10 Tipps für den Kauf von Objektivadaptern und Zwischenringen

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
10 Tipps für den Kauf von Objektivadaptern und Zwischenringen

Objektivadapter und Zwischenringe bieten einfache und preiswerte Möglichkeiten für die Erweiterung der Kameraausrüstung oder den Umstieg auf ein anderes Kamerasystem. Die Anwendung dieses Kamerazubehörs ist in der Regel einfach, aber beim Kauf von Objektivadaptern und Zwischenringen gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Wofür lassen sich Objektivadapter und Zwischenringe einsetzen?

Im Gegensatz zu Vorsatzlinsen, -filtern und -objektiven werden Zwischenringe und Objektivadapter zwischen das Kameragehäuse und das Objektiv gesetzt. Ihre Verwendung ist daher nur an Systemkameras möglich, also Kameras, die einen einfachen Objektivwechsel erlauben. Die Anwendungsgebiete für Objektivadapter und Zwischenringe sind die Nah- und Makrofotografie, die Fernfotografie sowie der Einsatz systemfremder Objektive.

Näher dran mit Zwischenringen

Zwischenringe verlagern den Einstellbereich für die Entfernung. Mit optischen Linsen erzeugte Bilder sind nur in bestimmten Bereichen der Abstände zwischen Objekt, Linse und Bild scharf. Scharf bedeutet hier, dass die Unschärfe des Bildes kleiner ist als das Auflösungsvermögen des fotografischen Aufnahmematerials beziehungsweise des menschlichen Auges. Für jeden gewählten Abstand zwischen Linse und Bild gibt es einen festen Entfernungsbereich, in dem Objekte vor der Linse scharf dargestellt werden. Dieser Bereich heißt in der Fotografie Schärfentiefe und hängt von der Brennweite der Optik sowie der Blendenöffnung ab. Je geringer die Entfernung zwischen einem Objekt und der Linse ist, umso größer muss der Abstand zwischen Linse und Bildfläche für eine scharfe Darstellung sein.

Bei Fixfokuskameras sind Brennweite, Blende und Bildabstand so gewählt, dass bei den üblichsten Aufnahmesituationen jedes Objekt scharf erscheint. Andere Kameras erlauben eine Verschiebung des Objektivs beziehungsweise der darin enthaltenen Linsen, um eine Scharfeinstellung für unterschiedliche Entfernungsbereiche zu erlauben. Der veränderbare Abstand zwischen Objektiv und Bildebene, der Auszug, ist aus technischen Gründen begrenzt. Jedes Objektiv erlaubt daher nur eine Entfernungseinstellung bis zu einer bestimmten Naheinstellgrenze.

So funktionieren Zwischenringe

Bei Objektiven mit fester Brennweite beträgt der minimale Objektabstand beispielsweise in der Regel etwa das Zehnfache der Brennweite. Trotzdem sind auch mit diesen Objektiven Nah- und Makroaufnahmen möglich. Hierfür sind allerdings zusätzliche Hilfsmittel notwendig. Das einfachste davon ist der Zwischenring.

Ein Zwischenring ist im Prinzip nichts anderes als ein Stück Rohr mit Anschlüssen für Objektiv und Kamera. Zur Vermeidung von Streulicht sind Zwischenringe in der Regel nicht nur innen mattschwarz gefärbt, sondern auch mit einer oder mehreren scharfkantigen Ringblenden versehen. Diese haben einen ähnlichen Effekt wie die Falten eines Balgenauszugs und sorgen dafür, dass Streulicht erst nach mehreren Reflektionen auf das Bild gelangen kann und dann keinen schädlichen Einfluss mehr hat.

Wichtig beim Kauf von Zwischenringen: manuell oder Automatik

Aufgrund ihres einfachen Aufbaus verursachen Zwischenringe im Allgemeinen keine merkbaren Verschlechterung der Bildqualität. Das einzige Problem bei der Verwendung von Zwischenringen ist, dass nach und nach immer mehr Zusatzfunktionen in die Objektive integriert wurden, die auf bestimmte mechanische oder elektrische Koppelelemente angewiesen sind. Dies fängt mit einem Blendenstift an, der erst beim Auslösen der Kamera die Blende auf den voreingestellten Wert schließt und dadurch eine Offenblendmessung möglich macht. Weiter geht es mit Kontakten für die Übertragung der am Objektiv eingestellten Blende an den eingebauten Belichtungsmesser der Kamera, wie zum Beispiel beim FD-Bajonettanschluss für die analogen Canon-Spiegelreflexkameras ohne Autofokus. Objektive für die Messsucherkameras der Leica-M-Serie besitzen Steuerkurven für den Entfernungsmesser. Alle diese Funktionen stehen beim Einsatz einfacher Zwischenringe nicht zur Verfügung. Automatikzwischenringe übertragen Automatikfunktionen zwischen Objektiv und Kameragehäuse, sind aber deutlich teurer als einfache, manuelle Zwischentuben. Aufgrund der komfortableren Handhabung sind Automatikringe aber trotzdem sehr zu empfehlen.

Verwendung mehrerer Zwischenringe

Zwischenringe erlauben nur eine Veränderung des Objektivabstands um einen festen Wert. Für Aufnahmen mit unterschiedlichen Abbildungsmaßstäben gibt es mehrere Möglichkeiten. Zunächst funktioniert die Entfernungseinstellung am Objektiv auch noch beim Einsatz von Zwischenringen, lediglich der einstellbare Entfernungsbereich verschiebt sich in Richtung Kamera. Der Effekt eines Zwischenrings hängt außerdem von der Brennweite des Objektivs ab. Je länger die Brennweite, umso weniger wirkt sich die Auszugsverlängerung aus. Zoomobjektive bieten daher bereits einen großen Einstellbereich für den Abbildungsmaßstab in Verbindung mit einem Zwischenring. Darüber hinaus sind Zwischenringe auch als Satz mit unterschiedlichen Längen erhältlich. Für besonders große Auszugsverlängerungen lassen sich außerdem mehrere Zwischenringe kombinieren. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass ein Balgengerät das Streulicht besser schluckt als eine Kombination mehrerer Zwischenringe. Eine Kombination von mehr als zwei oder drei Zwischenringen ist daher nicht zu empfehlen.

Ein Balgengerät bietet mehr Funktionen als Zwischenringe

Anders als Zwischenringe können Balgengeräte auch noch andere Möglichkeiten für die Beeinflussung der Bildgestaltung bieten. Ein Balgengerät mit Standarten- und Rückteilverstellung macht eine Entzerrung des Bildes und eine Verlagerung der Schärfenebene nach Scheimpflug möglich.

Bei großen Auszugsverlängerungen Retroadapter verwenden

Zwischenringe und Balgengeräte erlauben prinzipiell auch Aufnahmen in vergrößertem Maßstab. Bei Vergrößerungen, die über das Anderthalbfache hinausgehen, liefern normale Objektive mit asymmetrischem Linsenaufbau allerdings bessere Bilder, wenn sie umgekehrt, das heißt mit der Frontlinse an die Kamera gesetzt werden. Dies ist mit einem Retroadapter möglich.

Makroaufnahmen mit Umkehrring und Retroadapter

Umkehrringe werden im Allgemeinen in das Filtergewinde geschraubt, das bei den meisten Wechselobjektiven die Befestigung fotografischer Filter vor der Frontlinse ermöglicht. Mit dem Retroadapter lässt sich das Objektiv in umgekehrter Stellung an der Kamera befestigen.

Retroadapter allein oder mit Zwischenstücken verwenden

Für Nah- und Makroaufnahmen können Retroadapter entweder alleine oder in Kombination mit Zwischenringen und Balgengeräten eingesetzt werden. Dadurch lassen sich unterschiedliche Auszugsverlängerungen und, mit normalen fotografischen Objektiven, Vergrößerungen bis etwa zum Zwanzigfachen erreichen.

Retroadapter mit Automatikfunktion

Da ein normaler Umkehrring vorne am Objektiv angesetzt wird und keine Verbindung zu den Kontakten haben kann, die sich am hinteren Ende befinden, gehen bei der Verwendung von einfachen Umkehrringen alle Automatikfunktionen der Kamera verloren. Eine Ausnahme sind spezielle Retroadapter, die aus zwei Ringen bestehen, von denen einer in das Filtergewinde geschraubt wird und der andere auf den Kameraanschluss. Die beiden Ringe sind mit einem Kabel verbunden, so dass der Adapter die Automatikfunktionen ebenfalls zur Verfügung stellen kann.

Brennweitenverlängerung mit dem Telekonverter

Der Telekonverter ist ein kleines Objektiv, das hinter ein normales Wechselobjektiv gesetzt wird und dessen Brennweite verlängert. Aus einem Normalobjektiv wird beispielsweise durch einen Telekonverter mit zweifacher Brennweitenverlängerung ein leichtes Tele, das optimal für Portraitaufnahmen ist, und aus einem leichten Teleobjektiv eins, das zum Beispiel für die Tierbeobachtung geeignet ist.

Belichtungsverlängerung beim Telekonverter

Vor dem Kauf eines Telekonverters ist allerdings ein wichtiger Punkt zu beachten. Durch die Brennweitenverlängerung wird das vom Objektiv erzeugte Bild vergrößert. Die durch das Objektiv gelangte Lichtmenge fällt also auf eine größere Fläche. Daher reduziert ein Telekonverter praktisch die Lichtstärke des Objektivs proportional zur Brennweitenverlängerung. Dieser Effekt ist besonders problematisch, da die längere Brennweite ihrerseits kürzere Belichtungszeiten notwendig macht, um Bewegungsunschärfe im Bild zu vermeiden.

Bessere Bildqualität mit Telekonvertern und Zwischenringen

Trotz der erwähnten Problematik der Belichtungsverlängerung liefert ein Telekonverter im Allgemeinen bessere Ergebnisse als ein Televorsatz, der vor das Objektiv geschraubt wird. Dies liegt an der günstigeren Lage im Strahlengang. Noch mehr gilt diese Regel allerdings für Zwischenringe, da sie überhaupt keine Linsen oder andere aktive optische Elemente enthalten.

Objektivadapter zum Anschluss von Fremdobjektiven

Die ersten Systemkameras besaßen einen Universalanschluss mit einem metrischen Gewinde. Für den schnelleren Objektivwechsel und die Bereitstellung von Automatikfunktionen führten die Kamerahersteller später jeweils eigene Bajonettanschlüsse ein. Manche Hersteller produzieren auch noch unterschiedliche Anschlüsse für verschiedene Kamerasysteme. Wer nun von einem System zu einem anderen wechseln möchte, steht vor dem Problem, dass die gekauften Objektive nicht mehr passen. Daher gibt es verschiedene Objektivadapter, die eine Verwendung unterschiedlicher Kombinationen von Objektiv- und Kameraanschlüssen möglich machen.

Bei Objektivadaptern für unterschiedliche Kamerasysteme ist zu beachten, dass Automatikfunktionen meist nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung stehen. Diese Einschränkungen sind allerdings umso geringer, je ähnlicher die Anschlüsse sind. Ein Canon EF auf M Objektivadapter für den Anschluss aktueller Canon EF-Objektive an das neu entwickelte, spiegellose M-System sind kaum Einschränkungen zu erwarten, beim Anschluss von Objektiven mit M42-Universalanschluss nur noch ein rein manueller Betrieb.

Mangelnde manuelle Einstellmöglichkeiten am Objektiv

Bei einigen Kamerasystemen wird die Blendeneinstellung von der Belichtungsautomatik der Kamera vorgegeben und die Entfernung vom Autofokussystem eingestellt. Wechselobjektive für solche Systeme besitzen oft keine Möglichkeit mehr, die Blende manuell einzustellen und teilweise ist auch keine manuelle Entfernungseinstellung mehr möglich. Solche Objektive sind mit Zwischenringen und Objektivadaptern, die keine Automatikfunktionen unterstützen, nur sehr eingeschränkt nutzbar.

Kauftipps für Objektivadapter und Zwischenringe

Tipp

Adapterart

Zu beachten

1

Zwischenringe

Angebote prüfen, ob es sich um manuelle oder Automatikzwischenringe handelt.

2

Zwischenringe

Für große Auszugsverlängerungen statt mehrerer Zwischenringsätze besser ein Balgengerät kaufen.

3

Zwischenringe, Balgengeräte

Im Gegensatz zu Zwischenringen erlauben manche Balgengeräte auch eine Standartenverstellung zur Verlagerung der Schärfenebene.

4

Zwischenringe, Balgengeräte

Makroaufnahmen ab 1,5facher Vergrößerung mit Retroadapter anfertigen.

5

Retroadapter

Umkehrringe lassen sich direkt an die Kamera anschließen, aber auch mit Zwischenringen und Balgengeräten kombinieren.

 

6

Retroadapter

Automatik-Retroadapter die aus zwei mit einem Kabel verbundenen Ringen bestehen, erlauben volle Automatikfunktionen auch mit Objektiven in Umkehrstellung.

 

7

Telekonverter

Telekonverter reduzieren die Bildhelligkeit proportional zur Brennweitenverlängerung. Problematisch besonders bei lichtschwachen Objektiven.

 

8

Telekonverter, Zwischenringe

Zwischenringe und Telekonverter ermöglichen eine bessere Bildqualität als Makrolinsen und Televorsätze.

 

9

Adapter für Fremdobjektive

Sehr große Unterschiede bei der Funktionalität. Vor dem Kauf klären, welche Objektiv- und Kamerafunktionen der Adapter unterstützt und ob der Einsatz sinnvoll ist.

 

10

Alle Arten

Objektive für aktuelle Kamerasysteme bieten oft keine manuelle Einstellmöglichkeit für die Blende. Aufnahmen mit Adaptern ohne Übertragung der Automatikfunktion sind dann nur mit maximaler Blendenöffnung möglich. Fehlt auch eine manuelle Entfernungseinstellung, ist eine Verwendung mit manuellen Adaptern kaum sinnvoll.

 

 

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden