5 Tipps, wie Sie das richtige Geflügelfutter finden

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
5 Tipps, wie Sie das richtige Geflügelfutter finden

Was Sie bei der Auswahl von Geflügelfutter für Ihre Haushühner beachten sollten

Zum Oberbegriff Geflügel zählen alle Vogelarten, die als Nutztiere gehalten und gezüchtet werden, aber auch alle Wildvögel, die zum Verzehr gejagt werden. Dieser Ratgeber konzentriert sich ausschließlich auf Hühnervögel, die als Haustiere in einem Hühnerstall oder frei gehalten werden. Anderes typisches Hausgeflügel wie Gänse, Enten, Truthähne, Strauße und Haustauben haben unter Umständen einen anderen Futtermittelbedarf, auf den im Folgenden nicht eingegangen wird. Sollten Sie Futter für anderes Geflügel als Hühner suchen, wird an dieser Stelle auf entsprechende Sachbücher und Ratgeber zur Aufzucht von zum Beispiel Tauben oder Gänsen verwiesen. Was das Äußere und den inneren Körperbau anbelangt, unterscheiden sich Hühner von den anderen üblichen Nutztieren, die meist Säugetiere sind. Hennen haben keine Zähne und auch einen ganz anderen Verdauungstrakt mit Muskelmagen. Ob sie deshalb aber auch einen ganz anderen Nahrungsbedarf haben, das werden Sie später hier erfahren.

Ratschläge und Informationen, die Ihnen den Geflügelfutterkauf erleichtern sollen

Nachstehend erhalten Sie fünf Tipps, die Ihnen bei Suche nach dem geeigneten Hühnerfutter für Ihre Haushühner helfen sollen.

1.Futteraufnahme: Beschäftigen Sie sich damit, wann ein Huhn wirklich satt ist

Was das Sättigungsgefühl anbelangt, tickt das Hühnergehirn im Prinzip genauso wie das menschliche. Satt ist deshalb nicht gleich satt, weil zwischen mechanischer und physiologischer Sättigung unterschieden werden muss. Mechanische Sättigung bedeutet, dass die entsprechenden Dehnungsrezeptoren im Hirn melden, dass der Kropf und Magen des Huhns voll sind und somit kein Platz für weiteres Futter ist. Von physiologischer Sättigung spricht man, wenn die augenblicklich benötigten Nährstoffe in der richtigen Menge und im richtigen Verhältnis vorhanden sind. Auch hier wird das Sättigungsgefühl von Rezeptoren im Hühnergehirn mitgeteilt.
In der physiologischen Sättigung liegt, trotz eventuell vollem Magen, das Problem des Überfressens oder der Fehlernährung. Grund dafür kann das Fehlen noch notwendiger Nährstoffe im Blut sein. Darüber hinaus sitzen Meldezellen im Schnabel und Rachenraum des Huhns, die die Futteraufnahme über Beschaffenheit, Geschmack, Geruch und Aussehen der Mahlzeit regeln. Diese sind dafür verantwortlich, dass unter Umständen brauchbare Nährstoffe nicht gefressen werden. Eine hühnergerechte Ernährung funktioniert also nur, wenn die genannten Faktoren zusammenspielen und Ihr Huhn aus einem vollen Kropf und Magen alle notwendigen Nährstoffe im richtigen Verhältnis aufnimmt. Deshalb ist es wichtig, was man füttert.

2. Machen Sie sich darüber schlau, was für Nährstoffe Ihr Geflügel braucht

Huhn ist nicht gleich Huhn und deshalb ist der Nährstoffbedarf nicht bei allen Hühnern gleich, sondern vom Alter, der Leistung und der Haltung eines jeweiligen Tieres abhängig. Daher braucht zum Beispiel ein Küken für seine Entwicklung eine andere Nährstoffkombination seiner Nahrung als ein ausgewachsenes legendes Huhn. Bevor jedoch näher auf die Zusammensetzung des festen Futters eingegangen wird, soll hier kurz die Wichtigkeit des Wassers bei der Hühnerfütterung erwähnt werden.

Wie viel Wasser benötigt ein Huhn?

Der Wasserbedarf eines Huhns ist rund dreimal so hoch wie der Futterbedarf. Eine Legehenne braucht täglich rund 1/3 Liter Wasser. Das Wasser ist deshalb so bedeutsam, weil ein Hühnerei zu 2/3 aus Wasser besteht. Ein anderer Hinweis am Rande und vorab ist, dass Hühner ihre Nahrung nicht zu schnell aufnehmen sollten. Um ihnen dabei behilflich zu sein, könnten Sie den Futtertrog und die Tränke in entsprechender Entfernung zueinander aufstellen, damit die Hühner gezwungen werden, hin- und herzulaufen.

Wie hoch ist der Futterbedarf?

Der mengenmäßige Futterbedarf liegt zum Beispiel bei einem Durchschnittshuhn bei rund 120 Gramm Hühnerfutter. Natürlich ist der quantitative Einzelbedarf von Rasse und Lebenszyklus abhängig. Wie bereits erwähnt ist es notwendig, die Nährstoffkonzentration des Futters der Lebens- und Leistungsphase eines Huhns anzupassen. Die wichtigsten Nährstoffe, auf deren Anteil Sie im Hühnerfutter in den einzelnen Lebensabschnitten achten sollten sind Rohprotein, Rohfett, Lysin, Methionin, Calcium, Phosphor, Natrium und Vitamine.

Welche Ansprüche haben Hühner in der Wachstumsphase?

Grundsätzlich haben Küken in der Aufzucht einen höheren Anspruch an Nährstoffen. Normalerweise beginnt man die Fütterung eines Kükens mit einem Starterfutter, das zum Beispiel einen hohen Proteingehalt aufweist und dadurch die richtige Versorgung mit Aminosäuren gewährleistet. In den ersten beiden Lebenswoche sollte der Roheiweißgehalt bei 22 % - 23 % liegen und ab der dritten Woche bei 17 % - 18 %, für Junghennen bei 13 % und bei Legehennen bei rund 16 %, wobei der Anteil für Masthühner auch wesentlich höher gewählt werden kann. Das Eiweiß wurde hier besonders erwähnt, da es Bestandteil jeder Zelle im Hühnerorganismus ist und an allen Vorgängen im Huhn und den Leistungen einer Henne beteiligt ist.

Wo finde ich Informationen über den Nährstoffbedarf?

Ausführliche Informationen über den optimalen Nährstoffkombinationsbedarf aller lebenswichtigen Nährstoffe und Vitamine in den unterschiedlichen Lebenszyklen Ihrer Hühner können Sie sogenannten Bedarfswerttabellen entnehmen, welche Ihnen im Internet zugänglich sind. Wenn Sie sich danach richten, werden Sie sich an glücklichen Hühnern freuen.

3. Unterschiedliche Futtermitteltypen und ihre sinnvolle Anwendung

Nachdem Sie ausfindig gemacht haben, was für Nährstoffe Ihre Hühner brauchen, stehen Sie vor der Frage: Wie führe ich diese meinen lieben Haustieren in optimaler Form zu? Im Folgenden erfahren Sie, was für Futtermöglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen. Im Allgemeinen ist die Bandbreite der auf dem Markt erhältlichen Hühnerfuttermittel breit gefächert. Hier nun die wichtigsten Arten:

Was versteht man unter Alleinfutter?

Unter Alleinfutter versteht man Futtermischungen, die das Huhn in seiner jeweiligen Lebensphase mit allen notwendigen Nährstoffen versorgen. Wie der Name es schon sagt, sind sie das einzige Lebensmittel für die Nahrungsaufnahme. Der Vorteil des Alleinfutters liegt darin, dass alle in ihm enthaltenen Rohstoffe und Komponenten auf den Einsatzzweck, sprich die Lebensphase des Huhns, abgestimmt sind. Somit ermöglicht die Verfütterung von Alleinfutter eine genaue Einhaltung der Nährstoffanforderungen. Ferner ist der Einsatz dieser Futtermittelart für den Tierbesitzer schnell und bequem.
Für ausgewachsene Tiere gibt es Legehennenfutter und Mastfutter. In der Regel erfüllen alle gängigen Alleinfuttermittel auch die geschmacklichen Kriterien eines Huhns und werden daher gerne von den Tieren angenommen. Tiere, die mit einem Alleinfutter ernährt werden, sollten keine andere Nahrung erhalten, da dadurch das Nährstoffgleichgewicht aus dem Gleichgewicht kommen könnte.

Alleinfutter auch für Küken?

Gerade im Aufzuchtalter ist Alleinfutter sehr beliebt, denn mit ihm kann man praktisch nicht viel falsch machen. Das Alleinfutter für Küken bis zur 8. Lebenswoche ist auf dem Markt als Starterfutter bzw. Kükenstarter und das für danach als Junghennenfutter bzw. Aufzuchtfutter erhältlich. Starterfutter hat zudem den Vorteil, dass es auch auf den anfänglich sehr kleinen Verdauungstrakt der Küken abgestimmt ist. Es wird als Krümel oder nicht zu harte kleine Pellets, die nicht größer als 1,5 – 2 mm sind, angeboten. Dadurch wird die Nahrungsaufnahme früh stimuliert. Mit einem Starterfutter bekommt man normalerweise jedes kleine Küken groß.Ergänzungsfutter

Wann ist Ergänzungsfutter notwendig?

Ergänzungsfutter wird bei der kombinierten Fütterung eingesetzt. Hier wird Körnern wie zum Beispiel Hafer, Weizen, Gerste und kleinkörnigem Mais ein eiweißreiches, mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichertes Mischfutter, eben das Ergänzungsfutter, zugemischt. Beim Kauf von Ergänzungsfutter sollten Sie darauf achten, dass auf der Packung steht, in welchem Verhältnis dieses mit welchem Getreide gemischt werden soll. Ergänzungsfutter enthält die dem Getreide fehlenden Nährstoffe in konzentrierterer Form als Alleinfutter.

Futterformen

Sowohl Alleinfutter als auch Ergänzungsfutter sind in verschiedenen Darreichungsformen auf dem Markt verfügbar. Beide Varianten gibt es in Form von Bröckelfutter, Pellets oder Mehl. Da Hühner mehr Wert auf Konsistenz, Form, Größe und Farbe Wert als auf den Geschmack legen, ist die Form des Futtermittels wichtig. Zu fein gemahlenes Futter verursacht Staub und wird von den Hühnern in der Regel nicht so gerne verzehrt. Darüber hinaus kommt es leichter zu Verunreinigungen der Tränke und zu Futterverschwendung. Bröckelfutter und Pellets werden von den Hühnern bevorzugt gepickt, wenn sie etwa die Größe eines Weizenkorns haben. Favorisiert werden ferner glänzende Oberflächen. Die Bevorzugung von Nahrung in Körnerform hat zudem auch den Vorteil, dass die Nährstoffaufnahme ausgeglichener stattfindet. Weiterhin ist diese Futterform auch artgerechter für die Tiere.

4. Wollen Sie konventionell oder biologisch füttern?

Ein weiteres Entscheidungskriterium könnte beim Futtermittelkauf die Herkunft des Futtermittels sein.

Konventionelles Geflügelfutter

In der Regel sind die Produktionskosten der Hauptfaktor bei der Herstellung von konventionellem Geflügelfutter. Priorität hat somit die billige Herstellung. Normalerweise spielt die regionale Herkunft der Rohstoffe beziehungsweise Zutaten keine große Rolle. Diese werden aus der ganzen Welt importiert. Oftmals kann man als Endverbraucher nicht wissen, woher diese stammen. Außerdem sind die Rohzutaten, wie zum Beispiel Sojabohnen, genmanipuliert, denn über siebzig Prozent der weltweiten Sojaproduktion ist gentechnisch verändert. Europa hat im Zusammenhand mit Tierfuttermittel eine große „Eiweiß-Lücke“, weil zu wenig geeignete Futterpflanzen angebaut werden, um die heimischen Nutztiere ausreichend ernähren zu können.

Biologisches Geflügelfutter

Hersteller und Zulieferer von biologischem Geflügelfutter achten darauf, dass die Produktion umweltschonend und umwelterhaltend ist. Leicht lösliche Stickstoffdünger, gentechnisch manipulierte Organismen sowie synthetische Pestizide finden im gesamten Herstellungsprozess keine Anwendung. Ebenfalls verboten sind Futtermittel aus Extraktionsschrot aus der Öl-Herstellung, die gesundheitlich bedenkliche Rückstände chemischer Hilfsmittel beinhalten können. Zudem legen Hersteller von Biofutter auf regionale Herkunft der zu verarbeitenden Rohstoffe Wert. Im Prinzip verwenden ökologische Hersteller von Hühnerfutter die gleichen Zutaten wie konventionelle Hersteller, aber aus kontrolliertem biologischem Anbau. Da Sojabohnen aber importabhängig und wie beschrieben häufig genverändert sind, werden im Bio-Futter statt diesen oftmals Ackerbohnen verarbeitet.

5. Ratgeber über Geflügelhaltung geben nützliche Informationen

Nützliche Auskünfte über Hühnerfutter erhalten Sie auch in Sachbüchern und Ratgebern über Hühnerzucht. In einem guten Ratgeber sollten Sie alles Wissenswerte rund um die Hühnerhaltung, angefangen von der Beschreibung eines Stalls über eine gesunde Ernährung bis zur Physiognomie eines Huhns und dessen Eier sowie nützliche Gesundheits- und Hygienetipps finden.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden