ALBA E-Gitarre

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In diesem Artikel geht es um die unter den Namen ALBA vertriebene Strat-E-Gitarre. Rein optisch ensprechen die ALBA Strats echten Strats. Die Form des Headstocks, die Korpusform, alles wie beim original. Allein für einen Hals mit einem Fender-Shaping zahlt man sonst schon mindestens 40 EUR. Bei ALBA bekommt man für das Geld eine komplette Strat... Anzumerken ist hier, dass der Hals aus richtigem Ahorn mit einem Palisander-Griffbrett ist. Hierbei wird, wie auch bei Markenherstellern üblich, die Holzsorte Pao Ferro genutzt, - eine Palisander-Alternative. Dieses Palisander-ähnliche Holz ist etwas heller als Palisander und tendiert klanglich angeblich noch etwas mehr in Richtung Ahorn. Das ist kein Zeichen von mangelnder Qualität oder einem Fake. Im Gegenteil, den die Stevie Ray Vaughan Siganture-Strat besitzt ebenso ein solches Griffbrett. Ein weiteres Qualitätsmerkmal: Die Verwendung von Jumbo-Bunddraht. Medium ist jedenfalls das nicht mehr. Jumobo-Bundraht ist ideal für typische E-Gitarren-Spieltechniken und ansonsten erst bei Strat-Hälsen ab ca. 100 EUR Kaufpreis zu finden. Der Sattel der ALBA ist aus Hartplastik. Das ist absolut ok, denn ein guter Kunststoffsattel genügt vollkommen. Es muss nicht immer Vintage Bone Nut sein! Der Sattel ist dabei auch sehr gut in den Hals eingearbeitet. Die Mechaniken wirken billig, sind aber dennoch erstaunlich stimmstabil. Ein Manko am Hals (jedenfalls bei dem Testexemplar): Die Lackierung ist praktisch nicht vorhanden. Der Hals fühlt sich sehr holzig an. Hier müsste man dann einmal rüberwachsen und ölen. Wer holzige bzw. gewachste/geölte Hälse bevorzugt, für den ist das ideal. Wer einen Klarlack lackierten Hals bevorzugt, wird hiermit keine Freude haben. Die Bundstäbchen sind hochglanzpoliert und alle gut auf gleiche Höhe abgerichtet, auch die Kanten sind gut abgerundet. Leider ist die Oberfläche aber nicht vollkommen glatt, so dass die Saiten sich etwas hakelig anfühlen. Hier muss mal leicht rübergeschmirgelt werden mit sehr feinen Schmirgelpapier um diese feinsten Unebenheiten auszugleichen. Diese Ungenauigkeit beeinträchtigt aber nicht, die Tonbildung. Also nicht verwechseln mit abgespielten Bünden. Hier ist kein neues Abrichten oder gar Neu-Bundieren nötig. Ebenso ist die Gitarre absolut bundrein. Da die ALBA-Gitarren china-made sind und hier keine strengen Qualttäskontrollen herrschen, wird dieses Problem evtl. nicht bei jeder ALBA Strat auftreten. Insgesamt ist sows verzeihlich, da man für das Geld durchaus restliche kleinere Wartungsarbeiten an den Käufer abgeben sollte. Auch andere günstige Strathälse kommen ab Werk nahezu ohne Lackierung. Bei einem Bass von ALBA trat diese Eigenheit hingegen nicht auf. Hier war alles fühlbar mit Klarlack lackiert. Der Hals passt perfekt in die Lasche. Das war früher nichtmal bei Fender selbstverständlich. Hier braucht man keine mikroskopische Passgenauigkeit verlangen. Es reicht, wenn es passt, leicht Ungenaugikeiten wären hierbei nicht weiter schlimm. Es ist für den guten Ton also nicht notwendig, dass Hals-Korpusübergang wie aus einer Naht verlaufen. Dennoch bekommt man bei ALBA einen akkurat passenden Hals. Die Lackierung ist sehr gut. Ein hochglänzendes, pflegeleichtes Finish. Da gibt es in höheren Preisregionen wirklich oft sehr schlechte Finsihes, die matt, relativ glanzlos und klobig aufgetragen worden sind. Der Korpus ist tatsächlich aus Erle (ich hab das nachgeprüft!). Das geringe Gewicht hat hier nichts mit billig zu tun, sondern spricht für gut ausgetrocknetes Holz. Zudem ist Erle das Holz, was tradiotionell auch von Fender seit jeher für Strats genutzt wird. Allein das ist für den geringen Kaufpreis der ALBA eine Glanzleistung, wo andere Hersteller grademal umstrittene Hölzer wie Agathis und Basswood anbieten oder auf Pressholz setzen. Beim Steg fällt der Tremoloblock recht klein aus. Das ist kein Manko, denn die Legende um den Sound von Tremoloblocks und Saitenreiter gehören zurück in die Taschen der findigen Geschäftsleute. Klar, ein frei schwebender Block kann Sustain rauben, ein scharfkantiger Saitenreiter kann die Saiten leichter reissen lassen. Die ALBA-Gitarre bietet hier eine solide Hardware an. Von den aufgezogenen Saiten, wie auch der Gitarrenelektronik darf man jedoch keine Wunder erwarten. Man sollte nichtmal im entferntesten noch so dreist sein, hier für 40 EUR noch mehr zu wollen! Reicht denn der gute Hals und Korpus nicht schon!? Allein ein Pickguard mit Potis kostet zusammen schon min. 15 EUR. Dass diese Pickups pfeifen werden, ist zwangsläufig wegen der fehlenden Abschirmung und da es sich um Single-Coil-Pickups handelt. Nur wenige Hersteller schirmen ihre Strats ab Werk. Soetwas sollte man der Gitarre daher nicht negativ auslegen. Den Sound der Pickups hab ich nicht getestet. Ich lass es mal auf sich beruhen, ob sie gut sind oder nicht. Ich hab hier Fender-Pickups und baue diese dort ein. Ich denke nicht, dass die ALBA-Pickups an Fender-Pickups rankommen. Es wäre der ALBA aber evtl. sogar zuzutrauen da gefährlich nahe ranzukommen. Pickups sind elektronisch sehr primitiv aufgebaut und es ist keine so große Kunst einen gutklingenden Pickup zu bauen, wie man es gegenüber den Käufern immer behauptet. Für das Geld bekommt man hier jedenfalls, noch drei Potis und nen 5-Way-Switch in Fernost-Bauweise. Nicht so solide wie ein CRL-Switch oder CTS-Potis, aber funktionell genauso gut. Ich denke, ein Austausch der Pickups, bessere Mechaniken und auch Profis dürften mit der ALBA glücklich werden. Eine gute Saitenschwingung aufgrund der Korpushölzer ist jedenfalls möglich. Bei solche guten Grundzutaten sollte man über evtl. Ungenauigkeiten gnädig hinwegsehen. Wem tut eine klitzekleine Lacknase auf der Rückseite weh? Wer ist zu doof, mal eine evtl. lockere Schraube nachzuziehen? Es macht keinen Sinn über, für den Sound und die Optik eines Instruments, unwesentliche Kleinigkeiten zu diskutieren. Zudem besticht die ALBA durch ein so gelungenes Preis- Leistungsverhältnis, dass das auch überzogen wäre. Viele höherpreisige Modelle kommen an die guten Grundzutaten der ALBA nicht heran. Dafür sprechen auch bislang sehr posiive Testberichte auf harmony-central. Was also auf den ersten Blick als Billig-Ramsch anmutet, der über unseriöse Werbung (halbnackte Frau) mit wenig Infos zum Schleuderpreis hier weggeht ist ein ganz starkes Produkt, das ich jedem an Herz legen kann! Zu meinem Horizont: Ich habe schon Gitarren aller Preisklassen gespielt, meine Referenz ist eine 35000 EUR teure Fender Relic Strat las Ideal einer Strat-Gitarre. Ich denke also, die Qualität einer Gitarre sehr gut einordnen zu können.
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