Akku-Ratgeber: So geht Ihnen nie der Saft aus

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Akku-Ratgeber: So geht Ihnen nie der Saft aus

Die Vorteile von Akkus

Die meisten tragbaren Elektronikgeräte sind mit einem Akku ausgestattet und damit unabhängig vom Stromnetz. Einfache Geräte ohne großen Stromverbrauch kommen Tage und Wochen mit dem integrierten Akku aus, bis dieser wieder geladen werden muss. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Batterien: Akkus werden nach ihrem Gebrauch nicht sofort entsorgt, sondern lassen sich bis zu 1.000 Mal wieder aufladen. Sie dienen als langlebiger Energiespeicher und schonen dabei die Umwelt. Es gibt unterschiedliche Größen und chemische Zusammensetzungen, die genau auf den Gebrauch und das betroffene Gerät abgestimmt werden sollten. Notebook-Akkus sind beispielsweise rechteckig und fest mit dem Gerät verbunden. Besonders flexibel sind Akkus der Größe R6 oder AA. Sie kommen in den verschiedenen Alltagsgeräten zum Einsatz, wie beispielsweise in Digitalkameras, Taschenrechnern oder einem Babyfon. Die Kostenersparnis wird bereits beim ersten Ladevorgang klar, wenn kein neuer Satz Batterien gekauft werden muss. Selbst den Verbrauch des Ladegeräts gleicht diese Ersparnis wieder aus. Doch nicht alle Akkus besitzen die gleiche Leistung und sind qualitativ ähnlich. Je nach Einsatzbereich gibt es bestimmten Akkutypen, die nur hier verwendet werden dürfen. Dieser Ratgeber soll Ihnen die Auswahl des richtigen Speichers erleichtern und erklärt die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen.

Welche Leistungsstärken eigenen sich für welchen Einsatzbereich?

MP3-Player, Smartphones und andere Geräte benötigen ständig Energie, um als alltäglicher Begleiter zu dienen. Die meisten Geräte werden mit einem speziellen Akku geliefert und verfügen über ein eigenes Netzteil. Der Akku bleibt während des Ladevorgangs fest im Gerät oder lässt sich während des Betriebes laden. Hier haben Sie nicht viele Möglichkeiten, zwischen verschiedenen Akkus zu wählen. Standardbatterien kommen in anderen Bereichen zum Einsatz. Dies hängt ganz von der Leistungsfähigkeit der Geräte ab. So benötigt eine Digitalkamera durchaus stärkere Batterien, als beispielsweise eine Küchenuhr oder eine Taschenlampe. Durch den Blitz und das Display an der Kamera sind leistungsstarke Akkus gefragt. Dabei steht die Haltbarkeit der Akkus an zweiter Stelle. Bei einem solch starken Verbraucher sollten Sie die Akkus grundsätzlich vor dem nächsten Einsatz laden. Sie halten dann mehrere Stunden am Stück, bis der nächste Ladevorgang beginnen muss. Geräte mit einem geringen und nur sehr begrenzten Stromverbrauch benötigen diese Ausdauer. Die Akkus sollten lange durchhalten und sich bei Nichtgebrauch nicht zu schnell entladen. Sie halten in einer Uhr oder einer Fernbedienung über mehrere Monate und geben die Energie dauerhaft und nicht gebündelt ab. Funkgeräte benötigen sowohl die hohe Leistung als auch das lange Durchhaltevermögen. Hier kommen nur bestimmte Akkus infrage, um eine längere Betriebsdauer zu gewährleisten. Die Kapazität der Akkus hängt dabei stark von der Umgebungstemperatur ab. Bei niedrigen oder zu hohen Temperaturen entladen sich die Batterien schneller und leisten nur halb so viel. Manche Akkus verweigern die Energieabgabe bei Minusgeraden sogar komplett.

Die verschiedenen Akku-Typen: Ratgeber von NiCd bis Li-Ion

Je nach Einsatzzweck spielt auch die Zusammensetzung der Akkus eine wichtige Rolle. Im Vergleich zu herkömmlichen Batterien erreichen sie eine etwas geringere Spannung von 1,2 Volt. Manche Geräte reagieren sehr empfindlich auf diese Differenz und lassen sich ohne die vollen 1,5 Volt nicht anschalten. Probieren Sie zwischen den verschiedenen Akku-Typen aus, um das richtige Modell zu finden.

NiCd-Akkus – alles Wissenswerte über Nickel-Cadmium Akkus

Viele ältere Akkus verfolgen die Nickel-Cadmium-Technologie. Sie ist sehr einfach und in fast allen Geräten zu verwenden. Die Akkus gelten als besonders robust, langlebig und liegen im mittleren Preissegment. Ihr großer Vorteil: Sie geben kurzzeitig einen sehr hohen Strom ab und können Spannungsspitzen deutlich besser handhaben. Aus diesem Grund kommen sie noch in Bohrmaschinen und ähnlichen Geräten zum Einsatz. Bei Minustemperaturen zeigt sich diese Zusammensetzung als zuverlässig, solange die Temperaturen einen gewissen Punkt nicht unterschreiten. Im Vergleich zu anderen Akkus kommen sie auch mit höheren Temperaturen klar. Es gibt spezielle Schnell-Lade-Modelle. Innerhalb kurzer Zeit am Ladegerät erreichen die NiCd-Akkus einen Großteil ihrer Kapazität. Behandelt man die Akkus korrekt, behalten sie sehr lange ihre volle Kapazität. Die meisten Nutzer fürchten jedoch den Memory-Effekt. Dahinter verbirgt sich der stetige Verlust der Kapazität, wenn der Akku nicht richtig geladen wird. Hängt man ihn ans Netz, bevor er sich komplett entleert hat, verhindern Kristalle im ungenutzten Teil des Akkus das komplette Aufladen. Sie halten die Kapazität demnach nur so lange, wie sie regelmäßig zugeführt wird. Einziger Tipp gegen den Memory-Effekt: Entleeren Sie den Akku immer vollständig. Beim Ladevorgang selbst achten Sie auf ein Gerät, das ein Überschuss an Kapazität verhindert. Besonders hochwertige Ladegeräte entziehen dem Akku vor dem Aufladen noch die letzte Kapazität und beugen somit dem Memory-Effekt vor.

NiMH-Akkus – Tipps und Tricks zu Nickel-Metall-Hybrid Akkus

Nickel-Metall-Hybrid Akkus sind mit gängigen Batterien vergleichbar und verfolgen eine ähnliche Zusammensetzung. Sie sind sehr weit verbreitet und liefern bei Gebrauch hohe Energien. Digitalkameras oder andere Großverbraucher sollten mit diesen Akkus ausgestattet werden. Sie gelten als schnellladefähig und erreichen in kurzer Zeit bis zu 80 Prozent der vollen Kapazität. Achten Sie darauf, dass die Akkus mindestens 2.000 mAh an Leistung verfügen. Diese Angaben finden Sie grundsätzlich in der Produktbeschreibung. Im Gegensatz zu den NiCd-Akkus besteht keine Gefahr auf den Memory-Effekt. Sie verlieren auch bei halber Entladung ihre Kapazität nicht, wenn sie wieder ans Netz angeschlossen werden. Als Grundregel gilt jedoch: Entleeren Sie diesen Akkutyp etwa alle sechs Monate komplett und laden Sie ihn danach wieder vollkommen auf. So bleibt stets die volle Kapazität enthalten und die Akkus nehmen durch ein vorzeitiges Laden keinen Schaden. Ebenso ungesund ist das komplette Entleeren dieser Akkus. Es mindert nicht nur die Kapazität, sondern auch die Langlebigkeit der Modelle. Nachteile gibt es in Bezug auf die Einsatzdauer. Bei Nichtgebrauch verlieren die Akkus etwa 10 Prozent ihrer Ladung in einer Woche und müssen danach wieder aufgeladen werden. Je älter die Akkus werden, desto stärker prägt sich dieser Effekt aus. Sie eignen sich demnach nicht für Fernbedienungen oder andere Geräte, die nur selten im Gebrauch sind und wenig Energie benötigen. Kältere Temperaturen hält diese chemische Zusammensetzung kaum aus. Ab dem Gefrierpunkt sind die Akkus meist nicht mehr einsatzbereit.

Li-Ion-Akkus – Informationen über Lithium-Ionen und Lithium-Polymer Akkus

Lithium-Ionen Akkus kommen häufiger in Handymodellen oder Notebooks vor. In zylindrischer Batterieform findet man diesen Akku-Typ nur selten. Diese Form zeichnet sich durch eine hohe Speicherkapazität aus und verfügt gleichzeitig über ein geringes Gewicht. Auch hier gibt es keinen Memory-Effekt, wenn das Gerät vorher an den Ladestrom angeschlossen wird. Auch im halb vollen Zustand lässt sich die Kapazität der Akkus nachfüllen. Dieses Verhalten ist deutlich positiver, als würde der Akku seine volle Kapazität verlieren. Die meisten Geräte verfügen über einen eigenen Schutzmechanismus. Nähert sich die Kapazität des Akkus dem Nullpunkt, schalten sich Handys oder Notebooks komplett ab, um den Akku zu schonen. Er nimmt keinen Schaden und sollte umgehend wieder aufgeladen werden. Es gibt spezielle Ladegeräte für diesen Batterie-Typ. Ähnliche Vorteile besitzen die Lithium-Polymer Akkus. Es handelt sich um einen Speicher mit besonders hoher Kapazität bei kleinem Ausmaß. Mit einer runden Bauform kommt er in kleineren Geräten zum Einsatz. Standardakkus arbeiten nicht mit dieser Technologie.

So pflegen Sie ihren Akku richtig für lange Kapazitäten

Bei guter Pflege lassen sich Akkus mehrere Hundert Mal aufladen. Der Durchschnitt liegt je nach Akku-Typ bei 500 bis 600 Ladezyklen. Sind diese verbraucht, halten die Akkus keine Kapazität mehr und sind entsprechend zu entsorgen. Die höchste Betriebsdauer bieten Lithium-Ionen-Akkus. Sie dürfen weder komplett voll, noch komplett geleert werden. Bestenfalls bewegt sich ihre Kapazität zwischen 40 und 95 Prozent. Entladen Sie den Akku niemals komplett, da er sonst Schaden nehmen könnte. Die neuen Modelle gewöhnen sich nicht an diesen Ladezustand und verursachen keinen Memory-Effekt mehr. Ebenso dürfen Akkus nie über ihre Kapazität geladen werden. Achten Sie dabei auf ein hochwertiges Ladegerät mit eingebautem Schutzmechanismus. Einfache Geräte erkennen nicht, ob der Speicher voll ist, und lassen die Stromzufuhr weiter laufen. Wird die Spannung in den Zellen zu sehr erhöht, altern diese schneller und verlieren demnach auch ihre Kapazität.

Richtige Handhabung bei neuen Akkus

Vor dem ersten Gebrauch sind neue Akkus vollständig zu laden. Durch die Lagerung wurden sie vermutlich entladen und bieten dann kaum noch Kapazität. Setzen Sie diese Akkus einfach in ein elektrisches Gerät ein, könnte dieses zu Schaden kommen. Eine Ausnahme sind Eneloop-Akkus. Sie sind sofort einsatzbereit. Wichtig: Neue Akkus erreichen ihre volle Kapazität nicht gleich nach dem ersten Ladezyklus. Es dauert einige Zyklen, bis sie ihre gewünschte Leistungsfähigkeit erreicht haben. Kommen mehrere Akkus in einem Gerät zum Einsatz dürfen die Hersteller oder die Typen nicht gemischt werden. Ein Akku könnte mehr strapaziert werden, als der andere oder sie entladen sich gegenseitig. Im schlimmsten Fall reduziert dieses Verhalten die Lebenserwartung enorm. Gleiches gilt für das Mischen von unterschiedlichen Kapazitäten. Auch im Ladegerät sollten sich nur gleiche Akkus eines Herstellers befinden.

Kommen die Akkus längere Zeit nicht zum Einsatz, sind sie korrekt zu lagern. Kühle Umgebungstemperaturen verlangsamen die Entladung und halten die Kapazität besser. In einem warmen Raum entlädt sich der Akku deutlich schneller. Einen ähnlichen Effekt gibt es bei Geräten, die sehr schnell warm werden. Das Batteriefach sollte beispielsweise immer vom Körper abgewandt getragen werden, um die Akkus nicht zu überhitzen. Ein Tipp zur Entsorgung: Akkus dürfen nicht in den Hausmüll geschmissen werden. Sind die kleinen Speicher unbrauchbar, gehen sie in den Einzelhandel zurück. Jedes Geschäft ist gesetzlich verpflichtet, leere Batterien und Akkus entgegenzunehmen.

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