10 Tipps für die Planung einer Slotcar-Rennbahn

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10 Tipps für die Planung einer Slotcar-Rennbahn

Seit über 50 Jahren werden Autorennen im Miniaturformat ausgefochten. Was in großen Spielhallen begann, eroberte in den 1960er Jahren die Kinderzimmer. Mit detailgetreuen Nachbauten erfolgreicher Rennklassiker erlebten die spurengeführten Autorennbahnen in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ein Revival. Wie auch in den Anfängen, ist das Zielgruppe eher ein erwachsenes Publikum, denn viele gestandene Erwachsene möchten sich mit einer Miniaturrennbahn einen Kindheitstraum erfüllen. Es gibt vielfältige Gründe, weshalb Sammler, Bastler und Rennfahrer sich noch im hohen Alter für die kleinen Rennwagen begeistern können.

Doch eine eigene Slotcar-Rennbahn will gut geplant werden, denn nicht selten übersteigen die Kosten von Strecke und Zubehör das ursprünglich eingeplante Budget. Auch der Platz, den eine Rennanlage einnimmt, sollte nicht unterschätzt werden. Das Gleiche gilt für den Zeitaufwand, der für die Instandhaltung und Wartung der empfindlichen Anlage notwendig ist. Damit Sie bei der Planung Ihrer Slotcar-Rennbahn keine bösen Überraschungen erleben, haben wir die 10 wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst.

Einführung in die Thematik: Wie funktioniert Slot Racing?

Wie beim richtigen Motorsport werden Slotcar-Rennen auf einer richtigen Rennstrecke ausgetragen. Bei dieser Rennstrecke handelt es sich aber um eine aus Holz oder aus Kunststoff. Sie besteht aus unterschiedlichen, vorgefertigten Bahnstücken, die individuell zusammengestellt werden können. Durch unterschiedlich lange Geraden und verschieden geformte Kurventeile ist es möglich, reale Rennstrecken nachzubauen.

Um die Strecken befahrbar zu machen, befinden sich zwei Schlitze in der Fahrbahn. Diese „Slots“, die der Rennstrecke ihren Namen verleihen, sind dazu da, die Fahrzeuge zu führen. An den Seiten dieser Schlitze sind Stromleiter angebracht, die die Fahrzeuge auf der Bahn mit Strom versorgen. Am Fahrzeugboden befindet sich im Bereich der Vorderachse ein Führungsstift, an dessen Seiten Stromabnehmer befestigt sind. Wenn man nun das Fahrzeug mit diesem Führungsstift in den Schlitz der Bahn setzt, hat der Stift Kontakt mit den beiden Stromleitern im Führungsschlitz. Die kleinen Fahrzeuge werden mit Gleichstrom betrieben und besitzen dafür einen kleinen Elektromotor. Als Energiequelle dient ein Transformator, der den Strom moduliert.

Die Besonderheiten der Slotcars

Da die Fahrzeuge in der Bahn laufen, können sie in der Regel nicht wirklich gesteuert werden. Bei einigen Bahnen sind jedoch Spurwechsel an bestimmten Weichenstellen möglich. Vielmehr geht es daher darum, die Geschwindigkeit der in Bahnen fahrenden Fahrzeuge zu regeln. Dabei muss man vor allem darauf achten, in den Kurven die Geschwindigkeit so zu verringern, dass der Wagen möglichst schnell durch die Kurve kommt, ohne jedoch aus der Bahn geworfen zu werden. Die Steuerung der Geschwindigkeit erfolgt durch Handgeschwindigkeitsregler, die über ein spezielles Anschlussstück an den Transformator und die Strecke angeschlossen. Die Geschwindigkeitstaste der Handsteuerung entspricht dabei dem Gaspedal eines Autos – je weiter man sie herunterdrückt, desto schneller wird das Fahrzeug. Das funktioniert über die Stromzufuhr: Je nach Betätigung der Taste wird dem Elektromotor mehr oder weniger Strom über den Transformator und die Bahnstromleiter zugeführt. So wird die Drehzahl des Motors gesteuert und die Geschwindigkeit angepasst. Das Prinzip ist dabei einfach in wenigen Schritten erklärt:

Die Geschwindigkeit gekonnt zu regulieren, macht die Kunst des Slot Racings aus. Um die Wagen möglichst schnell durch eine kurvenreiche Strecke zu manövrieren, sind gute Reaktionen und viel Geschick gefragt.

Nachdem wir Ihnen nun erklärt haben, wie Slot Racing funktioniert, möchten wir Ihnen zehn einfache Tipps an die Hand geben, anhand derer Sie sich selbst eine Slotcar-Rennbahn zusammenstellen können.

Tipp Nummer 1: Die Marke ist entscheidend

Es gibt viele namhafte Hersteller von Slotcar-Rennbahnen. Zu den Bekanntesten gehören:

  • Carrera
  • Ninco
  • Märklin
  • Scalextric
  • Slotfire

Ein großes Plus bei Slotcars ist die Tatsache, dass alle Fahrzeuge auf jeder Bahn gefahren werden können. Die Slots sind standardisiert, sodass die Fahrzeuge mit allen Bahnen kompatibel sind. Bei den einzelnen Bahnstücken ist dies jedoch nicht der Fall – hier sollten Sie sich auf einen Hersteller festlegen. Auch der Maßstab ist von großer Wichtigkeit. Die einzelnen Hersteller haben sich auf ganz unterschiedliche Bauweisen spezialisiert. Carrera ist dabei relativ breit aufgestellt. Die Kunststoffbahnen lassen sich durch zahlreiche Spezialschienen, wie Steilkurven und Bodenwellen, fantasievoll gestalten. Für den richtigen Liebhaber, der bereit ist etwas Geld in seine Rennstrecke zu investieren, bietet der relativ junge Hersteller Slotfire interessante Alternativen. Diese sind in der Regel aus Holz gefertigt und daher sehr wertig und stabil. Auch hier bieten sich dem Hobby-Rennfahrer zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten.

Tipp Nummer 2: Der richtige Maßstab

Bei der Entwicklung von Slotcars und den dazugehörigen Bahnen entwickelten sich schnell Standards im Maßstab, die auch heute noch gelten. Vor allem drei Systeme konnten sich dabei durchsetzen: die Maßstäbe 1:24, 1:32 und 1:43. Weit verbreitet und international am erfolgreichsten sind Bahnen und Fahrzeuge im Maßstab 1:32, wobei die meistverkaufte Slotcar-Rennbahn hierzulande („Carrera Go!!!“) in einem Maßstab von 1:43 gebaut ist (Stand: 2013).

Kunststoffbahnen im gängigen Maßstab von 1:32 werden von Herstellern wie Carrera, AutoArt, Ninco, Scalextric und SCX vertrieben, während Bahnen im Maßstab von 1:24 nur noch von Carrera hergestellt werden. Die Holzvarianten von Slotfire sind in den Maßstäben 1:32 und 1:24 erhältlich.

Die Zielgruppe dieser kleineren Maßstäbe, insbesondere 1:24, sind heute mehr denn je Sammler und Liebhaber. Größere Maßstäbe, wie der von „Carrera GO!!!“,  richten sich an ein eher jugendliches Publikum, bei dem robuste Wagen und spritzige Fahreigenschaften gefragt sind.

Tipp Nummer 3: Platz und Aufbewahrung

Bei der Planung einer Anlage sollten Sie zuallererst festlegen, wie viel Ihres Wohnraumes Sie bereit sind, für die Anlage zur Verfügung zu stellen. Wenn Sie dafür einen eigenen Raum planen, umso besser. Sie sollten dabei darauf achten, dass die Bahn weder zu feucht steht, noch direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Denn gerade in feuchten Kellergemäuern, nicht selten ein Ort, an den Slotcar-Rennbahnen verbannt werden, kann die feine Mechanik der Geräte stark leiden.

Tipp Nummer 4: Die richtigen Fahrzeuge wählen

Hier geht es vorrangig um Ihren Geschmack. Da alle gängigen Slotcars kompatibel sind, ist das einzige objektive Auswahlkriterium der Maßstab. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie mit besonders teuren Liebhabermodellen keine zu ernsten Rennen fahren. Zu groß ist die Gefahr, dass das Fahrzeug im Rennbetrieb beschädigt wird.

Tipp Nummer 5: Die richtige Bahnsteuerung – international oder digital?

Vorweg: Die meisten Bahnen sind heutzutage mit digitalen Systemen ausgestattet, bzw. können auf diese umgerüstet werden. Doch wo genau liegen die Unterschiede zwischen analogen (international) und digitalen Systemen? Bei analogen Systemen werden die einzelnen Bahnen mit Strom angesteuert. Durch Veränderungen der Stromstärke wird das Fahrzeug bewegt. Das bedeutet, dass auf jeder Bahn nur ein Fahrzeug fahren kann. Es gibt jedoch Systeme, die mit mehreren Stromabnehmern arbeiten und so den unabhängigen Betrieb zweier Fahrzeuge hintereinander auf einer Bahn ermöglichen.

Bei der digitalen Bahnsteuerung wird das Signal über einen Chip direkt an den Motor des digitalen Fahrzeuges übertragen – die Stromstärke auf der Bahn bleibt dabei konstant. So können beliebig viele Fahrzeuge unabhängig voneinander in einer Bahn gesteuert werden. Durch spezielle Weichensysteme sind sogar Spurwechsel möglich.

Tipp Nummer 6: Nicht jedes Fahrzeug verträgt Spezialbahnstücke

Spezialbahnstücke, wie Loopings, Steilkurven oder Bodenwellen, können den Rennspaß enorm bereichern. Jedoch sollten Sie darauf achten, dass nicht jedes Fahrzeug mit diesen speziellen Anforderungen zurechtkommt. Besonders neue Modelle liegen oft sehr tief in der Bahn, sodass sie bei Bodenwellen dazu neigen, herauszuspringen. Um Schäden vorzubeugen, sollten sie Spezialbahnstücke vorsichtig testen.

Tipp Nummer 7: Wählen Sie den richtigen Transformator

Der Transformator wird dazu eingesetzt, den Strom aus der Steckdose für den Bahnbetrieb zu modulieren. Die Angaben auf dem Transformator beziehen sich dabei auf die Stromstärke, die in Ampere angegeben wird, und die Spannung, die in Volt angegeben wird. Generell ist darauf zu achten, dass die vom Transformator zur Verfügung gestellte Stromstärke und Spannung mit der benötigten Ampereaufnahme und empfohlenen Betriebsspannung der Fahrzeuge, bzw. der Motoren, übereinstimmt.

Tipp Nummer 8: Stromaufnahme- und Versorgung müssen gewährleistet sein

Bei der Planung der Bahn sollten Sie auch das richtige Zubehör in Ihre Planung miteinbeziehen. Für die optimale Stromaufnahme zum Beispiel, müssen die Stromleiter der Fahrbahnen metallisch blank sein. Sie benötigen ein Reinigungsgummi, mit dem Sie die Metallstromleiter regelmäßig von Staub und Schmutz befreien sollten.

Tipp Nummer 9: Wählen Sie die richtige Fahrzeugsteuerung

Man unterscheidet bei Slotcar-Steuerungen zwischen drei unterschiedlichen Typen:

  • Universalsteuerungen sind mit dem dazu passenden Anschlusszubehör für viele Bahnen einsetzbar.
  • Elektronikregler können manuell für bestimmte Fahrweisen eingestellt werden und bieten Rennfans ein großes Handlungsspektrum. Sie sind aber nur für die Fahrzeuge einsetzbar, die ausdrücklich für Elektronikregler ausgelegt sind.
  • Ausnahmefall Digitalrennbahnen: Hier können abhängig vom Steuerungssystem meist nur markenspezifische Originalsteuerungen verwendet werden.

Tipp Nummer 10: Streckendekoration: Maßstab und Stil müssen stimmen

Wer sich viel Mühe mit der Planung und dem Aufbau seiner Strecke gegeben hat, der möchte diese auch bin ins Detail in Szene setzen. Mit der richtigen Dekoration ist dies gar kein Problem. Ob schlicht auf einer Platte oder in ein aufwendiges Diorama integriert – ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Achten Sie jedoch darauf, dass das Deko-Zubehör dem Maßstab ihrer Bahn entspricht. Nur so entsteht ein realistisches und harmonisches Bild.

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