Achtung Abzocke: Die miesen Tricks der Online-Betrüger

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Achtung Abzocke: Die miesen Tricks der Online-Betrüger


Das weltweite Netz bietet fast unbegrenzte Möglichkeiten zum Geschäfte machen. Leider gilt das auch für Betrüger, die hier Jagd auf ahnungslose Opfer machen. Auch Händler auf dem virtuellen Marktplatz eBay bleiben davon nicht verschont: Axel Gronen, Chefredakteur des Informationsdiensts "Internet-Auktionen professionell", stellt Ihnen heute einige der Maschen vor, mit denen Betrüger ehrliche eBay-Händler abzocken.
von Axel Gronen, Chefredakteur von Internet-Auktionen professionell

Über Kunden, die von windigen eBay-Händlern betrogen werden, liest man oft in den Medien. Dass auf dem virtuellen Marktplatz auch Händler so manches Mal Opfer betrügerischer Kunden werden, ist weniger bekannt. Hier einige der miesen Maschen, mit denen eBay-Händler übers Ohr gehauen werden.

1. Phishing- und Spoof-Mails

Eine beliebte Masche der Gauner sind so genannte Phishing- oder Spoof-Mails, über die Sie vertrauliche Daten zu Ihrem Account oder zu Ihrer Kreditkarte preisgeben sollen. Diese Daten sollen Sie dabei direkt in eine Mail bzw. ein Mailformular eintragen oder (das ist der häufigere Fall) Sie sollen einen enthaltenen Link anklicken und dann Ihre Daten auf einem Server "aktualisieren". Achtung: Die Links führen nicht dorthin, wo Sie denken! Die falschen Links in diesen Mails sind maskiert: Im Text sehen Sie normal aus, der unter dem HTML-Code liegende tatsächliche Link führt Sie aber dann keineswegs zu eBay oder PayPal, sondern zu einem häufig in Osteuropa oder Asien liegenden Server der Betrüger. Manche dieser betrügerischen Websites enthalten sogar Java-Script-Code, mit dem die Adresszeile Ihres Internetbrowsers überschrieben wird und dann eine harmlose Adresse anzeigt. Das scheitert, wenn Sie eine Toolbar (das ist eine Erweiterung für Ihren Internet-Browser, mit der Sie Popups verhindern und vor allem komfortabel suchen können) wie die von Google in Ihrem Browser als Plug-In installiert haben: Dort sehen Sie unterhalb der Google- Toolbar die gefälschte Adresszeile - ohne Toolbar wäre mit ihrem Inhalt die echte Adresszeile überschrieben worden.

Wie können Sie sich schützen? Ganz einfach: Klicken Sie nie auf einen Link in einer Mail, der Sie dazu auffordert, Kontoinformationen oder Ähnliches preiszugeben! eBay hat auf die zunehmende Gefahr durch Phishing-Mails schon vor einiger Zeit reagiert und eine durchaus lesenswerte Website zu dem Thema veröffentlicht:
http://pages.ebay.de/education/spooftutorial/ Darin heißt es unter anderem:
"Unser Sicherheitstipp: Klicken Sie nie auf einen Link in einer E-Mail, die Sie auffordert, sich bei eBay einzuloggen. Öffnen Sie stattdessen lieber ein neues Browserfenster, geben Sie www.ebay.de ein und gehen Sie in "Mein eBay". Dort haben Sie Zugriff auf alle relevanten Daten und Informationen. So können Sie sicher sein, dass Sie sich auf einer echten, sicheren eBay-Website befinden."

Bearbeiten Sie angeblich von eBay oder PayPal kommende Mails, indem Sie über Ihre Favoriten in "Mein eBay" oder die PayPal-Verwaltung gehen oder tippen Sie www.ebay.de manuell ein.

2. Die Western-Union-Masche

Eine andere, noch ziemlich neue Masche soll Sie zum Komplizen von Betrügern machen. Das Problem der Gauner: Egal, wie raffiniert deren Betrugsmaschen sind, irgendwie müssen die an das Geld ihrer Opfer kommen und das natürlich möglichst so, dass man die Täter nie ermitteln kann. Wenn also ein Betrüger beispielsweise Ware gegen Vorkasse verkauft und nicht liefert, dann kann er das Geld nicht einfach auf sein Konto überweisen lassen: Europäische Konten setzen eine vergleichsweise sichere Identifizierung des Inhabers bereits bei der Kontoeröffnung voraus und man kann Betrüger daher später leicht ermitteln. Einige Betrüger setzen dafür gefälschte Ausweise ein - aber die sind aufwändig zu beschaffen.

Viele Betrüger wollen daher eine Zahlung über den Zahlungsdienst Western Union: Der Käufer zahlt dabei in einer Postfiliale Geld ein, das der Verkäufer mit Hilfe der verwendeten Transaktionsnummer bei einer der Western-Union-Akzeptanzstellen weltweit bar abheben kann. Diese Akzeptanzstellen sind beispielsweise in südeuropäischen Ländern oft nur Kioske oder Tankstellen, die entgegen anders lautenden Behauptungen von Western Union auch ohne sicheren Identitätsnachweis auszahlen, der Betrüger kann also nie ermittelt werden.

Mir ist kein Fall bekannt geworden, in dem ein seriöser eBay-Verkäufer auf einer Zahlung per Western Union besteht - aber ich kenne dutzende Opfer von über Western Union abgewickelten Betrugsfällen. Western Union an sich ist natürlich eine seriöse Firma, aber deren Zahlungsdienst eignet sich definitiv nicht für Zahlungen an Unbekannte! Lassen Sie sich nicht zum Komplizen machen! Inzwischen hat sich die Western-Union-Problematik ein wenig herumgesprochen, so dass es immer schwieriger wird, für diese Masche neue Opfer zu finden.

Übrigens: Sogar eBay und Western Union selbst warnen inzwischen davor, Western Union für eBay-Zahlungen zu nutzen.

3. Finger weg von einer Tätigkeit als Transaktionsmanager

Und da haben findige Betrüger sich auch schon etwas Neues einfallen lassen: Sie missbrauchen nun die Konten ahnungsloser Dritter für ihre dubiosen Geschäfte. Dabei werden Jobs als "Finanzkurier", "Verhandlungsmanager" oder "Transaktionsmanager" angeboten. Hier ein Auszug aus einer solchen Rekrutierungsmail, die Fehler darin waren übrigens auch in der Originalmail:
"Die Geldmittel von unseren Kunden von unserer Gesellschaft werden auf Ihr Bankkonto überweisen. Sie werden ihrerseits die Geldmittel an unsere Vertreter auf die angegebene Art und Weise überweisen (in der Regel sind das Western Union und MoneyGram). Für jede Überweisung werden Sie die Provision in der Höhe von 10% der Summe bekommen. Abgesehen davon zahlen wir alle Unkosten von den Dienstleitungen von Western Union und MoneyGram."

Und damit schließt sich der Kreis, Western Union ist wieder im Spiel. Die Betrüger missbrauchen die Konten ihrer "Transaktionmanager" oft für Vorkassebetrug: Da werden über eBay oder auf andere Weise preiswert Waren angeboten und dafür Zahlungen per Vorkasse kassiert. Diese Zahlungen werden von den Transaktionsmanagern auf ihren
Konten entgegengenommen und über Western Union weitergeleitet “ abzüglich der versprochenen Provision (zwischen sieben und 25 Prozent). Die Käufer bekommen natürlich keine Waren und stellen Betrugsanzeigen gegen die (ahnungslosen) Kontoinhaber “ die eigentlichen Betrüger sind nicht zu ermitteln. Eine andere Form des Missbrauchs setzt weitere Phishing-Mails voraus: Per Phishing-Mails greifen die Betrüger Kreditkartendaten oder Daten für das Online-Banking ab und lassen die ergaunerten Beträge wiederum über die Konten der "Transaktionsmanager" fließen - auch hier enden mögliche Ermittlungen bei denen. Den "Transaktionsmanagern" wird zwar meist kein Betrugsvorwurf gemacht, dazu fehlt es ihnen am Vorsatz. Allerdings wurden bereits diverse Verfahren wegen Geldwäsche gegen solche Opfer eingeleitet, die teilweise sogar mit Freiheitsstrafen endeten. Mein Rat: Nehmen Sie nie Zahlungen für Dritte entgegen!

4. Nicht jeder Treuhandservice ist vertrauenswürdig

In letzter Zeit wird verstärkt wieder eine eigentlich schon ältere Betrugsmasche versucht: Dabei kaufen die Betrüger gängige Elektronikartikel, die zu Festpreisen angeboten werden, wo also nicht erst noch das Auktionsende abgewartet werden muss. Die Betrüger mailen dann die Verkäufer an und bitten darum, über einen Treuhandservice oder eine Bank zahlen zu dürfen, um abgesichert zu sein. Ein seriöser Treuhanddienst wie beispielsweise Iloxx (www.iloxx.de) funktioniert so:
1. Der Käufer überweist das Geld an iloxx.
2. iloxx meldet dem Verkäufer den Geldeingang.
3. Der Verkäufer versendet die Ware an den Käufer.
4. Der Käufer meldet iloxx den ordnungsgemäßen Empfang der Ware.
5. iloxx überweist das Geld an den Verkäufer.

So kann der Käufer sicher sein, für sein Geld auch tatsächlich Ware zu bekommen - und der Verkäufer ist sicher, sein Geld zu bekommen. Die Betrüger arbeiten aber eben natürlich nicht mit einem echten Treuhandservice zusammen, sondern fälschen eine entsprechende Website. Lässt sich ein Verkäufer darauf ein, so bekommt er nach einigen Tagen die (natürlich gefälschte) Nachricht, der Treuhandservice habe das Geld erhalten und er solle nun die Ware verschicken.

Mein Rat: Akzeptieren Sie Zahlungen über Treuhänder nur dann, wenn Ihnen der Treuhänder gut bekannt ist und Sie auch sicher sind, dabei nicht auf gefälschte Benachrichtigungen hereinzufallen.
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