5 Tipps für den Kauf von Dolby Surround Verstärkern

Aufrufe 5 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Alles rund um Ihr Heimkino: 5 Tipps für den Kauf von Dolby Surround Verstärkern

Alles rund um Ihr Heimkino

Langweiliges Fernsehen war gestern, heute ist das Heimkino das Maß aller Dinge. In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts brachte die Firma Dolby mit dem Dolby Surround System das erste Mal den beliebten Surround Sound in die heimischen Wohnzimmer.

Dolby Surround ist ein analoges Mehrkanal-Tonsystem, das die zwei Tonspuren beim Film in die ursprünglich aufgenommenen vier Kanäle aufteilt. Ziel ist es, den Raumklang zu imitieren und dem Zuschauer das Gefühl zu geben, mitten im Filmgeschehen zu sitzen. Dafür werden verschiedene Lautsprecher rund um den Zuschauer aufgebaut.

Dolby Surround ist ein rein analoges System, das keine digitalen Tonspuren wiedergeben kann. Da die digitale Tonaufnahme die analoge mittlerweile beinahe komplett verdrängt hat, wurde Dolby Surround von seinem digitalen Nachfolger Dolby Digital abgelöst. Was als analoges System mit vier Tonkanälen begann, bietet heute in digitalen Formaten mit bis zu elf Tonkanälen effektvolle Heimkino-Erlebnisse.

Der Verstärker oder AV-Receiver spielt dabei eine entscheidende Rolle. AV steht für Audio-Video und beschreibt, dass der Verstärker die Bild- und Tonsignale, die er durch eine DVD, Blu-Ray oder eine andere Quelle erhält, auf den Bildschirm und die Lautsprecher verteilt. Der Verstärker ist also die Schaltzentrale für die elektronischen Signale, die unser Heimkino-Vergnügen ausmachen.

Aus diesem Grund muss hier besonders auf Qualität geachtet werden. Ist der Verstärker nicht gut, können auch der hochauflösende Fernseher und die teure Lautsprecheranlage nur ein schlechtes Signal wiedergeben. In diesen 5 Kauftipps für Surround Verstärker werden Sie erfahren, worauf Sie beim Kauf eines Verstärkers achten müssen.

Tipp 1: Moderne AV-Verstärker bedienen mehr als nur ein System

Während das analoge Dolby Surround im Heimkinobereich kaum noch Verwendung findet, ist es bei Musikliebhabern nach wie vor beliebt. Anders als seine digitalen Nachfolger nutzt die analoge Option keine verlustbehafteten Speicherverfahren und steht daher für den klassischen Analog-Sound, den viele zu schätzen wissen.

Digitale Raumklang-Optionen sind mit sechs bis hin zu neun Tonkanälen ausgestattet. Hier müssen Sie jedoch abwägen, wie viel Platz Sie Ihrer Heimkinoanlage zugestehen können und möchten. Denn viele Tonkanäle bedeuten viele Lautsprecher, die alle einen gewissen Raum einnehmen.

Ein Verstärker sollte die gängigen Surround-Codierungen verarbeiten können. Neben dem gängigen Dolby Digital, das auch im Fernsehen verwendet wird, ist Dolby Pro Logic I bis IIX ein wichtiges Soundformat. Wenn Sie das Sound-Potenzial, das eine Blu-Ray bietet, voll ausschöpfen, achten Sie darauf, dass der Verstärker auch Dolby True HD und DTS-HD unterstützt. Ein Verstärker, der weitere Formate unterstützt, ist natürlich nie schlecht. Da man mit den oben genannten Formaten jedoch alle gängigen Bereiche abgedeckt hat, sollten weitere Formate nicht das Hauptkriterium sein.

Tipp 2: Diese technischen Werte beeinflussen die Klangeigenschaften des Verstärkers

Das optimale Tonformat ist noch lange kein Garant dafür, dass der Klang ebenso optimal ist. Denn auf das ausgehende Signal haben alle im Receiver verbauten Elemente einen Einfluss. Wie gut die einzelnen technischen Komponenten arbeiten, können Sie anhand der technischen Werte erkennen. Diese finden Sie entweder direkt in der Produktbeschreibung oder in Testberichten über das jeweilige Gerät einfach heraus.

Der Rauschabstand

Der Rauschabstand ist das Verhältnis aus der Nutzleistung und der Rauschleistung. Er zeigt an, ob der Verstärker bei leiseren Tönen ein störendes Rauschen von sich gibt. Für einen störungsfreien und klaren Klang sollte der Wert nicht unter 100 Dezibel liegen. Werte über 120 Dezibel sind sehr gut, während Verstärker unter 80 Dezibel nicht in Betracht gezogen werden sollte.

Der Frequenzgang

Einen weiteren Aufschluss über die Klangqualität des Surround Verstärkers bietet der Frequenzgang. Der Frequenzgang gibt Auskunft darüber, ob die Töne in gleichbleibender Lautstärke oder verfälscht wiedergegeben werden. Der Frequenzgang wird anhand eines Liniendiagramms abgebildet. Je glatter die Linie in dem hörbaren Bereich zwischen 20 Hertz bis 20 Kilohertz verläuft, desto unverfälschter ist der Klang.

Der Klirrfaktor

Der Wert des Klirrfaktors zeigt, wie weit die Töne verzerrt werden. Je niedrigerer der Wert, desto besser. Im Idealfall sollte der Klirrfaktor unter 0,1 Prozent liegen. Alles über einem Prozent ist die Verzerrung bereits deutlich hörbar. Die Leistung des Verstärkers hat einen großen Einfluss auf den Klirrfaktor. Je größer die Verstärkerleistung ist, desto größer ist die Gefahr des Verzerrens.

Die Kanaltrennung

Wie gut der Receiver die einzelnen Tonkanäle voneinander trennen kann, wird mit der Kanaltrennung beschrieben. Gute Receiver bieten hier verschiedene Einstellungen – generell sollten die einzelnen Kanäle jedoch gut voneinander getrennt sein.

Die Dynamik

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Dynamik. Einige hochwertige Receiver verfügen auch hier über unterschiedliche Einstellungen. Die Dynamik bewirkt, dass der Verstärker auch bei leiser Lautstärke einen unverfälschten und dynamischen Klang bietet. Eines dieser Features heißt Dolby Volume. Es bewirkt, dass die Unterschiede zwischen lauten und leisen Passagen automatisch verringert werden. So sind laute Passagen nicht mehr ganz so dröhnend, während leise Szenen noch gut verständlich sind. Besonders für Filmfans mit kleinen Kindern und/oder empfindlichen Nachbarn ist es wichtig, darauf zu achten.

Die Lüftung

Lüfter haben zwar keinen direkten Einfluss auf die Klangqualität des Verstärkers, können aber, wenn sie zu laut sind, das Filmerlebnis erheblich stören. Sie werden dann eingesetzt, wenn der Verstärker warm läuft. Gerade bei leisen Passagen können die Lüftergeräusche ein unangenehmer Nebeneffekt sein. Achten Sie also darauf, dass die Lüftung des Verstärkers hochwertig und damit leise ist.

Tipp 3: Kein Leistungsdruck für Ihren Verstärker: Diese technischen Daten sind von Bedeutung

Die Leistung, die ein Verstärker erzeugen kann, wird in Watt gemessen. Die oft bei Geräten angegebenen Watt-Zahlen geben an, wie viel Leistung der Verstärker maximal unter Dauerbelastung abgeben kann. Da die Messunterschiede hier stark variieren, sollten Sie die Watt-Angabe geflissentlich ignorieren. Hohe Watt-Zahlen sollen beeindruckend klingen, haben aber auf sowohl auf den Klang als auch auf die Lautstärke nur bedingten Einfluss.

Wie groß die Leistungsstärke des Verstärkers sein muss, ist abhängig von der Größe des Raumes, der beschallt werden soll. Auch die Lautsprecher spielen hier eine wichtige Rolle. Hier wird zwischen hohen und niedrigen Wirkungsgraden gesprochen. Der Wirkungsgrad beschreibt, wie viel der zugeführten Energie tatsächlich vom Lautsprecher in Schallwellen umgesetzt werden kann. Je höher der Wirkungsgrad, desto weniger Leistung benötigt der Verstärker. Bei guten Lautsprechern und einem durchschnittlichen Wohnzimmer benötigt ein Verstärker weniger als ein Watt, um ausreichende Lautstärken hervorzurufen.

Einen großen Einfluss auf die Leistung des Verstärkers hat der Widerstand, der dem Ausbreiten der Tonsignale entgegensteht. Der Widerstand wird in Ohm gemessen. Lautsprecher haben einen bestimmtem Widerstand, genau so wie der Ausgang des Verstärkers. Als Grundregel gilt: Um den Verstärker zu schonen, sollte die Ohm-Angabe auf den Lautsprechern nicht kleiner sein, als die Ohm-Angabe auf dem angeschlossenen Verstärker.

Tipp 4: Auf diese Anschlüsse sollten Sie beim Kauf von Verstärkern achten

Der AV-Receiver ist der Knotenpunkt für alle Elemente der Heimkino-Anlage und sollte daher über eine große Vielfalt an Anschlüssen verfügen. Da im Heimkino sowohl neue digitale Geräte als auch analoge Geräte, wie zum Beispiel Video-Recorder, vertreten sind, sollte dem auch bei den Anschlüssen Rechnung getragen werden. Neben den klassischen Video-Anschlüssen sind Scart-Anschlüsse für die meisten älteren Heimkinogeräte geeignet. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Receiver mindestens einen Scart-Anschluss, am besten jedoch mehrere, aufweisen kann.

Per HDMI-Anschluss wird der AV-Receiver mit modernen Flachbildfernsehern verbunden. HDMI (High Definition Multimedia Interface) ist eine volldigitale Schnittstelle für digitale Audio- und Videosignale. Daten können hier mit sehr hoher Bandbreite ohne Kompression und Qualitätsverluste übertragen werden. Außerdem ist die Verkabelung sehr einfach, da für das Audio- und Video-Signal nur ein einziges Kabel benötigt wird. Wenn Sie einen Blu-ray-3D-Player verwenden möchten, benötigen Sie einen Receiver, der HDMI1.4 unterstützt. Wenn Sie neben Ihrem TV-Gerät auch einen Beamer anschließen möchten, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Receiver über zwei HDMI-Anschlüsse verfügt.

Wenn Sie Ihre Urlaubsvideos und Fotos auf Ihrem Fernseher anschauen möchten, empfiehlt sich ein USB-Anschluss, über den Sticks und andere USB-Geräte angeschlossen werden können. Wer noch über alte Vinyl-Platten verfügt und diese weiterhin hören möchte, sollte auf einen Phono-Eingang beim Receiver achten. Kopfhöreranschlüsse über Klinken sind mittlerweile an jedem Receiver Standard.

Besonderes Augenmerk sollten Sie auf die Lautsprecheranschlüsse legen. Anstatt auf Klemmen zu setzen, sollten Sie gut verarbeitete Schraubanschlüsse vorziehen. Sie sind haltbarer als Klemmverschlüsse und sorgen dafür, dass auch dickere Lautsprecherkabel komplett aufgenommen werden können. Um alle Tondaten optimal vom Verstärker zu den Lautsprechern zu übertragen, ist es wichtig, dass jede Litze bzw. Ader des Lautsprecherkabels mit dem Verstärkerausgang in Kontakt kommt.

Einige Verstärker bieten spezielle Dockingstationen für iPods, iPhones oder MP3-Player. Über diese können die dort gespeicherten Daten, Musik, Bilder oder Filme, abgespielt werden. Besonders praktisch: Die Geräte werden während des Abspielens meistens mit aufgeladen.

Tipp 5: Kinderleicht: Die Bedienbarkeit des Receivers spielt im Alltag eine wichtige Rolle

Damit sich der AV-Verstärker einfach und intuitiv bedienen lässt, sollte er über ein übersichtliches Display verfügen. Diese Anzeige sollte die Lautsprecheranzahl, die Lautstärke und die gewählte Mehrkanalbetriebsart beinhalten. Das Display sollte sich darüber hinaus abschalten oder dimmen lassen, da es sonst in dunklen Räumen vom Filmgeschehen ablenken kann.

Noch wichtiger als das Display ist für die Bedienung das Bildschirmmenü, das auf dem Fernseher angezeigt wird. Dieses sollte alle Features auf einen Blick darstellen, da sonst beim Durchsuchen von Untermenüs und verzweigten Punkten viel Zeit verloren geht. Ein logischer Aufbau ist beim Bildschirmmenü genauso wichtig, wie die passende Sprachauswahl. Einige Receiver bieten kein deutsches Menü an. Wenn Sie dieses benötigen, sollten Sie bereits beim Kauf darauf achten, welche Sprachen von dem Menü zur Wahl angeboten werden.

Ebenfalls zur Bedienung gehört eine logisch aufgebaute, intuitiv verständliche Fernbedienung. Wichtig ist hier, dass die Fernbedienung programmierbar ist und auch die Bedienung der anderen angeschlossenen Geräte erlernen kann. Viele verschiedene Fernbedienungen sind nicht nur platzraubend, sondern auch unübersichtlich. Hier empfiehlt sich eine Universalfernbedienung, die alle Geräte bedienen kann.

Fazit

Leistung und technische Werte sind bei der Kaufentscheidung für einen AV-Receiver ebenso wichtig, wie die einfache Bedienbarkeit. Auf welchen der oben genannten Aspekte Sie persönlich am meisten Wert legen, können nur Sie selbst entscheiden. Wenn Sie sich an die 5 Einkaufstipps halten, werden Sie schnell den richtigen Surround-Verstärker für Ihr Zuhause finden.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber