10 wichtige Punkte beim Kauf von Autositzen

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10 wichtige Punkte beim Kauf von Autositzen

Sitze sind ein wichtiger Bestandteil der Innenausstattung eines Fahrzeugs. In diesem Ratgeber geben wir Ihnen 10 Tipps, die Sie beim Kauf von Autositzen beachten sollten. Dabei beschränken wir uns nicht nur auf die herkömmlichen Sitze für Fahrer, Beifahrer und Insassen auf der Rückbank, sondern gehen auch näher auf Kindersitze ein. Das Besondere: Bei den Autositzen gibt es zahlreiche Unterschiede. Diese richten sich zum einen nach dem Einbauort und zum anderen nach dem Ausstattungsniveau.

1. Auf diese Weise unterscheiden sich Vorder- und Rücksitze

Die Sitze für den Frontbereich eines Fahrzeugs werden in der Regel als zwei Einzelsitze angeboten. Es gibt nur wenige Modelle, die mit drei Sitzen ausgestattet sind.

Die Rücksitze unterscheiden sich im Ausstattungsniveau normalerweise nicht von den Vordersitzen. Der Unterschied zu den Sitzen in der Front besteht allerdings darin, dass diese nicht so ergonomisch geformt sind. Das liegt vor allem daran, dass die Zahl der Passagiere auf den Rücksitzen nicht immer gleich ist. Deshalb wird von den Herstellern auf besondere Formen und Auspolsterungen verzichtet.

Standardsitze sind in der Regel auf einen gemeinsamen Montagerahmen angebracht. Sie sind nicht verstellbar. Etwas teurere Modelle erkennen Sie daran, dass sich die Rückenlehne umklappen lässt. Manchmal ist es sogar möglich, nur einen Teil der Rückbank umzuklappen. Auf diese Weise lässt sich die Ladefläche des Kofferraums vergrößern. Dabei kommen folgende Querunterteilungen zum Einsatz:

  • 40-20-40
  • 60/40
  • 50/50

Damit Sie eine ebene Ladefläche erhalten, sollte sich der ganze Sitz bis hinein in den Fußraum klappen lassen.

2. Verstellmöglichkeiten beim Autositz – so lassen sich Autositze einstellen

Damit sich der Autositz individuell dem Fahrer anpasst, sollte er einige Verstellmöglichkeiten bieten. Wie hoch der Umfang der Möglichkeit zur Verstellung ist, richtet sich in erster Linie nach dem Ausstattungsniveau des Sitzes.

Die Frontsitze können in der Regel nach vorne oder nach hinten verschoben werden. Möglich wird das durch eine Sitzschiene. Das Vorstellen des Sitzes ist wichtig, damit auch kleinere Menschen bequem die Pedalen erreichen können. Größere Menschen verschaffen sich durch die Verstellmöglichkeit nach hinten mehr Platz. Die Verschiebung nach vorne oder hinten wird bei Autositzen als 2-Wege-Verstellung bzw. als Linearsitzverstellung bezeichnet.

Als weitere Verstellmöglichkeit sollte eine Änderung der Neigung der Rückenlehne möglich sein. Auch das gilt lediglich für die Sitze in der Front. Handelt es sich um einen Sitz mit einer besonders starken Neigefähigkeit, wird dieser von den Herstellern auch als Liegesitz bezeichnet.

Neben diesen beiden Standard-Verstellmöglichkeiten gibt es aber auch Sitze, die noch mehr Komfort versprechen. So können die Sitze auch in der Höhe verstellt werden. Bei einigen Sitzen lässt sich auch die sogenannte Lordosenstütze verstellen, die extra für das Abstützen der Lendenwirbelsäule gedacht ist.

Sie finden neben der einfachen 2-Wege-Sitzverstellung auch die 4-Wege- und 6-Wege-Sitzverstellung. Mit der 4-fachen Verstellbarkeit wird ausgesagt, dass sich der Sitz horizontal vorwärts und rückwärts verstellen lässt. Dazu kommt noch eine Verstellung der Neigung der Rückenlehne nach vorne und nach hinten. Der Unterschied der 6-Wege-Sitzverstellung besteht darin, dass sich der Sitz auch nach oben oder unten verstellen lässt.

Doch wie lässt sich die Verstellung am besten durchführen? Je nach Sitz und Modell stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verstellung zur Auswahl. Das sind:

  • Arretierklinken
  • Handräder
  • Handhebel mit Pumpmechanismus
  • Handkurbel
  • Schalter

Die Schalter können entweder elektrisch oder elektro-hydraulisch funktionieren. Zu den Besonderheiten gehören hier die Möglichkeiten zur elektrischen Sitzverstellung. Der Vorteil: Bestimmte Sitzeinstellungen können gespeichert und bei Bedarf ganz einfach abgerufen werden. Das ist vor allem dann praktisch, wenn das Auto von mehreren Fahrern genutzt wird. Neben den Sitzeinstellungen kann die Technik mitunter auch die Einstellungen der Spiegel, der Kopfstütze und der Lenksäule speichern. Die Hebel, Drehknöpfe oder Zahnräder für die Sitzhöhenverstellung sind als Zubehör auch einzeln erhältlich.

Schließlich besteht auch bei zweitürigen Fahrzeugen eine Besonderheit bei den Autositzen. So lässt sich der Sitz ganz nach vorne umklappen, damit die Mitinsassen bequem hinten einsteigen können.

3. Welche Komfortausstattungen bietet der Autositz? Polster, Heizung, Belüftung und mehr

Die meisten Autositze sind gepolstert. Je höher der Polsteranteil ist, desto bequemer und weicher werden die Sitze. Hier ist auch der persönliche Geschmack beim Sitzkomfort wichtig. Darüber hinaus unterscheiden sich die Sitze auch in ihren ergonomischen Ausformungen.

Zu den besonderen Komfortfunktionen gehört die Sitzheizung. Sie ist nur bei wenigen Autositzen eingebaut. Doch nicht nur die Sitzheizung sorgt für einen angenehmen Sitzkomfort. Teilweise werden auch Sitze mit einer Extra-Belüftung angeboten. In Luxuswagen trifft man häufiger auch Vordersitze an, in die in den hinteren Bereich der Kopfstützen Monitore integriert sind. Schließlich gehören auch Armlehnen zu den speziellen Komfortausstattungen der Autositze.

4. Welche Sicherheitsmerkmale hat der Sitz? Aufprallschutz und Zertifizierung

Der Fahrzeugsitz hat einen wesentlichen Einfluss auf die Sicherheit des Fahrers. Bei vielen modernen Varianten finden Sie heute einen Airbag in der Seitenlehne des Sitzes. Auf diese Weise lässt sich die Wucht bei einem Seitenaufprall effektiv mindern.

Wichtig ist, dass der Sitz ergonomisch geformt ist. So unterstützt er den Fahrer und reduziert Ermüdungserscheinungen. Die Entlastung des Fahrers ist ein wichtiges Mittel der Unfallprävention, schließlich helfen gut passende Sitze bei der Aufrechterhaltung der Konzentration. Vor allem Menschen, die beruflich viel mit dem Auto unterwegs sind oder andere Vielfahrer sollten auf bequeme Autositze achten, um ihre Gesundheit zu schonen.

Achten Sie bei der Beurteilung des Langzeitsitzkomforts auf die Zertifizierung nach dem KFS-Verfahren. Das Messverfahren untersucht die Körperhaltung in ihrer Art und in der zeitlichen Abfolge der Haltungsänderungen.

5. Welche Materialien stehen bei den Autositzen zur Auswahl?

Ein Autositz besteht in der Regel aus einer Schale und einer Schaumstoffpolsterung. Bezogen sind die Sitze dann entweder mit Stoffen oder mit Leder. Um Gewicht einzusparen, setzen viele Hersteller auf spezielle Leichtbaumaterialien wie Kunststoffe und andere synthetische Bauweisen.

Damit Sie Ihren alten Sitzen neuen Glanz verleihen, müssen Sie nicht unbedingt den ganzen Autositz austauschen. Es reicht auch aus, sich für neue Sitzbezüge zu entscheiden. Besonders gut sehen hier Sattlerbezüge aus, die speziell für Ihr Fahrzeug gefertigt wurden. Sie können zwischen Stoffen, Lederimitat und Echtleder entscheiden.

6. Was muss ich beim Kauf von Kindersitzen beachten?

Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr bzw. mit einer Größe unter 150 cm müssen nach Paragraf 21 der Straßenverkehrsordnung in einem Kindersitz im Kraftfahrzeug transportiert werden. Nur so stellen Sie sicher, dass der Sicherheitsgurt auch über die Schulter verläuft. Kommt es zu einem Unfall, wird durch die bessere Gurtposition und die Rückhaltevorrichtung des Sitzes sichergestellt, dass das Kind nicht durchrutschen kann.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Kindersitz auch an das Alter und das Gewicht des Kindes angepasst wird. Darüber hinaus finden sich hier auch Zertifizierungen, die der Sitz unbedingt einhalten sollte. Seit 2008 müssen die Sitze nach der Norm ECE44/03 oder höher geprüft sein. Folgende Klassen stehen zur Auswahl:

Klasse

zugelassen für

Einbau zur Fahrtrichtung

0

bis 10 Kilogramm

entgegen oder quer

0+

Bis 13 Kilogramm

entgegen

0+ - I

bis 18 Kilogramm ab Geburt

entgegen, ab 9 kg in Fahrtrichtung

I

9 bis 18 Kilogramm

in oder gegen

II

15 bis 25 kg

in Fahrtrichtung

II – III

15 bis 36 Kilogramm

in Fahrtrichtung

III

22 – 36 kg

Sitzerhöhung, in Fahrtrichtung

I – III

9 bis 36 kg

In Fahrtrichtung

7. Welche Unterschiede gibt es zwischen Autositzen für den PKW und für Nutzfahrzeuge?

Die Autositze in LKWs, Bussen und Vans unterscheiden sich von den Sitzen in einem herkömmlichen PKW. Lastkraftwagen sind meist nur mit zwei Einzelsitzen in der Front versehen. Bei Bussen gibt es lediglich einen Fahrersitz. Das Besondere bei den Fahrersitzen der Nutzfahrzeuge ist hier, dass der Fahrer aufrechter sitzt. Ein Grund: Die Fahrerkabinen bieten mehr Platz für diese Sitzposition. Die Verstellmöglichkeiten unterscheiden sich allerdings nicht so sehr von denen der Sitze für PKWs. Sie lassen sich aber in der Regel nicht umklappen oder in die Liegeposition bringen.

Passagiersitze in Vans zeichnen sich durch ihre Doppelt- oder Dreifachausführung aus. Hier sollten Sie darauf achten, ob die Sitze auf einen gemeinsamen Rahmen fest montiert sind oder sich die Sitze bei Bedarf einzeln verstellen lassen. Besonderen Komfort bieten hier Einzelsitze, bei denen sich auch die Rückenlehne verstellen lässt. Um den Laderaum in einem Van besser nutzen zu können, ist es vielfach auch möglich, die Rückbank auszubauen.

8. Kopfstützen am Sitz entlasten die Halswirbelsäule im Falle eines Unfalls

Zu den zentralen Elementen eines Autositzes gehören die Kopfstützen. Sie reduzieren die Wucht eines Aufpralls auf die Halswirbelsäule. Wichtig ist hier, dass sich die Kopfstützen verstellen lassen. Nur so bieten sie einen optimalen Schutz. Im Idealfall liegt die Oberkante auf der Höhe des Scheitels. Die Stützen werden in der Regel manuell eingestellt, bei einigen Fahrzeugen erfolgt die Justage allerdings elektrisch.

Zu den Besonderheiten gehören hier die sogenannten aktiven Kopfstützen. Bei einem Aufprall neigen sich diese nach vorne und fangen den Kopf dann schnell auf. Eine Überstreckung der Wirbelsäule wird so vermieden. Hersteller wie Honda und Hyundai stattet ihre Fahrzeuge bereits ab der Kompaktklasse mit diesen Kopfstützen aus.

9. Autositze passend zur Marke und zum Modell wählen

Wenn Sie sich für einen neuen Autositz entscheiden, sollten Sie zunächst prüfen, ob dieser auch für Ihr Fahrzeug geeignet ist. Je nach Marke und Modell unterscheiden sich die Sitze in ihrem Aufbau, den Ausstattungsmerkmalen und der Passform.

10. Sportsitze kaufen – diese Ausstattungsmerkmale sind besonders wichtig

Sportsitze unterscheiden sich von herkömmlichen Autositzen in ihrer Form und in ihrer Ausstattung. Sie erkennen sportliche Autositze vor allem an den seitlich vorgewölbten Rückenlehnen, die Halt zu den Seiten geben. Auf diese Weise soll der Fahrer bei Fliehkräften besser im Sitz gehalten werden. Das ist vor allem bei schnellen Kurvenfahrten von Vorteil.

Sowohl bei den Sitzen als auch bei den Zubehörteilen für die Autositze sollten Sie genau darauf achten, für welche Fahrzeuge diese geeignet sind. Nur so stellen Sie sicher, dass die Sitze und das Sitzzubehör wirklich passgenau sind.

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