100 EURO FÜR EIN AUTO? Verkäufer MUSS es herausgeben !

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Hallo liebe Ebayer,

man konnte hier ja schon die unterschiedlichsten Meinungen darüber lesen: manche haben geschrieben, der Verkäufer müsse überhaupt nichts rausrücken, wenn er sich "vertan" hat. Andere schrieben: klar, er muss die wertvolle Brosche für 200 Euro übergeben, auch wenn sie das 10fache Wert ist und er vergaß, einen Mindestpreis festzulegen.

Ganz aktuell gibt es nun ein Gerichtsurteil, das hoffentlich endlich für einige etwas Klarheit in die Sache bringt.

Bei fehlendem Mindestgebot muss Verkäufer Ware zum Spottpreis an Bieter herausgeben

Laut einem Urteil (AZ 223 C 30.401/07) des Amtsgerichts München sind Verkäufe über eBay auch dann gültig, wenn der Anbieter einen viel zu niedrigen Erlös für sein Produkt erhält, es also unter Wert verkaufen muss. Im konkreten Fall hat das Amtsgericht einem Käufer ein Auto für 100 Euro zugesprochen, für das dieser den Zuschlag erhalten hatte. 
 
Der Verkäufer wollte mindestens 2100 Euro für sein Fahrzeug. Nachdem sein Angebot im ersten Anlauf jedoch auf kein Interesse stieß, tauchte es aus nicht nachvollziehbaren Gründen erneut bei eBay auf - diesmal ohne die Nennung eines Mindestgebots. Hierfür bot der spätere Kläger 100 Euro und erhielt die Nachricht von eBay, dass er das Auto erworben habe, da sich kein weiterer Käufer gemeldet habe.

Als der Käufer den Verkäufer anschrieb und das Fahrzeug haben wollte, weigerte sich dieser, es zu dem Preis herauszugeben. Daraufhin erhob der Käufer Klage.

Die zuständige Richterin gab ihm Recht: Das Einstellen eines Angebots auf eBay stelle ein wirksames, verbindliches Angebot dar. Da ein Mindestgebot nicht vorgelegen habe, sei der Verkauf zum Preis von 100 Euro zustande gekommen. Dies sei nicht sittenwidrig, da bei privaten Auktionen ohne Mindestangebot die Zielsetzung bestehe, den Preis durch die Nachfrage festlegen zu lassen. Außerdem sei nicht zu beanstanden, dass Gegenstände auch unter Wert verkauft würden. Der Verkäufer habe es versäumt, die Versteigerung rechtzeitig anzufechten. Das Urteil ist rechtskräftig.

Quelle:http://www.zdnet.de/news/

Eure Claudia

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