10 Tipps für den Kauf von Modellauto-Rennbahnen

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10 Tipps für den Kauf von Modellauto-Rennbahnen

Die Autorennbahn – der Traum vieler Kinder und Junggebliebener. Das Hobby, das bereits seit Jahrzehnten Alt und Jung in seinen Bann zu ziehen vermag, hat auch heute nichts von seiner Popularität eingebüßt. Auf heimischen Rennbahnen werden erbitterte Derbys und packende Verfolgungsjagden genau so durchgeführt, wie bereits vor 50 Jahren. Was sich hingegen geändert hat, ist die Art und Weise, mit welchen Bahnen, Autos und mit welchem Zubehör die Bahnen ausgestattet sind.

Wenn auch Sie sich von dem Modellbahn-Mythos angezogen fühlen und sich eine Modellauto-Rennbahn zulegen möchten, dann haben wir die passenden 10 Tipps für Sie. Zunächst möchten wir Ihnen einen kleinen historischen Abriss über die Geschichte der Modellauto-Rennbahnen liefern. So erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Formen und Arten der Rennbahnen und können vielleicht von vornherein eine Auswahl für sich treffen. In unseren 10 Tipps möchten wir dann für Sie noch einmal ausführlich zusammenfassen, worauf Sie beim Kauf einer Rennbahn für Modellautos achten sollten.

Autorennbahnen gestern und heute

Eine Autorennbahn für Modellautos wird häufig auch Slotcar-Bahn (engl. „slot" bedeutet Schlitz) genannt und ist ein Spielzeug und Sammlerobjekt zugleich. Auch wenn heutige Bahnen andere technische Voraussetzungen liefern, so ist das Prinzip der Rennen dennoch ähnlich geblieben: Auf der Bahn werden elektrisch angetriebene Modellautos auf verschiedenen Spuren gefahren. Die Fahrbahnteile sind in der Regel zusammensteckbar und mit mindestens zwei Schlitzen ausgestattet, in denen Leiterbahnen zur Stromversorgung der Modellautos verlegt sind. Die Modellautos sind an der Unterseite mit einem Stromabnehmer versehen, der den Kontakt zwischen Auto und Leiterbahn sicherstellt. Mit einem mit der Bahn verbundenen Handregler können die Spieler die Beschleunigung und das Bremsverhalten der Modellautos steuern. Das geschieht mit dem Ziel, die Fahrzeuge möglichst schnell durch die Runden zu bringen, ohne dass die Modellautos dabei von der Strecke abkommen.

Die Geschichte der Modellautorennbahn

Autorennbahnen sind in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts aufgekommen und seither sehr beliebt. Doch zunächst waren die Autorennbahnen kein Privatvergnügen, das im heimischen Wohnzimmer stattfand, sondern ein öffentliches Event. Die Bahnen wurden nämlich zunächst nur in regelrechten Renn-Centern aufgebaut und dort von vielen Spielern abwechselnd und gegeneinander genutzt. Die Bahnen waren in einem Maßstab von 1:24 gebaut und mit einer Bahnspannung von 12 Volt betrieben. Besonders in den USA war diese Freizeitbeschäftigung so beliebt, dass sie in den 1960er Jahren den Sprung in die Kinderzimmer schaffte. Auch in Deutschland sorgte ein regelrechter Slot-Car-Boom dafür, dass immer mehr Hersteller Bahnen für den Betrieb zu Hause herstellten. Zunächst war das der auch heute noch etablierte Hersteller Scalextric, der ein Renn-Set im Maßstab 1:32 auf den Markt brachte. Stabo und Carrera erkannten das Potenzial des Trends vor allem für Kinder und Jugendliche. So  veröffentlichten die Hersteller in etwa zeitgleich Fahrzeuge und Rennbahnen, die aufgrund ihrer robusteren Herstellung eher für Kinderhände geeignet waren.

Während das Interesse an den Modellautobahnen in der breiten Bevölkerung in den 70er und 80er Jahren eher abnahm, konnte die Rennbahn in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Renaissance erfahren. Mit der Herstellung von detaillierten und originalgetreuen Fahrzeugen konnte die Industrie nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Sammler und Autoliebhaber überzeugen. Dabei wird eines klar: Modellauto-Rennbahnen waren schon immer ein Grenzgänger zwischen Sammlerobjekt und Spielzeug. Höchstwahrscheinlich ist es genau diese Mischung aus Sammlerfreude und Spielspaß, die die Rennstrecken auch heute noch so beliebt macht.

10 Tipps zum Kauf einer Modellauto-Rennbahn

Nachdem Sie nun einiges über die Geschichte und den Werdegang der Modellauto-Rennbahn gelernt haben, kommen wir zu den ganz praktischen Anhaltspunkten, auf die Sie beim Kauf einer solchen achten sollten.

Tipp Nummer 1: Platz-Analyse – wie viel meines Wohnraumes kann  und will ich in die Modellauto-Rennbahn investieren?

Bevor Sie sich für eine Modellauto-Rennbahn oder ein Rennbahn-Set genauer ansehen und sich womöglich ein wenig vergucken, sollten Sie eines bedenken: Eine Rennbahn benötigt viel Platz. Nicht jeder ist der Typ dafür, eine Rennbahn nach der Benutzung wieder abzubauen und in Kartons zu verstauen. Wenn Sie also die Bahn dauerhaft aufbauen möchten, benötigen Sie den nötigen Raum dazu. Es gibt Bahnen und Strecken-Sets in unterschiedlichen Größenausführungen, sodass Sie sich die passende Größenordnung für ihre Zwecke aussuchen können. Neben der Größe der Bahn ist auch der richtige Standort zu beachten. In einem Haushalt ohne kleine Kinder kann die Bahn durchaus auch auf dem Fußboden aufgebaut werden. Die Nachteile: Die Bahn verstaubt leichter und es besteht immer die Gefahr, sie durch Drauftreten zu beschädigen. Außerdem ist das Sitzen auf dem Fußboden nicht für jeden ideal. Daher empfiehlt es sich, die Bahn auf einem dementsprechend großen Tisch oder einer Holzplatte aufzustellen.

Tipp Nummer 2: Oldies oder Neuheiten? Diese Unterschiede gibt es

Im nächsten Schritt sollten Sie sich fragen, ob Sie sich eine aktuelle Rennbahn oder eine ältere Strecke zulegen möchten. Dies hängt ganz davon ab, welche Ziele Sie verfolgen. Für einen ungehemmten Rennspaß sind neuere Bahnen geeigneter, da hier auch Überholmanöver und Spurwechsel möglich sind. Entwicklungen wie diese haben den Rennspaß deutlich erhöhen können, sind für Puristen und Sammler jedoch nichts anderes als eine schöne Spielerei. Denn diesem Kreis geht es um die Authentizität der Wagen und den Sammlerwert der Bahn – und weniger darum, die schnellsten Runden mit dem Neffen, Sohn oder Enkel zu fahren. Gerade ältere Modelle von Carrera haben mittlerweile einen großen Sammlerwert. Noch begehrter sind die 60er Jahre Modelle von Stabo.

Tipp Nummer 3: Carrera und Co – diese Marken sollten Sie kennen

Wer bei Autorennbahnen auf Qualität und einen eventuellen Sammlerwert achtet, der kommt um einige große Namen in dem Segment nicht herum. Dazu gehören:

Tipp Nummer  4: Der Maßstab der Wagen und der Bahn spielt bei der Auswahl eine wichtige Rolle

Durch genormte Bauteile sind mittlerweile alle hergestellten Wagen mit allen Bahnen kompatibel. Die einzige Voraussetzung: Der Maßstab muss übereinstimmen. Relativ schnell entwickelten sich bei der Herstellung von Slotcars und den dazugehörigen Rennbahnen Standards, die bis heute Bestand haben. Dies sind die Maßstäbe 1:24, 1:32 und 1:48. Der letztere etwas kleinere Maßstab ist in der meistverkauften Rennbahn, der „Carrera Go!!!", benutzt worden und richtet sich damit eher an ein jüngeres Publikum. Gleichzeitig hat Carrera jedoch auch Bahnen in 1:32 und als einziger Hersteller auch in die Carrera Evolution in 1:24 im Sortiment. Die geläufigste Größe, 1:32, wird außerdem von den Herstellern SCX, Autoart, Scalextric und Ninco produziert und vertrieben. Wer sich für massive Holzbahnen interessiert, wird zum Beispiel bei Slotfire fündig.

Tipp Nummer 5: Das richtige Auto für die richtige Bahn

Bei der Auswahl der Fahrzeuge ist lediglich der Maßstab eine fest vorgegebene Größe. Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass die vorhandene Bahnausstattung zum Betrieb des Wagens passt. Angaben zur benötigten Betriebsspannung und der Stromstärke sind in der Regel auf dem Trafo der Anlage zu sehen. Ob Ihr Fahrzeug möglichst originalgetreu aussehen sollte, Sie robuste Fahrzeuge bevorzugen oder ob Sie auf rare Sammlerstücke setzen möchten, ist gänzlich Ihnen überlassen.

Tipp Nummer 6: So wählen Sie die richtige Steuerung für sich aus

Man unterscheidet bei der sogenannten Bahnsteuerung zwischen dem älteren internationalen System und dem neueren digitalen Verfahren. Bei „International"-Rennbahnen ist der Betrieb analog geregelt, das bedeutet:  Jeder Regler steuert eine bestimmte Bahn. Es kann also auf jeder Bahn nur ein Fahrzeug individuell gesteuert werden und auch Fahrbahnwechsel sind nicht möglich. Neuere digitale Autorennbahnen ermöglichen Spurwechsel und Überholmanöver, die durch Weichen geregelt werden. Hierbei wird nicht mehr die Spannung einer Bahn gesteuert, sondern die Befehle direkt an einen Mikrochip im Fahrzeug gegeben. So kann jedes Fahrzeug unabhängig von der jeweiligen Bahn angesteuert werden.

Tipp Nummer 7: Vorsicht bei Spezialbahnstücken

Als Spezialbahnstücke werden Steilkurven, Bodenwellen oder auch Loopings bezeichnet, die in die Autorennbahn integriert werden können. Sollten Sie mit wertvollen Fahrzeugen auf einer Rennstrecke fahren wollen, sollten Sie von diesen Spezialbahnstücken absehen. Sie wirken zwar spektakulär und machen auch sehr viel Spaß, aber gerade bei teuren Fahrzeugen ist die Gefahr der Beschädigung einfach zu groß. Setzen Sie hingegen auf robuste und weniger kostspielige Wagen, können Sie die Spezialeffekte genießen.

Tipp Nummer 8: Für echte Rennfahrer steht die Rundenzählung und Zeitmessung im Vordergrund

Wer nicht nur gegeneinander fahren möchte, sondern auch selbst seine Zeit messen möchte, kann seine Rennstrecke mit einem Racing-Computer aufstocken. Dieser misst mithilfe von Lichtschranken die Geschwindigkeiten und die Rundenzahlen und gibt so am Ende spannende Statistiken ab. Was bei offiziellen Wettbewerben längst Standard ist, gewinnt auch im Heimbereich immer mehr an Bedeutung.

Tipp Nummer 9: Die richtigen Handregler

In der Regel sind Modellauto-Rennbahnen mit bereits mitgelieferten Handreglern ausgestattet. Daher sollten Sie sich vorher informieren, ob diese Ihnen liegen. Das Prinzip ist dabei immer ähnlich: Mithilfe eines Regelschalters kann die Beschleunigung des Wagens gesteuert werden. Auf Geraden drückt man den Knopf daher durch, vor Kurven muss er losgelassen werden. Sind die serienmäßig mitgelieferten Handregler nicht für Fremdfahrzeuge geeignet, können diese auch durch spezielle Rennhandregler ausgetauscht werden. Mit dem passenden Anschlusszubehör sind Rennhandregler von den Firmen Clubman Special, DS Racing Products und Fly erhältlich.

Tipp Nummer 10: Achten Sie auf ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis

Wie bei allen Anschaffungen, die den Sammlerbereich tangieren, sollten Sie sich auch bei der Anschaffung einer Modellauto-Rennbahn ein klares Limit setzen. Denn: Die Preisspanne ist nach oben hin offen. Bei vielen Rennbahn-Sets wird die Bahn gleich samt passender Fahrzeuge geliefert. Sollten Sie sich für eine individuelle Bahn entscheiden: Bedenken Sie, dass Sie neben der Bahn vielleicht auch noch das ein oder andere Fahrzeug erwerben müssen. Auch diese sollten in Ihre Preiskalkulation einfließen.

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