7 Fehler, die es zu vermeiden gilt bei mechanischer Uhr

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Glauben Sie nicht, jede Uhr mit der Aufschrift „waterproof“ eigne sich zum Tauchen:

Waterproof bedeutet lediglich, dass das Uhrgehäuse gegen das Eindringen von Staub, Schweiß und Spritzwasser geschützt ist. Um eine Uhr unter der Dusche getrost am Arm behalten zu können, sollte sie mindestens als „30 m wasserdicht“ (bzw. 3 ATM) qualifiziert sein, zum Schwimmen dürfen es auch 50 Meter (5 ATM) sein. Tauchen sollte man mit einer Uhr nur, wenn der Herstel1er eine Wasserdichtheit von mindestens 200 Metern (20 ATM) angibt - und immer schön die Krone festschrauben!

Gehen Sie mit einer mechanischen Uhr nicht zu lange in die Sauna:

Das hoch legierte und sündhaft teure Öl an den Lagerstellen des Uhrwerks verwandelt sich im Nu in einen undefinierbare Paste, die keinerlei schmierende Eigenschaften mehr hat — keine gute Voraussetzung für Gangpräzision. Denselben Effekt erzielt man übrigens, wenn man die Uhr längere Zeit in der prallen Sonne liegen lässt. Und das Schlimmste für Ihre Uhr wäre in beiden Fällen ein anschließender Sprung ins kalte Wasser: Kein mechanisches Uhrwerk mag es, innerhalb einer Sekunde von 80 °C (so hoch kann die Temperatur im Innern des Gehäuses tatsächlich werden) auf 20 °C oder weniger abgekühlt zu werden

Tränken Sie in heißen Sommernächten nicht das Kautschukband Ihrer Uhr in
Mückenlotion oder Sonnenöl:

Ein derart „behandeltes“ Kautschukhand trocknet in der Sonne förmlich aus, verblasst und wird innerhalb weniger Wochen hart und brüchig. Auch Benzin oder Verdünnung, starke Haushaltsreiniger und manche Hautpflegemittel greifen den geschmeidigen Naturstoff an. Billige „Kautschukbänder“ aus industriell hergestelltem Kunststoff reagieren bereits auf gechlortes Schwimmbadwasser mit Farb- und Flexibilitätsverlust.

Glauben Sie nicht, eine mechanische Uhr sei völlig wartungsfrei:

Wie jede Maschine ist auch ein Uhrwerk Verschleiß unterworfen und sollte regelmäßig nachgeschaut werden,
spätestens alle vier bis fünf Jahre. Bei einem „großen Kundendienst“ wird nicht nur das Uhrwerk gereinigt und frisch geschmiert, sondern auch ausgehärtete Dichtungen ersetzt und nötigenfalls auch Glas und Gehäuse aufgearbeitet. Ihre Uhr wird Ihnen wie neu erscheinen!

Nehmen Sie ihre mechanische Uhr vor extremen Mountainbike-Touren lieber ab:

Die Rüttelattacken auf schnellen Downhill-Passagen sind Gift für die kleinen Rädchen und Federchen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass in rascher Folge wiederholte Schläge in vertikaler Richtung den größten Schaden anrichten — und genau diese Belastung tritt beim Fahrradfahren auf, übrigens auch bei Rennrädern. Ebenfalls gefährlich für mechanische Uhrwerke sind sportliche Betätigungen wie Squash, Tennis und Golf (letztere speziell für Uhren mit automatischem Aufzug), kurzum alle Sportarten, bei denen das Handgelenk heftige ewegungen vollführt.

Kein „Ewiger Kalender“ läuft ohne Aufziehen:

Schließlich ist nur die Kalenderfunktion „ewig“, nicht das Uhrwerk! Zwar ist es spätestens beim nächsten planmäßigen Ausfall des Schaltjahres (im Jahr 2100) mit der Ewigkeit vorbei, aber ein Uhrwerk muss schon sehr viel früher aufgezogen werden, meist nach 48 Stunden. Vorsicht: Wenn Ihr Ewiger Kalender einmal stehen geblieben ist, betätigen Sie die Korrekturdrücker nicht unüberlegt, will heißen: nicht zwischen 22 Uhr und 2 Uhr Um Mitternacht herum stehen alle Kalendermechanismen (winzige Räder, Sperr klinken und Federn) im Eingriff und können durch Kraftzufuhr von außen leicht beschädigt werden. Eine Reparatur ist fast immer schmerz haft teuer und kann Monate dauern.

Denken Sie zwischendurch auch einmal an das Lederband Ihrer Uhr:

Es hält nicht ewig und bildet nach einiger Zeit einen prima Nährboden für Bakterien aller Art. Wie gute Schuhe sollte man auch edle Lederarmbänder nicht jeden Tag tragen, sondern ihnen die Möglichkeit geben, sich „auszuruhen“ und die am Handgelenk aufgesaugte Feuchtigkeit auszudünsten. Auch wenn sie angeblich „wasserfest“ sind: Lederbänder nimmt man nicht mit ins Wasser, und zum Schlafen sollte man sie auch besser ablegen. Zwei- bis dreimal pro Jahr kann man sie mit einer ausrangierten Zahn bürste und einem Tropfen Spülmittel von Schmutz und Fett befreien, ohne sie durchzunässen. Danach tupft man sie ab und lässt sie langsam trocknen (niemals auf der Heizung!). Ein wenig Lederpflege kann nicht schaden.

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