Warum??
Erstellt: 23.08.10
Ich habe mir das Buch auf Gund der erstklassigen Rezensionen gekauft (kurz darauf habe ich gemerkt, dass es jeder in meinem Umfeld schon hatte, also wäre das nicht nötig gewesen).
Ich fand es nahezu unausstehlich. Es folgt zwanghaft dem klassischen Muster der falschen Fährte, sodass schon bei den Figurenbeschreibungen klar war, wer der Täter seine würde (mir zumindest). Sprachlich ist es mäßig routiniert bis niveaulos : Kapitelenden wie "Ich hätte mich nicht mehr täuschen können", finde ich nicht gerade mitreißend und auch inhaltlich glänzten die Schilderungen, gerade die aus dem Gebiet der forensischen Antropologie nicht gerade durch Praxisnähe oder Kreativität.
Bleibt nur die Frage, was andere Menschen an dem Buch gefallen hat, da es aber scheinbar genug davon gibt, kann man das Buch vermutlich auch empfehlen, ohne es erträglich zu finden.
Ich musste mich jedenfalls durchschleppen und stehe nun vor der großen Frage, was ich mit dem zweiten Teil, "Kalte Asche" tun soll, der noch mehr gähnende Langeweile verspricht, da sein Aufbau identisch mit dem von "Chemie des Todes" zu sein scheint (Nicht, dass ich den nicht schon gekannt hätte, bevor ich das Buch gelesen habe, er ist schließlich nicht sehr ausgefallen, aber trotzdem....), den ich mir aber in einem Anflug jugendlicher Naivität und Kaufsucht zusammen mit diesem Prachtexemplar der Literaturgeschichte erstanden habe.
Und, lieber Simon, versuch doch bitte mehr als zwei komplett unverdächtige Personen in die nächsten Romane einzuflechten, unter denen dann hinterher der Täter ist. Und der Verdächtige muss nicht genau ins Täterprofil passen, wenn er doch so wie so nicht schuldig ist, das war wirklich zu ermüdend.
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Spannung mit Längen
Erstellt: 06.10.08
Simon Beckett liefert uns mit "Die Chemie des Todes" einen Thriller, der sich in seiner Art endlich mal von der breiten Masse, die auf den aktuellen Buchmarkt geschmissen wird, abhebt.
Dr. David Hunter, ein ehemaliger forensischer Anthropologe, entflieht nach einem tragischen Unfall dem Trubel der Großstadt London. Es verschlägt ihn als Aushilfsarzt in das "Kuhkaff" Manham. Damals fest entschlossen seinem Beruf in der Forensik nicht mehr nach zu gehen, sollte sich dies ändern, als im Marschland des Dorfes eine Frauenleiche mit seltamen Versehrungen gefunden wurde. Jeder im Dorf könnte der Mörder sein. So liefert der Leichenfund und das baldige Verschwinden einer weiteren Frau aus dem Dorf genug Zündstoff für Klatsch, üble Nachrede und eine Plattform für Demagogie.
Schon die Einleitung ist nichts für schwache Gemüter. Sorgsam wird der Verwesungsprozess einer Leiche beschrieben. Und macht "Appetit" auf mehr. Leider fällt der Spannungsbogen vorerst nach der Einleitung wieder ab. Aus der Ich-Perspektive erzählt uns Dr. Hunter seine Erlebnisse in Manham und seine Vorgeschichte.
Der Spannungsbogen wird permanent durch neue Ahnungen oder den Hauch einer Ahnung angedeutet, was leider ein wenig zum abgenutzten Stilmittel hindümpelt je mehr Beckett diese Vorahnungen benutzt.
Das Buch lebt davon, dass man bis zum Schluss nicht weiß, wer letztendlich der Täter ist. Das war der eigentliche Grund, warum ich weitergelesen habe. Meine Erwartungen, dass der Leser mehr Einblicke in die Forensik erhält, haben sich nicht erfüllt.
Der Mittelteil trottet gemütlich im Auf und Ab vor sich hin, bis schließlich das Ende in einem Crescendo gipfelt, dass sich urplötzlich aufbaut und mit der Konstruktion eines neuen, zweiten Täterprofils endet.
Nachvollziehbarer als das Ende ist das Leiden der Opfer. Die Brutalität im Buch ist allerdings ertragbar und geht über dieses Maß nicht hinaus.
Trotz kleinerer Mankos ist "Die Chemie des Todes" empfehlenswert. Bis auf einige Längen ist das Buch ein klassicher "Pageturner" für die langen Winterabende. Für zarte Nerven und Menschen mit niedriger Ekelschwelle empfehle ich eine andere Lektüre.
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Ein bisschen wie Men in Trees, nur anders.
Erstellt: 08.07.09
Dr. David Hunter verliert seine Frau und seine Tochter bei einem Autounfall. Da er Experte für Leichen im Verwesungszustand, hält er es nach dieser Tragödie nicht mehr in seinem Beruf aus und folgt einer Kleinanzeige, in der es heißt, es würde ein Landarzt gesucht. So verschlägt es ihn nach Manham, wo jeder jeden kennt...
Warum ich an Men in Trees denke, ist mir ein bisschen schleierhaft, aber ich kann es auch erklären. Manham ist die typische Kleinstadt, auch ein Dorf, mit Personen, die immer wieder auftauchen. Zum Beispiel der fanatische Pfarrer, der nur sich ganz oben sieht, oder der Einsiedler, der sich nicht binden kann. Beckett verschaffte mir einen schönen Einstieg in die Welt Manhams. Gleich zu Beginn wurde erklärt, warum Hunter in einem so verschlafenen Nest praktiziert. Ich habe auf einen Schlag über 200 Seiten gelesen, weil mich die Geschichte so fesselte. Okay, ein richtiger Thriller ist anders, dies ist eher die Story von Beckett, wie er selber laufen (sprich schreiben) lernte und es ist im durchaus gelungen. Er schafft weiche Übergänge zwischen den Handlungen Davids und der anderen Bewohner. Noch besser ist die Erzählweise aus der Ich-Perspektive, so dass man selber David ist und der Leser nicht einen Protagonisten von außen betrachten muss.
Das Ende ist, wie erwartet, der Höhepunkt des Buches. Hier findet ein Happy und ein Unhappy End statt und es bleibt offen, was als nächstes geschieht. Nun, ich muss sagen, dass mich die Beckett-Welle mitgerissen hat. Hoffentlich überzeugt mich der zweite Teil ebenso.

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Spannend ja ... aber mit Ekelfaktor ...
Erstellt: 04.04.10
Auf den ersten Seiten wird – gemäß dem Titel - sehr ausführlich und wissenschaftlich genau und gründlich der Verwesungsprozess einer Leiche in Etappen beschrieben. Natürlich dürfen auch die endlosen Madenkolonien und surrenden Fliegen, die von den ausströmenden Gasen (sprich: Gestank) angezogen werden, nicht fehlen. Ich dachte schon, ich wäre versehentlich an ein Sachbuch geraten; denn einen solchen „Bericht“ wollte ich eigentlich nicht lesen.
Neuer Anlauf nach einigen Tagen Pause. Allmählich baute sich dann doch der Krimi auf.
Natürlich gehört es zur Dramaturgie, dass es immer wieder neue Verdächtige gibt. In der kleinen eingeschworenen Gemeinde werden besonders die Fremden, Zugezogenen argwöhnisch beobachtet und teilweise sogar angefeindet.
Die Spannung steigt mehr und mehr, da die schlimm zugerichteten Leichen auf einen sadistisch veranlagten Serienmörder hindeuten, der auch (allerdings teils verschiedene) Rituale nicht auslässt und dazu mit Tieren nicht gerade zimperlich umgeht. Das zuletzt verschwundene Opfer ist noch nicht tot – es ist Eile geboten, wenn man die Person retten will!
Tja, was soll ich nach dem Ende sagen? Spannend war der hochgelobte Thriller allemal, man konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Dennoch finde ich besonders den Schluß arg konstruiert und unglaubwürdig. Und: Wer sich leicht ekelt und schwache Nerven hat, sollte besser zu einem anderen Krimi greifen.
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Gänsehaut Garantie
Erstellt: 25.05.08
Durch das aussergewöhnliche Cover angezogen, habe ich in der Buchhandlung die ersten Seiten des Buches gelesen(weil mich die Zusammenfassung auf dem Rücken mancher Bücher schon so oft masslos enttäuscht hat)und musste es daraufhin einfach kaufen.
Die Spannung zieht sich durch das ganze Buch hindurch, obwohl sich manche Ereignisse erahnen lassen, wird es nie langweilig. Der Grund warum David Hunter seinen ursprünglichen Beruf nicht mehr ausübt und als Arzt in ein einsames Dorf zieht um dort zu praktitieren ist verständlich.
Er wird aber bald nahezu dazu "gezwungen" den schon fast verhassten Beruf wieder auszuüben, weil ein Irrer Frauen entführt um sie dann nach ein paar Tagen auf bestialische Art und Weise zu ermorden. Jeder in dem kleinen Dorf könnte der Mörder sein.
David hat es als Fremder besonders schwer Vertrauen zu finden.
Ein empfehlenswertes Buch für alle Thriller-Fans, das man nicht so schnell wieder aus der Hand legen kann...
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