Airbrush für Anfänger und Fortgeschrittene

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Airbrush für Anfänger und Fortgeschrittene

Airbrush – Hobby und Beruf für Kreative

Die Geschichte der Airbrush-Kunst reicht weit zurück. So lässt sich an Höhlenmalereien der Steinzeit bereits eine frühe Airbrush-Technik erkennen. Da Airbrush eine sehr detailgetreue Arbeitsweise ermöglicht, wird es heutzutage in zahlreichen Bereichen von professionellen Designern, aber auch von Hobby-Künstlern eingesetzt. Airbrush ist aus dem Bodypainting oder der grafischen Kunst kaum noch wegzudenken. Zudem findet es bevorzugt bei der Kolorierung von Modellbauten Verwendung. Wenn auch Sie sich als Anfänger oder Fortgeschrittener für Airbrush interessieren, könnte der vorliegende Ratgeber das Richtige für Sie sein. Nicht nur Anfänger erfahren in der folgenden Zusammenstellung, worauf beim Kauf der einzelnen Airbrush-Komponenten zu achten ist. Diese Komponenten finden Sie im Übrigen auch bei eBay. Zudem erhalten Sie Tipps und Hinweise, die sich bei der Ausübung dieser Kunst als nützlich erweisen können.

Die Airbrush-Grundlagen

Airbrush ist eine Maltechnik, bei der man sich einer Spritzpistole bedient. Diese Airbrush-Pistolen funktionieren ähnlich wie Strahlpumpen und verwenden Druckluft als Treibmittel. Grundsätzlich kann dabei jede feinpigmentierte Farbe auf jeden Untergrund aufgetragen werden. So können neben Acrylfarben auch Textil- oder Lebensmittelfarben verwendet werden. Zu beachten ist dabei jedoch die Kompatibilität der Farbe mit der Düsengröße. Generell gilt, dass verdünnte Farben mit weniger Druck gesprüht werden können als dickflüssigere Farben. So wird für das Auftragen von zähflüssigen Farben ein Druck von mindestens 2 Bar benötigt. Nach dem Trocknen der Farbe kann bei unzureichender Deckung ein zweiter Sprühvorgang durchgeführt werden. Wird ein zu geringer Abstand zur Oberfläche eingehalten, besteht die Gefahr, dass die Farbe zu stark aufgetragen wird und in der Folge verläuft. Für Anfänger, die sich mit Airbrush vertraut machen wollen, werden im Handel Startersets angeboten, die eine Basisausstattung enthalten. Fortgeschrittene werden sich die einzelnen Komponenten oftmals ihren Bedürfnissen nach selbst zusammenstellen wollen.

Die Airbrush-Komponenten

Die Airbrush-Pistole

Mehrere verschiedene Arten von Airbrush-Pistolen sind auf dem Markt erhältlich, wobei die Single Action-Pistole sowie die Double Action-Pistole von Airbrushern am häufigsten verwendet werden. Die Single-Action-Pistole eignet sich besonders für das Brushen von großen Flächen, während für kleinere Flächen, bei denen sehr detailgetreu gearbeitet werden soll, die Double-Action-Pistole vorteilhafter ist. Ein wesentlicher Unterschied beider Modelle ist das Einstellen der Farbmenge. Bei der Single-Action-Pistole wird die gewünschte Farbmenge vor dem Brushen anhand eines Drehrädchens eingestellt. Will man die Farbmenge ändern, muss der Sprühvorgang unterbrochen werden. Anders sieht dies bei der Double-Action-Pistole aus. Hier kann die Farbmenge während des Brushens mit Hilfe eines Druckknopfs angepasst werden. Daneben existieren weitere Modelle, wie z.B. die Fließbecherpistole, bei der die Farbe aus einem oberhalb der Pistole angebrachten Behälter einfließt. Bei der Miniturbine hingegen kann durch die Drehzahl einer Turbine die Farbmenge gesteuert werden.

Die Airbrush-Farbe

Spezielle Airbrush-Farben auf Acryl-Wasser-Basis stehen zur Verfügung, die sich hinsichtlich der Pigmentgröße unterscheiden. Beachten Sie, dass Sie eine kleine Pigmentgröße wählen, wenn Sie sehr detailgetreu arbeiten wollen. Zudem sollten Sie sich vergewissern, dass die Düse Ihrer Airbrush-Pistole mit der jeweiligen Pigmentgröße kompatibel ist. Airbrush-Farben sind nach dem Trocknen wasserfest, aber jedoch nicht kratzfest. Um solche Kratzer zu vermeiden, sollten Sie nach dem Auftragen der Farbe Ihr Kunstwerk mit einem Klarlack überziehen. Grundsätzlich können Sie auch andere Farben verwenden, wenn Sie diese Ihrem Airbrush-Modell entsprechend mit Wasser verdünnen. So erfreuen sich unter anderem lösungsmittelhaltige Farben bei Airbrushern besonderer Beliebtheit. Hier sollten Sie unbedingt überprüfen, ob Ihre Airbrush-Pistole für den Einsatz dieser Farben geeignet ist, da das Lösungsmittel bei einigen Exemplaren die Dichtungen angreift. Beachten Sie außerdem, dass lösungsmittelhaltige Farben nur im Freien Verwendung finden sollten. Für den Einsatz auf der Haut sollten Sie grundsätzlich nur dermatologisch getestete Farben benutzen.

Der Airbrush-Kompressor und die Airbrush-Druckluftdose

Um Druckluft zu erzeugen, benötigen Sie einen Airbrush-Kompressor oder eine Druckluftdose. Druckluftdosen sind insbesondere für Anfänger geeignet. Sie lassen sich dort verwenden, wo es keinen Stromanschluss gibt und eignen sich besser für den mobilen Einsatz als Kompressoren. Ein wesentlicher Nachteil ist jedoch, dass der Druck aufgrund der abnehmenden Füllmenge geringer wird. Sollten Sie längerfristig brushen wollen, ist es angebracht, über die Anschaffung eines Kompressors nachzudenken. Kompressoren sind zwar kostenintensiver als Druckluftdosen, jedoch handelt es sich hier um eine einmalige Investition. Ein Vorteil von Kompressoren liegt darin, dass Sie einen gleichmäßigen Druck einstellen können, wodurch konstante Sprühergebnisse gewährleistet werden. Achten Sie beim Kauf eines Kompressors darauf, dass dieser einen Druck von mind. 4 bar garantiert und über ein Druckregulierventil sowie einen Luftentfeuchter verfügt. Neben diesen zwei Methoden gibt es weitere Möglichkeiten, um Druckluft zu erzeugen. Bedenken Sie allerdings, dass diese nicht für das professionelle Brushen geeignet sind. So kann man die Airbrush über das Ventil an einen aufgepumpten alten Autoreifen anschließen. Für diesen Anschluss benötigen Sie jedoch einen entsprechenden Adapter.

Die Airbrush-Schablone

Wenn Sie besonders detailgetreu und genau arbeiten wollen, ist oftmals der Einsatz von Schablonen sinnvoll. Speziell dann, wenn Sie gerade und harte Linien brushen und Farbübergänge vermeiden wollen, sollten Sie zu solchen Schablonen greifen. Im Handel sind Schablonen mit vorgegeben Motiven sowie sogenannte Maskierfolien erhältlich, mit denen Sie eigene Schablonen erstellen können. Diese Folie ist einseitig klebend und lässt sich so auf dem gewünschten Untergrund anbringen. Bei der Maskierfolie sollten Sie darauf achten, dass diese nicht zu alt ist, da ansonsten unter Umständen der nötige Halt nicht gewährleistet ist. Wenn die Ränder nicht festkleben, besteht die Gefahr, dass Farbe unter die Folie läuft. Große Flächen können Sie darüber hinaus auch mit Zeitungspapier abkleben. Wenn Sie keine Muster sondern lediglich klare Farbbegrenzungen wünschen, können Sie sich mit einem Lineal behelfen. Dazu winkeln Sie das Lineal leicht an und sprühen am Linealrand entlang.

Weiteres Airbrush-Zubehör

Zum nützlichen Airbrush-Zubehör gehört die Aussprühbox. Um zu testen, ob noch genügend Druck gegeben oder ob noch genügend Farbe vorhanden ist, wird die Airbrush in einen Behälter ausgesprüht. Der Vorteil liegt im Wesentlichen darin, dass Farbpartikel nicht unnötig durch die Luft gesprüht werden und sich so auf Ihrem Kunstwerk absetzen. Zudem wird so Ihr Arbeitsplatz sauber gehalten. Da jeder Airbrusher einmal eine Pause einlegt und die Airbrush ablegen muss, stellt sich die Frage, wo man sie am besten aufbewahrt. Wird die Airbrush auf einem Tisch oder dem Fußboden abgelegt, tritt oftmals Farbe aus. Um dies zu verhindern, ist der Einsatz von Airbrush-Haltern, die man am Tisch befestigen kann, geeignet. Auf diese Weise wird die Airbrush aufrecht positioniert und die Gefahr, dass Farbe ausläuft, besteht nicht mehr.

Nützliche Airbrush-Tipps und Ratschläge

Was Sie tun können, wenn die Sprühleistung nicht gleichmäßig ist

Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Sprühleistung abnimmt oder nicht mehr gleichmäßig ist, kann dies an einer verstopften Nadel liegen. Da Farbpartikel im Laufe der Zeit in der Nadel antrocknen, kann die Farbe nicht mehr ungehindert passieren. Oftmals reicht es hier schon aus, die Nadel ein paar Mal vor und zurück zu bewegen, um angetrocknete Farbteilchen zu lösen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass die Düse durch Schmutzpartikel verstopft ist. Die Sprühleistung kann in diesem Fall oftmals wieder optimiert werden, indem Sie die Farbe mit etwas Wasser verdünnen. Bestehen anschließend immer noch Schwierigkeiten, sollten Sie die gesamte Airbrush auseinandernehmen und mit einem geeigneten Reinigungsmittel von Grund auf säubern.

Wie lange sind die Farben haltbar?

Die Farben sollten Sie nicht auf Vorrat kaufen und zu Hause horten. Es ist durchaus möglich, dass sich nach ca. einem Jahr Farbpigmente am Boden der Flasche absetzen, die irgendwann auch nicht mehr einfach aufgeschüttelt werden können. Die Folge können verklumpende Farbpartikel und dadurch unreine Sprühergebnisse sowie später auch verstopfte Geräte sein. Um die Farbe aufzuschütteln, empfiehlt es sich, die Flaschen vorher in heißes Wasser zu legen. Dadurch lässt sich festsitzende Farbe oftmals lösen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass Sie Stahlkugeln, wie man sie etwa als Munition für Steinschleudern kennt, in die Flasche hineingeben und diese dann gut schütteln. Um zu verhindern, dass sich Farbe am Flaschenboden absetzt, sollten Sie die Farbe nach dem Kauf zeitnah aufbrauchen. Achten Sie zudem darauf, dass die Farben nicht schon zu lange im Regal stehen, wenn Sie sie in einem Geschäft erwerben.

Welche Untergründe sind für Airbrush geeignet?

Grundsätzlich kann die Farbe mit einer Airbrush-Pistole auf jeden Untergrund aufgetragen werden. Dabei sind jedoch einige Dinge zu beachten. Sollten Sie sich für einen sehr glatten Untergrund wie z.B. Metall entscheiden, empfiehlt es sich, die Oberfläche zunächst mit Schmirgelpapier aufzurauen und dann eine Grundierung aufzutragen. Bei rauen Untergründen, wie z.B. Stein, ist dieser Schritt nicht notwendig. Es ist immer vorteilhafter, die Farbe auf einen weißen Untergrund zu brushen. Deshalb sollten Sie die Oberfläche gegebenenfalls vorher weiß grundieren bzw. lackieren. Dadurch kommen die Farben besser zur Geltung und Farbschwankungen werden vermieden. Wenn die Farbe schließlich aufgetragen ist, sollte diese mit Klarlack versiegelt werden, damit ein gleichmäßiger Glanz erzeugt wird.

Was Sie tun können, wenn die Nadelspitze verbogen ist

Sollte es einmal vorkommen, dass sich die Nadelspitze z.B. beim Einführen in die Pistole verbiegt, ist es oftmals nicht notwendig, sofort zu einer Ersatznadel zu greifen. Hier besteht eine Möglichkeit, wie Sie die Nadel selbst wieder begradigen können. Dazu greifen Sie die Nadel mit einer flachen Pinzette und ziehen diese mit etwas Druck über die verbogene Stelle der Nadel. Dies wiederholen Sie solange, bis Sie keinen Widerstand mehr spüren. Beachten Sie jedoch dabei, nicht zu viel Druck auszuüben, damit die Nadel nicht nachhaltig beschädigt wird. Wenn Sie die Nadel dann gegen einen dunklen Hintergrund halten, sollten Sie eine deutliche Begradigung feststellen. Anschließend nehmen Sie ein Stück feines Schleifpapier zur Hand. Ziehen Sie die Nadelspitze nun über das Schleifpapier und drehen Sie die Nadel dabei. Diesen Vorgang sollten Sie so oft wiederholen, bis Sie keine Beschädigung mehr sehen können.

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