Ein wunderschönes Märchen für Erwachsene
Erstellt: 17.07.09
Schon nach wenigen Seiten ist man gefesselt und berührt von der wunderbar bildhaften und lebendigen Sprache und der Geschichte des Autors. Ich habe während des Lesens wirklich die Zeit vergessen. William P. Young ist wahrlich ein geborener Geschichtenerzähler.
Und so sah ich das Buch auch: Als eine wundervolle Geschichte, als ein Märchen für Erwachsene, dass uns einen Weg aufzeigen möchte, uns zum Nachdenken anregt, zum Wein bringt und einen wunderschönen Traum träumt, aber leider in der Realität nicht umsetzbar ist.
Mr. Young möchte dem Leser vermitteln, dass eine bedingungslose Liebe Vertrauen schafft, mit diesem Vertrauen erlangt man den Respekt zu seinen Mitmenschen und mit Respekt behandelt man alle Menschen so, wie man selbst behandelt werden möchte. Wenn uns dies gelingen würde, bräuchten wir kein Machtgefüge mehr. Das Streben nach Macht, Herrschaft, Kontrolle über andere Menschen wäre so nicht mehr notwendig, da alle Menschen gleichberechtigt wären und in Frieden leben könnten. Diese bedingungslose Liebe finden wir in Jesus, in Gott und dem Heiligen Geist. Erst wenn wir diese Dreifaltigkeit bedingungslos lieben und uns auf sie einlassen, kann Gott aus uns heraus wirken.
Leider ist dies in unserer heutigen Zeit jedoch absolut nicht umsetzbar. Kaum ein Mensch gibt freiwillig seine Unabhängigkeit und seine Macht (und sei sie noch so klein) auf. Die Frage ist auch, möchte man überhaupt seine Unabhängigkeit aufgeben? Möchte man sich bedingungslos einem anderen überlassen, auch wenn es Gott ist? Wo bleibt hier meine eigene Identität? Denn dies vermittelt das Buch auch. Gib Deine eigene Identität auf, dann gibt es auch kein Gut und Böse mehr. Denn nur du entscheidest individuell, was Gut und Böse ist. So ist z. Bsp. eine Giftpflanze für dich selbst unnütz (also böse), für andere kann ihr Gift aber äußerst hilfreich (z. Bsp. als Heilmittel) sein, also gut.
Was mir wirklich sehr gut gefallen hat, war, dass Gott eine Frau und dazu noch schwarz ist, der Heilige Geist hat asiatische Züge und Jesus ist logischerweise ein Hebräer. Dies vermittelt deutlich: Wir sind alle gleich, egal welcher Rasse wir angehören. Auch legt das Buch wert darauf, dass Mann und Frau absolut gleichberechtigt sind. Ohne Frau kann der Mann nicht sein und umgekehrt.
Allerdings und deswegen auch nur 4 Sterne: Es wird nicht richtig hinterfragt, vieles bleibt offen oder die Antworten befriedigen nicht wirklich. Warum gibt es Menschen, die andere mit Absicht verletzten, quälen und töten, einzig und allein nur deswegen, weil es ihnen Spaß macht? Warum gibt es Vergewaltiger, Pädophile und Mörder (da hier ja eigentlich das Thema des Buches)? Welche gute Seite bzw. Nutzen haben sie, den ich nicht sehe? Sorry, diese Frage wird meines Erachtens nur oberflächlich (wobei dies eigentlich die Hauptfrage des Buches sein sollte) angesprochen. Zwar wird auch erklärt, dass wir durch die Wahl der Unabhängigkeit von Gott, als Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis gekostet haben, für unser Handeln selbst die Verantwortung tragen, aber richtig überzeugen konnte dies mich nicht.
„Die Hütte“ ist wirklich ein wundervolles Buch, das jeder einmal gelesen haben sollte und wirklich zum Nachdenken und vielleicht stellenweise auch zum Umdenken anregen kann. Aber die Geschichte, die hier vermittelt werden soll, ist für mich einfach zu unrealistisch und auch zu einseitig – deswegen: Ein wunderschönes Märchen für Erwachsene, mehr aber auch nicht.
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Mut machend
| Ja, ich würde dieses Produkt weiterempfehlen.
Erstellt: 15.11.12
Gerade, wenn man sich in einer Lebenskrise befindet, fragen sich viel Menschen, wo Gott da eigentlich ist.
Wieso kommt man sich dann oft so allein und verlassen vor?
Mack erlebt das nach dem gewaltsamen Tod seiner Tochter.
Und dann lädt Gott ihn ein, zu der Hütte zu kommen und ein Wochenende mit ihm zu verbringen.
Auch man nicht christlich geprägt ist, kann man erahnen, wie Gott sein kann. Liebevoll, tröstend und barmherzig. Und man kann erkennen, wozu einem manche Dinge im Leben, auch die schlimmen, passieren (müssen).
Ich finde dieses Buch sehr einfühlsam geschrieben und es kann einem neue Aspekte auf seinen Blick auf Gott geben.

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Ein Buch zum Nachdenken
Erstellt: 24.07.10
Ich hatte mir das Buch auf Empfehlung einer Freundin ausgeliehen. Sie meinte dazu, dass es wohl nur zwei Möglichkeiten gebe: Entweder man legt es nach einigen Seiten weg oder man kommt nicht mehr davon los, bis man es gelesen hat. Ich gehöre zur zweiten Kategorie. Selbst wenn man die Philosophie, die hinter der Handlung steckt, nicht in vollem Umfang akzepiere kann, regt das Buch doch zum Nachdenken an. Es geht um die menschliche Existenz, die Zweifel und das Hadern mit dem Schicksal. Die Handlung weist zwei Ebenen auf, eine konkrete und eine fiktive. Das Buch stellt Glaubensfragen in den Mittelpunkt, lässt dem Leser aber die Möglichkeit, für sich selbst Antworten zu finden. Für manche Textstellen sollte man sich Zeit nehmen, um die Botschaft verdauen zu können. Dennoch ist es keine schwere literarische Kost, für die man eine philosophisch-theologische Vorbildung mitbringen muss. Auch die Sprache ist einfach und verständlich.
Da ich das Buch nicht nur gelesen haben, sondern auch besitzen wollte, habe ich es über ebay ersteigert.
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Sollte man unbedingt gelesen haben
Erstellt: 09.07.10
Ich habe das Buch gelesen. Ich fand es am Anfang sehr verwirrend geschrieben, weil Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft quasi durcheinandergeraten sind. Was ich als sehr schwer empfand, war die Auseinandersetzung mit dem Leid eines Vaters, dessen Kind auf nicht natürliche Weise zu Tode kommt. Ich fand es aber gut, einmal dem Thema nicht!! auszuweichen. Nachdem man diese beiden Hürden genommen hat, ist es nur noch spannend und super. Besonders gut ist, dass das Bild von Gott mal ziemlich auf den Kopf gestellt wird - es macht Spaß, mal Denkmuster zu durchstoßen, Gott in einer! einzigen! Weise zu glauben.

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Auseinandersetzung mit dem Thema Glauben
Erstellt: 30.01.10
Wer Gefallen findet an religiöser Ereiferung, wird sich sicherlich bei der Lektüre des Buches entspannen und sicherlich das ein oder andere mitnehmen. Mich persönlich erinnerte das Buch und sein Spannungsbogen allerdings ständig an Menschen, die von Haus zu Haus ziehen und ihre Mitmenschen von der Richtigkeit ihrer Religion überzeugen wollen. So habe ich das Buch empfunden.Auf großen Strecken erschien es mir naiv. Ich möchte dem Autor nicht seine Überzeugung absprechen, doch ist dieser amerikanische Weg, der Glaubenssuche und seines Erhalts, sicher nicht für jeden der sucht nachzuvollziehen. Gut gefallen hat mir, dass weder Hautfarbe noch Geschlecht eine wirkliche Rolle bei der Verteilung der "religiösen Macht" gespielt haben.
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