Achtung Kostenfalle: Das Geschäft mit dem Druckermaterial

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Die Erkenntnis kommt häufig erst geraume Zeit nach dem Kauf: Der vermeintlich günstige Computer-Drucker erweist sich im Betrieb als Kostenfalle. Und zwar dann, wenn der Erwerb von Verbrauchs- und Verschleißteilen den Geldbeutel gehörig belastet.

 

Achtung Kostenfalle: Das Geschäft mit dem DruckermaterialDruckerpatronen können sich als kostspieliges Ersatzteile erweisen. (Copyright: tusumaru/ Thinkstock)

 

 

Der Trick mit der Erstausstattung

Gerade bei ihren vermeintlich günstigsten Modellen greifen viele Hersteller zu einem Trick: In der Erstausstattung sind Farb- und Tonerkartuschen deutlich weniger gefüllt als die zum Nachkauf bestimmten Einheiten.

 

Das ist keine Böswilligkeit gegenüber dem Käufer, sondern wirtschaftliches Kalkül: Mit einem günstigen Anschaffungspreis für den Drucker - der teilweise gerade so die Selbstkosten des Herstellers abdeckt - werden Käufer angelockt. Den fehlenden Gewinn holen die Firmen dann mit den über kurz oder lang fälligen Verbrauchsutensilien wieder rein. So kann der Preis für einen Satz Farbpatronen für den Tintenstrahldrucker oder der Ersatztoner für den Laser auch mal höher ausfallen als der Druckerpreis selbst.

 

Entsprechend sollten sich insbesondere Vieldrucker vor dem Kauf über die jeweiligen Seitenpreise informieren - und zwar nicht nach Herstellerangaben, sondern am besten über Tests in den Fachmagazinen. Denn der Seitenpreis wird dort nicht auf Basis der mitgelieferten Erstausstattung an Kartuschen berechnet, sondern anhand des Preises des nachkaufbaren Verbrauchsmaterials.

 

 

Auf Nummer sicher mit Originalen

In vielen Haushalten sind Original- und Rebuilt-Kartuschen parallel im Einsatz. (Copyright: Dieter Schütz/ pixelio) Die sicherste Wahl beim Nachkauf von Verbrauchsmaterial ist der Griff zu den Originalangeboten des jeweiligen Herstellers. Damit wird nicht nur eine einwandfreie Funktion sichergestellt, sondern auch eine möglichst hohe Farbtreue und -beständigkeit der Ausdrucke.

 

Freilich ist diese Lösung nicht nur die verlässlichste, sondern auch die teuerste. Daher lohnt sich häufig eine Preisrecherche im Web. Gerade Anbieter, die sich auf Verbrauchsmaterialen gängiger Drucker spezialisiert haben, liegen inklusive Versandkosten oft deutlich unter dem empfohlenen Verkaufspreis der Hersteller.

 

Manchmal wird der Preis für Tinte und Toner herabgesetzt, wenn das Haltbarkeitsdatum - dessen Angabe übrigens für Hersteller nicht verpflichtend ist - überschritten wurde. Bei Tonern für den Laserdrucker ist hier das Risiko einer schlechteren Druckqualität eher gering, wenn der Toner ordnungsgemäß, also trocken und dunkel, gelagert wurde. Tinten sind deutlich empfindlicher. Hier kann die Druckqualität nach etwa zwei Jahren sichtbar nachlassen.

 

 

Kompatible Patronen

Pelikan bietet kompatible Farbkartuschen für Canon-Drucker. (Copyright: Pelikan) Für viele Druckermodelle werden als „kompatibel“ bezeichnete Tonerkartuschen, Trommeln oder Tintenpatronen angeboten. Dabei handelt es sich um Nachbauten des Originalteils durch einen Fremdhersteller.

 

Etliche Druckerproduzenten wollen sich vor dieser Konkurrenz schützen und einen Nachbau verhindern, indem sie Teile der Trommeln, Kartuschen und Patronen patentrechtlich schützen lassen. Andere wiederum treffen mit den Fremdherstellern Lizenzvereinbarungen, über die meist Kriterien für Kompatibilität und Qualität definiert sind.

 

Aber Achtung: Viele unseriöse Anbieter scheuen nicht davor zurück, ihre Toner und Tinten als kompatibel zu bezeichnen, obwohl keinerlei entsprechende Vereinbarungen geschlossen wurden. Dies kann bei einem Defekt des Druckers zu Garantieproblemen führen.

 

 

Rebuilt und Refill

Viele Verbraucher betrachten die Begriffe „Rebuilt“ und „Refill“ irrtümlicherweise als Synonyme für das Wiederbefüllen von Druckelementen. Zwar kommen in beiden Fällen leere Originalpatronen und -kartuschen zum Einsatz, beim aufwändigeren Rebuilt (Wiederaufbereitung) werden diese jedoch zunächst gereinigt und auch Verschleißteile ausgetauscht. Erst dann erfolgt die Neubefüllung mit Toner oder Tinte.

 

Beim Refill (Wiederbefüllung) geht es dagegen sofort zur Sache. Alle Teile einer leeren Kartusche verbleiben so wie vorgefunden, es erfolgt lediglich das Auffüllen. Für die Sparsamen gibt es sogar preisgünstige Sets, um einen Refill zuhause selbst durchzuführen.

 

Durch die Verwendung von Refill- oder Rebuilt-Tinten oder -Tonern kann man durchaus viel Geld sparen. Allerdings sind die Qualitätsunterschiede ebenso groß wie die Zahl der Anbieter des aufbereiteten Verbrauchsmaterials. Refill-Toner, die fleckige Ausdrucke produzieren oder Ersatztintenkartuschen, bei denen nur drei der vier Farbkammern funktionieren, kommen durchaus häufiger vor.

 

Vor dem Kauf sollte man sich daher genau informieren, welche Erfahrungen andere mit den jeweiligen Anbietern gemacht haben. Hilfreich hierbei sind Internet-Foren, Ratingportale oder die Kommentare und Bewertungen bei Ebay und anderen Versandhäusern.

 

 

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