Meine Meinung über Herr Kerkeling auf dem Jacobsweg
Erstellt: 07.11.08
Hape Kerkeling mag ich sehr als Komiker, deshalb hat mich sein Buch sehr interessiert. Gut fand ich, wie er den Jacobsweg allgemein beschreibt, weil ich darüber so gut wie nichts bisher gehört hatte. Seltsam fand ich sein Verhalten gegenüber anderen Menschen. Vor allem ist mir aufgefallen, dass er um alte, bzw. ältere Menschen gerne einen Bogen gemacht hat. Es war immer wieder heraus zu hören, dass er dies Altersgruppe überhaupt nicht mag, das hatte ich nicht von ihm erwartet. Mein allgemeines Bild über ihn, ich kenne ihn ja nur durch das Fernsehen, hat dadurch , wie er über diese Menschen herzieht, einen mächtigen Schwenk zum Negativen gemacht. Wenn ich heute den Namen Hape Kerkeling höre, bekomme ich nicht mehr diesen fröhlichen Blick. Einfach an eine Gruppe Menschen vorbei zu gehen, die sich riesig freuen ausgerechnet ihn hier auf diesem Weg zu begegnen ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen oder ein paar nette Worten im Vorbeigehen nicht einmal ein Hallo waren ihm seine Zuschauer wert. Wäre ich unter dieser Gruppe, ich wäre schon zu tiefst gekränkt und traurig.
Man kann auch freundlich zu Menschen sein, die einem charakterlich nicht so liegen, man muss sie ja nicht gleich in die Arme nehmen, aber sie völlig zu ignorieren finde ich als einen sehr schlechten Charakterzug.
An einigen Stellen habe ich mich köstlich amüsiert und habe ihn für alle diese Begegnungen mit den verschiedenartigen Menschen beneidet, für alles eigentlich was er auf diesem Weg gesehen und erlebt hat. Ein bisschen zweifle ich seine Geschichte an, in der er diese Begegnung mit dem abgerissenen Wanderer ohne Zähne hatte. Ich glaube nicht so recht, dass es den gegeben hat und alles was mit ihm geschah. Das hat doch bestimmt das dichterische über die Wahrheit gesiegt. Aber egal - Dichtung und Wahrheit gehören zu fast jedem Buch. Und warum auch nicht, man muss ja Herr Kerkeling nicht so ernst nehmen.
Das Interessante an unserem Leben ist doch eigentlich die Vielfalt und das anders sein. Jeder Mensch ist ein Unikat, ob nur schrullig oder verrückt, schüchtern oder ausgeflippt oder große Spinner und Angeben oder so wie er ein ständiges Lästermaul, etwas arrogant und auch fröhlich in seiner Art. Man muss die, die einem nicht so liegen ja nicht zum Freund haben, aber man sollte alle akzeptieren und keinen einfach so links liegen lassen. Die Welt wäre schon langweilig, wenn alle gleich wären mit ihren Gedanken und ihren Geschmäckern. Schrecklicher Gedanke.
Zum Glück ist er nicht plötzlich gläubig geworden, zum Glück hat er uns nicht weiss machen wollen, dass ihm Gott oder ein Engel begegnet ist. Wäre das geschehen, hätte ich ihn endgültig aus meinem Gedächtnis gestrichen.
Leider werde ich jetzt seine Sendungen mit etwas anderen Augen ansehen. Ich werde den Gedanken einfach nicht los, dass seine manchmal so groben Scherze in Richtung Publikum nicht spassig doch eher ernst gemeint sind?
Viele werden jetzt bestimmt sagen, na die spinnt doch, die hat ja keine Ahnung, der Hape ist doch brillant, der ist toll komisch, der Beste den Deutschland hat. Ich habe meine Meinung zu seinem Buch gesagt, wie er dort war und wie er sich dort auf diesem Jakobsweg gegeben hat, das war keine Bühne, das war Wirklichkeit und ich sehe ihn nun mal so.
freundliche Grüsse Gisela Kucklick
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Schätzelein, ich hab Rücken...Hape auf dem Wanderweg
Erstellt: 02.10.07
Wer denkt mit dem Buch eine Biografie von Hape Kerkeling zu bekommen oder einen Reiseführer oder sogar ein Spassbuch mit Hannilein, Paulinchen oder und Horst Schlämmer, der irrt.
Ich habe mir dieses Buch gekauft weil ich mir erhofft habe ein Stück von dem "normalen" Menschen Hape zu lesen, so als würde er neben mir sitzen und sich angeregt mit mir unterhalten. Von dem Jakobsweg und der Pilgerei hab ich vorher einmal gehört, aber was es damit auf sich hat - keine Ahnung.
Da kam mir das Buch gerade recht, denn warum geht ein Mensch, den man gerne in der Öffentlichkeit sieht diesen schweren, unbequemen Weg.
Die gebundene Ausgabe zeigt auf dem Cover den Hape in seiner Wanderkluft mit Schlapphut und Rucksack, aufgenommen mit seiner Wegwerfkamera, mit dessen Bildern er das Buch abwechslungsreich gestaltet hat, man sieht Momentaufnahmen der Regionen, der Weges und anderen Weggefährten, von denen man im Buch später ebenfalls viel zu lesen bekommt.
Den Klappentext kann sich jeder selbst in der Buchhandlung durchlesen, genau so wie den zu pilgernden Weg, dazu schreibe ich hier nix.
Ich beschreibe viel lieber was das Buch mit mir gemacht hat. Klingt total schwülstig - isses auch, `tschuldigung. Das Buch liest sich flüssig durch, die Schrift ist groß, das Schriftbild locker, gewürzt wird jede erpilgerte Tagesetappe mit einer Erkenntnis der selbigen. Kerkeling geht alleine den Jakobsweg, mal kommt er gut durch, mal kommt er nicht in den Tritt, er verirrt sich, er zweifelt, weint, lacht, spricht mit sich und seiner Umwelt (ich wusste nicht, dass er soo sprachbegabt ist...)und seinen Weg kreuzen die merkwürdigsten Gestalten. Man merkt und erlebt mit ihm, wie der Weg ihn ein bisschen verändert.
Er wird erkannt als "Bühnenhape", fühlt sich wie ein Stadtstreicher in den dreckigen Klamotten, schweigt, lacht und trinkt mit Mitpilgern, er schließt Freundschaften und irgendwann erreicht er nach vielen Erfahrungen, Erkenntnissen , Ratschlägen und Rückschlägen mit lieb gewonnenen Pilgerfreundinnen sein Pilgerziel mit Urkunde und Abschluss.
Ich möchte ein Gefühl, das Ihn zum Ende hin ereilt hat mal so beschreiben: können sie sich vorstellen als Stadtmensch Bergwandern zu gehen? Aus dem Großstadtgewimmel den Wanderweg hoch, die Bäume werden weniger, es wird felsiger, es ist einsam und es gehen einem viele Dinge durch den Kopf, man hört in die Natur, in sich und hört evtl. sogar andere Stimmen.
Der Aufstieg ist vergessen wenn man de Gipfel erreicht hat, man genießt und ist eins mit sich und dem Weg und stellt ernüchternd fest, dass kurz hinter dem Gipfel Reisebusse und Touristen stehen, die mit Sandalen und Souvenirs in der Hand das "eins sein mit sich" sofort wie ein Schlag mit dem Hammer zunichte machen, unfassbar und erdrückend wirken. Das ist von mir sehr frei interpretiert, aber der Vergleich ist eben mein Empfinden.
Ich empfehle dieses Buch denen, die Hape mögen, denen, die Hape nicht kennen, denen, die religiös sind, und denen, die selber auch einen Weg gehen oder gehen wollen. Für mich war dieses Buch angenehme Kurzweil und ich habe es mit einem Lächeln beendet. Prädikat: sehr Lesenswert!
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Ein Komiker auf dem Weg zur Erleuchtung....
Erstellt: 15.01.08
Kann ich nur EMPFEHLEN.... mir gefällt es...
Bücher über den Jakobsweg gibt es wie Sand am Meer. Geschichtlich, religiös, spirituell, als sportliche Herausforderung oder einfach nur als schöner Wanderurlaub; die gut 800 km lange Wegstrecke durch Nordspanien mit dem Zielort Santiago des Compostella war bereits Thema von unzähligen Sachbüchern, Wegbeschreibungen, Erlebnisberichten oder Romanen. So schrieb Paulo Coehlo seinen Bestseller "Der Alchimist" auf den spirituellen Erkenntnissen basierend, die ihm aus seiner Pilgerfahrt nach Santiago erwachsen sind. "Der Alchimist" ist eines der meistverkauftesten Bücher weltweit.
Was also kann uns der konfessionslose Komiker aus dem Rurpott neues bieten? Ist sein Reisebericht "Ich bin dann mal weg - Meine Reise auf dem Jakobsweg" nicht zur Langeweile und somit zum Scheitern verurteilt? Sollte man meinen, ist aber nicht so. Kerklings Buch ist humorvoll und nachdenklich zugleich und beleuchtet diese so oft beschriebene Wanderung aus einem neuen Blickwinkel.
Selbstironisch, aber auch mit der nötigen Prise Ernst, erläutert der bekennende Antisportler, wie er 2001 nach dem Verdacht auf einen Herzinfakt den Entschluss fasste, auf einmal 800 km durch Spanien wandern zu wollen. Ernsthaft und angenehm unaufdringlich setzt er sich mit dem religiösen Aspekt des Jakobsweges auseinander. Zum Schmunzeln und zum Nachdenken sind seine Begegnungen mit Mitpilgern und Einheimischen. Und jedes Kapitel schließt mit der "Erkenntnis des Tages", wie zum Beispiel: "Was macht uns menschlich? Unsere kleinen Macken und die großen Fehler. Hätten wir sie nicht, wären wir alle wandelnde Götter."
Fazit: Neu und tiefgründig ist Kerklings Buch wie gesagt nicht. Der gut lesbare Schreibstil und sein Humor machen "Ich bin dann mal weg" aber trotzdem zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.
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Hape Kerkeling
Erstellt: 13.05.07
Hape Kerkeling schrieb ein Buch. Grund genug für mich diesem Buch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Und der letztliche Kauf hat sich wirklich gelohnt.
Anfängliche Bedenken, ob denn ein Buch von einer doch so berühmten Persönlichkeit auch authentisch geschrieben sei, verflogen mit dem Lesen der ersten Seiten.
Der mir bekannte Humor von Hape Kerkeling brachte mir das Lesen und damit den Autor absolut nah und nachvollziehbar...eben authentisch.
Schon der Titel "Ich bin dann mal weg" machten mich neugierig und
von Anfang an sprüht förmlich der Witz dieses Mannes.
Doch werden die Erzählungen und Beschreibungen immer tiefgründiger, emotionaler und bewegender. Einige wichtige Gründe dafür sind wohl die Konfrontation und der Umgang mit der Einsamkeit, Fremden und der Fremde.
Die kompromisslose Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und Identität gewähren einen sehr intimen Blick auf den Autor.
Die Suche nach sich selbst oder auch die Frage nach Gott werden dadurch ein wichtiges Thema in diesem Buch.
Diese zentralen Fragen, die sich wohl jedem Menschen während seines Lebens und in seiner Spiritualität stellt, versucht Harpe Kerkeling eindrucksvoll in der Verbindung zum Jakobsweg für sich zu klären. Nicht immer wird es eine Antwort geben, wohl aber andere Sichtweisen und vielleicht auch eine andere Art zu handeln,denken und zu leben.
Dabei kommen keinerlei Starallüren zum Vorschein. Ganz im Gegenteil, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und diese auch ohne grosse Verluste überschreiten zu können machen dieses Buch absolut lesenswert und zeigen die normal-menschliche Seite an ihm.
Die Beschreibungen waren für mich so beeindruckend, das auch meine Suche nach mir einen neuen Anstoss gefunden hat.
Seine Reise auf dem Jakobsweg lädt dazu ein es ihm gleich zu tun.
Und das Schöne ist, dieses Buch wird auch beim nächsten Lesen nicht langweilig!
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Buch : Ich bin dann mal weg
Erstellt: 11.02.07
Harpe Kerkeling schrieb ein Buch !!!
Grund genug für mich diesem Buch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Und der letztliche Kauf hat sich wirklich gelohnt.
Anfängliche Bedenken, ob denn ein Buch von einer doch so berühmten Persönlichkeit auch authentisch geschrieben sei, verflogen mit dem Lesen der ersten Seiten.
Der mir bekannte Humor von Harpe Kerkeling brachte mir das Lesen und damit den Autor absolut nah und nachvollziehbar...eben authentisch.
Schon der Titel "Ich bin dann mal weg" machten mich neugierig und
von Anfang an sprüht förmlich der Witz dieses Mannes.
Doch werden die Erzählungen und Beschreibungen immer tiefgründiger, emotionaler und bewegender. Einige wichtige Gründe dafür sind wohl die Konfrontation und der Umgang mit der Einsamkeit, Fremden und der Fremde.
Die kompromisslose Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und Identität gewähren einen sehr intimen Blick auf den Autor.
Die Suche nach sich selbst oder auch die Frage nach Gott werden dadurch ein wichtiges Thema in diesem Buch.
Diese zentralen Fragen, die sich wohl jedem Menschen während seines Lebens und in seiner Spiritualität stellt, versucht Harpe Kerkeling eindrucksvoll in der Verbindung zum Jakobsweg für sich zu klären. Nicht immer wird es eine Antwort geben, wohl aber andere Sichtweisen und vielleicht auch eine andere Art zu handeln,denken und zu leben.
Dabei kommen keinerlei Starallüren zum Vorschein. Ganz im Gegenteil, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und diese auch ohne grosse Verluste überschreiten zu können machen dieses Buch absolut lesenswert und zeigen die normal-menschliche Seite an ihm.
Die Beschreibungen waren für mich so beeindruckend, das auch meine Suche nach mir einen neuen Anstoss gefunden hat.
Seine Reise auf dem Jakobsweg lädt dazu ein es ihm gleich zu tun.
Und das Schöne ist, dieses Buch wird auch beim nächsten Lesen nicht langweilig!
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