Accuphase E-205 : HÖRTEST

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   HiFi-ZEILE    HÖRTEST


Wir hören und vergleichen:

Accuphase revidiert - / - Accuphase unrevidiert

„… und wie klingt mein Accuphase-Verstärker nach einer Revision?“ – Diese Frage können
wir Mitarbeiter der HiFi-ZEILE jetzt beantworten. Denn wir haben gemeinsam mit drei
Testhörern zwei baugleiche Accuphase Verstärker E 205 (circa 1989) miteinander verglichen.
Das Ergebnis dieser Hörsitzung „Accu rev. - / - Accu unrev.“ hat alle Beteiligten angenehm
überrascht.

Der eine E 205 stammt aus der HiFi-Sammlung eines HiFi-Liebhabers. Dem Verstärker ist
anzusehen (keine dunkel verfärbten Platinen in der Endstufe), dass es nur wenige Betriebs-
Stunden lang genutzt worden war.

Das andere Gerät wurde 20 Jahre lang intensiv betrieben. Ein Techniker der HiFi-ZEILE hat
diesen E 205 generalüberholt (wir nennen es: „revidieren“). Bei einer HiFi-ZEILE Revision
werden unter anderem alle defekten und für Verschleiß anfälligen Elemente ersetzt durch hoch-
wertige Bauteile aus der aktuellen Produktion; jeder einzelne Schalter wird gereinigt und mit
einem speziellen Anti-Oxydations-Mittel konserviert; diverse Kondensatoren werden erneuert
und die vergoldeten Oberflächen der hochwertigen LS-Relais auf Hochglanz poliert.

Lohnt sich dieser Aufwand? – Schon die erste CD, die wir in den Player (Mission DAC 5 mit
externem Wandler DAD 5) legten, gab die Antwort: Es lohnt sich!

Denn der revidierte E 205 verfügt über sämtliche guten Eigenschaften, die der Accu-Liebhaber
schätzt. Beim Percussion-Arrangement des „Pachelbel-Canon“ („This Is K2 HD Sound“,
FIM K2 HD 078) werden die Instrumente konturgenau abgebildet und unverrückbar vor dem
Hörer aufgereiht; Hölzer und Metalle sowie der jeweilige Charakter von Trommelfellen lassen
sich klanglich perfekt voneinander unterscheiden.

Im Intro von Little Feat’s Live-CD „Waiting For Columbus“ (Rhino 8122-78274-2) begleitet
das revidierte Gerät aufmerksamer als der unbearbeitete Verstärker die Musiker von der
Garderobe auf die Bühne. Wenn es ab dort nur noch gilt, die dynamischen Reserven der
Lautsprecher (Ecouton LQL 200) auszuloten, erledigen beide Probanden ihre Arbeit mit der
gleichen Unbeschwertheit. Die Anschlagsvarianten der Kuhglocke werden in diesem Sound-
-Gewirr aus Drums, Gitarren und Keyboards vom revidierten E 205 allerdings besser erkannt.

Er zupft auch jede einzelne Saite sensibler an, wenn die Harfenistin Catrin Finch das „Ave Maria“
(„Crossing The Stone“, Sony SK 87320) interpretiert. Der unbehandelte Accu betrachtet nicht
so genau die Einzelteile, sondern bringt lieber das gesamte Instrument zum Vorschein. Wenn sich
der Countertenor Terrance Barber dazugesellt, verleiht er ihm ein wenig mehr Brustumfang; der
revidierte E 205 analysiert präziser den Klang seiner Stimme.

Als Analytiker erweist sich der Revidierte auch im „Mozart-Klavierquintett“ (Vienna Wind
Soloists, Telarc 80114). Während sein Mitbewerber sich mehr um die Abbildung des
Raumes kümmert, schaut der gründlich bearbeitete E 205 den Instrumentalisten genauer
auf die Finger.

In „Somethin Stupid“ („My Way - The Best of Frank Sinatra“, Reprise 9362-46712) trennt
der jungfräuliche Accu die Stimmen von Nancy und Frankieboy sorgfältiger voneinander. Der
revidierte E 205 widmet sich detektivisch eher solch scheinbaren Nebendarstellern wie den
Streichern; der Mischpult-Kanal, den der Tontechniker dem String-Ensemble einst zugewiesen
hatte, ist nun lokalisierbar.

Aber noch viel „accuphasiger“ als sein unrevidierter Bruder klingt der aktualisierte E 205 bei
der Country-Version von „No Woman, No Cry“ („Reggae Around The World“, Putumayo
142). Der Revidierte aus der HiFi-ZEILE Werkstatt erkennt jede einzelne Note des Slide-
-Gitarristen Jerry Douglas, der unbehandelte Accuphase lässt sie ineinander verschwimmen.

Die Frage „Ist ein E 205 nach einer Revision überhaupt noch ein Accuphase?“ ist damit
beantwortet: All jene Analytiker-Tugenden, welche diesen Accuphase-Verstärker einst in
den Rang eines Referenz-Klassikers erhoben hatten, werden von einer HiFi-ZEILE Revision
nicht nur bewahrt – sondern teilweise sogar veredelt.

Pierre Wittig
 
 
 
 
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