10 Tipps für den Modellbau mit Holz

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10 Tipps für den Modellbau mit Holz

Der Modellbau ist eine beliebte Variante der Freizeitbeschäftigung. Viele Menschen üben sie in ihren privaten Bastelkellern aus. Eine häufig genutzte Form des Modellbaus ist der Modellbau mit Kunststoff. Viele Menschen versuchen sich zum Einstieg daran. Verbessern sich mit der Zeit die handwerklichen Fähigkeiten, wenden sich viele der schwierigeren Form, dem Modellbau mit Holz zu. Alle benötigten Utensilien finden Sie in unserem Baumarkt-Onlineshop

Allgemeine Informationen zum Modellbau

Beim Bau von Modellen handelt es sich um eine Freizeit- und Planungstätigkeit, bei der dreidimensionale Objekte aus verschiedenen Materialien hergestellt werden. Bei den Objekten handelt es sich um maßstabsgetreue Modelle von Bauwerken, Fahr-, Flugzeugen und anderen real existierenden Vorbildern. Beim Maßstab handelt es sich um die Größenrelation, in der das Modell zum Original steht. Die Auswahl eines bestimmten Maßstabes ist von verschiedenen Faktoren wie der Verwendung des Modells und dem Nutzungsbereich ab. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass der Maßstab mit dem Detailgrad und den Platzforderungen des Modells in Verbindung steht. Je größer ein Modell ist, desto höher kann der Detaillierungsgrad ausfallen. Ein kleines Modell weist weniger Details auf, nimmt dafür aber weniger Platz ein.

Ein wichtiger Aspekt bei der Arbeit mit Modellen ist das Material. In der Regel bevorzugt man preisgünstige Materialien, die gut verarbeitet werden können. Bei der Auswahl spielt weiterhin die Art des Modells eine Rolle. Beim Zusammenbau von Flugzeugen verwendet man überwiegend Kunststoff. Modelle von Schiffen fertigt man häufig aus Holz und verwandten Materialien. Weitere Materialien, die Anwendung finden, sind Karton, Pappe, Metall, glasfaserverstärkter Kunststoff und kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff. Man unterscheidet ferner motorbetriebene Modelle von Ausführungen, die lediglich zum Aufstellen genutzt werden.

Welche Aspekte sind beim Holzmodellbau zu beachten?

Beim Holzmodellbau gibt es einige Besonderheiten, die die Fertigungsweise von der eines Kunststoffmodells unterscheiden. Im Rahmen der folgenden Abschnitte sehen Sie eine erste Orientierung, die Ihnen bei Auswahl und Fertigung Ihres ersten Modells helfen kann. Im Sinne einer besseren Anschaulichkeit werden die einzelnen Punkte am Beispiel eines Holzmodellschiffs erörtert.

Die Auswahl von Vorlage, Maßstab und Bauplan

Der erste Schritt besteht in der Auswahl einer Vorlage. Beim Bau können Sie sich daran orientieren. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten der Vorlagenwahl. Es kann sich dabei um ein Schiff einer bestimmten Bauart oder ein spezifisches Modell wie zum Beispiel die Titanic handeln. Der Vorteil bei einer spezifischen Vorlage besteht darin, dass Sie eine große Zahl von Details als Anregung verwenden können.

Haben Sie die Wahl der Vorlage getroffen, denken Sie zunächst über den Maßstab der Arbeit nach. Eine Größenordnung, die häufig Anwendung findet, ist 1:200. Der Vorteil dabei besteht darin, dass die Modelle noch halbwegs platzsparend in ein Regal oder auf einen Schrank gestellt werden können. Bedenken Sie dabei allerdings, dass Details umso schwieriger dargestellt werden können, je kleiner das Modell ist. Größere Schiffe bieten diesbezüglich trotz eines größeren Platzbedarfs erheblich mehr Möglichkeiten. Viele Besonderheiten der Bauweise und Menschen an Deck können genau dargestellt werden.

Haben Sie sich für einen Maßstab und eine Vorlage entschieden, benötigen Sie als Nächstes einen Bauplan. Beachten Sie hierbei den wesentlichen Unterschied zu den meisten Kunststoffmodellen. Es gibt Ausführungen, deren Bauteile komplett selbstständig aus Holz hergestellt werden, neben solchen, die bereits vorgefertigte Teile enthalte. Haben Sie das entsprechende handwerkliche und planerische Geschick, erstellen Sie einen eigenen Bauplan.

Der Beginn des Baus

Bauen Sie selbstständig ein Schiff, besteht der erste Schritt im Spantenriss. Dabei handelt es sich um die Darstellung des wichtigsten Bauteils, des Bugs. Auf dieser Darstellung sind alle Spanten, also alle Längs- und Querverstrebungen des Schiffs, enthalten. Sie zeichnen Sie auf das Bauholz auf, dass Sie zum Bau des Modells nutzen wollen. Nachdem Sie sie gut sichtbar aufgezeichnet haben, sägen Sie die entsprechenden Teile des Holzes aus. Zum Sägen nutzen Sie eine Laubsäge oder einen Cutter. Eine Stichsäge ist ebenfalls eine gute Möglichkeit. Sie stellen Sie auf der sogenannten Heiling auf. Dabei handelt es sich um das Holzbrett, auf dem das Modell am Ende stehen soll.

Sind die Spanten fertiggestellt, beginnt der Bau des Rumpfs. Um hierzu einen guten Zugriff auf alle Bauteile zu haben, stellen Sie das Modell so auf, dass der Kiel nach oben zeigt. Der Kiel ist die lange Strebe auf der Unterseite des Schiffs, die zur Stabilisierung und Befestigung der Spanten dienen. Achten Sie beim Bau darauf, dass sich der Kiel auf einer geraden Linie befindet. Erst dann bringen Sie mit Leim die Spanten an. Haben Sie diesen Schritt abgeschlossen, bauen Sie die Planken ein. Dabei handelt es sich um die Verkleidung des Schiffs. Sie verleimen die schmalen Bretter auf den Spanten und an Deck.

Ausarbeitung und Färbung der Oberfläche

An das Zusammenfügen der Konstruktion schließt sich die Bearbeitung der Oberfläche an. Zunächst wird sie hierbei geschliffen. Um sie unempfindlicher gegen Einwirkungen von außen zu machen, versieht man die Oberfläche des Schiffs mit einer dünnen Schicht aus Klarlack. Damit macht man die Befreiung von Staub ebenfalls einfacher.

Ob das Schiff eine zusätzliche Farbschicht erhalten soll, entscheiden Sie selbst. Bei vielen Modellen kann eine korrekte Färbung die Authentizität maßgeblich steigern. Andere Modelle wirken unter Umständen ohne Färbung optisch ansprechender. Inwieweit Sie sich an die Farbgebung von Originalen halten oder individuelle Akzente setzen wollen, bleibt Ihnen überlassen. Sie müssen lediglich beachten, dass die Farbe vor der Lackschicht aufgetragen wird.

Welche Werkzeuge sind zum Bau von Holzschiffen notwendig?

Für den Bau eines Holzmodells braucht man andere Werkzeuge als für den Bau eines Plastikmodells. Besonders der Bau von Schiffen erfordert besondere Werkzeuge. Viele davon kommen allerdings erst in späteren Bauphasen hinzu. Sie können sie sukzessive in Ihr Set aufnehmen. Anbei erhalten Sie einen kurzen Überblick über Bauinstrumente, die Sie im Laufe der Arbeit benötigen.

Ein zentrales Werkzeug ist der Leistenboy. Er ist besonders bei historischen Schiffsmodellen von Bedeutung. Es handelt sich dabei um ein Schraubstocksystem, in das man Planken einspannt, um sie zu verjüngen. Sobald sich das Holz in der korrekten Position befindet, ist es möglich, das überstehende Holz mit Schleifpapier und Messer zu entfernen. Ein Leistenboy ist etwa 30 cm lang und 10 cm hoch. Die Spannbereiche variieren. Es kommt bei der Auswahl auf die Art des Schiffes an. Zusätzlich kann ein Leistenbieger notwendig sein. Mit diesem Gerät biegen Sie Holz mit verschiedenen Dicken in eine dauerhafte Form. Welcher Kurvenradius entsteht, ist von den Voreinstellungen abhängig. Damit das Holz biegbar wird, weicht man es vorher in heißem Wasser ein.

Weiterhin ist ein Handbohrer notwendig, der für eine zusätzliche Stabilität mit Spannbacken ausgestattet ist. Vergessen Sie dabei nicht, Aufsätze in den benötigten Größen zu erwerben. Eine Multi-Winkel-Guillotine erleichtert Ihnen das Schneiden von Leisten aus Holz. Es handelt sich dabei um ein Gerät, das auf dem Tisch betrieben wird. Eine robuste Arbeitsleiste sorgt für Stabilität bei der Arbeit. Mit zwei Winkelschablonen aus Metall stellen Sie ein, in welchem Winkel eine Holzleiste zerschnitten werden soll.

Ein Buch, das Sie beim Zusammenbau Ihres Modells unterstützen kann, ist die Enzyklopädie des historischen Schiffsmodellbaus von Wolfram zu Mondfeld.

Hinweise zum Biegen von Hölzern

Da das Biegen von Hölzern ein zentraler Schritt bei der Herstellung von Modellen ist, wird an dieser Stelle noch einmal gesondert darauf eingegangen. Es gibt verschiedene Systeme genutzt, um Holz in eine stabile Kurvenform zu bringen. Eine häufig verwendete Variante ist ein Biegesystem bestehend aus Lötkolben, Plankenbieger und Formspitze. Die Anwendung der Technik erfordert ein gewisses Geschick. Aus diesem Grunde sei sie an dieser Stelle kurz erläutert.

Die Funktionsweise ist in vielen Fällen ähnlich. Das zentrale Gerät ist ein Lötkolben, der mit einer Leistung von 20 – 30 Watt funktioniert. Mit dem Aufstecken und Abziehen von verschiedenen Aufsätzen wird die Temperatur des Geräts reguliert. Ist sie einmal eingestellt, wird sie dauerhaft gehalten. Das Gerät ist auf den Dauerbetrieb hin konzipiert.

Wie lange das Holz zu Beginn der Prozedur im Wasser eingeweicht werden muss, hängt von der Art ab. Die Einwirkzeit kann je nach Dicke und Beschaffenheit des Holzes zwischen 1 und 15 Minuten betragen. Ist das Holz vollständig vom Holz durchwirkt, legen Sie es einige Minuten zum Trocknen beiseite. Beachten Sie, dass das Holz nicht zu nass ist. Es soll gleichmäßig durchtränkt sein, aber nicht triefen.

Im nächsten Schritt führen Sie das Holz in die Öse ein, die sich am Plankenbieger befindet. Warten Sie anschließend einige Augenblicke darauf, dass sich das Wasser im Innern des Holzes durch den Lötkolben erhitzt. Ist die Erwärmung ausreichend, beginnen Sie behutsam, die andere Seite des Holzes herabzudrücken. Bedenken Sie vor der Auswahl eines Geräts, dass alle wichtigen Holzdicken unterstützt werden. In einigen Fällen kann es notwendig sein, das Holz um seine Schmalseite zu biegen. Dies ist beispielsweise bei Handläufen der Fall.

Haben Sie bereits mehrfach Modelle zusammengebaut, sollten Sie die Gelegenheit nutzen, das System an aufgehobenen Holzresten zu testen. Setzen Sie die Teile in verschiedenem Umfang Wasser und Hitze aus. Sie können sich so für die Zukunft bereits Informationen darüber beschaffen, wie viel Wasser jede einzelne Holzsorte verträgt.

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