Adel verpflichtet: spielerischer Wettstreit um Antiquitäten und Prestige

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Adel verpflichtet: Spielender Wettstreit um Antiquitäten und Prestige

„Adel verpflichtet" ist ein Brettspiel, das sich um prestigeträchtige Sammlungen von Kunstobjekten dreht. Jedoch steckt in jedem der Lords auch ein Halunke und die Missgunst gegenseitig ist groß. Das „Spiel des Jahres" von 1990 finden Sie in verschiedenen Versionen.

Allgemeine Informationen zum Spiel „Adel verpflichtet"

Das Spiel „Adel verpflichtet" wurde von Klaus Teuber entwickelt. Bekannt wurde der Autor durch das Spiel „Barbarossa", das 1988 den begehrten Preis „Spiel des Jahres" gewann. Das 1990 erschienene „Adel verpflichtet" konnte diesen Preis ebenfalls gewinnen. Ursprünglich wurde das Spiel vom Verlag F. X. Schmid verlegt, inzwischen ist es auch bei Alea erschienen. „Adel verpflichtet" ist für zwei bis fünf Spieler gedacht. Interessant wird das Spiel vor allem ab vier Spielern, dann steigt die Anzahl der Aktionen und das Spiel wird komplexer und unvorhersehbarer.

Die Spieldauer ist auf 45 bis 60 Minuten angesetzt, mit zunehmender Erfahrung der Mitspieler kann die Dauer jedoch auch etwas sinken. Im Spiel sind taktisches Geschick und gutes Bluffen gefragt. Diese Eigenschaften können von sehr jungen Kindern meist nicht gut umgesetzt werden. Deshalb empfiehlt der Hersteller als Mindestalter zwölf Jahre.

Im Spiel befinden sich neben dem Spielplan auch zwei Ortskarten sowie acht Handlungskarten und eine Spielfigur für jeden Spieler. Auch 45 Sammelkarten gehören zum Spiel. Natürlich ist weiterhin die obligatorische Anleitung enthalten, damit gleich mit dem Spielen losgelegt werden kann.

„Adel verpflichtet" - Prinzip und Regeln des Spiels

Bei „Adel verpflichtet" schlüpfen die Spieler in die Rolle von englischen Lords. Diese beginnen einen Wettstreit um Antiquitäten, um ihrer Sammlung das beste Prestige zu verleihen. Neben dem Kauf auf Aktionen und Ausstellungen schrecken die Lords auch nicht davor zurück, sich gegenseitig zu sabotieren und zu bestehlen. Mit Dieben versuchen die Adligen, den Konkurrenten die besten Stücke abzujagen. Allerdings ist auch das Misstrauen zu den anderen Lords groß und so werden Privatdetektive zur Abwehr von Dieben engagiert.

Zu Spielbeginn besitzt jeder Spieler vier Schecks mit unterschiedlichen Werten, die aber die gleiche Gesamtsumme aufweisen. Außerdem besitzt jeder zwei Diebe mit unterschiedlicher Erfahrung und eine Ausstellungskarte. Dazu kommen zwei Ortskarten, das Auktionshaus und das Schloss. Am Anfang jeder Runde wählen die Spieler einen der beiden Orte und eine Aktion geheim aus. Im Auktionshaus können sie einen Scheck oder einen Dieb einsetzen, im Schloss eine Ausstellung, einen Dieb oder einen Detektiv. Die Spieler agieren bei „Adel verpflichtet" im Gegensatz zu den meisten anderen Spielen nicht nacheinander, sondern gleichzeitig. Danach werden die gewählten Aktionen abgewickelt.

Diebe einsetzen

Zuerst werden die Aktionen im Auktionshaus ausgeführt. Wer den höchsten Scheck deponiert hat, darf sich eine der beiden dort offen liegenden Karten nehmen und der Scheck wird in die Kasse gelegt. Die anderen Spieler, die einen Scheck gespielt haben, bekommen ihren wieder zurück. Wenn Sie einen Dieb eingesetzt haben, erhalten Sie den Scheck in der Kasse, bei mehreren Dieben gehen alle leer aus. Danach kommt das Schloss an die Reihe. Eine Ausstellung besteht aus mindestens drei zusammengehörenden Sammelkarten. Die Buchstaben der einzelnen Karten dürfen das Alphabet nicht unterbrechen, zum Beispiel sind die Kombinationen „AAA", „CCD" oder „DEF" möglich. Keine Ausstellungen sind dagegen „BCF" oder „AACE". Alle Spieler, die eine Ausstellungskarte ausspielen, müssen nun eine gültige Ausstellung auslegen. Die beiden Spieler mit den meisten Karten und bei Gleichstand mit dem ältesten Objekt dürfen nun so viele Felder vorrücken, wie das Wertungsfeld der führenden Spielfigur angibt.

Auf die wertvollste Ausstellung kommt es an

Nun treten die Diebe im Schloss in Aktion. Nach der Reihenfolge der Erfahrung der Diebe dürfen sich die Spieler nun eine Karte aus jeder ausgelegten Ausstellung nehmen. Wird eine Detektivkarte eingesetzt, wandern alle Diebe, die im Schloss aufgedeckt wurden, ins Gefängnis. Wenn Sie durch Ihren Detektiv mindestens einen Dieb fassen, dürfen Sie mit Ihrer Spielfigur so viele Felder auf der Wertungstafel vorrücken, wie Ihre Position auf dieser ist. Die Diebe werden nun der Reihe nach in die Zellen gebracht. Wenn ein neuer Dieb eingesperrt wird, rücken die bisher inhaftierten Diebe ein Feld vorwärts. Es gibt dabei immer so viele Zellen, wie Spieler am Spiel teilnehmen. Wenn ein Dieb sich bereits in der letzten Zelle befindet, wird er bei der Einlieferung des nächsten Diebes entlassen. Am Ende der Runde nimmt jeder Spieler seine Ortskarten und die noch übrigen Handlungs- und Ausstellungskarten auf die Hand. Wenn eine Figur das Ende der Dinnertafel erreicht hat, beginnt eine letzte Wertung. Alle Spieler legen ihre größte gültige Ausstellung aus. Nun darf der Spieler mit der wertvollsten Ausstellung noch acht Felder, der mit der zweitwertvollsten noch vier Felder vorrücken. Wer dann am weitesten vorne ist, gewinnt das Spiel. Nicht zwangsläufig gewinnt also der Spieler, der zuerst am Ende der Tafel ist.

Tipps und Tricks für „Adel verpflichtet"

Beim Spiel „Adel verpflichtet" kommt es darauf an, die richtige Karte zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen. Natürlich ist Ihr Spielerfolg unter anderem von den Aktionen Ihrer Gegner abhängig und so ist auch etwas Glück im Spiel. Da aber nicht gewürfelt wird, bestimmen Taktik, Bluffs und geschickte Aktionen weitestgehend den Erfolg im Spiel.

Der Einsatz von Sammelkarten

Für das Vorrücken auf der Dinnertafel sind Sammelkarten besonders wichtig. Diese bekommen sie am einfachsten im Auktionshaus. Um sicherzugehen, dass Sie die Auktion auch tatsächlich gewinnen, müssen Sie einen möglichst hohen Scheck ausspielen. Natürlich sollten Sie auch einen Sammelgegenstand wählen, der gut zu Ihren bisherigen Objekten passt. Falls Sie keinen hohen Scheck mehr besitzen, lohnt es sich natürlich einen Dieb einzusetzen, um wieder an Geld zu kommen. Allerdings erbeutet Ihr Dieb nur dann einen Scheck, wenn er nicht durch gegnerische Diebe behindert wird. Ein guter Zeitpunkt zum Stehlen ist, wenn mehrere erfahrene gegnerische Diebe in der Zelle hocken. Je weniger Diebe auf freiem Fuß sind, desto sicherer können Sie sich Ihrer Beute sein. Weiterhin können Diebe im Auktionshaus nicht gefasst werden, der Einsatz ist also ohne Risiko.

Einsatz der Detektivkarte

Wenn Sie Ihre Spielfigur weiter vorrücken lassen wollen, müssen Sie ins Schloss gehen. Bevor Sie sich für eine Aktion entscheiden, sollten Sie sich das Feld auf der Dinnertafel ansehen, auf dem der führende Spieler steht. Denn dieses ist entscheidend dafür, wie viele Felder Sie im Falle einer guten Ausstellung vorrücken dürfen. Wenn die Anzahl nicht sehr hoch ist, lohnt sich das Risiko teilweise gar nicht. Denn bei ausgelegten Ausstellungen besteht immer die Gefahr, dass Ihnen Diebe im Schloss Ihre Objekte entwenden. Je weiter hinten Sie mit Ihrer Figur stehen, desto lohnenswerter ist das Ausspielen einer Detektivkarte. Ein guter Nebeneffekt ist, dass Sie damit auch gegnerische Diebe ins Gefängnis bringen können.

Umgang mit Dieben

Durch einen Dieb im Schloss können Sie schnell auch mehrere gute Sammelobjekte bekommen. Dabei sollten Sie auch auf die Erfahrung Ihrer Diebe achten, denn ein erfahrener Dieb sticht immer einen unerfahrenen Konkurrenten aus. Allerdings besteht natürlich das Risiko, dass Ihr Dieb durch einen Detektiv gefasst wird. Deshalb sollten Sie immer abwägen, ob es das Risiko wert ist und Sie gegebenenfalls auch ein paar Runden ohne Dieb auskommen könnten. Wenn Ihre beiden Diebe im Gefängnis sind, sind Ihre Handlungen deutlich eingeschränkt und auch die Mitspieler können dies in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Falls Ihr Dieb in der Zelle sitzt und Sie ihn zurückbekommen möchten, sollten Sie den Detektiv aktiv werden lassen. Denn wenn neue Diebe in die Zellen kommen, werden unter Umständen inhaftierte Diebe wieder freigelassen.

Bluffen Sie im richtigen Moment

Da die Spieler Ihre Aktionen gleichzeitig wählen, können Sie nicht wissen, was Ihre Mitspieler planen. Indem Sie Ihre Mitspieler während des Spiels beobachten, können Sie diese im Lauf des Spiels immer besser einschätzen. Manche Spieler lieben es, Schecks zu klauen, während andere Spieler gerne im Schloss auf Beutetour gehen. Je besser und zuverlässiger Sie die Aktionen Ihrer Mitspieler vorhersehen können, desto besser können Sie Ihr eigenes Vorgehen darauf abstimmen. Sie sollten auch darauf achten, selbst nicht zu vorhersehbar zu agieren. Wenn Sie im richtigen Augenblick bluffen und eine Aktion ausführen, mit der Ihre Mitspieler gar nicht rechnen, stehen Ihre Chancen auf den vorderen Platz an der Wertungstafel gut.

Je mehr Spieler teilnehmen, desto mehr Aktionen werden natürlich in jeder Runde ausgeführt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Detektiv im Schloss ausgespielt wird, steigt und auch die gegenseitige Behinderung der Diebe wird wahrscheinlicher.

Wenn Sie am Anfang des Spiels bereits eine gültige Ausstellung besitzen, können Sie bereits einige schnelle Punkte machen. Dabei müssen Sie aber natürlich auf der Hut vor Dieben sein, denn die Mitspieler werden natürlich versuchen, Ihre Ausstellung zu sabotieren. Je näher das Ende des Spiels rückt, desto aktiver sollten Sie im Schloss werden. Nur dort können Sie Punkte machen und Ihre Gegenspieler am besten ärgern.

„Adel verpflichtet" und ähnliche Spiele 

Von dem Spiel „Adel verpflichtet" werden unterschiedlichen Ausgaben der einzelnen Verlage angeboten, die sich aber nur im Design und der Aufmachung unterscheiden. Das Spielprinzip und die Regeln sind immer gleich. So finden Sie neben der Version von F. X. Schmid auch die Ausgabe vom Ravensburger Verlag, der F. X. Schmid übernahm und die Auflage von Alea.

„Adel verpflichtet" wurde 1990 als „Spiel des Jahres" prämiert, diese Auszeichnung gilt als die bedeutendste unter Brettspielen. Falls Sie Ihre Spielesammlung weiter aufstocken wollen und auf der Suche nach guten Titeln sind, sind die Spiele des Jahres immer zu empfehlen. Bekannte Titel sind hier unter anderem „Dominion", „Qwirkle" und „Carcassonne".

Weitere Spiele von Klaus Teuber

Klaus Teuber zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten Spieleautoren. Sein Spiel „Die Siedler von Catan" und die zahlreichen Erweiterungen gehören zu den erfolgreichsten und meistverkauften Spielen aller Zeiten. Bereits viermal konnte Klaus Teuber die Auszeichnung „Spiel des Jahres" gewinnen. Neben „Barbarossa", „Adel verpflichtet" und „Die Siedler von Catan" erhielt auch „Drunter & Drüber" 1991 diesen Preis. Weitere bekannte Spiele von Klaus Teuber sind unter anderem „Timberland" und „Löwenherz - Der König kehrt zurück".

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