Abzocke - das Geschäft mit dem Porto

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Jeder hat es schon einmal gesehen: Versandkosten in schwindelerregender Höhe. 5,00 Euro für eine DVD sind keine Seltenheit. Ebenso viel für ein Buch. Kleinteile für bis zu 7,50 Euro. Manch ein Zuschlag ist niedriger als die Versandkosten.

Das die Portokosten die Kosten, die der Verkäufer durch den Versand hat, decken müssen ist klar. Das sind in der Regel Porto und Verpackung. Doch verdienen soll der Verkäufer daran nicht! Dafür gibt es den Auktionspreis.
Nur durch die hohen Portokosten lässt es sich jedoch erklären, dass (gewerbliche) Verkäufer in der Lage sind Produkte ab 1,-- Euro anzubieten, die im Handel ein Vielfaches kosten. Normalerweise geht das Produkt im Bereich des Handelswertes über den "Tisch"; doch um das Risiko zu mindern, bietet es sich an im Versandpreis eine Risikoabdeckung zu verstecken. Außerdem werden so die Kosten bei eBay gedrückt, da diese sich aus einer Grundgebühr und einer Erfolgsprovision zusammensetzt, wobei die Versandkosten nicht eingerechnet werden. Dies geschieht zurecht, da der Verkäufer im eigentlich Sinne hier ja nur eigene Kosten weitergibt.

Oft genug kommt es vor, dass eine DVD als Maxiwarensendung (1,65 Euro) in einem gebrauchten Umschlag für 3,00 Euro unversichert versandt wird. 7,50 Euro für ein angeblich versichertes Feuerzeug werden fällig, doch erhalten tut man nur einen Maxibrief für 1,45 Euro Porto (unversichert).

Spricht man die Verkäufer nach Ende der Auktion an, verweisen sie auf die Tatsache, dass ein bindender Vertrag geschlossen wurde und man es sich "hätte früher überlegen sollen". Recht haben sie. Vorher gucken! Meldet man sich erst, wenn die Ware da ist, hat man das Geld schon überwiesen. Das der Verkäufer es (teilweise) zurückerstattet ist mehr als unwahrscheinlich!

Doch was kann man dagegen tun? Eigentlich nicht viel! Das Wichtigste: Vorher schauen! Es ist keinesfalls nötig alle Auktionen mit überhöhtem Porto zu meiden. Doch sollte man sich selbst nicht ein Höchstgebot, sondern einen Höchstpreis für die Ware setzen. Ein Höchstpreis enthält bereits das Porto. Bietet ein Verkäufer die Ware zum Beispiel mit 2,00 Euro Versand an, kann das Höchstgebot um drei Euro höher liegen als bei dem Konkurrenten, der 5,00 Euro für den Versand verlangt.
Bei ähnlichen Preisen sollte man immer auf den Verkäufer zurückkommen, der die niedrigeren Versandkosten anbietet. So wird die Ehrlichkeit gefördert. Nur mit einem Zeichen durch eine starke Gemeinschaft kann Missbrauch "abgestraft" werden.
eBay selbst sollte ebenfalls aktiv gegen überhöhtes Porto vorgehen: Es sollte neben der Möglichkeit zu bewerten auch die Möglichkeit geben anzugeben, wie fair die Versandkosten sind. Dies schafft für andere Käufer einen Überblick und ermöglicht eBay "schwarze Schafe" auszusieben. Schließlich schadet es auch dem Auktionshaus; so entgegen ihm endpreisorientierte Erfolgsprämien.

Hier sei aber noch einmal ganz deutlich darauf hingewiesen, dass einige Cent "Gewinn" durchaus zu vertreten sind: Versandkosten lassen sich nicht exakt bestimmen, wenn man das Verpackungsmaterial mit einbezieht. Zudem sind "krumme Beträge" nicht immer sinnvoll. Ein aufrunden von 1,94 Euro Versandkosten auf runde 2,00 Euro ist durchaus akzeptabel. Dies sollte aber nie ein größerer Schritt als zum nächsten halben Euro sein.

Hat der Händler trotz relativ hoher Versandkosten nur "minderwertig" versandt (unversichert statt vereinbartem versichert; normal statt vereinbartem Express) sollte gegenüber dem Verkäufer förmlich Beschwerde eingelegt werden und diese umgehen an eBay in Kopie übersandt werden. Darauf kann in der Beschwerde durchaus hingewiesen werden.

ew_h2002
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