10 Tipps, wie Sie gebrauchte Unfall-/ Bastlermotorräder finden

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Wenngleich es natürlich stets schöner ist, Unfälle und Schäden am geliebten Motorrad zu vermeiden, so sind diese nie völlig auszuschließen. Es muss dabei nicht einmal besonders viel Fremdeinwirkung geschehen, um das Fahrzeug nachhaltig zu schaden. Mechanik und Elektronik können durchaus auch so durch interne Fehler und leichte Außeneinwirkung bereits so stark geschädigt werden, dass eine Reparatur nicht in Frage kommt. Es stellt sich dann die Fragen nach dem weiteren Vorgehen. Der Grad der Fahrtauglichkeit kollidiert mit den anfallenden Reparaturkosten. In diesem Fall verkommen Motorräder zu günstigen Ersatzteillagern und Bastelmodelle für alle Hobby-Motorradschrauber.

Der Vorteil liegt auf der Hand

Nur weil ein Modell als fahruntauglich eingestuft wird, heißt dies noch lange nicht, dass es komplett funktionsuntüchtig ist. Wenn beispielsweise die Karosserie stark verbogen ist, heißt dies noch lange nicht, das andere Komponenten, wie Lenker oder Bremsen nicht mehr funktionieren. Diese aus einem gebrauchten Modell auszubauen ist in der Regel günstiger, als die Ersatzteile neuwertig zu kaufen. Andere nutzen die reparaturbedürftigen Modelle lieber, um sich das eigene Wunschmotorrad zusammenzubauen. Finden Sie hier eine Übersicht über die unterschiedlichen Optionen.

Ab wann lohnt sich die Reparatur des Motorrads nicht mehr?

Als Kernrichtlinie, wenn es darum geht, herauszufinden, ab wann eine Reparatur rentabel ist, gilt das Nicht-Überschreiten des Neupreises. Sollte also nach dem Unfall das Instandsetzen ihres Motorrades ähnlich kostengünstig oder gar teuerer sein, als die originale Investition, dann ist davon abzuraten. Gleiches eventuell auch im Falle eines älteren Modells. Sollten Sie beispielsweise Schäden an einem gebrauchten Modell besitzen, deren Reparatur teurer werden würde als der aktuelle Wert des Motorrads, sollten Sie dies ebenfalls berücksichtigen. In einem solchen Fall spricht man von wirtschaftlichem Totalschaden. Ein Festhalten an dem Modell macht dann ökonomisch wenig Sinn und sollte wirklich gut überlegt sein.

Im Zweifel den Fachmann fragen

Auch teilweise Ausbesserungen, um die kaputte Maschine auf einen verkaufstauglichen Stand zu bringen, sind abzuwägen. Schätzen Sie hier vor dem Verkauf deutlich ab, inwiefern sich der finanzielle Aufwand noch lohnt, wenn Sie das Gefährt sowieso verkaufen. Der erzielte Preis sollte am Ende den der Investition in die Ersatzteile immer überschreiten. Wenden Sie sich hierbei für eine objektive Einschätzung an einen Fachhändler. Insbesondere wichtige tragende Elemente, wie die Karosserie und alle Komponenten, die unmittelbar damit verbunden sind, kosten beim Neukauf entsprechend viel und sind von großer Wichtigkeit.

Einige Firmen bieten in diesem Zusammenhang auch einen Service an, welcher bei der Entsorgung und dem Abtransport der Maschinen behilflich sein kann. Die Motorräder werden ordnungsgemäß abgeholt und abgemeldet, in einigen Fällen auch kostenlos. Diese Variante ist in dem Fall von Interesse für Sie, falls sie sich nicht mit dem Basteln und Aufbauen von Motorrädern auseinandersetzen möchten und nach einer einfachen Lösung suchen.

Oldtimer – sowohl für Teilesammler, als auch für Nostalgiker von Interesse

Viele Leute, die auf der Suche nach Unfall- beziehungsweise Bastelmaschinen sind, planen diese nicht unbedingt auszuschlachten. Viel häufiger geht es um sorgfältiges Restaurieren und Reparieren, mit dem Ziel, dass Gerät wieder straßentauglich zu machen. Sollten Sie ebenfalls zu dieser Sorte von Mensch zählen, ist es wichtig, sich im Vorfeld über den Zustand des Vehikels und die anschließenden Kosten im Klaren zu sein. Während diese bei neueren Modellen sicher noch vergleichsweise moderat ausfallen, können die Kosten gerade bei Oldtimern wesentlich höher ausfallen.

Wann gilt ein Fahrzeug in Deutschland als Oldtimer?

In Deutschland muss ein Fahrzeug dabei mindestens 30 Jahre alt sein, um als Oldtimer bezeichnet zu werden. Der Zustand sollte dem Original ähnlich sein, außerdem gilt es, moderne Straßenrichtlinien hinsichtlich Verkehrstauglichkeit einzuhalten. Die Versicherungsanforderungen dieser älteren Modelle unterscheiden sich deutlich von denen moderner Kraftfahrzeuge. Moderne Kfz-Kriterien, wie TÜV-Plaketten oder Umweltbestimmungen können nicht immer problemlos in die älteren Modelle eingebaut werden. Zum einen, weil die meisten Sammler den Originalitätsanspruch und ursprünglichen Charakter des Wagens, so gut es geht, bewahren wollen, zum anderen, weil das Überarbeiten der alten Autos Modelle mit allerhand technischem Geschick und entsprechenden Kosten verbunden ist.

Der Zustand des Motorrads als entscheidendes Kriterium vor der Wahl der Maschine

  • Durch die unterschiedlichen „Biografien“ der einzelnen Fahrzeuge kann die Qualität, in welcher Sie die Bastelmaschinen vorfinden, erheblich schwanken. Von tadellosem Neuzustand bist „schrottreif“ ist alles möglich. Eine objektive Bewertung des Ausgangsmaterials ist dabei unverzichtbar. Bei Sammlern und Oldtimer-Freunden hat sich aus diesem Grund ein spezielles Notensystem entwickelt, welches die Gebrauchtmodelle hinsichtlich ihres Zustandes bewertet.
  • Ausgezeichneter Zustand (Note 1). Die Qualität entspricht hier nahezu einem fabrikfrischen Neuzustand, welcher oft unmittelbar nach der abgeschlossenen Restaurierung herrscht. Die genaue Anwendung von Originalteilen ist hier entscheidend.
  • Guter Zustand (Note 2). Die Verfassung der Maschine entspricht dem nach ca. 3 Jahren gepflegten Gebrauch. Leichte Gebrauchsspuren sind möglich, Rost hingegen nicht.
  • Gebrauchter Zustand (Note 3). Diese Bewertung entspricht der Verfassung eines Fahrzeugs nach zehn Jahren pfleglichen Gebrauch. Die Mehrzahl aller Gebrauchtwagen entspricht dieser Kategorie. Rost wird geduldet, allerdings nur in Maßen. Die eingebauten Motorenteile müssen nicht der Originalmarke entsprechen, wohl aber deren Leistung.
  • Verbrauchter Zustand (Note 4). Gebrauchtmodelle dieser Einteilung sind zwar im Prinzip fahrtauglich und betriebsbereit, weisen aber teils beträchtliche Mängel auf. Neben Rost kann das auch der Verschleiß von Bremsen oder Kupplungen sein. Bei diesen Modellen müssen sie in jedem Fall mit einem erhöhten Aufwand und der Investition in Ersatzteile rechnen.
  • Restaurierungsbedürftiger Zustand (Note 5). Fahrzeuge dieser Klassifizierung sind keinesfalls verkehrstauglich, häufig auch nicht wirklich fahrbereit. Es ist diese Kategorie, die oft als Ersatzteillager für Sammler dient. Inwiefern sich bei diesen Fahrzeugen noch eine Restaurierung lohnt, muss individuell nach Modell entschieden werden.

Seit geraumer Zeit bilden Modelle mit sogenannter Patina-Oberfläche eine gewisse Sonderstellung unter Autoliebhabern und Sammlern. Patina bezeichnet eine spezielle Schicht, die durch Verwitterung und Alterung als Oberfläche von Objekten unterschiedliche Materialen auftreten kann. Je nach Beschaffenheit des Ausgangsmaterials entsteht durch die Kombination von Witterung und chemischer Zersetzung so ein ganz eigener Look. Ein unrestauriertes Original sozusagen.

Im Kontext des obrigen Bewertungssystems mögen diese Modelle nicht über den Verbauchs-Zustand der Note 3 oder 4 hinauskommen. Subjektiv liegt die Bewertung, gerade unter ästhetischen Gesichtspunkten allerdings höher. In diesem Kontext ist auch das Bedürfnis nach den sogenannten „Scheunenfunden“ gestiegen. Dieser Begriff bezeichnet Fahrzeuge, die über Jahre schlichtweg vergessen wurden und somit mehr oder minder ohne großen Fremdeinfluss außer der natürlichen Verwitterung überlebt haben und in vielen Fällen noch fahrtauglich sind. Inwiefern dieser Gebraucht-Look ansprechend ist, muss jeder Sammler für sich entscheiden. Insbesondere die Autos und Motorräder der frühen 80er Jahre sind hier interessant, da sie einen wesentlich effektiveren Korrosionsschutz vorweisen, als die Modelle älteren Baujahres.

Worauf Sie beim Kauf der richtigen Ersatzteile des Motorrades achten sollten?

Kein Unfallmotorrad kann über- oder weiterleben ohne die richtigen Ersatzteile. Egal, ob Vergaser oder Lenker – die passende Komponente muss erst gefunden werden. Beachten Sie daher bei der Suche folgende Punkte:

  • Entscheiden Sie, ob sie die Ersatzteile im Internet oder bei einem Händler kaufen. Letztere haben neben fabrikfrischen Teilen oft auch gebrauchte Komponenten im Verkauf. Diese Variante hat außerdem den Vorteil, dass sie sich vor Ort vom Zustand der Teile ein genaues Bild machen können. Dies geht im Internet nicht, hier ist allerdings die Auswahl größer.
  • Seien Sie vorsichtig mit Schnäppchen, gerade bei wichtigen Motorradteilen. Auf vielen Sammlermärkten werden verbilligte Varianten angeboten, bei denen Sie allerdings darauf achten sollten, nicht am falschen Ende zu sparen.
  • Überprüfen Sie die Kompatibilität der Teile, wahlweise durch Zertifikate oder Rechnungen. Außerdem sollte stets die Originalität der Elemente nachgewiesen werden, um keinen Blindkauf zu tätigen.
  • Vergleichen sie gebrauchte Teile stets in Relation zum aktuellen Marktwert, um so abschätzen zu können, ob Sie Sich preislich im richtigen Rahmen bewegen.
  • Viele Bücher und Ratgeber über das Thema Pflege und Restauration helfen zusätzlich, einen Überblick über das Thema zu bekommen.

Motorrad- und Sammlerclubs – wichtige Treffpunkte zum Austausch von Informationen und Technik

Richtige Liebhaber teilen ihre Leidenschaft auch gern mit anderen Gleichgesinnten. Motorradclubs erfreuen sich dabei stetiger Beliebtheit, um Meinungen, Tipps und technische Teile auszutauschen. Regelmäßige regionale und überregionale Veranstaltungen finden sich dabei in fast allen Teilen Deutschlands. Die Zusammenkunft der Gruppen ist abhängig vom gemeinsamen Interesse. Es gibt bestimmte Clubs für spezielle Gattungen oder Marken, aber auch für bestimmte historische Zeitperioden. Vom Rollerclub bis hin zu glühenden Honda-Verehrern oder Harley-Davidson-Urgesteinen findet sich eine Vielzahl von Vereinen.

Oldtimerfreunde nutzen diese Zusammentreffen nicht nur für Gespräche und Modellbegutachtung, sondern auch zum Handeln mit Ersatzteilen. Diese Anlässe eignen sich auch hervorragend zum intensiven Austauschen und Begutachten der Teile und um Unfall- oder Bastelmotorräder günstig zu erwerben.

Fazit: finale Checkliste vor dem Auseinandersetzen mit Unfall- und Bastelmotorrädern

  • Prüfen Sie sorgsam, ob das Motorrad nach dem Unfall „ausgeschlachtet“ werden kann und inwiefern sich eine Reparatur wirtschaftlich rentiert.
  • Vergleichen sie den Marktwert des Gerätes und der einzelnen Komponenten stets und setzen Sie diese in Relation zum Restaurationsaufwand.
  • Überprüfen Sie vor dem Erwerb einer Unfallmaschine den Zustand dieser, werfen Sie einen Blick in das Scheckheft und finden sie dadurch heraus, welche Inspektionen durchgeführt wurden, sind.
  • Kontaktieren Sie Händler und Verkäufer von Ersatzteilen, suchen sie dabei auch in ihrer regionalen Umgebung.
  • Setzen Sie den Zustand des Gerätes in Relation zum logistischen und finanziellen Restaurationsaufwand.
  • Legen Sie Ihre Zielvorgaben fest. Möchten Sie das zu restaurierende Gerät im täglichen Gebrauch anwenden oder nur gelegentlich. Wiegen Sie dies gegenüber einem Neukauf ab.
  • Schätzen Sie ihre handwerklichen Fähigkeiten im Vorfeld richtig ein und lassen sie sich gegebenenfalls professionell beraten.
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