Abarten und Plattenfehler auf Berlin-Marken – interessante Fundstücke aus Ost und West

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Abarten und Plattenfehler auf Berlin-Marken – interessante Fundstücke aus Ost und West

Die unterschiedlichen Abarten bei Briefmarken erkennen

Als Abarten bezeichnet man in der Philatelie Fehler in der Produktion von Briefmarken. Zu diesen zählen unter anderem Abweichungen beim Druck, bei der Position der Motive, den Farben, den Zähnen der Marke oder der Gummierung. Teilweise sind diese Fehler auch erst bei sehr genauem Hinsehen zu erkennen. Auch falsche Wasserzeichen zählt man zu den Abarten. Briefmarkensammler sind gespalten vom Thema der Abarten. Viele machen sich nichts aus diesen seltenen Fehlproduktionen, andere hingegen sind spezialisiert auf Abarten und immer auf der Suche nach diesen Seltenheiten. Gehören Sie zu den Letzteren, dann finden Sie bei eBay sicherlich die eine oder andere Abart, die noch in Ihrer Sammlung fehlt. Zu den Abarten zählen auch die Fehldrucke. Diese sind besonders große Abweichungen von der Vorgabe und können teilweise auch nur eine Marke eines Bogens betreffen. Typische Fehldrucke sind zum Beispiel fehlende Textzeilen oder die Verwendung einer falschen Farbe.

Die Tücken der Drucktechnik – Plattenfehler bei Briefmarken

Plattenfehler sind beim Druck entstandene Abweichungen, die eindeutig auf Anomalien während des Druckvorgangs zurückzuführen sind. Es gibt hierbei verschiedene Ursachen, die jedoch immer im Zusammenhang mit der Druckplatte stehen. So kann die Platte bereits vor der Drucklegung einen Fehler gehabt haben, der das Motiv oder den Druck beeinflusste, oder sie wurde falsch montiert. In diesem Fall würde es den gesamten Druckvorgang einer Briefmarkenserie betreffen, was im Normalfall zur Aussortierung aller Marken führt. Interessant in der Philatelie sind die Plattenfehler, die erst im Verlauf des Druckprozesses, zum Beispiel durch Abnutzung, entstehen. Hier ist dann nur ein kleiner Teil der Briefmarken betroffen, was bei den Kontrollen oftmals nicht bemerkt wird. Diese Marken gelangen dann in den Umlauf.

Das Sammelgebiet Berlin in der Philatelie

Die philatelistische Geschichte Berlins beginnt mit der Alliierten Besetzung der Stadt im Jahre 1945. Während bis dahin Berlin postalisch immer zu einem größeren Gebiet gehörte, wurden nun eigene Ausgaben für die Stadt produziert. Dies resultierte vor allem aus der Isolierung und Teilung der Stadt. Bevor 1948 die Deutsche Post Berlin im Westen und 1949 die Deutsche Post der DDR im Osten der Stadt mit der Ausgabe von Briefmarken begannen, wurden von den Alliierten unterschiedliche Serien von Postwertzeichen gedruckt. Auch hier gab es Unterschiede zwischen dem Ost- und Westteil der Stadt. In der sowjetischen Zone wurden Marken für Berlin und das umliegende Brandenburg herausgegeben, im Westen Berlins galten zunächst Postwertzeichen des Alliierten Kontrollrates und des Magisterrates der Stadt.

Fehlproduktionen aus der alliierten Besatzungszeit

Gerade zu Beginn der Epoche zwischen 1945 bis 1948 verlief die Produktion von Briefmarken in Berlin zeitweilig chaotisch. In der zerstörten Stadt mussten die Alliierten so schnell wie möglich eine funktionierende Zivilverwaltung aufbauen. Dazu zählten auch die Postbeförderung und die dazugehörigen Briefmarken. Vielfach wurden zunächst alte Marken aus dem Deutschen Reich verwendet, die mit speziellen Aufdrucken versehen wurden. Bei diesen Aufdrucken kam es vor allem zu zwei Fehlern. In den meisten Fällen sollte der Aufdruck in schwarzer Farbe erfolgen, es gibt jedoch viele Marken aus dieser Zeit, bei denen der Aufdruck in einer anderen Farbe vorgenommen wurde. Diese werden in der Philatelie als Farbfehldrucke bezeichnet. Der nächste häufige Fehler bei Postwertzeichen aus dieser Zeit war, dass die Briefmarken verkehrt herum in die Druckmaschine eingelegt wurden. So finden Sie den Aufdruck auf der falschen Seite der Marke beziehungsweise auf dem Kopf stehend vor.

Plattenfehler und Abarten der Deutschen Bundespost Berlin

Wie klein die Plattenfehler bei Berliner Marken teilweise sind, können Sie an der Dauermarkenserie Brandenburger Tor erkennen. In den Katalogen werden fünf unterschiedliche Fehler gelistet, die Sie nur mit einer Lupe erkennen können. Die 10- und 30-Pfennig-Marken besitzen am linken oberen Rand eine abgeschrägte Ecke, was auf einen Fehler beim Druck hindeutet. Nur auf der 10-Pfennig-Marke gibt es bei einigen wenigen Exemplaren einen Bruch im Schatten zwischen der vierten und fünften Säule des Brandenburger Tores. Ebenfalls im Torbogen tritt der vierte Plattenfehler in der Serie dieser Marken auf. Zwischen der dritten und vierten Säule finden Sie bei einigen dieser Berliner Briefmarken einen weißen Querstrich. Der letzte Druckfehler tritt wiederum am Rand einiger Marken auf, diesmal an der rechten Seite. Dort ist der Rand minimal ungerade gedruckt, was an zwei Stellen auffällt. Auch diesen Fehler finden Sie im Regelfall nur mit einer Lupe und wenn Sie dieses Merkmal kennen und gezielt danach suchen.

Doppeldruck-Marken

Unter dem Begriff Doppeldruck versteht man Marken, bei denen Text und Motiv verschwommen wirken. Bei genauerem Hinsehen erkennen Sie, dass die Marken doppelt bedruckt wurden und deshalb verlaufen aussehen. In Berlin sind verschiedene dieser Doppeldruck-Marken bekannt. Die Intensität des Fehlers schwankt, sodass es Marken gibt, wo man sehr genau hinsehen muss, um den zweiten Druck zu erkennen. Einen der offensichtlicheren Fehler dieses Typs finden Sie auf der laufenden Nummer 399, eine 30-Pfennig-Marke anlässlich des 50. Jubiläums der Avus-Rennstrecke. Hier ist die rote Aufschrift „Deutsche Bundespost Berlin“ deutlich verwaschen. Es ist auch möglich, dass sich der Doppeldruck nur auf eine Farbe bezieht. Dies ist bei der Marke mit der Michel-Katalog-Nummer 461 bekannt. Hier wurde die schwarze Farbe doppelt gedruckt, während der Rest der Marke keinerlei Fehler aufweist. Sie erkennen diese Marke und weitere mit der gleichen Fehlerart an der verwaschenen Aufschrift „Deutsche Bundespost Berlin“. Ab 1948 war dieser Typ der Druckabart eine der häufigsten unter den Produktionsfehlern bei Berliner Briefmarken, sodass Sie noch viele weitere Doppeldruck-Marken bei eBay finden können.

Zähnungsabarten

Sehr selten in Berlin sind hingegen Briefmarken, die Zähnungsabarten besitzen. Der Philatelist unterscheidet hierbei zwischen unterschiedlichen Arten. Ist der Bogen mit den Marken in der Zähnungsmaschine verrutscht oder wurde unsauber eingelegt, kommt es dazu, dass die Zähnungen sich nicht an der Stelle befinden, wo sie sein sollten. Bei einer einzelnen Marke wirkt es dann so, als ob das Bild der Marke verrutscht sei. Ist die Abweichung hierbei sehr groß, wird gar ein Teil des Motivs von der Zähnung zerstört und auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein großer weißer Bereich oder gar ein Stück des Bildes der nächsten Marke. Als Teilzähnung werden Postwertzeichen kategorisiert, bei denen an einer oder mehreren Seiten gar keine Zähne vorhanden sind. Dies ist auf Fehler in der Zähnungsmaschine zurückzuführen.

Bis 1990, als mit der Wiedervereinigung Deutschlands die Deutsche Post Berlin ihren Betrieb einstellte, sind zahlreiche Marken mit verschiedenen Plattenfehlern und Abarten in Berlin gedruckt worden und sind in den Umlauf gelangt. Für Sammler sind zumeist die ungestempelten Exemplare von besonderem Wert, da Sie hier die Fehler besonders gut erkennen können. Bei gestempelten Marken kann es sein, dass der Makel ganz oder teilweise von der Frankatur verdeckt wird. Einige der Fehlproduktionen sind dazu in so geringen Mengen in Umlauf geraten, dass diese kaum bekannt und dokumentiert sind. Diese Raritäten und andere Abarten finden Sie bei eBay.

Briefmarken aus dem Ostteil der Stadt mit Fehlern

Obwohl die sowjetischen Marken nur rund vier Jahre im Umlauf waren, gibt es auch bei diesen verschiedene Plattenfehler. Gerade auch bei den improvisierten Marken aus dem Jahre 1945 finden Sie einige Produktionsfehler. Oftmals wurden existierende Marken der Deutschen Post genommen und eilig mit Aufdrucken wie „Sowjetische Besatzungszone“ versehen. Hierbei kam es häufiger dazu, dass die Bögen falsch herum in die Druckmaschine eingelegt wurden. Dies führte dann dazu, dass die Aufschrift auf dem Kopf steht. Von vielen dieser Marken aus den Jahren 1945/46 sind kopfstehende Versionen bekannt, so zum Beispiel von der Ausgabe 190 aus der SBZ. Bei der gleichen Markenserie findet sich ein weiterer Fehler, der von Philatelisten gerne als Abart gesammelt wird. Bei dem sogenannten Abklatsch wurde der Bogen mit den Briefmarken mit der falschen Seite nach oben in die Druckmaschine gelegt, sodass sich der Aufdruck „Sowjetische Besatzungszone“ nicht auf der Briefmarke, sondern auf der Gummierung befindet. Diese Art von Fehler taucht in der regulären Produktion von Briefmarken nicht auf, da in der Regel die Marken in einem Druckvorgang gefertigt werden.

1948 erschien in der sowjetischen Zone eine 20-Pfennig-Marke mit dem Motiv des Berliner Bären, die relativ häufig über einen Zahnungsfehler verfügt. Bei eBay finden Sie diese Marke mit der laufenden Nummer 205, die am unteren Rand über keine Zähne verfügt. Gerade diese offensichtlichen und groben Fehler gelangen nur sehr selten in den Umlauf, da die meisten bei der Produktionskontrolle sofort aussortiert werden. Ab 1949 existierten in Ostberlin keine eigenen Briefmarken mehr, die Postwertzeichen der DDR waren in allen Teilen der neu gegründeten Republik gültig und ersetzten die Marken der sowjetischen Zonen.

Mit Katalogen die Übersicht bei Abarten und Plattenfehlern behalten

Da viele der Fehlproduktionen inzwischen dokumentiert sind, haben sich die bekannten Verlage daran gemacht, Kataloge zu den Plattenfehlern herauszugeben. Diese erhalten Sie ebenfalls bei eBay und sie werden Ihnen eine große Hilfe sein. Sowohl bei der Suche nach neuen Abarten und Plattenfehlern als auch bei der Bestandsaufnahme Ihrer Sammlung sind diese Ratgeber unabdingbar. Es ist unmöglich, ohne ein Nachschlagewerk Fehldrucke sicher zu erkennen, beziehungsweise einen Überblick über die Briefmarken mit Fehlern zu behalten. Auch da es sich bei vielen der Plattenfehler um minimale Abweichungen handelt, ist es ratsam, mithilfe eines Kataloges gezielt nach den Merkmalen Ausschau zu halten und die eigenen Marken anhand eines Beispielbildes zu vergleichen. Selbst mit einer detaillierten Beschreibung ist es oftmals schwer, die Fehler an einer Marke zu finden. So können Sie Abarten und Plattenfehler bei Berliner Marken mithilfe der Kataloge zielsicher und einwandfrei identifizieren.

Der Reiz von Abarten und Plattenfehlern in der Philatelie

Das Besondere an den verschiedenen Abarten und Plattenfehlern ist ihre Seltenheit. Eine Briefmarke erhält ihren Sammlerwert über ihre Auflage. Je mehr Briefmarken einer Serie im Umlauf sind, desto niedriger ist ihr Wert für die Sammler. Da diese Fehler in der Produktion meist nur wenige Marken betreffen, und viele von ihnen bereits vor der Veröffentlichung aussortiert wurden, sind diese Exemplare für Philatelisten sehr begehrte Sammelobjekte. Aufgrund des in sich geschlossenen Sammelgebietes Berlin, das mit 879 Ausgaben dazu überschaubar ist, können Sie mit relativ wenig Aufwand eine komplette Sammlung an Abarten und Fehldrucken aus der Hauptstadt zusammenstellen. Bei eBay finden Sie die notwendigen Kataloge sowie die fehlenden Briefmarken für Ihre Sammlung.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden