2. Kunststoff-Lackieranleitung Autolack Grundierung

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   Kunststoff-Lackieranleitung Teil 2: Grundierung   

Willkommen bei der Kunststoff-Lackieranleitung von Autolack21.
Die komplette Lackieranleitung mit Fotos und alle Produkte finden Sie unter autolack21.de bzw. autolack21-shop.de. Die Produkte gibts auch hier im Ebay-Shop.

 

Grundierung (auch Primer genannt) dient im Kunststoff-System nur als Haftvermittler, da Rost kein Thema ist. Auf lackiertem Kunststoff kann auf die KS-Grundierung verzichtet werden, auf nacktem Kunststoff ist sie Pflicht. Wenn rauhe Kunststoff-Flächen glatt gemacht werden sollen, ist der Porenwischfüller die optimale Lösung.


KS2.1 Anschleifen 

A) Bei lackierten Teilen: Wenn der alte Lack bereits rissig, abgeplatzt oder sonstwie schadhaft ist, muß er komplett auf den Kunststoff-Untergrund runtergeschliffen werden (80er Papier-120er Papier). Dann bei Schritt 1 beginnen. Wenn der alte Lack noch in Ordnung ist, schleift man nass mit 400-600er oder trocken 180er (Hand) bzw. 240-320er (Exzenter) alle zu lackierenden Flächen gründlich an. Nasspapier immer mehrere Stunden in Wasser einweichen, damit es weich und geschmeidig wird. Bei Trockenpapier auf vernünftige Staubabsaugung achten, das verlängert die Standzeit des Papiers enorm. Vorsicht an Ecken und Kanten, da schleift man schnell mal auf den Untergrund durch.

B) Nackter Kunststoff: nicht anschleifen, aber immer mit KS-Reiniger reinigen und Kunststoff-Grundierung 17000 oder Porenwischfüller verwenden (siehe Schritt 1 und 2)!


KS2.2 Reinigen 

Nackter Kunststoff: siehe Schritt KS 1.2. Anschließend die zu lackierenden Flächen vorsichtig mit Kunststoff-Reiniger 87020 mit einem sauberen Tuch abwischen und einige Minuten ablüften lassen. Lackierter Kunststoff: Einfach kurz mit KS-Reiniger abwischen.

KS2.3 Abkleben 

Auf gute Qualität des Klebebandes achten, damit man es nach dem Lackieren rückstandsfrei ablösen kann. Kein Malerkrepp verwenden ! Unser Klebeband 99620 ist lösemittelfest und damit optimal geeignet, außerdem auch noch sehr preisgünstig (einfach mal mit Ihrem Lieblingsbaumarkt vergleichen). Abklebepapier, Folie oder notfalls Zeitungen können verwendet werden - bei Zeitungen jedoch keine bunten Bilder nehmen, die lösen sich durch die Lösemittel evtl. auf und hinterlassen Spuren. Bei kleineren Reparaturen immer an der nächsten Karosseriekante abkleben, dann sieht man die Übergänge nachher nicht so. Immer das ganze Fahrzeug abdecken (z.B. Folie), um Ärger mit Sprühnebel zu verhindern. Beim Abkleben rund um die Reparaturstelle genügend Platz lassen, damit man keine harten Füller-Kanten durch das Klebeband bekommt. Bei den meisten Kunststoff-Anbauteilen lohnt es sich kaum, überhaupt abzukleben, wir empfehlen bei Heck-, Front- und Seitenschürzen, Stosstangen, Spiegeln etc. das ganze Teil abzubauen und komplett neu zu lackieren - dadurch verhindert man sichtbare Übergänge, Farbunterschiede (zum Beispiel bei ausgebleichten Teilen) und kann frei und damit besser mit dem Teil arbeiten. Das spart Zeit und bringt bessere Ergebnisse. Schraubenlöcher unbedingt verschliessen, sonst braucht man später einen Gewindeschneider.


KS2.4 Staub entfernen 

Nach dem Abkleben muß als Schlußvorbereitung vor dem Lackieren nochmal der Staub entfernt werden. Hierzu mit einer Druckluft-Pistole gründlich alle Flächen, Kanten, Ecken und Hohlräume sowie das Abklebepapier abblasen - der Dreck kommt sonst garantiert beim Lackieren raus. Auch sich selbst, d.h. Haare, Anzug etc. mit Druckluft abblasen. Wenn man eine staubige Arbeitsumgebung hat, evtl. den Boden und die Wände (aber nicht das Auto!) mit Wasser besprühen, das bindet den Staub. Dann mit Staubbindetuch 99870 ohne Druck über die zu lackierenden Flächen wischen, um letzten Staub zu entfernen. Am besten einen staubfreien Lackieroverall 99500 und eine Kappe tragen, um Staub zu reduzieren.


KS2.5 Grundierung auswählen 

Die Grundierung hat bei Kunststoff-Untergründen nur die Aufgabe, eine gute Verbindung zum Untergrund herzustellen (Haftvermittler), da Korrosion ja kein Thema ist.

Fall 1) Untergrund nackter Kunststoff, glatt:Hier kommt die Kunststoff-Grundierung 17000 zum Einsatz.

Fall 2): nackter Kunststoff, rauh: Zum Glätten rauher und poriger Kunststoff-Oberflächen wie z.B. alter schwarzer Stosstangen etc. kann der Porenwischfüller eingesetzt werden. Mit einem trockenen, fusselfreien Lappen wird der Porenwischfüller auf das Kunststoff aufgetragen (wie Schuhcreme) und anschließend nach dem Antrocknen einfach abgewischt. Anschließend füllern.

Fall 3): alter Lack, sehr guter Zustand und lösemittelfest: alten Lack nur anschleifen und mit Basislack oder Einschicht-Lack überlackieren. Elastifizierer nicht vergessen.

Fall 4): alter Lack, Zustand nicht mehr gut: anschleifen und mit Kunststoff-Grundierung und -Füller überarbeiten.

Fall 5) Risse, Löcher, Dellen etc.: Evtl. vorhandenen alten Lack entfernen und mit dem Kunststoff-Spachtel die Löcher, Risse, Dellen direkt auf dem nackten Kunststoff ausspachteln (siehe KS2.8). Anschließend mit Kunststoff-Füller oder elastifiziertem HS-Füller überarbeiten.

Fall 6): Kunststoff mit Kunstharzlackierung (Trabbi, alte Eigenbauten etc.): Die Höchststrafe. Alles komplett runterschleifen und dann mit KS-Grundierung 17000 und KS-Füller 27100 neu aufbauen.
KS2.6 Grundierung vorbereiten Die Kunststoff-Grundierung 17000 gründlich aufrühren, bis die silberfarbenen Pigmente sich gut in der Grundierung verteilt haben. Die KS-Grundierung wird nicht mehr gemischt, sondern ist bereits spritzfertig. Also einfach durch ein Lacksieb in den Pistolenbecher einfüllen. Porenwischfüller: Der Porenwischfüller ist ebenalls verarbeitungsfertig, einfach wie Schuhcreme auf ein trockenes, sauberes Tuch geben und porige Oberflächen glätten.


KS2.7 Grundierung auftragen 

Die Kunststoff-Grundierung 17000 dünn aber gleichmäßig in einem einzigen Spritzgang (1-2 µm) auf alle zu lackierenden Kunststoff-Flächen auftragen. Zunächst Kanten und Ecken spritzen und dann in gleichmäßigen, überlappenden, waagrechten Lackierbewegungen auf die großen Flächen aufbringen. Die Pistole immer im rechten Winkel mit etwa 15-20 cm Abstand führen, und immer über den Rand hinaus spritzen, damit auch die Kanten und Ecken genug Material abbekommen. Für Hohlräume und Ecken kann man die Pistole auf Punktstrahl umstellen (bei ganz billigen Pistolen geht das nicht, dann Pistole einfach schräg bzw. sogar waagrecht halten). Vorsicht: nicht zuviel auftragen, die Grundierung soll ja nur als Haftvermittler dienen. Die Pistole sollte eine Düse von 1,3 - 1,4 mm haben und gleichmäßig mit 3-4 bar (HVLP 2,5 - 3 bar) Druckluft versorgt werden. Nach dem Trocknen (15 min.) mit Kunststoff-Füller 1:1 oder mit elastifiziertem HS-Füller überarbeiten oder bei perfekt glatter Oberfläche direkt mit Basislack bzw. elastifziertem Einschicht-Decklack überlackieren. Porenwischfüller: nach dem Reinigen des  rauhen Kunststoffes (z.B. Innenteile, Stosstangen etc.), den Porenwischfüller mit einem trockenen, sauberen Tuch wie Schuhcreme auf den Kunststoff auftragen. Ca. 5 min. trocknen lassen und nach dem Trocknen das überschüssige Material wieder mit einem sauberen, trockenen und fusselfreien Tuch abwischen. Nicht schleifen, nicht feucht abwischen, nicht reinigen. Direkt überlackieren mit Füller bzw. Basislack oder elastifiziertem Einschicht-Decklack.


KS2.8 Spachtel auftragen 

Der KS-Spachtel 37000 wird bei Bedarf direkt auf den Kunststoff aufgetragen. Wenn Risse oder Beulen repariert werden sollen, sollte alter Lack in diesem Bereich vorher auf jeden Fall komplett abgeschliffen werden. Keine Grundierung unter den KS-Spachtel spritzen. Der Spachtel wird mit etwa 5% Härterpaste gründlich vermischt, und mit dem Japanspachtel direkt auf den Kunststoff aufgespachtelt. Nach dem Trocknen (ca. 20 min) kann er direkt geschliffen und wenn nötig wieder überspachtelt werden. Anschließend nur trocken abwischen (Staubbindetuch) und dann mit KS-Füller 1:1 oder elastifiziertem HS-Füller überarbeiten.

Alle Infos zum Lackieren von Autos unter autolack21.de
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