A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn

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Ursprünglich hatte ich als Titel „Genie und Wahnsinn“ vorgesehen, doch ein Blick in die dafür vorgesehene DVD – Sparte zeigte schnell, ein Bericht mit ähnlichem Titel liegt schon vor. Das wurmte mich, also hab ich kurzerhand zweidrittel des Textes ausgetauscht und siehe da, plötzlich war ein Wortspiel entstanden, dass mir noch um einiges besser gefiel. Doch dies sei nur am Rande erwähnt. Um diesen Film ganz unvoreingenommen – neutral auf einen wirken zu lassen, empfehle ich so wenig wie möglich im Vorfeld von der Handlung in Erfahrung zu bringen. Ansonsten könnte es sein, dass einem nur ein Bruchteil an Überraschung, durch dieses filmische Erlebnis geboten wird. Ich kann mich kaum daran Erinnern, wann ein Film mich das letzte mal, erst langsam, dafür dann um so heftiger in seinen Bann gezogen, manipuliert und schließlich regelrecht verblüfft hat wie dieser. Deshalb versuche ich auch bei der Beschreibung diese wichtigen Schlüsselstellen nach Möglichkeit im Dunkeln zu lassen, damit sie sich dem Betrachter selbst, in ihrer vollen Wirkung offenbaren können. FILMHANDLUNG Der geniale Mathematiker John Nash (Russel Crowe) nimmt 1947 sein Studium an der renommierten Princeton Universität auf. Nash gilt als Außenseiter, so bekommen seine Studienkollegen interessante Aufgaben in der Forschung zugewiesen, während er unbeirrt seinen eigenen phantastischen Theorien nachjagt. Bei den seltenen Gelegenheiten, wo er sich mit den Studenten in lockerer Runde trifft, kommt ihm eine geniale Eingebung mit der sich die bis da hin geltenden Theorien in den Wirtschaftswissenschaften wiederlegen lassen. Seine darauf folgende Dissertation bringt ihm dann auch schnell einen Lehrstuhl ein, wo er über dieses Thema unterrichtet. Bei dieser Gelegenheit lernt er auch noch seine spätere Frau (Jennifer Connelly) kennen. Doch dieser Job beginnt ihn schon sehr bald zu langweilen, und so kommt ihm der geheimnisvolle Regierungsbeamte William Parcher (Ed Harris) gerade recht, der ihn für eine reichlich ungewöhnliche Aufgabe gewinnen will. Da sich das Ganze in Zeiten des kalten Krieges abspielt, soll Nash Zeitungen und Zeitschriften mit seinen ungewöhnlichen mathematischen Fähigkeiten durchforsten, um auf etwaige verschlüsselte Botschaften zu stoßen, die eigentlich an russische Agenten gerichtet sind. Das Mathegenie stimmt zu, dass alles verspricht eine große Herausforderung zu werden, gleichzeitig erfüllt er auch noch seine patriotische Bürgerpflicht gegenüber seinem Land. So jedenfalls argumentiert der charismatische Regierungsagent Parcher, in einer an Nash gewanden eindringlichen Rede. Das ganze Unterfangen ist natürlich streng geheim, selbst Nash kennt nur eine Postadresse in der er seine schriftlichen Erkenntnisse deponiert. Als seine Geheimdiensttätigkeit zusehends gefährlicher wird, und er sogar zusammen mit Parcher in eine Schießerei verwickelt wird, beginnt sich Nash zu verändern. Seine Frau und seine Freunde beginnen mit der Zeit das Schlimmste zu befürchten, sein merkwürdiges Verhalten und sein Verfolgungswahn weist darauf hin, dass er den Bezug zur Realität langsam zu verlieren beginnt. Wie aber soll der Wissenschaftler in Diensten der Regierung, der unter strengster Geheimhaltung steht seinem privaten Umfeld zeigen, in was für einem Dilemma er steckt, ohne nicht auch noch sie in höchste Gefahr zu bringen? KRITIK Eins vorweg; normalerweise bin ich alles andere als ein großer Fan solcher Streifen, die ich unter dem weitläufigen Begriff Problemfilm (Drama) sehe. Zu langwierig fast schon langatmig kommen diese meist daher, um dann in einer ellenlangen Abhandlung, meist auch noch mit dem erhobenen Zeigefinger Moral zu predigen. Oder zumindest Situationen zu schaffen, die in ihrer Summe von Schwermütigkeit nur so zu triefen scheinen, um dann möglichst viel Betroffenheit beim Betrachter vorzugaukeln. Dieser Oscargekrönte Film von Ron Howard bedient sich zwar auch ähnlicher Muster, ist aber dennoch von erwähnten Machwerken meilenweit entfernt. Die Einführung des Helden und seiner Lebensumstände auf der Eliteuniversität wird genau beschrieben und wirkt auf den unbedarften Betrachter etwas schleppend, bevor der Plot an Tempo gewinnt. Erst später offenbaren diese genauen Beschreibungen ihren tieferen Sinn. Vielleicht auch gerade deshalb ist das Drehbuch von Akiva Goldsman in der heutigen Zeit Gold wert, und zu recht mit einem weiteren Oscar ausgezeichnet worden. Denn die wendungsreiche Handlung, die auch noch gegen später in einer spannenden Geheimdienst und Agenten - Story gipfelt, ist es gerade die einen vor allem an diesen Film fesselt. Die glänzend aufgelegten Schauspieler sind eigentlich nur das Sahnehäubchen, die unter der Leitung von Ron Howard meist wie selbstverständlich, immer zu noch höheren Leistungen getrieben werden. Ob Russel Growe den Oscar nun verdient hätte oder nicht sei dahingestellt. Für mich hat zum Beispiel Ed Harris eine mindestens genauso beindruckende Vorstellung als zwielichtiger Agent abgeliefert, wie der Ex – Gladiator als vertrottelten „Einstein“ mit Fotomodelcharme. Apropos - die Maskenbildner die Growe eine Alterung in Zeitraffer verschafften, lieferten jedenfalls eine selten gesehene Meisterschaft ihrer Kunst ab. Sie verschafften den im Privatleben schon mal handgreiflich werdendem Mimen, auch im fortgeschrittenen Alterungsstadium, ein für seine Rolle sehr glaubwürdiges Äußeres. RESÜMEE Wer bei einem Streifen gern aktiv beteiligt ist und miträt, bekommt bei diesem Geniestreich von Ron Howard einiges geboten. Da selbst ich, der mit der Welt der großen Denker und Lenker zugegebenermaßen nicht fiel anfangen kann, von der Geschichte fasziniert war, dürfte sie auch in den Herzen der DVD - Gemeinde einen Platz finden. Ein Film mit einem gewissen Anspruch, der aber im Gegensatz zu so vielen Genrevertretern den genau richtigen Anteil von Spannung, Ernsthaftigkeit und Dramatik vermittelt, um noch immer überaus unterhaltend zu sein. Denn wer wollte schon einen bis aus letzte I – Tüpfelchen nachgezeichneten Lebenslauf von John Nash verfilmt sehen, der einen eher gähnend zurücklässt. DVD Das Bild ist alles in allem gut. Selbst die Aufnahmen, die bei extremen Lichtverhältnissen gemacht wurden, (oftmals sind Herbstliche Bilder bei niedrig stehender Sonne zu sehen) sind noch gut ausgeleuchtet. Der Kontrast wirkt dadurch eher ein wenig schwach und gibt den Aufnahmen, besonders am Anfang einen eher diffusen Eindruck. Zum Ton gibt es noch anzumerken, dass der durch die dialoglastigen Sequenzen natürlich nach vorne verlagert wird, und Surrount – Effekte mit der Lupe zu suchen sind. Die Musik von James Horner, die sehr schön in das Gesamtkonzept des Films passt, vermittelt einem aber wiederum eine sehr gute Räumlichkeit, die nicht überfrachtet wirkt. Ansonsten herrschen Klavierharmonien vor, die wie ich gerne zugebe vielleicht etwas Geschmackssache sind. EXTRAS Außer der normalen DVD, die mit der Verleih – Version identisch sein dürfte, gibt es diese Ausgabe, in der außer dem eigentlichen Film, noch ein zusätzlicher Silberling enthalten ist. Darauf sind über 2 Stunden Bonusmaterial verewigt. Um in den Genuss dieser weiteren Extras zu kommen, sind Ca. 3 Euro mehr zu entrichten. Da dieser Preisunterschied relativ gering ausfällt, kann ich die DVD mit Zusatzdisk ohne weiteres empfehlen, auch wenn nicht sämtliche Boni mich restlos überzeugt haben. So waren die Berichte über den wahren John Nash - seine Statements, die Nobelpreisübergabe und die weiteren Reportagen über ihn, eher nicht mein Fall. Sie geben dem Interessierten aber einen zumindest kleinen Einblick in seine Person. Auch erfährt man einiges von den wahren Gegebenheiten in Nashs Leben, die so unterschiedlich zur Fiktion des Filmes verlaufen. Gut fand ich vor allem wie der Regisseur darstellt, wie es zur Besetzung der Rollen kam und natürlich vor allem die Maskenbildner bei ihrer faszinierenden Arbeit. Außerdem freute ich mich, dass ich mir die jeweilige Dankesrede der Oskargewinner dieses Filmes anhören konnte, da ich sie leider damals im TV verpasst habe. Umgehauen hat mich also diese zusätzliche Scheibe trotz ihres Umfangs sicher nicht, der Film selber war Sonderklasse, die DVD mit den Extras war aber immerhin noch gut. Die Extras noch mal im Einzelnen: DVD 1: Audio Kommentare von Ron Howard und Akiva Goldsman, also gleich zwei Kommentare, die auf recht unterschiedliche weise den Handlungsverlauf begleiten. Deleted Scenes: Ein paar herausgenommene Sequenzen, die recht umfangreich sind und deshalb wohl nicht den Weg in den Finalen Schnitt schafften. DVD 2: Ron Howard und Brian Grazer: Der Produzent und sein Erfolgsregisseur loben sich, wie sich dass bei solchen Gelegenheiten wohl gehört, über den grünen Klee. Die Entwinkung des Drehbuchs: Akiva Goldsman geht hier etwas genauer darauf ein, wie er die eigentlich nicht sonderlich spannende Lebensgeschichte des John Nash, für den Zuschauer interessant gestaltete. Die Verleihung des Nobelpreises und Treffen mit Nash, der seine Theorien verständlich zu erläutern versucht. Ein Fernsehbericht über die Nobelpreisverleihung von 1994: Das Rechengenie hatte nicht etwa allein, sondern zusammen mit zwei weiteren Kollegen den Preis erhalten. Die Besetzung von Crowe und Jennifer Connelly: Hier wird einmal mehr nur den herausragenden Eigenschaften, der an der Produktion beteiligten Personen gehuldigt. Die Arbeit der Maskenbildner wird hier gewürdigt, und in beeindruckenden Bildern wird hier Stück für Stück, die Verwandlung von Crowe in einen Greis demonstriert. Sechs Szenen im Film, werden hier mit denen des Storyboards verglichen. Noch ein paar nette Spezialeffekte, meisten fallen allerdings diese im Film selber kaum auf. Einen Einblick in die Arbeit von James Horner, dem Komponisten der Filmmusik. Zusammen mit dem Regisseur, zeigt Horner wie er die meist emotionsbehafteten Passagen für dieses Drama schuf. Ein 20 Minuten langes Making of, dass allerdings den Film nur noch einmal rekapitulieren lässt und einen sehr werbeträchtiger Charakter vermittelt. Die Oscar – Verleihung mit den Gewinnern von „A Beatiful Mind. Abschließend dann noch einige Kino und Werbetrailer. Die Extras sind deutsch untertitelt. FILMDATEN Laufzeit: 130 Minuten Bildformat:1,78:1 (anamorph) Audiokanäle: Englisch / Deutsch – Dolby Digital 5.1 Untertitel: Deutsch / Englisch / Hebräisch Deutsch / Englisch für Audiokommentar
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