestellt, sie müssen sich nun nur noch überlegen, auf welche Eigenschaft Sie selbst am meisten Wert legen. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, gibt es hier nun noch einmal die wichtigsten im Überblick:

Shutter-Brillen: Vor- und Nachteile der Shutter-Technik

  • Vorteil: Fast jeder gute Fernseher kann mit der Shutter-Technik 3D-fähig gemacht. werden
  • Vorteil: Komplettes HD-Bild für jedes Auge – hochauflösendes, scharfes und klares Bild.
  • Nachteil: Relativ schwere Brillen und teilweise wahrgenommenes Flimmern; die 3D-Bildqualität kann beim seitlichen liegen oder sitzen leiden.
  • Nachteil: Die Brillen sind im Vergleich recht teuer und nicht immer kompatibel mit allen Fernsehern, teils nicht einmal beim selben Hersteller.

Polarisationsbrillen: günstig, angenehmes Sehen aber weniger Details

  • Vorteil: angenehmes Sehen ohne Flimmern, der 3D-Effekt leidet nicht, bei Drehungen des Kopfes oder Änderung der Sitzposition.
  • Vorteil: sehr günstiger Preis.
  • Nachteil: Die Auflösung wird halbiert und das Bild ist dadurch nicht so scharf und detailreich, wie bei der Shuttertechnik.

Die Entscheidung zwischen Shutter-Technik und Polarisationstechnik hängt letztendlich davon ab ob Ihnen maximale Bildqualität oder angenehmes, bequemes Fernsehen wichtiger sind, denn darin unterscheiden sich die beiden Techniken hauptsächlich. Die Shutter-Technik liegt bei der Bildqualität deutlich vorn, wem die höchstmögliche Auflösung wichtig ist, der sollte sich dafür entscheiden. Wer dagegen mehr Wert auf bequemes, komfortables Fernsehen legt oder empfindlich auf den Flimmereffekt der Shutterbrillen reagiert, sollte bei Polarisationsbrillen bleiben.

Je nachdem welchen Fernseher sie bereits besitzen oder ob Sie zusammen mit den 3D-Brillen auch einen neuen Fernseher anschaffen wollen, kann allerdings trotzdem das eine oder andere System für Sie attraktiver erscheinen. Hier gilt dann noch einmal abzuwägen zwischen dem gewünschten 3D-Erlebnis zuhause und dem Anschaffungsaufwand. Seien Sie sich nur bewusst, dass Brillen und Fernseher zueinander passen müssen, damit Sie nach dem Kauf nicht enttäuscht werden.

Zum Schluss noch ein Tipp: Wenn Sie den höchsten 3D-Genuss haben möchte, sollten Sie auch darauf achten, welche Filme Sie kaufen. 3D-DVDs etwa haben meist nicht dieselbe Bildqualität wie Blu-rays und ältere Filme, welche nicht gleich in 3D gefilmt worden sind, sondern nachträglich aufbereitet wurden, können in 3D nicht so gut wirken. Blu-rays mit 3D-Filmen, können übrigens problemlos sowohl mit aktiver als auch passiver 3D-Technik angesehen werden, man muss also keine Angst haben versehentlich einen inkompatiblen Film gekauft zu haben.

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