1.157 Fußballtrikots: Dieser Mann besitzt Deutschlands schönste Stoffsammlung

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Er ist: der Dress-Man! Christian König, 51, Polizeibeamter aus Oberhausen, Schalke-Fan mit Leib und Seele, hat sich in drei Jahrzehnten eine der größten Trikotsammlungen Deutschlands aufgebaut. 1.157 Trikots sind es derzeit, von Schalke 04 bis Sparta Gerderath, von Al Ahly Kairo bis zur libanesischen Nationalelf. Am liebsten getragen von den Stars persönlich, notfalls auch ungetragen – Trikots sind für Christian König der Stoff, aus dem die Träume sind. Wir stellen ihn vor: Der König, der Trikot-Sammler.

Christian König in seinem Reich - dem Trikot-Zimmer Foto: Privat
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Christian König in seinem Reich - dem Trikot-Zimmer Foto: Privat

Der aktuelle Stand:

Gerade hat Christian König wieder 15 neue Trikots auf seiner Website nachgetragen. Und auch bei den momentanen 1.157 wird’s nicht lange bleiben. Es kommen ständig „New Jerseys“ dazu. Denn beim Sammeln gilt für ihn das alte Olli-Kahn-Motto: „Weiter, immer weiter!“ Wobei: Irgendwo am Horizont droht die magische Zahl „1904“ – das Schalker Gründungsjahr. „Ich habe meiner Frau versprochen, dass bei 1.904 Trikots Schluss ist.“ Seine Rechnung: „Ich bekomme im Jahr 60, 65 Trikots. Das dauert dann noch 12 bis 13 Jahre.“ Und dann? „Dann bin ich Mitte 60, und dann schauen wir mal. Ich kann ja immer noch alte Trikots eintauschen.“ 
Nationalspieler Benedikt Höwedes hat Christian König eines seiner DFB-Trikots geschenkt Foto: Privat
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Nationalspieler Benedikt Höwedes hat Christian König eines seiner DFB-Trikots geschenkt Foto: Privat

Woher die Trikots kommen:

Sind meist Freunde und Bekannte, die von seinem Hobby wissen. „Gerade in der Sommerpause kommen die Trikots beinahe von alleine. Die werden irgendwo zum Saisonfinale verschenkt, und die landen dann alle bei mir.“ Der ehemalige Schalker Spieler und Oberhausen-Trainer Jürgen Luginger hat häufig seine Kontakte für König spielen lassen. Und auch der Trikot-King selbst geht weltweit auf Jagd nach frischem Stoff, von Ägypten bis in die USA. Von den Spielern selbst bekommt er nur die wenigsten Trikots: „Das klappt vielleicht noch bei Rot-Weiß Oberhausen. Aber direkt von Schalker Spielern bekommen habe ich auch nur drei, vier Trikots. Das ist heutzutage sehr schwer geworden, da noch ranzukommen.“

Die Anfänge:

Papa König ist schuld – denn er wollte dem fußballverrückten Filius partout kein Trikot kaufen. Und schon gar nicht das ersehnte blaue Adidas-Trikot für 20 Mark. „Er meinte, so einen Quatsch braucht man nicht. Also wollte ich den ‚Quatsch‘ unbedingt haben.“ Und „Quatsch“ waren Fußballtrikots damals tatsächlich noch. „Früher war das nicht so ein Kultgegenstand wie heute. Fantrikots zum Kaufen gab es gar nicht. Das Höchste der Gefühle war, sich selbst ein blaues Trikot zu besorgen, und dann das Schalker Wappen draufnähen zu lassen.“ Und feste Rückennummern oder Spielernamen waren ebenfalls noch nicht üblich, erinnert sich der Schalke-Freak. „Man hätte also gar nicht das Trikot von Klaus Fischer oder Rüdiger Abramczik kaufen können.“
1157 Trikots müssen erst mal verstaut werden Foto: Privat
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1157 Trikots müssen erst mal verstaut werden Foto: Privat

Die Sammlung:

Ein Trikot von Schalke-Torwart Norbert Nigbur aus dem Jahr 1975, oder ein Schalker Heimtrikot von 1977/78 mit der Nummer 3 („Meist von Helmut Kremers getragen“) – das sind zwei der S04-Highlights aus der Riesensammlung. In der Kollektion von Trikot-Kaiser König dreht sich aber längst nicht alles nur um Schalke und um seinen Heimatverein Rot-Weiß Oberhausen. Selbst BVB-Trikots, die er auf der Website mit sehr amüsanten Texten präsentiert, haben ihren Weg in die Sammlung gefunden: „Mein Freund Klaus aus Wipperfürth hatte in diesem Trikot aus der Saison 1995/96 seinen Wagenheber eingewickelt.“ Warum Trikots der verhassten „Kommanditgesellschaft auf Aktien“, wie König spöttelt? Er enthüllt ein finsteres Geheimnis: „Meine Frau ist BVB-Fan!“ Doch die multikulturelle Fußball-Ehe steckt diese Belastung locker weg. Irgendwann ist aber auch für Christian König die Grenze erreicht: „Wenn wir Kinder bekommen hätten, und die wären Bayern-München-Fans geworden, hätten wir sie ins Heim gesteckt.“

Der Unterschied zwischen Original-Trikots und Fan-Trikots:

Wer denkt, dass Fußballstars auf dem Platz die gleichen Trikots tragen, die auch im Fanshop liegen, hat sich getäuscht. Der Trikot-Guru weiß: „Die Trikots für die Spieler, zum Beispiel von adidas, sind noch einmal eine andere Ausführung.“ Er verrät die Details, die kaum jemand kennt: „Der Stoff ist leicht unterschiedlich, die Streifen bei den Profi-Trikots sind nicht aufgenäht, sondern geklebt, die Rückennummern sind größer. Und das Wappen ist in der Regel nicht gestickt, sondern aufgenäht.“ Warum der Aufwand? „Die Profi-Trikots sind rundum so gearbeitet, damit sich die sensiblen Körper unserer Fußballer daran nicht reiben“, spöttelt Christian König.
Erst waschen und dann ab in den Rahmen - seine Lieblingsstücke hängt sich Christian König an die Wand Foto: Privat
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Erst waschen und dann ab in den Rahmen - seine Lieblingsstücke hängt sich Christian König an die Wand Foto: Privat

Das Trikot-Waschen:

Christian König räumt mit der Legende auf, dass man getragene Trikots von Fußballstars keinesfalls waschen darf, um den heiligen Schweiß nicht zu entfernen. „Quatsch, ich wasche diese Trikots. Ich habe letztens ein getragenes, durchgeschwitztes Trikot von Rot-Weiß Oberhausen bekommen, das eine Woche in einer Plastiktüte lag. Fußballer hin, Fußballer her – das stinkt, das muss man waschen. Und in der Bundesliga riecht es auch nicht besser als bei Rot-Weiß Oberhausen.“ Erst gewaschen wird das Trikotsammeln richtig dufte! „Ich ziehe die Trikots ja auch an, im Stadion, im Keller beim Fußballgucken, im Urlaub. Und da ist man selbst – und seine Mitmenschen – dankbar für ein frisch gewaschenes Trikot.“
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