AUSGESPÄHT! - Die nicht öffentliche Bieterliste -

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Meine Erfahrung mit der nicht öffentlichen Bieterliste


Kürzlich passierte mir auf Ebay Folgendes: Ich hatte einen Artikel entdeckt, der mir wirklich gut gefiel, und um garantiert den Zuschlag zu erhalten, beschloss ich, kurz vor Auktionsende ein sehr hohes Gebot abzugeben.
Etwas befremdlich war, dass es sich um eine Auktion mit nicht öffentlicher Bieterliste handelte. Denn hier wurde nicht etwa ein sündhaft teures Schmuckstück oder ein wertvolles Gemälde angeboten, auch kein Sexspielzeug oder Potenzmittel, deren Käufer vor der Neugier anderer geschützt werden sollten. Es ging schlicht und einfach um ein schönes Kleidungsstück. Nun, der Anbieter hatte eine 100%-Feedback-Liste, deshalb machte ich mir zunächst keine weiteren Gedanken über seine Gründe für die Geheimniskrämerei hinsichtlich der nicht öffentlichen Bieterliste.

Auf das "Objekt meiner Begierde" waren bereits zu Beginn der Auktion etliche Gebote von nur wenigen Bietern abgegeben worden. Dann tat sich einige Tage nichts, und auch am letzten Tag gab es keinerlei Bewegung mehr in der Bieterliste. Erfahrungsgemäß werden allerdings die meisten Gebote in der Endphase einer Auktion abgegeben. Ich kontrollierte meine Uhrzeit, stimmte sie mit der offiziellen eBay-Zeit ab und setzte in den allerletzten Sekunden nervenstark und siegessicher mein Super-Gebot.
Doch wie erstaunt war ich, als ich erkannte, dass mein Rieseneinsatz nicht ausgereicht hatte, den Ebayer in Pole-Position, der schon vor Tagen sein Gebot abgegeben hatte, zu überbieten! Außer mir hatte sich niemand sonst während des Finales an der Auktion beteiligt.

Sekunden später trudelten mir zeitgleich zwei Emails von Ebay in die Mailbox. In der einen wurde mir mitgeteilt, dass ich den Artikel leider nicht gewonnen hätte, in der anderen bot man mir das gute Stück zum SOFORTKAUF an, natürlich zu exakt dem stolzen Preis, den ich noch wenige Augenblicke zuvor für den Artikel zu zahlen bereit gewesen war.
Das war der Augenblick, in dem ich aus meinem Dornröschenschlaf erwachte; denn hier lag doch ganz offensichtlich eine Manipulation der Gebote vor. Der Verkäufer hatte sich den Artikel von ein paar Helfern hochbieten lassen, die das letzte Gebot dann in solch astronomischer Höhe ansiedelten, dass es von keinem wirklich interessierten potenziellen Käufer erreicht werden konnte. Jedoch hatte diese exorbitante "Ausspäh-Summe" ihren Zweck erfüllt: Der Verkäufer wusste jetzt, was mir der Artikel maximal wert war und bot ihn mir nun wenige Augenblicke nach Auktionsende zum Sofortkauf an.

Dass er nicht einmal zwei Tage abwartete, um glaubhaft machen zu können, dass der vermeintliche Gewinner der Auktion ein "Spaßbieter" gewesen sei und kein wahres Kaufinteresse habe, zeigt ganz eindeutig, dass hier mit unlauteren Mitteln gearbeitet wurde. Ob solcher Dreistigkeit verging mir jegliche Kauflust. Der Verkäufer stellte die Ware nochmal ein. Beim zweiten Auktions-Durchlauf hielten sich seine "Freunde" zurück. Der Artikel erhielt kein einziges Gebot und wurde nicht verkauft.

Nach dieser unerfreulichen Erfahrung möchte ich allen kaufwilligen Ebayern raten, bei Auktionen mit nicht öffentlicher Bieterliste wachsam zu sein. Dort tummeln sich leider auch schwarze Schafe. Spätestens wenn Sie Sekunden nach einer verlorenen Auktion ein Sofortkaufangebot erhalten, sollten die Alarmglocken schrillen.

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