(Allzu?) Menschliches
Erstellt: 11.12.06
Damals hatte ich lange gezweifelt, ob Grönemeyer noch Musik machen würde. Allerdings war mir zumindest unterbewußt auch klar, daß jemand wie er seine Gefühle nicht auf Dauer in sich hineinfressen kann. Der Tod von seiner Frau und seinem Bruder binnen kürzester Zeit hatte ihn nach "Bleibt alles anders" wohl aus der Bahn geworfen; in einem Interview um die Erscheinungszeit von "Mensch" hatte ich gehört, daß er eine Art Schreibblockade hatte und nur langsam wieder zur Musik gefunden hat.
Mit der "Mensch" hat Herbert Grönemeyer wohl einen gehörigen Schritt getan, um die Trauer zu überwinden. Fast jedes Lied läßt ganz oder auch versteckt andeuten, daß diese Platte, wie auch im Cover steht, "Für Anna" ist.
Die Trackliste:
1. Mensch
2. Neuland
3. Der Weg
4. Viertel Vor
5. Lache, wenn es nicht zum weinen reicht
6. Unbewohnt
7. Dort und hier
8. Blick zurück
9. Kein Pokal
10. Zum Meer
11. Letzter Tag
(Ghosttrack - ein Lied von Felix Grönemeyer, Herberts Sohn!!!)
Auch wenn sich eine unterschwellige Melancholie durch sämtliche der Lieder zieht, sind nicht ausschließlich "Trauerarbeits"-Lieder wie "Der Weg" dabei (was wohl DIE musikalische Liebeserklärung schlechthin ist, wenngleich ja leider posthum...). So greift Grönemeyer wieder auf altbewährte (aber deshalb nicht langweilige) Themen zurück: er warnt vor der Gefahr, in eine rechte Politik zurückzufallen ("wehre Dich wenn es nach 33 riecht!" / Neuland), ruft dazu auf, Dinge mit Humor zu nehmen (Lache...), vollzieht musikalische Experimente (Dort und Hier, das klingt wie auf einer alten zerkratzten Vinylplatte, oder auch Blick zurück, wo sich wohl Einflüsse der Londoner Clubscene wiederspiegeln), bis hin zu einer weiteren Hymne auf Gröni's Feder: Demo (Letzter Tag) - man kann gar nicht anders als mitzugehen!
Interessant ist auch der Ghosttrack, ein Lied von Grönemeyers Sohn. Haut einen nicht vom Hocker, der Drumcomputer ist seeehr merkwürdig und die Stimme unausgereift. Und doch läßt sich vielleicht schon erahnen, daß auch aus diesem Herrn Grönemeyer u.U. mal was wird, in musikalischer Hinsicht.
FAZIT:
"Mensch" reicht nicht an "Bleibt alles anders" heran, und ist dennoch ein starkes Album. Es ist halt mehr oder weniger durchweg von den herben persönlichen Verlusten Grönemeyers geprägt, was man ihm nicht verübeln kann, und was ja im Grunde auch zu erwarten war!
Garantiert Tränen, Gänsehaut aber auch Deutschrock pur !
Es ist eine Platte für jedermann, nicht nur für Grönemeyer-Fans. Allerdings sollte man sich bewußt sein, es mit einer gehörigen Portion Zynik und Melancholie zu tun zu kriegen... !
6 von 7 Lesern fand/en diesen Testbericht hilfreich.

Vielen Dank für Ihre Wertung. Wenn Ihre Leserwertung unseren
Grundsätzen entspricht, wird sie innerhalb von 24 Stunden veröffentlicht.
Sie können keine Leserwertung für Testberichte abgeben, die Sie selbst verfasst haben.
Ihre Anforderung kann zurzeit nicht verarbeitet werden. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.
Herbert Grönemeyer-Mensch
Erstellt: 18.08.10
1- Mensch
2- Neuland
3- Der Weg
4- Viertel vor
5- lache, wenn es nicht zum weinen reicht
6- unbewohnt
7- dort und hier
8- Blick zurück
9- Kein Pokal
10- Zum Meer
11- Demo Letzter Tag

Vielen Dank für Ihre Wertung. Wenn Ihre Leserwertung unseren
Grundsätzen entspricht, wird sie innerhalb von 24 Stunden veröffentlicht.
Sie können keine Leserwertung für Testberichte abgeben, die Sie selbst verfasst haben.
Ihre Anforderung kann zurzeit nicht verarbeitet werden. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.
Ein menschlicher Grönemeier
Erstellt: 24.05.06
Nach langer Schaffenspause hat Grönemeyer in 2002 eine tolle CD auf die Beine gestellt. Mit der Singleauskopplung: Mensch, stürmte er direkt die Charts. Besonders gefallen mir die ruhigen Titel: Der Weg (der Abschied von seiner Frau); Unbewohnt; Letzter Tag. Auch die etwas schnelleren Titel: Neuland; Viertel vor; Lache, wenn es nicht zum Weinen reicht; Zum Meer sind hörenswert. Eine rundum gelungene CD.
Die Aufmachung mit der bedruckten Jewel-Box und dem verspielten Inlet sind ihr Geld wert.
Es ist darauf zu achten, daß ein Kopierschutz auf der CD ist, so dass diese nicht auf jedem Gerät (i.d.R. nicht auf den ganz billigen DVD-Payern. läuft.
2 von 3 Lesern fand/en diesen Testbericht hilfreich.

Vielen Dank für Ihre Wertung. Wenn Ihre Leserwertung unseren
Grundsätzen entspricht, wird sie innerhalb von 24 Stunden veröffentlicht.
Sie können keine Leserwertung für Testberichte abgeben, die Sie selbst verfasst haben.
Ihre Anforderung kann zurzeit nicht verarbeitet werden. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.
Mensch - Herbert Grönemeyer
Erstellt: 12.01.09
Manchmal führt das Schicksal Regie auch in Sachen Musik.
Herbert Grönemeyers neues Album Mensch erscheint zu einer Zeit, in der sich Deutschland in einem Gefühlsaufruhr befindet, die Flutkatastrophe im Osten die Gemüter aufwühlte und den nicht verarbeiteten Ossi-Wessi-Konflikt mit Elbe-Wasser hochspülte, die durch Aktienkurven verschütteten Werte wie Hilfbereitschaft und Mitgefühl neu aktivierte.
Und all das in Wahlkampfzeiten, in denen jetzt mit Menschlichkeit gepokert und gepunktet wird. Dabei ist Grönemeyers Album Trauerarbeit, die er seit 1999 aufgrund eigener Schicksalsschläge leistete, um aus der tiefsten inneren Leere ("Unbewohnt" und "Der Weg") wieder neuen Lebensmut, ja Lebenslust zu gewinnen ("Viertel vor", "Das Meer").
Und dennoch decken sich viele der persönlichen, poetischen und allegorischen Textzeilen frappant mit der momentanen Stimmung im Land, was die Hitsingle "Mensch" beweist, Grönemeyers erste Nummer eins in den Single-Charts und die neue Hymne der Stunde. Songs wie "Neuland" und "Kein Pokal" wirken wie knirschende Sandkörnchen in der geölten Phrasendresch-Maschine des bundesrepublikanischen Alltags, sozusagen als humaner Subtext aus dem Blickwinkel der Zuhörer auf das Unausgesprochene zwischen den Zeilen. Musikalisch überspringt der Bochum-Star aus Göttingen mit seinem britischen Koprouzenten Alex Silva leichtfüßig wie nie die Genres, von der nachdenklichen Pianoballade zum vehementen Gitarrenrock auf "Neuland" (mit Guano-Apes-Gitarrist Hennig Rümenapp als einer von vieren), vom ausgelassenen Mambo über Dance-Rhythmen auf "Blick zurück", von opulenten Streicherarrangements bis hin zum nostalgisch verfremdeten Trichtermikrofon auf dem Abschiedslied "Dort und hier".
Hat mir wirklich sehr gut gefallen!!!
1 von 1 Lesern fand/en diesen Testbericht hilfreich.

Vielen Dank für Ihre Wertung. Wenn Ihre Leserwertung unseren
Grundsätzen entspricht, wird sie innerhalb von 24 Stunden veröffentlicht.
Sie können keine Leserwertung für Testberichte abgeben, die Sie selbst verfasst haben.
Ihre Anforderung kann zurzeit nicht verarbeitet werden. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.
Herbert Grönemeyer_Mensch
Erstellt: 04.10.06
2002, das Jahr von Herbert Grönemeyer. Das Album Mensch war knapp ein Jahr in den Deutschen Album Charts. Zu recht, wie ich finde!!! Nach einigen Jahren Pause, lieferte H. Grönemeyer ein geniales Album ab. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Man vermutet nach den Schicksalschlägen von Herbert Grönemeyer ein Album voller Melancholie und Schmerz. Dem ist nicht so!
Auf dem Album ist von schnelleren Liedern (Neuland, Viertel vor) bis ruhig und nachdenklich (Der Weg, Zum Meer, Mensch) viel dabei.
Herbert Grönemeyer hat bei der Produktion keine Routine einkehren lassen, sondern hat neues präsentiert und somit ein wirklich tolles Album herausgebracht.
4 von 5 Lesern fand/en diesen Testbericht hilfreich.

Vielen Dank für Ihre Wertung. Wenn Ihre Leserwertung unseren
Grundsätzen entspricht, wird sie innerhalb von 24 Stunden veröffentlicht.
Sie können keine Leserwertung für Testberichte abgeben, die Sie selbst verfasst haben.
Ihre Anforderung kann zurzeit nicht verarbeitet werden. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.