Kampf der Kulturen - mit Spaßfaktor
Erstellt: 09.03.08
Broder hat sich dieses Buch selbst zum 60. Geburtstag geschenkt, bescheiden wie er ist; und es lohnt sich wirklich, dieses Werk zu lesen. Übrigens: wer sich immer gefragt hat, wofür das "M." in seinem Namen steht, der wird hier aufgeklärt: "Henryk Modest Broder (* als Henryk Marcin Broder am 20. August 1946 in Kattowitz, Polen) ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller.
Als Publizist beschäftigt er sich vorwiegend mit Themen wie der deutschen Vergangenheitsbewältigung, dem Nahostkonflikt und Israel, der deutschen Linken (vor allem im Zusammenhang mit dem Vorwurf des Antiamerikanismus und des Antizionismus, vorübergehend auch mit der Wiedervereinigung) sowie dem Islamismus.
Kennzeichnend für seinen Stil ist sowohl die recherchierende und informierte Kolumne als auch die pointierte Polemik. Broder schreibt für das Magazin Der Spiegel und die Berliner Tageszeitung Der Tagesspiegel. Er ist Mitherausgeber des Jüdischen Kalenders, einer jährlich erscheinenden Text- und Zitatensammlung deutsch-jüdischer Kultur." (Wikipedia)
"Modest", bescheiden, das hat was - obwohl Broder inzwischen auch mal selbstironisch angibt, das "M." stehe für "mildernde Umstände". - Dieser Spaßvogel!
Broders Buch "Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken" beschreibt und analysiert auf die bekannte lustvoll polemische Art die vorauseilenden Unterwerfungsgesten des Westens gegenüber dem "Islam". Beispiele finden sich ja leider mehr als genug:
die Schweizer Firma Nestlé schaltet Anzeigen in arabischen Zeitungen, in denen sie versichert, sie werde keine Produkte aus Dänemark verwenden oder vermarkten...
In Italien wurde Oriana Fallaci wegen ihrer islamkritischen Bemerkungen der Prozeß gemacht...
In Deutschland wollte der für Sport und Spiele zuständige Minister ein "guter Gastgeber" für den iranischen Präsidenten sein, als der zur Fußball-WM nach Deutschland kommen wollte... - daß dieser die "Endlösung der Judenfrage" im Nahen Osten vollenden will, soll der Gastfreundschaft schließlich keinen Abbruch tun.
Weltweit erklären Zeitungsmacher und Zeitungsleser, man dürfe mit Karikaturen niemandes religiöse Gefühle verletzen; nur komisch, daß Christen wie Juden sich weder über Jesus- noch über Moses-Witze je dermaßen aufgeregt hätten, daß sie Fahnen verbrannt hätten oder ausländische Botschaften demolieren "mußten".
Broder polarisiert. Er entlarvt ironisch das Märchen von den angeblichen Ursachen und von der vermeintlichen Zwangsläufigkeit: "um ein Haar wäre auch ich ein Terrorist geworden. Alle Voraussetzungen waren gegeben. (...) Worum ich die Terroristen am meisten beneide, ist der Respekt, der ihnen gezollt wird."
Broder polarisiert. Ich mag das. Und es ist bitter notwendig!
Broder polarisiert. Harmoniesüchtigen tut das weh; trösten wir sie (oder uns) also mit der Bibel! Denn immerhin erklärte ein gewisser Jesus, der bekanntlich der gleichen Religion und Abstammung war wie Henryk M. Broder, jener Jesus, der ebenso wie Broder politisch nicht korrekt war und der genau wie Broder polarisierte, schon vor 2000 Jahren, wie's läuft. Dieser Jesus sprach nämlich in weiser Erkenntnis zu seinen Jüngern: "Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und in seinem Hause." (Mt. 13,57, vgl. auch Joh. 4,44)
Broder, der Spaßvogel, der es ernst meint, sorgt dafür, daß in diesem Kulturkampf auch der literarische Spaßfaktor nicht zu kurz kommt.
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Broder? wer braucht denn den?
Erstellt: 01.02.09
Das einzig gute am Buch ist der Titel,
den sollten sich meine zwei "Vorredner", welche ja anscheinend den selben auftragsschreiber haben, zu Herzen nehmen und ihre Testberichte ein wenig reduzieren
7 von 11 Lesern fand/en diesen Testbericht hilfreich.

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