APE Classic Diesel/Pritsche Sondermodell von Piaggio

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Die APE "Classic"wurde auf der Intermot 2006 (Motorradmesse Köln) offiziell vorgestellt./

Ich war bundesweit der Erste, der das Dreirad zur mobilen Espressobar umgebaut hat.

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Technische Daten:

 

Technische Daten:

Wassergekühlter Dieselmotor, 1 Zylinder, 4-Takt mit Ausgleichswelle,

indirekte Einspritzung. Hubraum 422 ccm, 7,8 kW bei 4500 U/min, Batterie mit 12 Volt,  

Wechselstromgenerator mit 330 Watt, Lenkstangensteuerung,

4-Gang Handschaltung mit Rückwärtsgang,  Handgas, Drehgriff rechts, wie beim Roller,

Trommelbremsen, Zweikreisbremsanlage, max. Steigfähigkeit ca. 23%, 

Länge des gesamtes Fahrzeugs: 3,40 m, Breite unten:1,26 m, oben mit Spiegel 1,55 m, 

Radstand Mitte/Mitte: 2,39 m, Ladefläche: ca.2,00 m, Breite 1,49 m,  Leergewicht: 500kg. 

Radaufhängung vorne: Schraubenfeder und koaxialer hydraulischer Stoßdämpfer,

hinten: Querlenker und hydr. Stoßdämpfer, schwarzer, abschließbarer Kraftstoff-Blechtank, abschließbar:

14,5 Liter-davon 1,5 Liter Reserve..

Bereifung: 4.50-10,                                                                                                                                      

Reifendruck ideal: vorne: 2,4 bar, hinten: 4,44,5 bar (eigene Erfahrung-bei kaltem Reifen messen).       

Überall der gleiche Text:....Die Ape Classic verbindet nostalgisches Retro-Design mit moderner Technik.

Die markante Frontpartie und ihre Farbgebung lassen das Herz eines jeden Fans der

Fahrzeugkultur der 50er und 60-er Jahre höher schlagen....blah blah...

Neueste Dieseltechnik !?....etwas übertrieben. 

Meine Eindrücke:

Das Wägelchen "rennt" eingefahren ehrliche 60km/h.

Der Tacho (Rundinstrument) geht fast 10km/h vor. 

Die Höchstgeschwindigkeit wird mit  63 km/h angegeben. Bei Gegenwind sind gerade mal echte 50 km/h drin!

Leider ist die Verarbeitung und der Lack nicht das Gelbe vom Ei. 

Überall Flugrost und das Blech kann seine Herkunft (Indien) nicht verleugnen.

Scharfe Kanten auch in der Kabine. Die Bordwände sind die Härte: Krumm und verzogen.

Der silberfarbenen Auspuff rostet sehr schnell!

Die Verschlüsse der Bordwände sind sehr einfache gebogene Drähte.. 

Auto erst im Stand zwei, drei Minuten laufen lassen-tuk, tuk....   

Die Ausstattung:

Tankanzeige, Amperemeter, Tacho, alles Rundinstrumente, beleuchtet.

Abschließbare, durchgehende graue, dünne Sitzbank, darunter Ablageschale und das Reserverad.

Im Notfall sehr umständlich zu benutzen-halbe Sitzbank muß abgeschraubt werden!

Citroen 2CV läßt grüßen, schauen Sie mal die Radmuttern an.

Scherenwagenheber (eiert), inklusive Bordwerkzeug (primitiv), Batterie rechts unten,

abschließbares Handschuhfach, Warnblinkanlage,  

Handbremse in der Mitte, Innenbeleuchtung und ein Heizungsrohr-Einlaß zu Füßen.

Wenn man den Lüftungsschalter betätigt, wird es von unten warm (Warmwasserheizung). 

Tankdeckel abschließbar (zwei Schlüssel) und nicht zu verlieren, er hängt an einer schwarzen Schnur. 

Kleine Ausstellfenster mit baldigem Flugrost an den Scharnieren, Wegfahrsperre und Parklicht,

Innenbeleuchtung rechts oben. Die Kontroll-Lampen-Leiste blendet, ist daher schlecht ablesbar,

über dem Lenker. Tankanzeige, Amperemeter auf der linken Seite plaziert.

Insgesamt eine gute, komplette Ausstattung und ein echter Zweisitzer. Mehr braucht man nicht!

Kein Aschenbecher und Zigarettenanzünder im Auto, ebenfalls sucht man eine Sonnenblende vergeblich.

Gefährlich: Schalter für Scheibenwischer und Licht sind nicht beleuchtet-bei Regen kann man schon mal das Licht versehentlich ausschalten...

diese beiden Kippschalter liegen eng nebeneinander.

Ein paar Kanten im Innenraum und überall etwas Luft und Spiel, z.B. Türkunterkante. 

In meine Beifahrertüre kann man reinschauen-zuviel Luft..

Bei starkem Regen war bei mir die Fensterdichtung unten mittig undicht.

Zwar sind 2x Sicherheitsgurte vorhanden, aber das Anschnallen ist so eine Sache:

Kopfstütze: Nur dünnes Polster- mehr Rückenlehne (siehe Bild). 

Durch das Kunstleder bekommt man einen feuchten Rücken. 

Am besten sitzt man in der Mitte der durchgehenden Sitzbank. Vorher entfernte ich aber die Gurtpeitschen .

Der Fußbremshebel ist rechts einfach zu hoch angebracht.

Wenn man bremsen muß, stößt man mit dem Knie gegen den Lenker und man muß das Bein anheben-Fußkräpfe! 

Das Vorderrad läuft bei ein paar Exemplaren unrund oder stempelt beim Bremsen! 

Klasse ist der Wendekreis unter 7m -einmalig

Die rundliche Fahrerkabine ist eher im Stil der 60er/70er Jahre. 

Leider wiederholt sich die Farbe grau beim Kunstoff außen, an der Frontpartie und allen Radabdeckungen. 

Die Schrauben an den Blinkergläsern rosten ebenfalls schnell, aber das sind alles Kleinigkeiten..

Der Rückwärtsgang wird mit einem zusätzichen Sicherheits-Hebel  im Stand eingelegt. 

Diesen im Leerlauf und bei stehendem Fahrzeug nach unten drücken, bis er einrastet.

So kann man rückwärts und im 1.Gang vorwärts fahren, z.B. beim Rangieren. 

Vorglühen (nur bei kaltem Motor) bis Kontroll-Lampe erlischt, der Motor sprang immer zuverlässig an. 

Wenn die Vorglühanzeige zu schnell erlischt-kann die Glühkerze kaputt sein. 

In den unverkleideten Türen sind Dreiecksfenster-ähnlich wie beim alten VW Käfer.

Zum Einstellen der Spiegel o.k.

Man kann schnell durchgreifen und die Außenspiegel verstellen.

Diese können bei Vollgas schon mal zuklappen. 

Das ganze Führerhaus wirkt innen sehr blechern, lieblos zusammengedengelt und das Armaturenbrett klappert mit der Zeit..

Ebenso sind laute Innengeräusche und Nebengeräusche bei Vollgas unüberhörbar.

Durch die grobstolligen Reifen und tiefen Schwerpunkt ist mein "Bienchen" aber absolut wintertauglich.

Das beschriebene Testfahrzeug (APE Classic) ist also nur mit Dieselmotor und Lenkstange in grün, mint, türkis, celeste,

schlüpfergrün.... =immer die gleiche grüne Farbe gemeint - Europaweit lieferbar!

Man spart gegenüber der eckigen Ausführung mit Dieselvariante (TM) aber gut und gern über 1500 Euro!

Dank des Lenkers wie bei einem Roller, bekommt man für diese Ape eventuell eine günstige Einstufung alsTrike

 

Mein Tipp: Prospekt an die Versicherungs-Gesellschaft senden. 

Das Finanzamt freut sich normalerweise über 78 Euro Steuern  jährlich, dann es rundet auf 500ccm auf.

Steuerlich wird die Nutzung des Fahrzeugs bewertet, z.B. als LKW... 

Nächster Tipp: Vorfahren und ausschließlich Personenbeförderung angeben.

Die Versicherung wollte ca. 50-100 Euro Versicherung jährlich, je nach Gesellschaft.

Hier war die Karstadt-Quelle Versicherung der günstigste Anbieter.

Ein Vergleich lohnt sich auf jeden Fall. 

Unbedingt Angebot einholen-je nach Einstufung: LKW, Trike, überdachter Roller, dreirädriges Kfz.,

hier kann man richtig Geld sparen. 

Der dritte und der vierte Gang klackt öfters beim Einlegen-langsam schalten. Bei der Gaswegnahme bremst die Fuhre schlagartig ab

(Motorbremse). 

Hinten ist eine Öffnung, links von der Nummernschildunterlage, etwa dreieckiges Loch. 

Dahinter steckt der Ölmeßstab und der Handpumpenhebel, falls der Tank leergefahren ist und dann entlüftet werden muß.

Runde, stabile Stoßstange hinten und große Rückleuchten.  

Ebenso sind die Bordwände in alle 3 Richtungen nach unten klappbar.  

Der Motor zieht wie ein Gummiband. Wunder sind nicht zu erwarten, dafür entschädigt der Verbrauch:

4-5 Liter Diesel etwa-es sind auch schon mal  6 Liter vollgeladen!.

(Meine letzte Tankquittung: 9,36 Liter für 220km).

Es gibt zwei Schlüssel: Ein rundlicher ist für die Zündung, ein rechteckiger ist für die Türen, Handschuhfach,

abschließbare Sitzbank und für den Tankdeckel. Gegenwind und Seitenwind mag meine "Halbitalienerin" gar nicht.

Der Lenker muß dann sehr stark festgehalten werden und die Kabine schwimmt. 

Bei Auffahrunfall besser vorher herausspringen. Sicherheitsfaktor wie bei einer Konservendose. 

Die kleine Scheibe an der Kabinenrückseite ist sehr hilfreich beim Rückwärtsfahren und Einparken.

Vor jeder Fahrt das Öl kontrollieren und sehr wichtig ist der 1. Kundendienst.

Spätestens nach 1000km-Ölwechsel und den Wartungsdienst durchführen (ca. 3,5 Liter mit Ölfilter-15W 40).

Danach bei 5000km ist der nächste Wartungsdienst fällig! 

Im Winter dünnflüssigeres Öl verwenden!  

Sind die Löcher unter Fußmatte durchgebohrt oder mit Farbe versiegelt?

Steht Feuchtigkeit unter Gummimatte? Trocken halten.

Sind die Batteriepole fest? Läuft das Vorderrad unrund?

Man kommt gut von oben an den Motor ran, denn der Schwerpunkt ist recht tief weit hinten, nicht wie beim alten Goliath oder Tempo. 

Viele Leute denken heute noch, ein Dreirad kippt leicht um. Schmarrn, ich fahre fast durch jede Kurve mit Vollgas!

Erstaunlich ist die Wendigkeit.

Man fällt überall auf, ein echter Hingucker:

Leute lachen, schmunzeln, drehen sich um, glotzen, stauen, winken, oder die Daumen gehen nach oben!

Die Türen sind verdammt eng/schmal. Vorsicht beim Ein-und Aussteigen, man bleibt schnell am Türschloß hängen.

Ich habe mir da Jeans und T-Shirts eingerissen.

Die unverkleideten Blechtürchen wollen mit Schwung zugeschlagen werden.

Es muß richtig scheppern, dann kann man sie auch zuschließen.  

Sehr gut ist das Ein-Schlüssel-System:. Handschuhfach, Türen, Sitzbank und

der Tankdeckel sind mit einem Schlüssel zu versperren.

Bei der Zulassungsstelle sollte man auf ein kleines Kennzeichen bestehen, damit die hintere Öffnung nicht verdeckt wird.

Als Zuckerl gibts beim Neuwagen seit Januar 2005, eine 2jährige, kostenlose  Mobilitätsgarantie vom  ADAC dazu. 

Es ist ein Heftchen, so groß wie eine Scheckkarte, mit einer Hotline der Pannenhilfe.

Die Leistungen der PIAGGIO Pannenhilfe:

*2 Jahre Pannenhilfe ab Kaufdatum

*Europaweiter Versicherungsschutz

*24Stunden Service-365 Tage

*Übernahme der Abtransportkosten für Fahrzeug und Gepäck

*Kurzstreckenweiterfahrt

 

Laut Preisliste PIAGGIO: Neupreis: 5726,36 € ab Werk, zuzüglich 428,82 € Überführungskosten,

einschließlich COC- Papier-sofortige Zulassung europaweit  möglich! 

Dank der Ausnahmeregelung für 3 Rad- Fahrzeuge benötigt man keine Feinstaubplakette:

Dreiräder sind (noch) befreit. 

 

 

Piaggio ist eine Fa. mit langer Tradition-weltbekannte Rollerproduktion Vespa(ital.=die Wespe) und die APE(=die Biene) ratterten

bereits vor 60 Jahren durch die engen Gassen Italiens und waren Lastesel und das Auto des kl. Mannes...

 

 

 

 

Mein Fazit: 

Note 1 für den Spaßfaktor, Verbrauch, Unterhaltskosten, Wendigkeit und für Werbung,

Note 4 für Verarbeitung, Lackierung und Rostansätze, Internetauftritt und Hilfe des Importeurs.

 

Rahmen, Bodengruppe,Unterseite und den Falz bei den Bordwänden sofort gegen Rost behandeln.   

  

Nach ca. 10000 km gefahrenen Kilometern  mit der APE Classic und  trotz Verarbeitungsmängel und 

minderwertiger Lackierung bin ich ein Classic-Fan ,..tounge...tounge...tounge.  

Durch die Spritpreisentwicklung und Kostenexplosion der günstigste Transporter, Eyecatcher und Funauto.:

 

apeclassicjo

 

 

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