5 wichtige Punkte, die Sie beim Kauf von eBook-Readern beachten sollten

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5 wichtige Punkte, die Sie beim Kauf von eBook-Readern beachten sollten

Wie Sie eine Bibliothek in die Tasche stecken können

Was sind eBook-Reader?

eBook-Reader, also Lesegeräte für elektronische Bücher, sind heute etwa so groß wie ein Taschenbuch und weniger als einen Zentimeter dick. Auch ihr Gewicht gleicht dem eines Taschenbuches. Ihre Vorderseite wird fast vollständig von einem Display eingenommen und weist wenige Bedienelemente auf. Ihr Speicher fasst so viele Bücher wie eine kleine Bibliothek. Viele Geräte sind internetfähig, sodass Sie Bücher in den einschlägigen Online-Bookstores kaufen und sofort herunterladen können. Auch ein Smartphone oder ein Tablet kann – mit der entsprechenden Software – zum Lesen elektronischer Bücher verwendet werden. eBook-Reader sind jedoch spezialisierte Geräte, die einige unschlagbare Vorteile mitbringen. Da ist zum einen ihr geringerer Preis, zum anderen die lange Akku-Laufleistung. Diese wird durch „elektronische Tinte“ erreicht – ein grundsätzlich anderes Funktionsprinzip des Displays gegenüber Smartphone und Tablet. Hier wird Strom nur beim Umblättern verbraucht, das unveränderte Anzeigen einer Buchseite verbraucht keinen Strom. Sinnvoll ist es deshalb, die Akkulaufleistung nicht nach Stunden zu messen, sondern nach der Zahl der angezeigten Seiten. Aktuell werden ca. zehntausend Umblättervorgänge erreicht. Der Akku sollte also in aller Regel für einen sehr langen Urlaub mit sehr vielen Büchern ausreichen.

eBook-Reader – die Historie

1990 brachte Sony den Data Discman auf den Markt, das erste Gerät, das man als eBook-Reader bezeichnen könnte. Sein Display umfasste 256x160 Pixel, also nur einen Bruchteil heutiger Smartphone-Displays. Damit war es nicht möglich, eine komplette Buchseite anzuzeigen. Ein weiterer Schwachpunkt war der Speicher, der von einer Mini-Disk bereitgestellt wurde. Dies brachte, durch den unvermeidlichen Einsatz eines Motors und anderer beweglicher Teile, einen hohen Stromverbrauch sowie ein relativ großes Gewicht und Volumen mit sich. Der Data-Discman konnte sich am Markt nicht durchsetzen.

1999 gab es einen zweiten Vorstoß zur Etablierung eines eBook-Readers, die Entwicklung der amerikanischen Firma NuvoMedia, genannt „Rocket eBook“. Auch diesem Gerät blieb der kommerzielle Erfolg verwehrt. Es mussten erst die Voraussetzungen geschaffen werden, um elektronische Bücher alltagstauglich und für den Normalverbraucher konsumierbar zu machen:

  • Speichermedien, die riesige Textmengen fassen können, ohne bewegliche Teile auskommen und einen sehr geringen Strombedarf haben. Das ist mit der Speicherkarte gegeben, die 2001 ihre Markteinführung erlebte.
  • Ein großes, flaches Display, das absolut flimmerfrei und ohne Strahlung arbeitet und dabei ebenfalls sehr wenig Strom verbraucht. Dies ist mit der "elektronischen Tinte" möglich geworden.
  • Eine Infrastruktur, die eine riesige Anzahl von Buchtiteln im eBook-Format bereitstellt und diese einem breiten Publikum zugänglich macht. Durch die Etablierung des Internets als Verkaufsplattform und die Entstehung diverser Online-Shops für Bücher ist auch das heute selbstverständlich geworden.

Elektronische Tinte, elektronisches Papier

Nach jahrzehntelangen Forschungen – erste Prototypen gab es bereits in den 1970er-Jahren – hat das „elektronische Papier“ in den letzten Jahren Marktreife erlangt. Erstmals massenhaft eingesetzt wird dieses Prinzip in eBook-Readern. Hier werden winzige Mikrokapseln verwendet, die durch das kurzzeitige Anlegen einer elektrischen Spannung entweder hell oder dunkel erscheinen. Danach bleibt das entstandene Bild auch ohne Versorgungsspannung erhalten. Bisher sind im Handel nur schwarz/weiß-Displays erhältlich, wobei der Kontrast noch zu wünschen übrig lässt. Das Weiß ist in Wirklichkeit ein helles Grau. Dennoch lassen sich diese Displays bei guter Beleuchtung, auch bei Sonnenlicht, mühelos lesen. Sie haben zudem den Vorteil, dass sie aus jedem Winkel gleich aussehen. Ihre reflektive Oberfläche gleicht bedrucktem Papier wesentlich mehr als herkömmliche Displays, da sie nicht leuchtet, sondern vom Umgebungslicht sichtbar gemacht wird. Es gibt auch Displays mit Beleuchtung, die das Lesen im Dunkeln erlauben.

Was ist eigentlich der Ghost-Effekt?

Ein bei allen Modellen mehr oder weniger vorhandenes Defizit ist der Ghost-Effekt. Das bedeutet, dass eine Anzeige, die bereits weggeblättert wurde, weiterhin als Geisterbild im Hintergrund zu sehen ist. Viele Geräte umgehen diesen Effekt, indem sie das Display beim Umblättern für Sekundenbruchteile auf Schwarz schalten. Die Anzeige hat eine Auflösung von ca. 170 dpi, die genaue Zahl hängt von der Größe des Displays sowie der absoluten Anzahl der Pixel ab. Alle Geräte erreichen in der Auflösung mindestens die Qualität von Taschenbüchern oder Tageszeitungen. Auch die Anzeige von Bildern mit 16 Graustufen ist möglich. In der Darstellung von Bewegung und Farben hingegen ist elektronisches Papier noch ausbaufähig. Es gibt bereits Prototypen, die videotauglich sind, den Massenmarkt konnten sie jedoch bisher nicht erreichen. Die weiterhin lebhafte Forschung auf diesem Gebiet lässt allerdings vermuten, dass die Entwicklung längst nicht am Ende angelangt ist. Eventuell hat das elektronische Papier sogar das Potenzial, herkömmliche Bildschirme vollständig zu ersetzen. Das Ziel ist ein biegsames Display, so dünn wie Papier, das die Anzeige von Filmen in HD-Qualität erlaubt. Wir können uns also darauf einstellen, dass wir eines Tages bewegte Plakate an Litfaßsäulen sehen.

Vor- und Nachteile von eBooks gegenüber herkömmlichen Büchern

Falls Sie ein Büchernarr sind, der gern in Buchläden stöbert und sich ausführlich vom Buchhändler beraten lässt: Sie brauchen keine Bedenken zu haben, dass das eBook das gedruckte Buch eines Tages ganz verdrängt. Die Fotografie hat die Malerei nicht verdrängt, und das Kino wurde nicht vom Fernsehen abgelöst. Nach wie vor gibt es Zeitungen aus Papier, obwohl nahezu jede von ihnen eine Online-Ausgabe hat. Das eBook ist lediglich ein weiteres Medium, das nur deshalb existiert, weil Menschen es benutzen. Es ist dort angekommen, wo es hingehört – bei der Oma, beim Schulkind oder beim Berufspendler, der es in der S-Bahn liest. Die Textgröße ist einstellbar, sodass auch ältere Menschen keine Mühe beim Lesen haben. Die Bedienung ist so einfach, dass auch bekennende Technikmuffel damit klarkommen. Sie müssen sich keine Gedanken über die Akku-Laufzeit machen. eBooks sind preiswerter als Bücher aus Papier, weil Sie nur die Autoren und die Infrastruktur bezahlen, jedoch keine Material- und Druckkosten. Und wenn Sie schon einmal einen dicken Wälzer im Bett gelesen haben, dann haben Sie sich sicher geärgert, dass Sie ständig das Gewicht von tausend Seiten hochhalten müssen, obwohl Sie gerade nur eine einzige lesen wollen. Das Gewicht eines eBook-Readers bleibt immer gleich (und gering), egal, wie viele Seiten Ihr Buch hat.

Statt entweder oder: Kombinieren Sie herkömmliche Bücher mit eBooks

Doch: Wo ist das farbige Buchcover mit dem Prägedruck, das Sie so gern anfassen? Wo ist der Geruch des Papiers und das Rascheln beim Umblättern? Besitzen Sie die Bücher eigentlich, die auf Ihrem Reader gespeichert sind? Wo ist das Gespräch mit dem Freund, der Ihnen ein Buch borgt, und seine Ermahnungen, es bald mal zurückzugeben? Wenn Sie die sinnliche Seite des Lesens und seine haptischen Eindrücke lieben, sollten Sie nicht darauf verzichten. Verwenden Sie das eBook zusätzlich – für die Zeiten zwischendurch, in der Bahn oder auf Reisen im Hotel, am Strand – eben dort, wo sein größter Vorteil, das geringe Gewicht, zum Tragen kommt. Es gibt immer mehr Menschen und immer mehr Bücher. eBooks schonen Ressourcen: Suchen Sie sich Ihren preiswerten eBook-Reader aus.

Wie bekomme ich die eBooks auf den Reader?

Der Markt für eBooks ist heiß umkämpft, die Großen der Branche wie Apple, Amazon, Kindle oder Google bekommen Konkurrenz von kleineren Anbietern.

Das übliche Format für eBooks ist ePub, es kann von fast allen Modellen gelesen werden und wird von fast allen eBook-Stores angeboten. Viele Geräte können jedoch auch Formate wie txt, pdf oder doc lesen. Kostenpflichtige elektronische Bücher sind mit dem Adobe Digital Editions-Kopierschutz versehen. Es gibt jedoch Alternativen zum direkten Kauf von eBooks, wie zum Beispiel das Gutenberg-Projekt:

Buchklassiker, bei denen das Urheberrecht nicht mehr greift, werden hier zum kostenlosen Download angeboten. Eine eigene, freie Software namens Calibra wandelt sie in das Format Ihrer Wahl um. Ein ähnliches Projekt gibt es von Google für amerikanische Klassiker.

Auch die Ausleihe von eBooks ist in vielen Bibliotheken bereits möglich. Ergänzt wird das das Angebot durch verschiedene Arten der Vermarktung, vom Abonnement bis zur Flatrate für eBooks.

Die fünf wichtigsten Punkte beim Kauf von eBook-Readern

Punkt 1: Preis

Geben Sie nicht mehr aus als nötig. Ursachen für die Preisunterschiede sind hauptsächlich die Größe und Auflösung des Displays und optionale Features wie Touchscreen, Beleuchtung oder Zubehör. 

Punkt 2: Handhabung

Achten Sie auf eine gute Handhabung. Möchten Sie das Gerät mit einer Hand bedienen, oder ist Ihnen ein großes Display wichtiger? Läuft die Anzeige reibungslos und ohne Aussetzer? Alle Geräte sind Leichtgewichte. Wenige Gramm Unterschied machen sich in der Praxis kaum bemerkbar. Ein Touchscreen, bei Tablets und Smartphones unentbehrlich, ist beim eBook-Reader Geschmackssache. Wenn Sie in erster Linie Wert auf einfaches Umblättern legen, so geht das mit einer Taste neben dem Display erfahrungsgemäß leichter als mit dem Wisch über den Touchscreen.

Punkt 3: Features

Welche Features brauchen Sie? Wichtige Features beim Nachladen neuer Bücher sind ein Slot für die Speicherkarte beziehungsweise ein direkter Internetzugang. Dieser ist jedoch nur sinnvoll, wenn Sie unterwegs Bücher kaufen und downloaden möchten. Wenn Ihnen der WLAN-Zugang zu einem stationären Hotspot ausreicht, dann können Sie hier Geld sparen.

Punkt 4: Zubehör

Welches Zubehör ist sinnvoll? Empfehlenswertes Zubehör für Ihren eBook-Reader ist eine Hülle, da die Displays bei allen Modellen empfindlich gegen Kratzer sind. Ob Sie eine interne Display-Beleuchtung brauchen oder eine ansteckbare Lampe, hängt von Ihren Lesegewohnheiten ab.

Punkt 5: Shop-Anbindung

Nicht zuletzt unterscheiden sich die Geräte verschiedener Hersteller durch deren Shop-Anbindung. Viele Anbieter haben ein eigenes Shop-System, zu welchem sie ihren Kunden einen komfortablen Zugang ermöglichen. Leider bedeutet das oft, dass der Zugang zu anderen Anbietern erschwert oder unmöglich gemacht wird. Achten Sie also darauf, dass Sie nicht an ein firmeneigenes Format gefesselt werden und genießen Sie ungebremsten Lesespaß.

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