Abschaffung von Ebay-Shops für private Verkäufer

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Der ehrliche private Verkäufer, der seinen eigenen Shop als günstige Angebotsform nutzt,
ist der Dumme!
Am 20.08.2008 werde ich von EBAY lapidar darüber informiert, dass mein EBAY-Shop als privater Verkäufer zum 25.09.2008 eingestellt wird. Als Begründung wird u.a. größere Markttransparenz, Käuferschutz, Schutz des privaten Verkäufers vor rechtlich/steuerrechtlichem Ärger und ähnliches aufgeführt.
Es muss die Frage erlaubt sein, was sich EBAY dabei denkt, zunächst den Shop für private Verkäufer
als eine günstige und attraktive Angebotsform anzupreisen, um sie anschließend wieder mit fadenscheinigen Argumenten abzuschaffen.
  1. Eine höhere Marktransparenz ist nicht gegeben. In jedem Angebot war und ist deutlich erkennbar, ob es sich um einen privaten oder gewerblichen Verkäufer handelt.
  2. Eine Verbesserung des Käuferschutzes sehe ich keinster Weise. Der Kunde/Käufer ist mündig und kann durchaus selbst entscheiden, bei wem er kaufen möchte. Er kann über die Zahlungsweise ebenso entscheiden, wie auch darüber, ob er bei einem privaten oder gewerblichen Verkäufer einkauft. Darüber hinaus stellt sich die Frage, weshalb EBAY Auktionen von privaten Verkäufern in Bezug auf den Käuferschutz nicht gleich behandelt werden. Wenn EBAY hier konsequent wäre, dann müßten alle Angebote von privaten Verkäufern generell und damit auch die für EBAY gegenüber dem Shop finanziell lukrativere Angebotsform der Auktion untersagt werden. Diese angebliche Verbesserung des Käuferschutzes ist schlichtweg vorgeschoben. Geschützt werden allenfalls finanzielle EBAY-Interessen und das Interesse gewerblicher Anbieter, lästige Konkurrenz loszuwerden.
  3. Das Argument, dass private Verkäufer durch die EBAY-Maßnahme der Shop-Streichung vor rechtlichem und steuerrechtlichem Ärger bewahrt werden sollen, ist absurd. Privater Verkäufer bleibt privater Verkäufer, egal ob er seine Angebote per Auktion oder als Shopartikel einstellt. Es muss hier die Frage erlaubt sein, weshalb EBAY seriöse Shop-Inhaber unter den privaten Verkäufern, die den EBAY-Grundsätzen entsprechend völlig korrekt handeln, von der Shop-Angebotsform auszuschließen beabsichtigt. Der ehrliche private Verkäufer ist hier der Dumme und wird völlig unzutreffend als versteckt agierender, gewerblicher Verkäufer hingestellt. Im übrigen gibt es schwarze Schafe keineswegs nur und auschließlich bei privaten Verkäufern, und ob ein Verkäufer seriös oder unseriös handelt, ist auch nicht abhängig von der Angebotsform. Das private Verkäufer keinen Internetshop betreiben dürfen ist vom Gesetzgeber keineswegs untersagt. Warum also kein Ebay-Shop?
Mich persönlich ärgern an der Shop-Streichung  durch EBAY zum 25.09.2008 folgende Punkte:
  1. Ich habe viel Zeit und Mühe in meinem Shop investiert, und nun kommt EBAY und streicht mir diese günstige Angebotsform. Da nützt es mir auch nichts, wenn mir EBAY einerseits "Sternchen" zuschickt und mir zu  meinem zuverlässigen und seriösen Geschäftsgebaren die Anerkennung ausspricht und mir nun andererseits den für mich zum liebgewonnenen Hobby gewordenen Shop streicht.  Die von EBAY aufgeführen Begründungsmuster (siehe oben) halte ich für indiskutabel, zumal hier nur eines bewirkt wird: Ich verliere ohne zwingenden Grund meinen Shop und soll künftig deutlich höhere Gebühren für die von EBAY bevorzugten und lukrativeren Auktionen zahlen. Für mich stellt dies eine versteckte Preiserhöhung dar und macht den Verkaufsplatz EBAY für mich deutlich uninteressanter.
  2. Für die Findung von Alternativen zum bisherigen Shop habe ich Dank der unverschämt kurzen Vorlaufzeit von ca. einem Monat, die EBAY gewährt (Mitteilung über die Shop-Schließung am 20.08.08 - Shop-Schließung am 25.09.08), kaum ausreichend Zeit. EBAY stellt mich vor vollendete Tatsachen.
  3. EBAY fordert einerseits von seinen Mitgliedern die Einhaltung von Grundsätzen und lässt andererseits Mitglieder, die im Vertrauen auf die Fortführung einen eigenen Shop aufgebaut haben, nun im Regen stehen. Wo bleiben hier für EBAY- Grundsätze gegenüber den eigenen Mitgliedern wie beispielsweise Vertrauenswürdigkeit, Kontinuität und Planungssicherheit? Ich bin von EBAY zur Zeit maßlos enttäuscht. Den eigenen Aufwand für die Einrichtung und Etablierung des Shops ersetzt mir keiner.Ich lasse mir meine Zeit und Arbeit nur ungern stehlen. Auch nicht von EBAY!
  4. Dass ich als privater Verkäufer mit Shop unter Generalverdacht gestellt werde und trotz 100% Bewertungspunkten mit schwarzen Schafen in einen Topf geworfen werde, missfällt mir sehr.
  5. Dass EBAY sich dazu veranlasst sieht, die gewerblichen Anbieter so vehement gegenüber der so "starken" privaten Konkurrenz zu verteidigen, empfinde ich als Marktverzerrung und keineswegs kundenfreundlich.
  6. Die von EBAY gewährte Option, sich als gewerblicher Verkäufer anzumelden, um den Shop behalten zu können, ist für mich als tatsächlichen privaten Verkäufer keine echte Alternative und zudem für berufstätige Mitglieder von der Zustimmung des jeweiligen Arbeitgebers abhängig.
Persönliches Fazit:
Ich gehe davon aus, dass es auch anderen privaten Verkäufern mit eigenem Shop bitter aufstößt, wie EBAY mit treuen und einwandfrei arbeitenden Mitgliedern umgeht. Ich persönlich werde meine Konsequenzen daraus ziehen. Die zwangsweise herbeigeführte Umstellung für private Verkäufer auf die vergleichsweise teurere und auch aufwendigere Angebotsform der "Auktion" werde ich zumindest nicht mitmachen.

EBAY unterschätzt zudem einen anderen wesentlichen Aspekt. Viele private Shop-Betreiber sind nicht nur Verkäufer, sondern bedingt durch häufige EBAY-Aufrufe auch Kunden. Dieser Synergie-Effekt wird von EBAY offensichtlich unterschätzt.

Ich persönlich werde ab dem 25. September 2008 nicht nur meine Verkaufs- sondern auch meine Einkaufsaktivitäten drastisch reduzieren.

Ich hätte bis vor wenigen Tagen nicht für möglich gehalten, wie leicht es den EBAY-Verantwortlichen gelungen ist, mich vom begeisterten Ebayer zum total verärgerten Ebay-Mitglied zu machen.

andreask5137
"Noch"-EBAY-Shop: Andreas-Schatzkästchen
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