10 Fantasievolle Spielideen mit Puppen, um die Kreativität Ihres Kindes zu fördern

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10 Fantasievolle Spielideen mit Puppen, um die Kreativität Ihres Kindes zu fördern

Puppen helfen Kindern die größeren Zusammenhänge der Welt zu begreifen und damit auch ihre direkte Umwelt zu verstehen. Zudem fördert das Puppenspiel das Sozialverhalten des Kindes, da beobachtete Verhaltensmuster nachgestellt und damit verinnerlicht werden. Das Kind lernt auf spielerische Weise viel über Emotionen. Doch auch die kindliche Sprache und die Kommunikation insgesamt werden durch das Spiel mit Puppen gefördert.

Damit Kinder effektiv mit ihrer Puppe spielen können, sollte die Puppe Ihrem Alter entsprechen.

Die richtige Puppe für Kinder verschiedener Altersstufen

Eine Puppe ist das ideale Spielzeug für Kinder jeder Altersklasse. Die Charakteristik der Puppe muss allerdings dem jeweiligen Entwicklungsstand angemessen sein, denn nur so ist ein intensives Spiel möglich. Während Sie für ein Baby eine besonders weiche Stoffpuppe wählen sollten, die sich anschmiegt und mit der auch im Bett gekuschelt werden kann, wünschen sich Kinder ab etwa zwei oder drei Jahren eine Puppe, die ihnen ähnlich ist. In diesem Alter geht es um eine Puppe, die im Alltag ebenso besteht wie das Kind selbst und die denselben Herausforderungen gegenübergestellt ist: Eine Puppe, die man baden, kämmen, anziehen und füttern kann, ist die richtige Wahl. Geeignet sind in diesem Fall Babypuppen.

Das Puppenalter ist danach nicht vorbei. Auch Vorschulkinder und Schulkinder sind noch an Puppen interessiert, diese müssen allerdings mit den anderen Hobbys kombinierbar sein. Kinder in diesem Alter begeistern sich bereits für erste Hobbys wie Fußball, Reiten oder Ballett. Außerdem spielen Freundschaften eine wichtige Rolle und besonders bei Mädchen ist Mode ein wichtiges Thema. Mit einer Stehpuppe wählen Sie für ein Kind in diesem Alter eine Puppe, die mit diesen Interessen mithalten und in ein aktives Spiel eingebunden werden kann. Ab diesem Alter beleben weitere Accessoires wie etwa Puppenkleidung, Puppenautos oder -fahrräder das Spiel zusätzlich.

Warum Puppen auch heute noch von Bedeutung sind

In vielen Kinderzimmern haben inzwischen Kuscheltiere den Einzug gehalten. Mit dieser Tendenz geht einher, dass immer mehr Puppen verdrängt werden. Viele Eltern sehen in der Anschaffung einer Puppe keine Notwendigkeit. Das ist schade, denn oftmals können sich Kinder mit einer Puppe, die einem Menschen und damit ihnen selbst mehr ähnelt als beispielsweise ein Teddy, besser identifizieren, sodass sie mit der Puppe lachen und leben und dabei Höhen und Tiefen erleben. Sie trainieren auf diese Weise in besonderem Maß ihre soziale Intelligenz und üben sich in Empathie.

Von der Kultpuppe zur Spielpuppe

Ursprünglich dienten Puppen nicht dem Kinderspiel, sondern wurden für kultische, meist religiöse Zwecke benutzt. Die ersten Puppen waren vereinfachte Darstellungen des menschlichen Körpers, sie wurden wie eine Art Maske verwendet oder als Kultfigur in Gedenken an Götter gehuldigt.

Die ersten Kinderpuppen gab es im Römischen Reich. Die Puppen der damaligen Zeit waren aber starre Alabasterfiguren, die mehr an die Statuen der griechischen Antike erinnerten als an heutige Babypuppen. Erst im 18. Jahrhundert, mit der Entdeckung der Kinder als eigenständige Persönlichkeiten und der zunehmenden Bewusstwerdung für die Bedeutung der Kindheit, entstanden erste Babypuppen als Spielpuppen.

Vom Übergangsobjekt zur Spielpuppe

Babys beginnen irgendwann die Bezugsperson, meist die Mutter, als eigenständige Person wahrzunehmen. Zuvor ist ihnen das nicht bewusst, sie verstehen sich als Einheit mit der Mutter und können deshalb eine Trennung auch nicht verkraften. Die allerersten Kuscheltiere, die häufig Schmusetücher oder weiche Stoffpuppen sind, werden als Übergangsobjekte bezeichnet, und Sie helfen Kindern beim Loslöseprozess von der Mutter. Sie symbolisieren Ihre Anwesenheit, auch wenn diese körperlich gerade nicht nachvollziehbar ist. Der schmerzhafte Prozess der Ablösung wird einfacher, wenn die Puppe zum Kuscheln da ist. Sie wird verehrt, erhält einen persönlichen Namen und ist dem Kind sehr wichtig. Diese Puppen sind als Ersatzbild des Kindes zu sehen, die Puppen erleben häufig genau dieselben Dinge, die das Kind aktuell beschäftigen. Sie sind so alt wie das Kind, sie können die gleichen Dinge und scheitern an denselben Sachen, die auch das Kind noch nicht bewältigen kann.

Kleinkinder ahmen mit der Puppe die Welt der Erwachsenen nach. Im Spiel verstehen Kinder bestimmte Verhaltensmuster, die beobachtet wurden, besser. So wie das Kind sich behandelt sieht und als Teil der erwachsenen Welt erlebt, so geht es mit der Puppe um. Sie wird gewaschen, bekocht, gefüttert, angezogen und zum Schlafen gebracht. Kinder üben sich auf diese Weise in Fürsorge und sozialer Verantwortung. Auch in diesem Alter ist die Puppe das Spiegelbild des Kindes, das alles erlebt, was das Kind tief in seinem innersten beschäftigt.

Während Erwachsene ihre Gedanken reflektieren und diese auch in Worten ausdrücken können, muss das Kind seine erlebte Wirklichkeit im Spiel rekonstruieren, um sie verarbeiten zu können. Das Spiel geschieht dabei allerdings unterbewusst, es ist kein geplanter Prozess, sondern rein emotional angeleitet.

Zehn Spielideen für das Puppenspiel

Das bekannteste Spiel ist das „Mutter-Kind-Spiel“ mit der Puppe. Dieses Puppenspiel dient der direkten Bewältigung des kindlichen Alltags. Mithilfe der Puppe kann das Kind für einen begrenzten Zeitraum in die Rolle einer anderen Person schlüpfen und aus deren Sichtweise Erfahrungen machen. Das Mutter-Kind-Spiel bietet dem Kind die Möglichkeit emotionale Intelligenz zu erwerben, indem es erlernt, wie man sich in andere einfühlt. Eltern sollten sowohl das Puppenkind als auch die Puppenmutter beziehungsweise den Puppenvater ernst nehmen. Sind im Haushalt kleinere Geschwister vorhanden, so wird das Kind genau die Verhaltensweisen der Mutter oder des Vaters dem Geschwisterkind gegenüber nachahmen. Sie sollten dieses Verhalten stützen, indem Sie die Puppe respektierlich als Abbild des Geschwisters behandeln und nicht gleichsetzen mit anderen Spielsachen wie beispielsweise Holzautos oder Bauklötzen.

Den Tagesablauf mit der Puppe erleben

Sie als Eltern sollten das Spiel am Laufen halten, indem Sie Ihr Kind immer wieder anregen, ob denn auch die Puppe bereits gefrühstückt hat oder ob nicht gerade ein Weinen zu hören war. Erlauben Sie Ihrem Kind, die Puppe am Alltag teilnehmen zu lassen. Stellen Sie beim Essen ruhig einen Teller mehr auf den Tisch, damit auch die Puppe aktiv am Familientisch mitessen kann. Dieses Spiel dient dazu, die kindlichen Gefühle zum Ausdruck zu bringen.

Reale Situationen nachspielen

Lassen Sie im Puppenspiel zusammen mit Ihrem Kind einmal ordentlich Dampf ab: Eifersucht auf Geschwister oder anderen Situationen, in denen sich das Kind ungerecht behandelt fühlte, können Sie mit Puppen nachstellen. Sie geben Ihrem Kind damit einen Raum, um auch negative Emotionen auszuleben.

Geschichten mit der Puppe nachspielen

Ein weiteres Spiel funktioniert bei Kindern, die bereits eigene Geschichten erfinden und mit der Puppe nachspielen. Wird der Puppe eine spezielle Rolle im Spiel zugeteilt, beispielsweise als Prinzessin oder Oma, können Sie in das Spiel eingreifen. Sie führen nun die Puppe und das Kind wird zum Zuschauer: Sie zeigen dem Kind, wie die Rolle der Prinzessin oder Oma ebenfalls gespielt werden kann, und zwar aus Ihrer Sicht. Dieser Perspektivwechsel erweitert das Verständnis für verschiedene Ansichten bei Ihrem Kind und fördert das Einfühlungsvermögen.

Puppenspiel mit Marionetten

Auch mit Marionetten lässt sich ein kurzweiliges Puppenspiel durchführen. Das Spiel mit den Marionetten erfordert eine große Fingerfertigkeit und ist deshalb nur für ältere Kleinkinder geeignet. Das Kind trainiert dabei seine Feinmotorik und kann dennoch ist die Rolle der Puppe schlüpfen und ihm seine Identität verleihen, sodass im Puppenspiel ausgedrückt wird, was das Kind beschäftigt.

Kasperle-Theater

Das klassische Kasperle-Theater übt auch heute noch auf Kinder eine unvergleichliche Faszination aus. Das tolle am Kasperl-Theater ist die Möglichkeit des Perspektivwechsels: Lassen Sie zuerst Ihre Kinder bei einem kurzen Theaterstück zuschauen, das Sie Ihnen vorführen. Interessant ist es dabei, sich an die typischen Rollen der klischeehaften Figuren wie Kasperl, Seppl, Großmutter und Räuber zu halten. In Ihrer Aufführung geben Sie bestimmte Verhaltensmuster und Charakterzüge vor und helfen Ihrem Kind so bei der Einteilung verschiedener Charaktere.

Spiel mit Handpuppen

In einem weiteren Schritt, am besten im Anschluss an Ihre Theateraufführung, können Sie das Spiel erweitern: Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, frei mit den Kasperlpuppen zu spielen. Sie werden überrascht sein, wie Klischeebilder umgedreht werden und sich Charakterzüge wandeln.

Geschichten aus dem Alltag mit Handpuppen erzählen

Das Spiel mit Handpuppen ist recht ähnlich dem freien Spiel mit Kasperlpuppen. Dennoch bedarf es nicht unbedingt dem Rahmen eines Kasperl-Theaters und es reicht im Grunde eine einzige Handpuppe. Wer die Handpuppe überzieht, zieht damit die Rolle der Puppe an. Besonders für Kinder ist es schwer, zwischen ihrer Identität und der, der Puppe zu differenzieren. Nutzen Sie diese Spielvariante, um Geschichten aus dem Alltag mithilfe der Puppe zu erzählen. Kinder können so auf Arztbesuche oder andere wichtige Ereignisse vorbereitet werden und das auf spielerische Weise.

Puppen frisieren

Für Kinder, die sich für Mode und Styling begeistern, bieten Frisierpuppen eine tolle Spielmöglichkeit. Diese Puppenköpfe können geschminkt und immer wieder neu gestylt werden. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es am besten schminken kann, denn es wird stolz darauf sein, wenn die Puppe nicht nur angemalt, sondern wirklich so hübsch wirkt wie die geschminkte Mutter. Geben Sie Ihrem Kind auch die Möglichkeit, sich selbst zu schminken und zu frisieren.

Spielen mit der Puppenstube

Die klassische Puppenstube bietet eine weitere Möglichkeit, mit Puppen zu spielen. In Miniaturform kann das Leben in seinen ganzen Aspekten nachgeahmt werden. Vor allem die Fülle der Personen, die oft aus Mama, Papa, Oma, Opa, Geschwistern und besteht, schenkt Kindern die Gelegenheit, Konflikte nachzustellen oder auch seltene Situationen wie ein gemeinsames Essen der erweiterten Familie zu rekonstruieren und diese emotional zu erleben.
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