Abmahnung - notwendig oder bösartig???

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Wir sind Mitglied im Händlerbund Leipzig und erhalten von dort regelmäßig Newsletter zum ungeliebten Thema Abmahnungen. Es scheint, als wird dies der neue Freizeitsport für sog. Mitbewerber, die anderen ihren Umsatz neiden, selbst nicht allzuviel auf die Reihe bringen und versuchen, sich mit Abmahnungen über Wasser zu halten. Selbst Verbraucherzentralen sind sich nicht zu schade, abzumahnen.

Wie funktioniert das? Man suche sich eine Reihe Verkäufer aus und dazu einen Rechtsanwalt, der unter Mandantenmangel leidet. Irgendeinen Fehler findet man fast immer, gibt dem Anwalt dies weiter, der schreibt eine Abmahnung, die mit etwa 1000 Euro Kosten belegt ist und macht dann Halbe/Halbe. Böswillige Unterstellung? Keinesfalls! Auch wir wurden bereits darauf angesprochen, ob wir uns nicht was dazu verdienen wollen! Ständig gibt es neue Vorschriften und Gesetzesänderungen - man denke nur an das seit 08. Mai 2012 in kraft getretene Gesetz zur Angabe der Materialzusammensetzungen - natürlich gibt es Übergangsregelungen, doch wenn diese Schonfrist vorbei ist, geht es mit Abmahnungen wieder voll zur Sache.

Ich glaube, die Gerichte haben nur noch 2 Themen abzuhandeln, Nachbarschaftsstreitereien und Abmahnungen. Ich glaube aber auch, wer Wind sät, wird Strum ernten! Solch schnell "verdientes" Geld bringt keinen Segen und läutet den Untergang des betreffenden Unternehmens ein! So langsam wird unsere gesetzeshütende Obrigkeit auch munter und prüft, ob der Abmahngrund überhaupt den Kläger tangiert (das ist nicht immer der Fall), ob hier im großen Stil abgemahnt wird usw.

Wer die bei Ebayverfügbaren Zahlen lesen kann, ist auch in der Lage, auszurechnen,was die Konkurrenz verdient und so kann Mißgunst schnell seltene Blüten tragen. Und diese Zahlen sind nebenbei bemerkt auch ein Gradmesser für unsere Finanzämter, denn es gibt in jedem Bundesland extra abgestellte Beamte, die sich nur damit befassen.

Onlinehändler verzeichnen oft gigantische Wachstumsraten, was bei stationären Händlern mit nur Ladengeschäft nicht der Fall ist, dort bleiben die Kunden aus, aber die monatlichen Belastungen, wie Miete, Personalkosten usw. bleiben bestehen. Anstatt sich dem neuen Trend anzuschließen und auch ins Onlinegeschäft einzusteigen, wüten solche Unternehmer lieber ihrer Onlinekonkurrenz hinterher und versuchen, ihnen das Leben schwer zu machen. Der Verkauf und Gewinn im Onlinehandel muß ja größer sein, ein solches Geschäft hat 24 Stunden an 7 Tagen pro Woche geöffnet und erreicht Kunden in der ganzen Welt! Hingegen sind die Fixkosten doch gering (man denke nur an die Stromkosten für ein Notebook im Gegensatz zur Beleuchtung eines Ladengeschäftes!)

Also liebe Händler: das www steht jedem offen - versucht es dort und setzt Eure Energie lieber in neuen Verkauskanälen ein, anstatt anderen das Leben schwer zu machen. Und wer bereits einen Onlinehandel hat und mehr verdienen möchte, sollte sich um ein erweitertes Sortiment bemühen, z.B. um das Sommerloch zu stopfen.

Und all den Verkäufern, die so denken, wie wir, sei angeraten, auch Mitglied im Händerbund zu werden, das kostet nicht viel, aber die kümmern sich echt um all ihre Mitglieder und antworten ratz-fatz auf jede Frage. 

Und zuletzt für alle: Wer einen Fehler bei seiner Konkurrenz entdeckt, kann auch erst mal mit einer gutgemeinten email drauf hinweisen und muß nicht gleich das Messer zücken. Zumindest ist das unsere Einstellung und ich und mein Team können jeden Morgen ohne schlechtes Gewissen in den Spiegel gucken!

Andererseits gibt es tatsächlich unseriöse Angebote, die als "echt -made in germany" angepriesen werden und wir haben den identischen Artikel mit einem Schildchen drauf "made in china".  Wenn ein solcher Verkäufer aus dem Internethandel verschwindet, ist das nur gut für alle - sowohl für die, die kaufen wollen, als auch für alle ehrlichen Verkäufer.

 

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